Obamma mia!


Jost Kaiser hat sich der merkwürdigen deutschen Obama-Begeisterung angenommen, die offenbar umso glühender ist, je weniger die Betreffenden über ihn wissen. Denn anders als die Rechte ihm unterstellt und die Linke sich das erträumt, fordert Obama nicht die baldmöglichste Streichung der Weltmacht USA aus den Geschichtsbüchern:

Kein Mensch in den USA stört es, dass Obama angedroht hat „die Sache in Pakistan selbst in die Hand zu nehmen“, wenn Musharaff weiter ein Doppelspiel mit dem Westen spielt und die paschtunischen Taliban gewähren lässt.

In Deutschland hingegen wird erwartet, dass Obamas zweiter Vorname Ghandi ist und die U.S.S. Independence nach seinem Amtsantritt als Seniorenwohnheim in Miami vor Anker geht.

Die deutsche Obamania wird getragen von Leuten, die glauben, keine Antiamerikaner zu sein, denn sie haben ja immer ihren Lieblingsami der Saison: Michael Moore, Al Gore oder eben jetzt Barack Obama.

So wie es aussieht, haben aber nicht nur die Deutschen keine Ahnung wovon sie reden. Die Hysterie hat offenbar auch den Rest der Welt erfaßt. Andrew Hammel hat einen skurrilen internationalen Obama-Fanclub aufgespürt, dessen fast schon sektenmäßige Optik nur noch von der völlig abgedrehten Rezeption des Erlösers durch seine Gläubigen übertroffen wird, der ihrer Ansicht nach…

lives up to the principles it preaches;

Soso. Da darf man dann ja gespannt sein, wie die Geschichte mit der Wahlkampffinanzierung ausgeht.

listens rather than lectures;

Das ist nun wahrlich eine kühne Behauptung. Wenn seine Fans etwas lieben, dann ja wohl die Predigten, die er in seinen Erweckungsgottesdiensten zu halten pflegt. Und das einzige, was Obama da hören will, ist das vielstimmige Echo seiner eigenen Parolen.

conserves rather than consumes;

Obama ein wohlstandsfeindlicher und kapitalismuskritischer Wertkonservativer, der kurz nach seiner Amtsübernahme zu den Grünen überlaufen wird? Gut, daß er das nicht mitkriegt. Das dürfte er kaum lustig finden.

makes peace rather than war;

Außer natürlich mit Staaten, die George W. Bush noch nicht angegriffen hat. Bei denen sitzt Obama die Bomberflotte mitunter nämlich ganz schön locker. In Pakistan dürfte jedenfalls bereits gezittert werden.

inspires hope everywhere.

Überall? Also auch bei den Feinden Amerikas? Na, dann wollen wir mal hoffen, daß diese Hoffnungen bitter enttäuscht werden.

~ von Paul13 - Mittwoch, 20. Februar 2008.

40 Antworten to “Obamma mia!”

  1. Ich frage mich wirklich wie man auf diesen Laienprediger hereinfallen kann. Da werden einige eine bittere Enttaeuschung erleben, wenn er denn wirklich gewaehlt wird und ihm der harte Wind der Realitaeten ins Gesicht fegt.
    Mal angenommen dieser Laeienprediger waere ein Konservativer, wie schnell wuerde man diesem Mann zurecht ins Gesicht sagen das er ein Rattenfaenger mit leeren Worthuelsen ist und ihn als Brandgefaehrlich einstufen?

  2. Das hat gerade eine Freundin vonmir aus Amerika woanders gepostet- fand ich recht treffend. Gerade in Chicago ist die Pro-Obama-Stimmung jetzt wahrscheinlich ziemlich hysterisch…

    More things Barack Obama probably did today:

    * watered your plants while you were away

    * came even though you said he didn’t have to

    * promised your mom he’d have you home by 11

    * cleaned your bong

    * let the philosopher-kings inherit the Earth

  3. @ paulaner

    Das Phänomen Obama läßt sich wohl nur aus der Amtsführung seines Vorgängers erklären. Unter vielen Amerikanern aller Hautfarben, Altersgruppen und religiöser Bekenntnisse scheint es nach 8 Jahren Bush ein starkes Bedürfnis nach Hoffnung, Zuversicht und Einigkeit zu geben – und nach einem Präsidenten, der seine Muttersprache beherrscht.

    Das Problem von Hillary Rodham Clinton ist ja gerade, dass sie als Vertreterin des Washingtoner „business as usual“ angesehen wird. Auch wenn sie sich programmatisch von Obama allenfalls in Nuancen unterscheidet. Mit einer entscheidenden Ausnahme:

    Obama hat angekündigt, den Irakkrieg zu beenden und noch 2009 die amerikanischen Truppen abzuziehen. Sollte das nicht zu denken geben?

  4. @nmr
    „Obama hat angekündigt, den Irakkrieg zu beenden und noch 2009 die amerikanischen Truppen abzuziehen. Sollte das nicht zu denken geben?“
    Stimmt mit der Ankündigung – bloss nicht traurig sein, wenn es dann doch anders kommt. Schon mal von Wahlversprechen gehört? Die Demokraten im Kongress haben auch ne Menge Leute enttäuscht :-)

  5. „Obama hat angekündigt, den Irakkrieg zu beenden “
    Wenn Obama das kann, nämlich Kriege beenden indem er amerikanische Soldaten nach Hause holt, dann sollte man ihn unbedingt wählen.
    Vielleicht sollte er sich aber auch anderer Konfliktherde annehmen, zum Beispiel Sudan. Vielleicht braucht er aber dazu die Hilfe von GWB. Also George schickt amerikanische Soldaten in den Sudan und Obama zieht sie zurück und der Krieg ist beendet.

  6. @Schmock
    Diesen Gedanken mit dem Kriegsende hatte ich auch – wollte aber nicht darauf rumhacken ;-) Die Leute glauben es aber scheinbar…
    Die Frage, was Obama bisher geleistet hat, ist auch interessant – einer seiner Unterstützer erlärt es im TV.

  7. @Schmock
    Obama kann den Krieg doch darnicht beenden weil das der GWB vom Flugzeugträger aus schon gemacht hat…
    Ich will ja S1IG – Mitarbeiter des Sechsteljahres ;-) – nicht wieder mit Begriffen nerven aber das mit Obama hat wirklich etwas mit dem Wort „Change“ zu tun. Das erinnert mich an Kohls Ende. Es ging nicht darum WAS der andere macht nur, dass er ein ANDERER ist der etwas ANDERES macht. Clinton ist zu sehr Politikerin um ihr zuzutrauen dass sie sich nicht auch „der Realität“ anpasst. Soweit ich das als jemand dem das Geplänkel in den Kolonien ziemlich gleich ist beurteilen mag…

  8. Wieso nur Deutschland? In Amerika ist Obama für einige Leute anscheinend Jesus.
    http://www.nytimes.com/2008/02/19/opinion/19brooks.html?_r=2&hp&oref=slogin&oref=slogin

    Irgendwie scheinen alle in der westlichen Welt auf einen Erlöser zu warten. Dann lieber McCain.

  9. Der Realität anpassen muss man sich bereits nach der ersten Sekunde im Oval Office. Die Erfahrung wird Obama – sollte es denn zu einer Präsidentschaft kommen – schneller machen als ihm lieb ist. Und ich stimme Paul zu: Dann wird es nicht nur für Obama ein böses Erwachen geben. Sondern auch für seine „Fans“.

  10. in god we trust
    Nicht weinen…

  11. @daniel
    Stimmt – es geht nicht darum was Obama macht, sondern nur was er sagt und verspricht. Das ist wie bei Pelosi und Co. – viele Versprechen zur Wahl 2006 – am Ende wurden die von deren Fans als feige Truppe tituliert. Nur weil kein Verprechen eingehalten wurde – bittere Enttäuschung halt.

    Am Ende wäre Obama die pefekte Wahl – die US-Hasser könnten sich nicht mehr hinter „It is only Bush“ verstecken und bei Bedarf können alle Freunde des „Change“ noch die Rassismuskarte ziehen. Wird für einige Leute dann schwer ;-)

  12. @ Schmock

    :-) Für diese geniale Idee hätte NMR eigentlich den Friedensnobelpreis verdient.

  13. @ daniel

    „Es ging nicht darum WAS der andere macht nur, dass er ein ANDERER ist der etwas ANDERES macht.“

    Selbst wenn es möglicherweise schlechter ist? Das wirft ein beunruhigendes Licht auf die Wähler der Demokraten.

  14. @ S1IG

    Vor allem auf NMRs Verteidigung des Pakistankriegs freue ich mich schon. :-)

  15. @Paul13
    „“Es ging nicht darum WAS der andere macht nur, dass er ein ANDERER ist der etwas ANDERES macht.”

    Selbst wenn es möglicherweise schlechter ist? Das wirft ein beunruhigendes Licht auf die Wähler der Demokraten.“

    Och, ich glaube, dass das ein relativ häufig anzutreffendes Phänomen in Demokratien ist.
    Das Motiv, eine bestimmte Partei zu wählen, ist meistens weniger Sympathie für diese Partei, sondern häufiger Antipathie gegen eine andere.
    So dürfte ein Schaumschläger wie Schröder an die Macht gekommen sein: nicht, weil die Leute ihn gut fanden, sondern weil sie den dicken Kohl nicht mehr sehen wollten.
    Und auch die Hamas dürfte ihren Wahlsieg dem Umstand vedanken, dass man die durch und durch korrupte Fatah abstrafen wollte.

  16. Nur weil die deutsche Rezeption mal wieder besonders ulkig ausfällt und erwartet wird,

    dass Obamas zweiter Vorname Ghandi ist und die U.S.S. Independence nach seinem Amtsantritt als Seniorenwohnheim in Miami vor Anker geht

    muss man nicht von einem Rattenfänger sprechen.

    Obama macht nicht für Deutschland Wahlkampf und die Deutschen dürfen nicht wählen. Findet Euch alle damit ab!

  17. @ NUB

    „Obama macht nicht für Deutschland Wahlkampf und die Deutschen dürfen nicht wählen.“

    Zum Glück!

  18. Oh, er ist nicht der Friedenspilger, den viele Europäer erwarten? Das weiß ich.

    Aber er hat trotzdem bessere Pläne als alle anderen Präsidentschaftskandidaten. Egal ob Republikaner oder Demokraten.

  19. boah LEUTE! an den ADMIN: hab grad 30 minuten einen kommentar verfasst, wollte abschicken, vergessen e-mail einzutragen, komme auf ne neue seite die mich drauf hinweist, gehe zurück -> kommentar weg……………. dann halt nicht :(

  20. @ fdfhgdhghj

    Schade. Aber das kann ich leider nicht beeinflussen. Es gibt Webseiten, wo der Text nach dem Zurück-Button wieder da ist, und andere wie offenbar auch WordPress, wo er dann weg ist. Seit mir das auch ein paar mal passiert ist, und auch schon mit langen Texten, hab ich mir daher angewöhnt, längere Kommentare immer mit dem Notepad zu schreiben und sogar zwischenzuspeichern, bevor ich sie abschicke. Seitdem hatte ich keine Probleme mehr, auch nicht mit Timeouts oder so was.

  21. @ just4ikarus

    Er hat Pläne? Dann weiß er sie aber gut zu verstecken. Bis auf den Krieg gegen Pakistan fiele mir da auf Anhieb keiner ein. Selbst die Übergabe der Iraker an ihre Mörder hat er inzwischen auf nächstes Jahr verschoben, und wann er die wirklich beginnt, ist noch lange nicht raus.

  22. Ich warte eigentlich nur noch darauf das die ersten auftauchen die beim Anblick von Obama die Kruecken wegwerfen oder schreien ich kann sehen. Fakt ist Clinton wollte alles anders machen, er hat es nicht getan. Praesident Bushs erster Wahlkampf war gepraegt von einer Aussenpolitik die den Europaern alles vor die Fuesse geworfen haette etc. Was passierte? 911. Was kam dann? Alles das was eigentlich unter der ersten Praesidentschaft nicht geplant war. Sollte dieser Neue Jesus also in die Penn Ave. einziehen wird sich nichts veraendern. Die Truppen werden im Iraq bleiben, es wird keine Bundesweite Krankenversicherung geben und die Menschen werden auch nicht in schaaren deutsch oder franzoesisch lernen. Obama wird alle an den Runden Tisch zu gespraechen laden und nach ein paar Tagen wird er erkennen das mit mit so einigen kein Blumentopf zu gewinnen ist das so mancher ihn verarschen will das wars.
    Es wird ein paar Untersuchungsausschuesse mehr gegen Soldaten geben, die werden still und heimlich eingestellt weil die Umfragen ergeben das die Bevoelkehrung nicht will das die Truppen oeffentlich aus billigen Politischen Gruenden hingerichtet werden.
    Es wird also vier verschwendete Jahre geben wenn der Mann wirklich gewinnt ,das ist alles. Um die einzigen die ich mir wirklich sorgen mache werden die Truppen sein, als der letzte dort war der das Milliaeter hasste begann der ganze schlammasel erst richtig.

  23. Fakt ist Clinton wollte alles anders machen, er hat es nicht getan

    Und Fakt ist, das sind etablierte Politikerfamilien, die Clintons und die Bushs… man kann sagen Establishment. Obama verspricht z.B. den Einfluss von Lobbyisten zurückzudrängen… Solche Leute, die versprechen vieles anders zu machen, sind meistens eine riesige Enttäuschung oder eben genau der Schritt vorwärts, den man brauchte.

  24. Bill Clinton gehoerte nicht zum etablierten Politikerkreis in DC.
    Er galt als unerfahrerner Hillbilly aus dem Sueden den kaum einer kannte.
    Er oder besser beide haben es geschafft sich noch vor Ablauf der „100 Tage Schonfrist“ es sich mit jedem zu verderben mit dem man es sich in DC verderben kann. Seine Frau hat wohl daraus gelernt und spricht heute sogar mit dem Militaer (etwas das die Clintons in ihre ersten Amtszeit abgelehnt haben) sprich sie hat sich in jedem Ausschuss waehlern lassen der nur im entferntesten mit den Belangen der Truppe und der Aeusseren Sicherheit zu tun hat. Er (Beide) hat es sich vom ersten Tag an mit den White House Correspondents versaut die extrem wichtig sind um die Interessen der Administration in die Oeffentlichkeit zu transportieren.
    Er hat es sich mit beiden Haeusern verdorben da war er noch keine 4 Monate im Amt. Die Lehrergewerkschaft brachte er im zweiten Jahr mehr als gegen sich auf. Der Mann bzw. die beiden haben so ziemlich alles falsch gemacht was man in DC falsch machen kann.

  25. Auslaender

    So gesehen erstaunlich, dass die Tante als Kandidatin unterstützt wurde… So ein bisschen Geld wird sie für ihre Kampagne ja auch bekommen haben, also hat sie nicht nur Gegner…

  26. Seit der Zeit als sie als Senatorin kanditiert hat versucht sie die Fehler weg zu machen. Sie kuesst Kinder, besucht die Truppen,den Geheimdienstausschuss, Spender andere Lobbygruppen, kuesst die Damen und Herren von der Presse (die sie frueher als Teil des establishment beschimpft hat.) Nicht umsonst kanditiert sie trotz Geruechte schon bei der letzten Wahl erst jetzt. Vor Obama galt sie im Linken Mainstream als besser Alternative zu Bush (GOP Kanditat), wohl auch in der Hoffnung das man sie nach den damaligen Geschichten „Handzahm“ bekommen wuerde. Geld fuer eine Kampagne zu bekommen wenn man als ernsthafter Kanditat gilt ist eigentlich auch gar nicht so schwer. Die meisten zahlen an die Kanditaten beider Parteien. Zudem hat sie sich wie gesagt seit dem Auszug in der Pen Ave darauf vorbereitet.
    Nicht umsonst gilt sie als Wunschgegenkanditat fuer die GOP und nicht umsonst schwenken die Dems auf Obama um nachdem er sich als erntzunehmender Kanditat erwiesen hat. Nun wir werden sehen.

  27. @Paul13
    Ich glaub das ist kein Webseiten sondern ein Browser-Problem. Ich komm mit dem zurück-Button nämlich auch noch zu einem hier frisch geschriebenen Text zurück. (Den Beweis hab ich hier grad angetreten, hat halt keiner gemerkt)

  28. @ auslaender

    Das Zauberwort des laufenden Wahlkampfes heißt Glaubwürdigkeit. Obama ist ja für Clinton (und McCain!) deshalb ein so schwieriger Gegner, weil er so schwer zu widerlegen ist: er hat keine Vergangenheit, die man ihm vorwerfen kann (die ein zwei Versuche sind kläglich gescheitert), seine inhaltlichen Forderungen in der Innenpolitik sind bis weit in das koservative Lager konsensfähig und sein eher vages außenpolitische Programm entspricht der Sehnsucht einer breiten Mehrheit in der amerikanischen Bevölkerung nicht mehr der Buhmann der Welt zu sein.

    Hillary Clinton gehört sicherlich zu den klügsten und machbewußtesten Politiker(inne)n ihrer Generation, nur ist sie leider schlicht unsympathisch. In der Variation von Kennedys infamer Frage: selbst die Mehrheit ihrer Wähler würden Hillary nicht zu Thangsgiving oder zu Weihnachten in ihr Haus einladen. Obams schadet nicht einmal die Tatsache, dass junge Mädchen ihn anhimmeln wie einen Popstar.

    Die Clinton Campaign war immer dann erfolgreich, wenn sich Hillary auf ihre Stärken besonnen hat: Konzepte = Lösungen, deal-making, Stabilität. Nur wird dies diesmal nicht reichen. Das Erbe der Ära Bush hat die politische Klasse (im Weißen Haus UND im Kongress!) so sehr diskreditiert, dass es einen für die Bevölkerung spürbaren Bruch mit diesr Art von Politik geben muß: die quagmires im Irak und in Afghanistan, die unzähligen „-gates“ der Bush-Admininstration, die offensichtlichen Defizite der bisherigen Außen-, Wirtschafts- und Sozialpolitik mit den internen Problemen und den Herausforderungen in dieser komplexen Welt ohne klare Fronten fertig zu werden, hat einen Hunger nach einfachen, klaren und konsensfähigen Zielen und Entscheidungen geweckt: „Hope“ und „Change“.

    Und darum ist es müßig, Obama über eine Charakterdebatte stoppen zu wollen, oder seine Kompetenz in Frage zu stellen. Denn er verkörpert deutlicher und klarer als alle Konkurrenten den „American Dream“. Hillarys Angriff in der Texas-debate, dass Obama seine Reden nicht (vollständig) selbst geschrieben habe, ist eben deshalb ebenso lächerlich wie hilflos. Denn die amerikanische Öffentlichkeit hat in den letzten Jahren regelmäßig diesen Fall live erlebt: man wußte immer genau, wann Bush vom vorgeschriebenen Skript abwich – das war dann, wenn er anfing zu stammeln …
    Anders formuliert: Erfahrung, durchgerechnete Modelle, die angeblich nicht scheitern können, bekannte politische Doktrinen unsd Strategien – das ist genau das, was die Wähler dieses Mal NICHT wollen.

    Und deshalb könnte Obama nur von jemandem gestoppt werden, der einen vergleichbaren Politikstil verkörpert. Aber den gibt es in diesem Jahr nicht. Denn die beiden Kandidaten, die ebenfalls für „Change“ stehen – radikaler und konsequenter als Obama – sind in den USA (noch) nicht mehrheitsfähig: Dennis Kucinich und Ron Paul.

    So ist es ziemlich sicher, dass die Amerikaner im November ihren ersten schwarzen Präsidenten wählen werden. Und dies wird gerade deshalb eine Revolution für das politische System bedeuten, weil er eben nicht als Alibi-Neger gewählt wird.

  29. Tja schoen Ausfuehrung liest sich wie eine der nichts sagenden Reden von Obama?
    Also welchen Change? Obama macht alles anders ist dabei keine Antowort. Was will er alles machen und wie will er das erreichen? Diese Fragen wird er im Praesidentschaftswahlkampf beantworten muessen. Bis jetzt nur blah blah blah.
    Vor allem wird er das was er denn alles anders machen will, wenn er den Praesident wird, auch durchsetzen.
    Bis jetzt kann ich das nur an seinem bisherigen Abstimmungsverhalten beurteilen und da stand er Regelmaessig, weit links und auf der Verliererbank. Soll also so eine moeglich Praesidentschaft als Rahmen seiner Politik aussehen dann wird er mit seinen Wuenschen die er in den Haeusern platzieren muss, vor allem von wem, staendig ins leere laufen. Da war seine Politik die er unterstuaezte hinten und vorne nicht Mehrheitsfaehig.
    Viel Rauch um nichts also.

  30. @ auslaender

    Sie müssen ihn ja nicht mögen / wählen. Aber gewöhnen Sie sich schon mal an den Gedanken, dass Obama zum Präsidenten gewählt werden wird, WEIL er den Abzug aus dem Irak angekündigt hat. Denn eines hat sich in den letzten Wochen gezeigt: die günstigste mögliche Entwicklung, dier „the surge“ erreichen könnte, wäre eine Rückführung des irakischen Bürgerkrieges auf das Gewaltniveau von vor 2006.

    Vorausgesetzt die Kämpfe zwischen Kurden und der türkischen Armee eskalieren nicht, der Machtkampf zwischen den verschiedenen schiitischen Gruppen / Banden in der Region Basra führt nicht zu offenen Kämpfen, die sunnitischen Stämme in der Provinz Anbar geben sich mit der Kontrolle ihrer Region zufrieden und erreichen einen modus vivendi mit der Zentralregierung, Die Regierung Maliki – oder ihre Nachfolgerin – findet einen nationalen Miminalkonsens zu weiteren Gestaltung des Landes (Verfassung, Öleinnahmen, Status Kurdistan usw.) Alles keineswegs sicher.

    Und McCain wird in den nächsten Wochen feststellen, dass man mit der Ankündigung, amerikanische Truppen für Jahre oder Jahrzehnte im Irak zu stationieren, 2008 keine Wahlen mehrgewinnen kann:

    Sorry guys, but the Bush years are over.

  31. @no more republicans
    Fuer das Ende der Bush Area sorgt ja die Verfassung.
    Nein und ich werde ihn nicht waehlen da er mir(den moeglichen Waehlern) bis heute nicht mit einem Wort gesagt fuer was er steht. Das was er unterstuetzt hat liegt mir aber auch nicht und all dies ist mit Pauken und Trompeten untergegangen.
    Wenn er aber gewaehlt wird, was ich zum jetztigen Zeitpunkt stark bezweifele, dann wird er garantiert nicht als erstes die Truppen abziehen, jedenfalls nicht mehr als ein bischen Symbolik. Denn wenn danach das Chaos los gehen sollte hat er den Krieg in den Augen der oeffentlichkeit verloren und er wird nichts mehr aber auch gar nichts mehr seiner Visionen umsetzen. Da ich Obama fuer einen eiskalten und berechnenden, in nichts Hillary nachstehenden, Menschen halte wuerde er es eben nicht tun.
    Doch nun zum eigentlichen, fuer was steht der Mann, welcher Change soll es sein? Welche Agenda hat er? Vieleicht kann mir ein deutscher das ja mal erklaeren, denn in den USA weiss es niemand der er hat es niemandem gesagt. Erhellen Sie mich also bitte, damit ich als jemand der die Heilsbotschaft des „Neuen Messias“ bis jetzt nicht versteht sie auch verstehen kann.
    Vor allem aber, ausgehend von seinem bisherigen Wahlverhalten beurteilt und diese als Programm angesehen, wie will er das erreichen? Die Verfassung aushebeln? Eine Revolution starten? (Don’t mess with the Guards, da haben die Gruendervaeter sich schon was bei gedacht). Also von dieser Position ausgehend, keine Mehrheit, kein Praesident Obama in der Penn Ave.
    Aber vieleicht erzaehlt er ja mal was wenn es um den echten Wahlkampf geht. Oder Sie erzaehlen es mir vieleicht.

  32. @ Auslaender

    Ja, das wäre wirklich interessant zu erfahren, wie sich die Obama-Anhänger den Irak 2010 vorstellen, wenn er selbst es uns schon nicht sagen will. Mit dem Abzug der US-Truppen 2009 würde sich ja nicht die Erde auftun und den Irak verschlingen. Wie ginge es dann weiter? Und wie würde Obama das, was dann kommt, seinen Wählern verkaufen?

    Aber vielleicht will er ja nur einmal Präsident gewesen sein, damit er seinen Enkelkindern an langen Winterabenden was zu erzählen hat, und legt es nicht auf eine zweite Amtsperiode an. Dann wäre „nach mir die Sintflut“ natürlich genau die richtige Strategie.

  33. @Paul, der Mann ist genau wie Hillary, er sagt gar nichts. Hillary nutzt zwar mehr Worte das ist aber auch alles. Selbst wenn Obama gewaehlt werden sollte wird er sich den Regeln unterwerfen muessen.
    Die heissen in der Innenpolitik, wo er ja formell nur ein Gruessonkel ist, beide Haueser auf seiner Seite zu wissen. Dem amtierenrenden Praesidenten ist das in fast allen faellen gelungen. Die bills die er als Senator unterstuetzt hat; kamen alle aus dem tief linken Lager, sind gescheitert:
    Aussenpolitisch, da wo ja seine eigentliche Macht liegt, wird er sich den Regeln der US First unterwerfen muessen wenn er nicht sofort und umgehend scheitern will. Insofern sehe ich einem moeglichen Praesidenten Obama laessig entgegen, Stoff werden da ehr andere kriegen die glauben das sich unter Obama etwas veraendern wird das Linken und Linken Europaern wichtig ist.

  34. @ auslaender / paul

    Sie müsssen ja wirklich die Hosen voll haben, so wie sie auf B.O. schimpfen. Aber das Problem ist gar nicht Obama – und deshalb ist es letztlich auch gleichgültig ob er der Neue Messias ist, oder nur ein geschickter Populist (oder beides).

    Denn eine 2/3 Mehrheit der Amerikaner glaubt, dass die USA den Irakkrieg verloren haben bzw. ihn nicht mehr gewinnen können. Und deshalb wollen sie Truppen nach Hause holen. Nicht irgendwann einmal nach dem Siegfrieden, sondern sobald wie möglich – also ab Januar 2009. Und ob Obama dann 12 oder 15 oder 18 Monate für den Abzug braucht – so what.

    Was heißt das für den Irak? Nicht Gutes. Es ist eher unwahrscheinlich, dass die irakische Zentralregierung bis dahin einen Minimalkonsens für die weitere Existenz des irakischen Nationalstaates in den aktuellen Grenzen zwischen den Kriegsparteien ausgehandelt hat. Und es ist gut möglich, dass dann der Abzug der Amerikaner zu einer erneuten Eskalation des Bürgerkrieges führt. Allerdings ist eine solche auch bei einer Präsenz von 80.000 oder 100.000 troops im Irak jederzeit möglich. Wenn z.B. al Sadr seinen Waffenstillstand beendet, oder die türkischen Truppen in Kämpfe mit den kurdischen Peschmerga verwickelt werden und und.

    Der Abzug ist also keine Garantie für Frieden, sondern nur das Eingeständnis der Niederlage. Aber das hätte sich Bush VOR der Invasion überlegen sollen. Nur in einem Punkt kann ich Sie beruhigen: Obama muß seinen Wählern den Rückzug nicht verkaufen. Die Amerikaner wissen längst, wem sie diesen Krieg und seine Folgen zu verdanken haben.

    Um wieviel – oder wie wenig – sich Obama dann innenpolitisch von Clinton unterscheidet, ist demgegenüber zweitrangig. Denn wie wir durch Bush gelernt haben: eine zweit Amtszeit garantiert keineswegs eine gute Regierung …

    Sorry guys, no McCain this time.

  35. auslaender / paul

    Da Sie mir sowieso nicht glauben werden:
    http://edition.cnn.com/2007/POLITICS/03/13/iraq.poll/index.html

  36. @ aualaender / paul

    Und bevor Sie jetzt schreien, dass war doch vo „the surge“:
    http://www.rasmussenreports.com/public_content/politics/current_events/the_war_in_iraq/iraq_troop_withdrawal

  37. Tja nur das ich CNN wie ein Grossteil, meiner Mitbuerger eben auch nicht glaube. Nur was ist denn jetzt mit Obama? Welche Ziele, ausser dem unrealistischen die Truppen massiv abzuziehen, hat er denn jetzt? Haben Sie genauso wenig Ahnung wie Obama? Also Anton/Ivan mal wieder auf Dicke Hose machen aber nichts drinn.

  38. Wofuer steht Obama, was will er uns sagen? Welche Projekte und Bills hat er angestossen, welche davon waren erfolgreich?

    Aeeehhhhh…… er ist inspirierend?

  39. Sieh mal, Paul, musst gar nicht warten bis er Präsident ist…hihi.

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,538508,00.html

  40. @ Bruno

    Lustig! Hab eben gerade dazu was geschrieben. Aber trotzdem danke für den Hinweis, spätestens jetzt hätte ich es nachgeholt. Auf die Reaktionen von Anton & Co. freue ich mich jedenfalls jetzt schon.

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