Über 70 Hubschrauber verloren – Hinweise an die CDU


In scharfer Form fordern die USA, dass Deutschland Kampftruppen nach Südafghanistan schicken soll. Die Regierung reagierte schnell: Am Mandat ändert sich nichts – die Truppe bleibt im Norden. Doch das Scharmützel ist nur der Auftakt zu einem heftigen Disput in der Nato.[…] In den Regierungsparteien wurde der Brief des US-Ministers mit Kopfschütteln aufgenommen. „Der Brief ist in Ton und Inhalt unangemessen und politisch unklug“, sagte der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Eckart von Klaeden.

[…] Auch über Details aus dem Brief machte sich von Klaeden her. Die geforderten Hubschrauber könne Deutschland gar nicht senden, „weil wir sie gar nicht haben“, sagte der CDU-Politiker.

Das mit den Details hätte Klaeden besser bleiben lassen. Denn entweder er weiß tatsächlich nicht wovon er redet, oder aber es handelt sich hier um eine vorsätzliche Lüge. Es geht neben Kampfhubschraubern nämlich vor allem um leistungsfähige Transporthubschrauber, und zwar nicht nur für logistische Zwecke, sondern auch für Luftlandeoperationen, um so die zahlenmäßig relativ geringe Stärke der Verbündeten in Afghanistan wettzumachen.

Die Bundeswehr unterhält aber nicht nur in der NATO, sondern in der gesamten westlichen Welt nach den USA die größte Flotte schwerer Transporthubschrauber, die zudem noch genau für derartige Operationen recht aufwendig nachgerüstet werden. Von deren Sollstärke, die in zwei Heeresflieger-Regimentern immerhin 72 Maschinen beträgt, waren 2007 nach Angaben der Bundeswehr aber nur 6 (in Worten sechs) in Afghanistan im Einsatz.

Sofern also der Zustand der Maschinen nicht völlig erbärmlich ist und die Nachtflugausrüstung, Flugabwehrwarnsysteme und Maschinengewehre nicht nur für am Tage stattfindende Flugschauen eingebaut werden, um den Bund der Steuerzahler zu ärgern, stellt sich entweder die Frage, wessen Koordinationsgeschick für den plötzlichen Hubschraubermangel verantwortlich ist oder aber wer Klaeden mit seinen Informationen versorgt.

Erschwerend kommt hinzu, daß die Bundeswehr analog einiger anderer europäischer Armeen – wenn auch gegenüber den Amerikanern mit ein paar Jahrzehnten Verspätung – ihre Struktur gerade für den jetzt in Afghanistan benötigten Zweck, nämlich die luftbewegliche Kriegsführung leichter Infanterieeinheiten, umgestellt hat (sonst würde der sperrige Name „Division Luftbewegliche Operationen“ ja auch nicht wirklich Sinn machen).

Nachdem sich die Deutschen mit der Teilnahme am „good war“ von der Befreiung des Irak freikaufen wollten, sollten sie wenigstens in Afghanistan ihren Verpflichtungen nachkommen. Und wenn sie dann schon nicht bereit sind, die „boots on the ground“ zu stellen, dann sollten sie jenen, die da drin stecken, immerhin die Transportmittel geben, damit die nicht den ganzen Weg laufen müssen und so zu spät zur Schlacht kommen.

Den Amerikanern kann man hingegen nur raten, Ihr Anliegen den Deutschen gegenüber noch mal nachdrücklich deutlich zu machen. Vielleicht mit einem dezenten Hinweis darauf, daß die 7. US-Armee auch woanders Arbeitsplätze schaffen kann. Denn auch wenn den Deutschen das Schicksal der Afghanen am Allerwertesten vorbeigeht, ist der eigene Futtertrog ein Argument, daß sogar Provinzpolitiker sehr gut nachvollziehen können.

~ von Paul13 - Montag, 4. Februar 2008.

38 Antworten to “Über 70 Hubschrauber verloren – Hinweise an die CDU”

  1. Bezgl. des Zustandes der Transporthubschrauber könnte ich mir vorstellen, dass es bei diesen ähnlich schlecht bestellt ist, wie um die Tornados. Um die Einsatzbereitschaft der Tornados zu erhalten, müssen jeweil Tornados mitgeschickt werden, die zum Ausschlachten dienen für die nötigen Ersatzteile.

    Die Politik hielt es nicht für nötig, die Bw auf die Bündnisverpflichtungen auszurichten. Das Erbärmlichste daran, man versäumte es dafür zu sorgen, dass die Soldaten befähigt werden, in Kampfeinsätze zu gehen. Spricht man mit kanadischen, amerikanischen oder brittischen Soldaten, dann erzählen einem alle das gleiche: bis auf die KSK sind unsere Soldaten nicht hinreichend für Kampfeinsätze ausgebildet und daher sollen die bloß nicht mitmischen – trotz der Verärgerung darüber, dass die deutsche Politik sich darauf ausgeruht hat, dass man deutsche Soldaten vor Kampfeinsätze bewahren konnte bisher. Die Bw versucht nun durch massive finanzielle Anreize die Nachwuchsprobleme bei der KSK in den Griff zu bekommen. Viel zu spät, denn Ausbildung geht nicht von heute auf morgen……

    Mir tun unsere Soldaten nur leid. Sie sind ein Stiefkind der Politik und die Bevölkerung steht ebenfalls nicht hinreichend hinter ihnen, dies auch deshalb, weil die Politik um Wähler nicht zu verprellen, keinen Klartext redet, welcher zur Unterstützung des Soldaten verantwortungsgemäß wäre. Aber, diese Verantwortung ist weniger wichtig als Wählerstimmen und da die Mehrheit der Bevälkerung die Einsätze nicht will, ist man lieber der Bevölkerung gefällt, als dafür zu sorgen, dass unsere Soldaten die nötigen Mittel zur Verfügung gestellt bekommen……..von den Zuständen in manchen Kasernen etc. mal ganz zu schweigen….

  2. „als dafür zu sorgen, dass unsere Soldaten die nötigen Mittel zur Verfügung gestellt bekommen“

    Ich wollte eigentl. was anderes sagen :-)
    Dass die Politk dafür sorgt, dass der Bevölkerung klar wird, warum unsere Soldaten im Einsatz sind und damit dafür gesorgt wird, dass der nötige Rückhalt in der Bevölkerung aufgebaut wird.

  3. Sorry aber das meiste Flugeraet gibt es als voll funktionsfaehig nur auf dem Papier habe ich mir sagen lassen, aehnlich wie die Transall. Da werden die Funktionsfaehigen gepluendert und kanibalisiert um ein paar Muster am Laufen zu halten. Zudem kommen noch die anderen Verpflichtungen innerhalb der NATO, was Geraet angeht die ebenfalls nur auf dem Papier erfuellt werden. Transportraum ist da wirklich knapp. Die DLO ist auch nur bedingt Einsatzbereit wenn es um Transportraum zur Dislozierung geht.
    Warum? Es wurden keine Neuen angeschafft da ja hier der Traum vom einkauf US anabhaengiger Muster aus Europaeischen Raum getraeumt wurde und wird. Das einzige was die deutsche Bundeswehr zu bieten hat sind Boots on the Ground und die wollen sie nicht liefern.
    Transportraum muss gemietet, geleast oder sonstwie organisiert werden. Nur als tatsaechlicher fliegernder Bestand ist er einfach nicht vorhanden.

  4. @ Stefanie/Auslaender

    Wenn die Einsatzbereitschaft wirklich so niedrig ist, dann sind bei der Beschaffung offenbar ein paar gravierende Fehler gemacht worden, denn so lange eine Armee noch Geld für militärisch irrelevante Dinge wie Ausgehuniformen hat, sollte es auch an Ersatzteilen für Panzer und Hubschrauber nicht mangeln.

    Vielleicht wird es einfach Zeit, die BW endlich mal zu einer professionellen Berufsarmee umzubauen, bei der dann auch Geld für die Instandhaltung da ist. Wer sich ein Auto anschafft, kalkuliert ja auch nicht nur mit dem Anschaffungspreis.

  5. […] alleine nur zuschauen bei neuem Chaos auf dem Balkan oder wenn Onkel Vladimir das Gas abstellt. Und wie Paul sagt: Die 7. Armee könnte auch woanders Arbeitsplätze […]

  6. „denn so lange eine Armee noch Geld für militärisch irrelevante Dinge wie Ausgehuniformen hat,“

    Und schafft die Politik dann Sicherheitsrelevantes für die Soldaten an, nützt es diesen nicht, weil aus was für Gründen auch immer, man sich für Untaugliches entschied.

    Der größte Klopfer in dieser Richtung in der letzten Zeit, die Ausrüstung am Leibe der Soldaten sollte den heutigen Sicherheitsstandarts angepaßt werden. Man kaufte eine Ausrüstung ein, die völlig ungeeignet ist, weil sie den Soldaten die erforderliche Bewegungsfreiheit nahm und damit verhindert, dass sie zur Verteidigung beweglich genug sind.

  7. @Paul
    Uns hat das Ding ja auch mitten in der Transformation erwischt nur sind uns was die Beschaffung angeht die Haender weniger gebunden. Sprich wir kaufen uns einfach Neue Chopper im Land. Ruestungseinkauf und Entwicklung in Europa sieht aber etwas anders aus siehe Jaeger90/Eurofighter oder Airbus.
    Die Briten haben da umgeschichtet und den Bedarf Eurocopter zurueckgestellt und sich dringend benoetigte AH gekauft, da ja in Europa nichts anderes umgehend lieferbar ist.
    Nun will ich nicht behaupten das bei uns alles Gold ist was glaenzt aber es wird dann halt gekauft (auch wenn es manchmal ein wenig dauert, siehe Diskussion Schutzwesten oder Umbau der HMMWV).
    Uns hat das ganze ja mitten in der Transformation erwischt.
    Ich sage nur: One Weekend a Month, My Ass ;-)

  8. Also der Joschka schreibt heute in der Zeit:

    „Und Deutschland läuft in dem seit Langem unter der Decke schwelenden Konflikt, der jetzt öffentlich sichtbar wurde, Gefahr, als Hauptverantwortlicher für ein mögliches Scheitern der Nato in Afghanistan gesehen zu werden.

    Sollte dieser Fall eintreten, so würde er für die deutsche Außenpolitik den Maximalschaden bedeuten. Eigentlich darf keine Bundesregierung dies zulassen, aber dennoch bewegt sich die gegenwärtige Politik in Berlin just in diese Richtung.“

    http://www.zeit.de/online/2008/06/Montagskolumne-Joschka-Fischer-Afghanistan

  9. @ Adnan,

    Wie schlau der Fischer immer Montags ist! Dabei saß auch er in der Regierung als der Verteidigungshaushalt trotz des Einsatzes rigoros zusammengestrichen worden ist und die überfällige Reform der Wehrpflicht und die Konversion der Bw ausgesessen wurde.

  10. @alibaba
    „Wie schlau der Fischer immer Montags ist! Dabei saß auch er in der Regierung als der Verteidigungshaushalt trotz des Einsatzes rigoros zusammengestrichen worden ist und die überfällige Reform der Wehrpflicht und die Konversion der Bw ausgesessen wurde.“

    Stimmt! Aber vielleicht muß man ihm zugutehalten, dass er weder Finanz- noch Verteidigungsminister war. Die mangelnde Ausrüstung spielt sicherlich eine Rolle aber der der mangelnde polotische Wille spielt meine Meinung nacxh die größere Rolle.

    Und was Fischer da schreibt ist neben dem anschinend unumgänglichen Amibashing schon ganz richtig. Lassen wir uns mal überraschen ob Angi das auf die Reihe bekommt.

    Ich werde wohl kein Fischerfan mehr, aber wenn ich mir die von Klaedens anschaue dann wird mir speiübel.

    Helau!

  11. @Paul
    „Wer sich ein Auto anschafft, kalkuliert ja auch nicht nur mit dem Anschaffungspreis.“
    Bist Du Dir sicher? Da stehen doch genug Deppen jeden Morgen auf. Warum soll es in Beziehung BW anders sein. ;-)

  12. Die Politiker in Deutschland verhalten sich gegenüber der Bevölkerung eh, als wäre das in Afghanistan ein grossangelegtes Pfadfinderlager. Dabei wurde schon im letzten Jahr gesagt, dass die Bundeswehr sich dort im Krieg befindet. Oft genug finden Schusswechsel statt, die in westlichen Medien, besser den deutschen, nicht gemeldet werden, weil sie selten vorkommen.
    Das andere Problem ist die Mentalität alles auf Antrag und Prüfung des Antrages zu erhalten. Es hat wohl 3 Jahre gedauert, bis die Einsatzkräfte die ersten Handystörsender für ihre Fahrzeuge erhielten.
    Man kann nur den Kopf darüber schütteln, wie Anspruch und Wirklichkeit auseinanderklaffen. Die Bundeswehr ist ja nicht erst seit 2001 in Ausländseinsätze involviert, sondern seit 1992 (Somalia). Es wurden immer große Reden geschwungen, geändert hat sich nichts. Und sollte wirklich ein deutscher Soldat einen Taliban erschiessen, ich bin mir sicher, in Deutschland wird die Staatsanwaltschaft den Fall untersuchen. Hatten wir 1992 ja schon mal, als ein Somali beim Eindringen in das deutsche Camp erschossen wurde und man in Deutschland nichts besseres zu tun hatte, als den Vorfall zu untersuchen.
    Die Soldaten, die ihren Kopf hinhalten, können einem echt nur leid tun.

  13. @ alle

    Von Klaeden ist ein mieser opportunistischer kleiner Schleimer, der für seine Karriere bereit ist alles und jeden zu denunzieren. Aber immerhin hat er kapiert, vorher der Wind weht: die Bundesregierung will nicht, weil sie sich innenpolitisch das Desaster in Afghanistan nicht leisten kann, das Schröder im Irak vermieden hat.

    Aber nehmen wie doch einmal an, die Bundeswehr hätte in Afghanistan nicht 3500 Mann stationiert, sondern 35.000 (die sie nun wirklich nicht hat) und die dürften im ganzen Land eingesetzt werden – glaubt hier wirklich jemand, das würde an der Lage in Afghanistan irgend etwas ändern?

    Hat denn keiner hier ein Geschichtsbuch? Kann den keiner eine Karte lesen? Um Afghanistan militärisch zu „befrieden“ müßte der Westen mehrere hunderttausend troops über Jahrzehnte stationieren und die Entwicklung des Landes komplett von außen steuern. Und einen Guerrillakrieg führen, gegen den sich der Irak als ein Picknick erweisen könnte.

    Zum Vergleich: im Irak hat es die größte Armee der Welt mit über hunderttaussend permanent stationierten Soldaten nach fast 5 Jahren NICHT geschafft, das Land unter ihre Kontrolle zu bekommen. Afghanistan ist ein Vielvölkerstaat ohne nationale Identität, einig nur gegen Invasoren, 1,5 mal so groß wie der Irak und zu über 3/4 aus Gebirgsregionen bestehend, ohne akzeptierte Grenzen, ohne befestigte Straßen, umgeben von Staaten, die ein Interesse am Scheitern der westlichen Intervention haben.

    Glaubt hier wirklich jemand, ein paar hundert Bundeswehrsoldaten machen in diesem Konflikt einen Unterschied aus? Lächerlich!

  14. @ taylor1944

    „Und sollte wirklich ein deutscher Soldat einen Taliban erschiessen, ich bin mir sicher, in Deutschland wird die Staatsanwaltschaft den Fall untersuchen. Hatten wir 1992 ja schon mal, als ein Somali beim Eindringen in das deutsche Camp erschossen wurde und man in Deutschland nichts besseres zu tun hatte, als den Vorfall zu untersuchen.“

    Was dieselben Leute aber nicht daran hindern wird, für den Fall eines erfolgreichen Talibananschlags die Unfähigkeit der Bundeswehr anzuprangern. :-(

  15. Man beachte auch die Kommentare, die im Fernsehen so abgelassen werden. Da wäre zum Beispiel eine der niveauloseren Nachrichtensendungen gewesen (also auf Pro 7 oder RTL II oder so), wo davon die Rede war, Deutschland sei aufgefordert worden, – Achtung! – „Kampf-Soldaten“ nach Afghanistan zu schicken. Was ist das? Das Gegenteil von Brunnengrab-Soldaten?

    Und dann natürlich die Formulierung, die man so ziemlich überall hören konnte: „Für die Amerikaner die Kohlen aus dem Feuer holen“. Also sollten die Amis jemals darauf angewiesen sein, sich von deutschen „Kampf-Soldaten“ die Kohlen aus dem Feuer holen zu lassen, dann gute Nacht.

  16. @Anita
    Zum einen hast Du recht bei der Bemerkung „Kampf-Soldaten“, voellig laecherlich. Es sind hier weniger die USA die den Druck machen als die anderen NATO Partner. Es muessen schon Marines zur Verstaerkung herangefuehrt werden da die anderen Partner es nicht mehr einsehen das Deutschland sich schoen duckt. Das ganze ist aber nichts Neues das geht,abseits der deutschen Medien, schon einge ganze Zeitlang so.
    Nur haben die Partern einfach die Schnautze voll vom deutschen duck and cover. Das ganze kommt nun also kurz vor dem Gipfel auf den Tisch, da die Partner nun engueltig so langsam die Schnautze voll haben.
    Mal am Rande, das mit der Untersuchung ist nicht nur bei den deutschen so, nur uebernimmt das bei anderen die Milliaerjustiz.
    Du meldest den Schusswechsel mit enstprechender Wirkung, es wird kurz festgestllt das dieser Berechtigt war und das war es auch.
    Natuerlich nur solange es keine Kolleteralschaeden gibt. Dann wird es etwas komplizierter. Dann wird geprueft ob der Schaden verhaeltnismaessig war und ob der Waffeneinsatz im Rahmen der ROE war. Das ganze funktioniert natuerlich nur bei kleineren Vorfaellen. Im Rahmen von direkten Operationen ist das ein Aktenvermerk solange es Combatanten sind.
    So nachdem Motto: 0700 da und da 1st Platoon trifft auf Feind, Schusswechsel Lage etc.
    Buerokratie wo hin man schaut und das schon seit ewig und drei Tagen.

  17. „Was dieselben Leute aber nicht daran hindern wird, für den Fall eines erfolgreichen Talibananschlags die Unfähigkeit der Bundeswehr anzuprangern.“

    Ich denke man wird eher überlegen was man diplomatisch falsch gemacht hat und der Bundeswehr dann den Befehl erteilen statt G36 doch besser mal einen Regenschirm zu tragen, der nicht so bedrohlich wirkt und die Bevölkerung eventuell in Panik versetzen könnte.
    Noch schlimmer ist ja, sobald sich einer beim Zwiebelschneiden verletzt wird der Ruf laut, „holt die Jungs nach Hause.“
    Erinnert mich an die Demos Anfang der 80er,“lieber rot als tot!“

  18. @ Ausländer,

    yap, du hast Recht, aber bei deutscher Beteiligung nimmt das irgendwie groteske Züge an. Wenn ich als Soldat vor jeder Aktion einen Blick in das Stgb werfen muss, ob mein Verhalten auch gedeckt ist, dann lasse ich lieber die Wumme stecken.
    Wie mir mal ein Brite sagte, „die Deutschen stehen sich irgendwie selber im Weg.“

  19. @taylor1944
    Ja stimmt das hat manmal schon was von Grotestken Zuegen.
    Bestes Beispiel sind fuer mich die Einschraenkungen und ROE fuer die QRF und die Munitionsnummer mit den Moersern. Da muss erst einmal andere Munition her da ja die Vorhandene nur fuer den „Grossen Krieg“ vorgesehen ist. Im Jahre fuenf des deutschen NATO Einsatzes muss also ersteinmal Neue Muntion her da die alte zu sehr nach Untersuchungsauschuss und Staatsanwalt riecht.

  20. @ Ausländer,

    das ist halt die deutsche Gründlichkeit. Zum Glück hat diese Gründlichkeit auch zum Zusammenbruch der Wehrmacht geführt. Geändert hat sich aber nicht viel. Man ist zwar sehr für die Freiheitsrechte, allerdings nur dann wenn es von irgendeiner Kommission gedeckt ist und nicht mit einer Vorschrift kollidiert. Sollte dies der Fall sein, dann muss der Antrag erst einmal geprüft werden, danach befindet eine Kommission, die sich aus Nichtmilitärs zusammen setzt, ob dieser Antrag mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Danach wird dann entschieden ob durch diesen Antrag möglicherweise Schaden abgewendet werden kann und gibt die Empfehlung das Parlament möge dies prüfen, da man zu so einem Verwaltungsakt nicht befugt ist. Das ganze wird dann zu einer Sondersitzung aufgebaut in deren Verlauf die Linke erklärt, „Völkermord ist Völkerrechtswidrig,“ die Grünen betonen,“Man müsste auch die kulturellen Eigenheiten der Taliban berücksichtigen, die ja ein Teil der Paschtunen sind und sich möglicherweise davon gestört fühlen könnten.“ Die FDP lehnt dann alles ab,“Da kann man auch gleich die komplette Überwachung der Bundesrepublik anordnen, denn wen schon Afghanistan so behandelt wird, wer garantiert dass nicht auch in Deutschland so gehandelt wird.“ Woraufhin die SPD einknickt und die CDU nicht als Buhmann dastehen möchte, schließlich sind ja Landtagswahlen und wer weiß, kann sich alles auswirken. Danach sind sich dann alle einig. man solle doch einen weiteren Ausschuss einberufen der sich dieser überaus brisanten Frage annimmt und, sollte es möglich sein, direkt Vor Ort überprüft, ob sich nicht Alternativen anbieten. Dazu sollte man auch Gespräche mit dem Gegner suchen, damit sich niemand vor den Kopf gestossen fühlt und eventuell Agressionen gegen Deutschland aufbauen könnte -man will ja niemanden beleidigen-. Und während dessen halten andere den Kopf hin.

    Wie sagte Tiffany Malloy in „auf schlimmer und ewig“ über die Europäer? „Wer sind die überhaupt? Ein besoffener Marines könnte mit einem Kugelschreiber ganz Paris platt machen.“

    Ich frage mich immer, was suchen deutsche Streitkräfte im Ausland und in Gebieten wo es gefährlich wird und knallt. Sollen sie das doch den Profis überlassen. Selbst das österreichische Bundesheer ist, auf Grund der UNO-Einsätze, für sowas besser geeignet.

  21. @ Anita

    „Also sollten die Amis jemals darauf angewiesen sein, sich von deutschen “Kampf-Soldaten” die Kohlen aus dem Feuer holen zu lassen, dann gute Nacht.“

    :-) Da hast Du ja so was von recht!

  22. @ Auslaender

    „Nur haben die Partern einfach die Schnautze voll vom deutschen duck and cover. Das ganze kommt nun also kurz vor dem Gipfel auf den Tisch, da die Partner nun engueltig so langsam die Schnautze voll haben.“

    Und man kann sie voll verstehen. Wenn man überlegt, daß das kanadische Kontingent fast so groß ist wie das deutsche, die Zahl der Opfer aber um ein vielfaches höher liegt, und das, obwohl die kanadische Armee nur einen Bruchteil der Stärke der Bundeswehr hat, ist es ein Wunder, daß sie das so lange mitgemacht haben. Gleichzeitig wären die Kanadier jahrzehntelang bereitgewesen, die Deutschen sogar in einem Atomkrieg zu verteidigen. Da könnte man echt kotzen. Bündnis ist jedenfalls etwas anderes.

  23. @Paul
    Ja die Jungs aus dem Norden waren trotz ihrer kleinen Staerke eigentlich immer dabei und die Canadier haben immer eine Moeglichkeit gefunden. Selbst in dem auch in Canada unpopulaeren Vietnamkrieg (wo eigentlich nicht ;-) ) dienten freigestellte Canadische Soldaten als Freiwillige in den US Streikraeften. Mal ganz abgesehen davon das genau wie heute auch Australier und Neuseelaender dabei waren.
    Man beachte dabei das ein Laendchen wie Daenemark mehr zur Bekaempfung der Gegener dort tut. Die Norweger sind schon seit Jahren knatischig, das fing schon mit der Nichtteilnahme am NATO Kontingent Deutschlands bei der Tuerkeianforderung zur Grenzsicherung im Vorfeld des Iraqkrieges an. Da wurde ganz unverhohlen gesagt das man sich ja wohl auf die deutschen, aber auch auf die Belgier sich innerhalb der NATO nicht verlassen kann.
    Die deutsche Politik hat so ziemlich jede Gelegenheit verpasst eine Gesellschaftliche Diskussion, mit allen Konsequenzen zu fuehren die sich geboten hat.

  24. @ Auslaender

    Selbst die früher als langhaarige Hippies verlachten holländischen Soldaten geben sich alle Mühe, die Schande von Srebrenica wieder gut zu machen. Es wird wirklich dringend Zeit, Deutschland klarzumachen, daß Solidarität keine Einbahnstraße ist.

  25. @Paul
    Seit Srebrenica gehen die Niederlaender ohne Artillerie nirgendwo mehr hin. Die haben sogar die PzH2000 dahin geschleppt. Das Ding ist extrem beeindruckend wenn man mal im Wirkungsbereich von so einem Teil ist. Auch sind hier Hauptsaechlich „Commandos“ im Einsatz und ein paar der letzten Marines von denen. Ich habe mal im Holloaendischen TV eine Dokumentation zu deren Einsaetzen gesehen (da hat sogar der Dokufilmer zur Waffe gegriffen (weitgehends rausgeschnitten aber der Anfang war noch drinn) als es haarig wurde. Es gab keinen grossen Aufschrei nur eine Sachliche Diskussion als die Hollaender feststellten das ihre Soldaten da ja auch kaempfen und nicht nur Brunnen bauen.
    Der Film hat sehr gut dargestellt das Brunnen und Schulen bauen in diesem Umfeld eben nur funktioniert wenn man auch kaempft.

  26. „Im Bundestag notiert: Bundeswehr verfügt derzeit über 87 operativ nutzbare Luftfahrzeuge

    Verteidigung/Antwort

    Berlin: (hib/MAP) Die Bundeswehr verfügt derzeit über 87 operativ nutzbare Luftfahrzeuge CH-53. 20 dieser Transporthubschrauber würden zur geschützten und leistungsgesteigerten Version gehören, teilte die Bundesregierung in ihrer Antwort (16/7724) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (16/7588) mit. Sechs dieser Hubschrauber seien derzeit im Auslandseinsatz in Mazar-i Sharif in Afghanistan. So genannte ungeschützte CH-53-G-Hubschrauber befänden sich nicht in Auslandseinsätzen der Bundeswehr.“

    http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2008/2008_028/15.html

  27. „V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r

    Laut „FAZ“ vom 15. August 2007 hat der Bundesminister der Verteidigung, Dr. Franz Josef Jung, eine NATO-Anfrage abgelehnt, Transporthubschrauber für den Einsatz im Süden Afghanistans zur Verfügung zu stellen. Der Bundesminister der Verteidigung begründete die Ablehnung damit, dass die Bundeswehr mit ihren sechs Hubschraubern vom Typ CH-53 die Durchhaltefähigkeit im Norden sicherstellen müsse. Von insgesamt 20 CH-53-Hubschraubern in der geschützten und leistungsgesteigerten Version, wie sie in Afghanistan benötigt wird, stünden als Klarstand nur zwölf zur Verfügung. Davon würde laut Auskunft des Bundesministeriums der Verteidigung die Hälfte für Ausbildung und Einsatzvorbereitung in der Bundesrepublik Deutschland benötigt.“

    http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/077/1607724.pdf

  28. […] ich irgendwann einmal so etwas wie ein patriotisches Gefühl entwickeln kann, wenn diese (via) und jene Diskussionsansätze in eine tatsächliche Bewegung münden, die für einen, ja, christlichen […]

  29. Eventuell kann Deutschland ja ein paar De-eskalationshelfer schicken, um mit den moderaten Taliban den Rückzug der NATO zu verhandeln. Oder später mal der Taliban, den iranischen Revolutionsgarden und der Hamas militaerisch zur Seite stehen, wenn das mit der NATO Mitgliedschaft nicht mehr hinhaut.

  30. Was mich dann doch etwas verwundert, ist, dass die deutsche Politik immer sofort „Hier!“ schreit, wenn es darum geht, bei irgendeiner Militärsause mitzumachen. Der letzte Libanonkrieg war noch gar nicht richtig vorbei, da hat die deutsche Regierung schon ein paar Schlachtschiffe zum „Badeurlaub“ ins Mittelmeer geschickt; die sollten dann den Waffenschmuggel über Wasser unterbinden. Niemand hatte die Deutschen darum gebeten, Merkel musste den Leuten die Klamotten förmlich aufdrängen.
    Bei jeder Militärsause ist man in Deutschland gerne dabei, so lange man selber immer in der Etappe bleiben kann.
    Dass jetzt ein grenzdebiler Karrierist wie Ecki von Klaeden, über den die „Titanic“ schon alles Wesentliche geschrieben hat, die Amis attackiert: geschenkt! Aber Merkel hätte ich schon ein wenig mehr Klasse zugetraut.

  31. Interessant ist übrigens, dass die Einzigen, die einen Sinn und Zweck in diesem stümperhaften und dilettantischen Vorgehen sehen, die Antideutschen sind. Liest man sich die „Konkret“ durch, so hat man den Eindruck, es gibt irgendwo ein Superhirn (quasi ein deutscher Blofeld) im deutschen Politestablishment mit einem genialen Masterplan, das solche Bundeswehreinsätze ausbrütet. Da dient noch die blödeste und hilfloseste Aktion einem höheren Zweck. Man kriegt schon fast etwas Sündenstolz.

  32. Ich will ja nicht beckmessern, aber schwere Transporthubschrauber besitzen weder die USA noch Deutschland. Auch der CH 53 ist nur ein mittlerer. Schwere Transporthubschrauber heißen ausnahmslos MI.

  33. Und wie übersetzt man: Heavy-lift cargo helicopter?

  34. Es gibt CH53-Varianten, die als schwere Transporthubschrauber geführt werden. Die MI-26 sind übergewichtigschwer

  35. http://www.fas.org/man/dod-101/sys/ac/h-53.htm

  36. @ che2001

    Ich neige trotzdem eher zu der Klassifizierung schwer, allein schon weil man bei einer dreistufigen Einteilung in leicht/mittel/schwer die verglichen mit der Mi-26 zahlenmäßig wesentlich relevanteren mittleren Hubschrauber in der Klasse vom Puma bis zum SeaKing oder NH-90 dann wahlweise mit einem UH-1 oder einem CH-53 zusammenfassen müßte. Das fände ich deutlich unpräziser, als das mit allen Hubschraubern ab CH-47/-53 und Mi-6 aufwärts zu tun.

    Wobei Du insofern recht hast, als die Bundeswehr selbst beim CH-53 tatsächlich von mittleren Transporthubschraubern spricht. Das ist aber auch historisch gewachsen, weil die lange Zeit als Alternative nur die UH-1 besaßen.

  37. Geopower gibt Antwort zur Einsatzbereitschaft der deutschen CH-53
    http://www.geopowers.com/Machte/Deutschland/Rustung/Rustung_2008/rustung_2008.html

    Ganz schoen traurig was man da liest, gibt aber auch zu denken wie man mit solchen mehr als begrenzten Mitteln die Verbuendeten veraergern kann die einen raushauen muessen wenn es mal hart wird.

  38. @ Auslaender

    Ein Armutszeugnis. Aber gut, wenn Deutschland nicht bereit ist, das Geld auszugeben, alle CH-53 auf einen Stand zu bringen, in dem man den damit eingesetzten Soldaten zumuten kann, die Maschinen auch im Ernstfall zu benutzen, dann müssen sie wohl doch Bodentruppen stellen. Nur ob Blut wirklich billiger ist als Geld, lassen wir mal dahingestellt.

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