Mac is back!


Das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner wird zum Zweikampf: John McCain triumphiert in Florida – er ist jetzt der Favorit. Rivale Romney gibt nicht auf, Rudy Giuliani steigt wohl aus. Jetzt kommt alles auf den „Super Tuesday“ kommende Woche an.

Also das muß man den Amis lassen: Die verstehen selbst so eine trockene Angelegenheit wie die Kandidatennominierung zu inszenieren. Wo man sich in Deutschland im wesentlichen darauf beschränkt, die vorher von den Parteigranden ausgekasperten Politbürofavoriten ohne Gegenkandidaten per Akklamation und mit 90%+X-Wahlergebnissen zu bestimmen, läuft jenseits des Atlantik eine Mischung aus Krimi, Soap und Quizshow, die ihresgleichen sucht.

Nachdem bei den Demokraten bereits seit Wochen ein furioser Zweikampf zwischen Hillary Clinton und Barrack Obama tobt, der alleine bereits mehr Dampf im Kessel hat als hierzulande eine komplette Bundestagswahl, hat es bei den Republikanern zwar etwas länger gedauert, bis die überlebenden Kämpfer aus dem Pulverdampf hervorgestolpert kamen, dafür ist das Ergebnis aber umso überraschender.

Der anfängliche Favorit Rudy Giuliani hat es in seiner Hoffnung, das ganze sozusagen auf einer Backe absitzen zu können, tatsächlich geschafft, sich mit seiner erstaunlichen Indifferenz gegenüber den ersten Vorwahlen selbst aus dem Rennen zu kegeln, was mal wieder zeigt, daß man nicht automatisch was von Fragen der Wahlkampfdynamik verstehen muß, nur weil man es irgendwann mal zum Bürgermeister gebracht hat.

John McCain hingegen, der schon lange aufgrund finanzieller Engpässe totgesagt wurde, hat bewiesen, daß Wahlsiege entgegen anderslautenden Unterstellungen auch in den USA nicht gekauft werden können. Wenn er jetzt noch Giulianis Leiche fleddert und Norman Podhoretz an Bord holt, wäre es schon fast zu perfekt um wahr zu sein, denn McCain ist weder ein für aufgeklärte Demokraten unwählbarer Reaktionär wie Huckabee noch ein halbseidener Opportunist wie Romney.

Falls die Demokraten dann noch der Versuchung widerstehen, sich von Obamas Nebel- und Wunderkerzen blenden zu lassen, oder der für Hillary gar den Vizepräsidenten zu machen bereit ist, dann haben wir das beste noch gar nicht gesehen, denn in diesem Fall dürfte wir uns an einem wirklich spektakulären Wahlkampf erfreuen können. Zumindest sofern es uns gelingt zu verdrängen, welch triste Realität uns demnächst bei Merkel contra Beck erwartet…

~ von Paul13 - Mittwoch, 30. Januar 2008.

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