Weitersagen: Die offizielle NBFS-Wahlempfehlung!


Wie bereits angedeutet, findet am Sonntag in zwei Bundesländern eine Schicksalswahl statt. Nicht, wie mancher meinen könnte, zwischen links und rechts, rot und schwarz oder gut und böse, sondern zwischen Nokia-Fans auf der einen Seite und Nokia-Hassern auf der anderen.

Da es die Anarchistische Pogo-Partei Deutschlands dann doch nicht geschafft hat, wenigstens für Niedersachsen rechtzeitig Landeswahlvorschläge einzureichen, bieten sich eigentlich nur zwei Parteien an, die ausreichend abgedreht sind, dass man sie ohne den Verdacht ernsthafter Sympathien guten Gewissens für den WahlDenkzettel empfehlen kann, und zwar sind das…

…in Hessen „Die Violetten“.

„Wir streben eine Gesellschaftsordnung an, in der Selbsterkenntnis durch die individuelle spirituelle Entwicklung, Mitgefühl, Hilfsbereitschaft, Kreativität, offene Kommunikation, ökologisches Denken, Gewaltfreiheit, Freiheit im Geistesleben, Menschlichkeit im Wirtschaftsleben, Gleichberechtigung und Gleichwertigkeit von Frau und Mann und Toleranz obenan stehen.

Da die Erde für alle Menschen die Stätte der Entwicklung zu höherem Bewusstsein ist, setzen wir uns ganz besonders für den Schutz der Natur auf allen Ebenen und den verantwortlichen Umgang mit der Erde ein.“

Da will man nicht widersprechen, denn gegen ein höheres Bewusstsein lässt sich auch ohne Konsum halluzinogener Substanzen schlecht was einwenden (schlapplach!).

…in Niedersachsen die „Partei bibeltreuer Christen

„Auf dem letzten ordentlichen Parteitag am 12./13. Oktober 2007 stand die Frage „Aufbruch 09“ (Satzungsänderung, Einführung der Doppelmitgliedschaft, Gründung einer neuen Partei mit anschließender Auflösung der PBC) im Vordergrund der Diskussionen. Diese Pläne wurden aber am 12. Oktober von den Delegierten mit eindeutiger Mehrheit verworfen. Der am anderen Tag, dem 13. Oktober 2007, neu gewählte Bundesvorstand unter Vorsitz von Dr. Walter Weiblen, versuchte „Aufbruch 09“ trotz des NEINS der Delegierten durchzusetzen und rief zum 15. Dezember 2007 einen Mitglieder-Sonderparteitag ein. Er erhoffte sich nun von den Mitgliedern eine Zustimmung für sein Vorhaben am 26. Januar 2008 in Berlin eine neue Partei zu gründen mit anschließender Auflösung der PBC.“

Einer Partei, die ernsthaft erwägt, sich aufzulösen und am Tag vor der Wahl neuzugründen, ist zumindest eine gewisse Todesverachtung nicht abzusprechen (aufdembodenwälz!).

Wer also sein Nokia-Handy für intelligenter hält als jene Politiker, die in den letzten Tagen mit beispielloser wirtschaftlicher Inkompetenz zum Nokia-Boykott aufgerufen habe (und das dürften spätestens ab dem N70 die meisten tun), sollte am Sonntag in Hessen und Niedersachsen durch die Wahl der hier für das betreffende Bundesland empfohlenen Partei demonstrieren, dass es immer noch um ein vielfaches mehr zufriedene Nokia-Besitzer gibt als die Parteien unserer Berufspopulisten zusammengenommen Mitglieder haben.

Weckt den Finnen in Euch! Und immer dran denken: Jeder nur ein Kreuz!

~ von Paul13 - Freitag, 25. Januar 2008.

17 Antworten to “Weitersagen: Die offizielle NBFS-Wahlempfehlung!”

  1. NEIN!!! Wählt – in Hessen – die Piratenpartei!!! Glaubt Paul kein Wort! Seine Busgmidwesthuckabeekrationistenevangelikale Propaganda ist zu durchsichtig! Aber er hat vom Wahlrecht eh keine Ahnung: Ein Kreuz! Pöh!

  2. @ daniel

    Ein Kreuz muß reichen. Geht ja nur darum, den Anti-Nokia-Populisten die schönen Listenplätze wegzunehmen und damit um die Zweitstimme.

    Piratenpartei und Friesen hatte ich zunächst auch erwogen, aber denen fehlt ein bißchen die unfreiwillige Komik von „Violetten“ und „PBC“ (alleine die Vorstellung, daß die Abgeordneten sich erst mal gegenseitig segnen oder die Plenarsitzung mit einem kräftigen „Ommm!“ eröffnen, wäre den Weg zum Wahllokal wert). Und ich mußte mich ja auf einen festlegen.

    Also bloß keine Spaltereien jetzt!!! Es geht um unsere Handies!

  3. @Paul
    Astralprojektion! Und da glaubst Du die Violetten retten unsere Handys? Niemals! Ganz abschaffen werden sie die! Ich weiß, Cut&Run ist nicht Deine Sache aber in dem Fall muss ich vor Deinen Wahlempfehlungen warnen! Ausrufezeichen !!!!!

  4. @ daniel

    :-)

  5. Piratenpartei wollt ich auch sagen, aber daniel kam mir zuvor.

    Okay auf die Gefahr hin die gute Laune durch dröge Analyse zu verderben:

    Da haben wir den Salat. Eine voraussichtliche Ministerpräsidentin dumm wie eine Zimmerpflanze und in der Tradition der hessischen SPD-Heuchler stehend: Gymnasien abschaffen, Gesamtschule für alle, aber den eigenen Sohn auf ein teures Privatgymnasium in Frankfurt schicken. So hielt es weiland der hessische Bildungsminister von Friedeburg, so machen es die Sozi-Bonzen alle.

    Vor zwei Monaten noch lief alles auf einen ungefährdeten Wahlsieg von CDU/FDP in Hessen hinaus, Ypsilanti konnten die meisten noch nicht einmal aussprechen und vom Rest dachte die Hälfte es sei eine Stadt im Staate Michigan (USA).

    Wie konnte es soweit kommen? Die Antwort sind zwei Worte: Roland Koch.

    Vor dreißig Jahren erzielte Charles Bronson noch einmal einen großen Erfolg an den Kinokassen mit dem Hollywoodstreifen „Ein Mann sieht rot“. Darin wird ein bis dato unauffälliger Bürger durch das Gewaltverbrechen an seiner Tochter völlig aus der Bahn geworfen. Fortan zieht er mit einem großkalibrigen Revolver bewaffnet durch den Untergrund New Yorks, um zwielichtigem Gelichter aufzulauern und sie kurzerhand ins Jenseits zu befördern.

    RK hat nicht nur „Rot gesehen“, die Videoaufnahmen von der Attacke auf den Rentner in der Münchner U-Bahn haben in ihm auch ein paar Sicherungen durchbrennen lassen. Übrigens hieß der Film im Original „Death Wish“, und das passt noch besser auf Koch.

    Ich bin ja mit ihm nicht persönlich bekannt, aber vor Jahren bin ich ihm im Hessischen Landtag begegnet und habe ihm die Hand geschüttelt. Jetzt muss ich noch erwähnen, dass nicht jeder Spitzenpolitiker Charisma hat. Es ist nur eine Minderheit. Die meisten jedoch verfügen immerhin über ein gerüttelt Maß an Selbstsicherheit, eine „Aura des Amtes“, wenn man so will. Bei Koch ist das nicht so.

    Der erste Eindruck – und so etwas spielt sich ja immer in Sekundenbruchteilen ab – war, als ob er mit den Augen signalisierte „Ja ich bin unsympathisch. Ich weiss das, ich leide darunter. Aber ich kann es nicht ändern!“ um dann gleich wieder wegzuschauen.

    Als Ministerpräsident in den neun Jahren seiner Amtszeit war er eigentlich nicht schlecht (aber auch nicht wirklich gut). Immerhin hat er der Entfaltung der Wirtschaftskraft wenig im Wege gestanden, teilweise sogar positive Impulse gesetzt (was aber noch besser mit Ruth Wagner als Koalitionspartnerin an der Spitze der Hessen-FDP gelungen wäre).

  6. (Forsetzung)

    Eine Kampagne mit Betonung der wirtschaftlichen Kompetenz wäre zwar langweilig gewesen, auch wären starke prozentuale Verluste nicht zu vermeiden gewesen, aber am Ende hätte das knappe aber sichere Ergebnis gelautet: Schwarz/Gelb.

    Wir können im Endeffekt immer nur sein, wer wir sind. So war es auch bei Koch. Seine Herausforderin hatte, ob zufällig oder von raffinierten Tiefenpsychologen gesteuert, den Wahlkampf zu einer Sympathiewahl gemacht. Die Unterschriftenkampagne zum Mindestlohn: effektiv, aber kein KO-Schlag. Ein erfahrener Kämpfer steckt so etwas weg und verlässt sich auf die Auszählung durch die Punktrichter am Ende. Aber die riesigen Wahlplakate mit den zwei Worten, auf die es ankam — ER oder SIE — das gaukelte weniger dem Wahlvolk als Roland Koch die ausweglose Situation vor, die er dann erst selber produzierte.

    Denn nun kamen bei Koch seine ganzen Kindheitstraumata wieder hoch. In der Schule immer unbeliebt, auf dem Bolzplatz immer als letzter in eine Mannschaft gewählt, das hinterlässt Spuren, die ein Erwachsener durch noch so akribisches Arbeiten und berufliche Erfolgserlebnisse nie ganz vergessen kann.

    Ein kleines Teufelchen setzte sich auf seine rechte Schulter und flüsterte ihm ins Ohr. „Wenn sie dich haben wollen, wenn sie wollen, dass du den Job machst, dann müssen sie dich aber auch voll akzeptieren, mit allen Warzen und Pickeln und mit deiner ganzen Art, so wie du eben bist. Mache keinen Kompromiss, sei auch nicht eine Spur konziliant.“ Ergo, Death Wish II — The Black Sheriff of Hessen.

    Die Ironie ist, dass Koch eigentlich gar nicht so ein Unsympath und Monster ist, wie er denkt, dass er von anderen wahrgenommen wird.

    Kam noch hinzu, dass einige in der Hessen-CDU, nun wie sollen wir es diplomatisch sagen, strunzdumm sind. Anstatt dass ihm einer aus seinem loyal ergebenen engsten Kreis zum rechten Zeitpunkt gesagt hätte, nun ist es aber genug mit der Kriminalität jugendlicher Ausländer, haben sie ihn sich immer mehr verrennen lassen und seinem verzweifelten Bemühen, unsympathischster Politiker der Republik zu werden, noch Zunder gegeben. Gab es denn keinen hauptamtlichen Wahlkampfstrategen?

    Wer dann noch, wie der vormalige hessische Justizminister Christean Wagner (CDU), am Vorabend der Wahl davon bramarbasiert, Ausländer die Deutsche BELEIDIGEN, müssten SOFORT ABGESCHOBEN werden — ja dem ist nicht mehr zu helfen, der ist nicht mehr zu retten. Eine solche Partei sollte sich dann vielleicht auch besser in der Opposition erneuern.

  7. […] Surfers Hessenwahlanalyse Wie konnte es soweit kommen? Die Antwort sind zwei Worte: Roland Koch. This entry was written by Daniel Fallenstein, posted on Son, 27. Jan 2008 at 23:27, filed under […]

  8. @ Silver Surfer

    Ich bin skeptisch, ob sich da groß was ändern würde. Als rot-grün dran kam, gab’s Mülltrennung, und als schwarz-gelb dran kam, verschwanden ein paar Tempolimits. Das war’s dann aber auch. Die Kassen sind bei allen gleich leer.

  9. So leer sind die Kassen in Hessen tatsächlich nicht, oder jedenfalls nicht bevor wir den lebenslustigen Neuköllnern (arm aber sexy) qua Länderfinanzausgleich goldene Laternenmaste spendieren.

    Und um Schaden anzurichten, braucht es gar nicht mal so viel Geld.

  10. @ Paul

    Oha! Anti-Ausländer-Kampagnen ohne Substanz scheinen auch vom angeblich so dummen Wähler nicht goutiert zu werden. Wie konnte Koch bloss so der Instinkt verlassen, dass er aus einer oppositionellen Haltung heraus Stimmung gemacht hat?
    Aber watt nu? Ampel, rot-rot-grün oder große Koalition? Das will ja alles keiner! Paul, wie jetzt den Violetten und der PDC zur Macht verhelfen?

  11. @ Chewey

    Jetzt ist’s eh zu spät. Aber immerhin ist Koch weg, das ist ja auch schon was.

  12. @ Paul

    „Aber immerhin ist Koch weg, das ist ja auch schon was.“

    Ja, schon. Aber jetzt ist die CDU doch stärkste Partei geworden. Koch wird sicher keine Koalition mehr führen. Aber sein Nachfolger (wer überhaupt)? Der wäre doch praktisch gar nicht gewählt worden. Ist das vorstellbar?

  13. Zumindest wird jetzt an hessischen Schulen nicht Frau Wolffs Kreationismus weitergelehrt!

  14. Mir kommen die Tränen … RK weiss dass er wie ein Unsympath aussieht ? Das Trauma wird der Auslöser für alle seine Schandtaten sein !!!! ROFL

  15. Was ich mich schepplachen würde wenn Koch tatsächlich geht, Jung MP in Hessen wird und Paul in Zukunft Statements des Verteidigungsminister Koch – „Je ausländischer ein Staat desto schurkischer seine Politik…“ – kommentiert…

  16. @ daniel

    Eine wahrlich schaurige Vorstellung!

  17. Darf ich dem geneigten Webmaster untertänigst für die nächste Landtagswahl einen Vorschlag für eine Wahlempfehlung unterbreiten:

    http://www.die-partei-hamburg.de/

    Das Wahlplakat „SCHWULE AUFGEPASST: Ole von Beust ist in der CDU“ ist doch göttlich…

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