Boykott? Warum eigentlich nicht…


Der Imageschaden ist beträchtlich: Einer Umfrage zufolge wollen 56 Prozent der Deutschen kein Nokia-Handy mehr kaufen – wegen der geplanten Werksschließung in Bochum. Konzernchef Kallasvuo rechnet damit, dass die Stilllegung extrem teuer werden könnte.

Das kommt davon! Hätte Nokia sein Werk damals ordnungsgemäß gleich in einem chinesischen GULag aufgeschlagen statt in Bochum, dann hätten die 2.300 Beschäftigten dort nie erfahren, wie es ist, Mobiltelefone zusammenzuschrauben, und wären all die Jahre mit Hartz IV glücklich gewesen, ohne sich jetzt über eine Verschlechterung ihrer Lage beklagen zu müssen. Des Deutschen Lieblingshandymarke wäre weiterhin mit großen Abstand Nokia.

Doch weil die Finnen so blöd waren, unbedingt als letzter Handyhersteller das Licht am Produktionstandort Deutschland ausmachen zu müssen, statt sich, als es noch keinen interessiert hat, zusammen mit der Konkurrenz rechtzeitig unterhalb des Medienradarschirms in irgendwelche Billiglohnländer zu verdrücken, scheinen die Deutschen unebdingt nachweisen zu wollen, daß sie im Rennen um den Titel des dümmsten Volkes in Europa ein absoluter Top-Favorit sind.

Dabei haben sie noch Glück, daß die Nokia-Manager nette Menschen und nicht auch rachsüchtige Nationalisten sind. Denn nachdem die Politik am Hochkochen der Volksseele einen nicht unwesentlichen Anteil hatte, könnte Nokia durchaus erwägen, zur Abwechslung mal die eigenen Fans zu mobilisieren und zum Boykott der Landtagswahlen, oder noch besser zur Wahl einer völlig absurden Splitterpartei, die nicht mal genug Kandidaten für die Landesliste hat, aufzurufen.

Da der Anteil der Nokiafans unter jenen 44%, die auch in Zukunft ihre Mobiltelefone nicht nach politischen Kriterien zu kaufen gedenken, sicherlich nicht geringer sein dürfte als bei den erklärten Nokiahassern, würde das angesichts eines Marktanteils von ca. 40% bedeuten, daß ein nicht unerheblicher Teil der bisherigen Landtagsabgeordneten von CDU und SPD sich für die nächste Legislaturperiode überraschend ebenfalls einen neuen Job suchen muß.

Denn wenn die „Partei Bibeltreuer Christen – PBC“ oder die „Anarchistische Pogo-Partei Deutschlands – APPD“ erst mal mit 15% oder 20% eine verdammt große Zunge an der Waage ist, werden die Koalitionsverhandlungen zweifellos so lustig werden, daß Rüttgers, Struck und Seehofer zu Themen, von denen sie so offensichtlich keine Ahnung haben, in Zukunft lieber betreten schweigen, als DAS den arbeitslosen Ex-Fraktionskollegen erklären zu müssen.

~ von Paul13 - Mittwoch, 23. Januar 2008.

4 Antworten to “Boykott? Warum eigentlich nicht…”

  1. @Paul
    Übrigens wird mein nächstes Handy wieder ein Nokia. Ich hab’s ja schon bezahlt…

  2. @ daniel

    Du Staatsfeind, Du!

    Und das beste ist, Struck hatte offenbar ein N95. Wodurch will er es ersetzen? Durch das N95 8GB? :-)

  3. @Paul
    DU hast es auch bezahlt. Wie auch die Kohle, den Ackerbau und die Solarenergie… Im Übrigen bitte ich doch um etwas Mitleid wenn meine skandinavischen Gesinnungsrichtungsbrüder dem Kapital verfallen und ich jetzt ein japanisches oder gar amerikanisches Produkt kaufen muss…
    Hat sich eigentlich mal schon jemand Gedanken darüber gemacht dass Nokia einen Teil der Produktion nach Finland verlegt…

  4. […] Die offizielle NBFS-Wahlempfehlung! Wie bereits angedeutet, findet am Sonntag in zwei Bundesländern eine Schicksalswahl statt. Nicht, wie mancher meinen […]

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