Schmitzke hat recht!


Es kommt ja selten genug vor, aber ich bin mit dem SPIEGEL tatsächlich mal einer Meinung. Denn mit John McCain und Hillary Clinton hat er offenbar denselben Geschmack wie ich, was die Präsidentschaftskandidaten ihrer jeweiligen Parteien angeht. Ok, den Herrn findet er nur gut, um Titelzeilen wie „Republikaner verzweifeln – Flügelkampf um Bushs Erbe“ zu produzieren, und die Dame muß sich die Begeisterung mit dem dort bis vor kurzem noch gehypten Obama teilen, aber immerhin. Die entscheidene Frage wird aber ohnehin sein, wie laut der SPIEGEL jubelt, wenn der Gewinner des Rennens die ersten Luftangriffe gegen einen liebgewonnenen Diktator fliegen läßt…

~ von Paul13 - Donnerstag, 10. Januar 2008.

21 Antworten to “Schmitzke hat recht!”

  1. Vote McCain, bomb Iran :-)

    Ernsthaft: Leider macht eine Schwalbe noch keinen Sommer. Und New Hampshire ist nicht Amerika. Aber die Vorstellung wäre wirklich schön. Ein President McCain empfängt Alan Dershowitz, um über Guantanamo zu diskutieren. Herrlich, wie sich dann die Europäer verbiegen müssten, wenn sie es mit einem Presidenten zu tun haben, der wie kaum ein anderer für Menschenrechte und Demokratie in der Innen- und (sic!) Außenpolitik eintritt.

    Besonders Klasse fand ich ihn, als ihm auf der Münchener Sicherheitstagung der Friedenspreis verliehen wurde, und er in seiner Dankesrede gesagt hat, dass ein Krieg gegen den Iran so ziemlich das schlimmste ist, was passieren könnte – schlimmer wäre nur ein nuklear bewaffneter Iran. That’s my kind of guy!

    Aber, wie gesagt: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Mein Favorit bleibt Rudy.

  2. @ Tobias

    Ja, McCain wär schon hart für die Antiamerikaner. Zwar auch nicht perfekt (das „endorsement“ von Kissinger war gewissermaßen ein „Todeskuß“, da hätte er besser Podhoretz von Giuliani abgeworben), und nicht mehr der jüngste, aber insgesamt sehr vernünftig.

    Anders als diese widerwärtige Heuchlerbande von sogenannten „Kriegsgegnern“, die Saddam lieber weiter Kinder ertränken lassen als durch Bush gestürzt sehen wollten, hat er ja durchaus auch bedenkenswerte Argumente gegen harte Verhörmethoden vorgebracht.

    Aber auch Hillary wäre vermutlich weit besser, als die fast schon haßerfüllten Konservativen ihr unterstellen und die nicht minder von Ressentiments getriebenen Bushhasser sich das erhoffen. Da dürften auch einige Überraschungen auf die Appeaseniks warten.

  3. Der Einwand mit dem Herren der realpolitischen Finsternis ist gut. Ebenso der Verweis auf Podhoretz.

    Aber: Wenn man sich die deutsche Afghanistan Diskussion anschaut, dann fehlt mir eine saubere Unterfütterung, wofür wir kämpfen. Strucks „die Freiheit Deutschlands wird am Hindukusch verteidigt“ ist sicher gut, aber nicht ausreichend, da man a) auch für die Freiheit der Afghanen kämpft und b) die Aussage bei den Menschen hier in Deutschland nicht angekommen ist. Schau dir doch mal die Umfragewerte an: Die Übergroße Mehrheit der Deutschen würde – wenn es nach ihnen ginge – die Soldaten sofort wieder zurückholen. „Sollen die Afghanen doch selber sehen ,wie sie klar kommen“ (natürlich würde man das so nicht sagen, sondern unter etwas pazifistischer Moral verkleiden). Die größte Zustimmung hat man hierzulande bei den Wählern der Grünen, was überraschen mag, für mich aber einen Sinn ergibt. Sie produzieren zwar furchtbare Parteitagsbeschlüsse, aber sie diskutieren sehr hart über den Sinn und Unsinn des Afghanistaneinsatzes. Und durch diese Diskussionen wird vielen erst klar, worum es eigentlich geht. Es wird vermittelt, wofür wir eigentlich dort kämpfen.

    Und diese Vermittlung könnte in der Welt m.E. am ehesten durch McCain geschehen. Er steht wie kaum ein anderer für ein Amerika, welches Freiheit und Demokratie mit Rückrat verteidigt. Er könnte besser als alle anderen Kandidaten das Let America Be America the Liberator Again personifizieren – und zwar in Amerika und in der Welt.

  4. @ Tobias

    Da ist was dran. Wobei ich noch skeptisch bin, inwieweit der Mehrheit begreiflich zu machen ist, daß unsere Freiheit am Hindukusch verteidigt wird, INDEM wir dort die Freiheit der Afghanen verteidigen. Andererseits, wenn man selbst unseren Rene für US-Militärinterventionen gewinnen kann, solange man nur groß genug „Freiheit oder Tod!“ draufschreibt, müßte das eigentlich auch mit richtigen Gutmenschen gehen.

  5. @ Paul

    „wenn man selbst unseren Rene für US-Militärinterventionen gewinnen kann, solange man nur groß genug “Freiheit oder Tod!” draufschreibt“

    Lach! Au Backe, da wird er aber wieder toben… :-)

  6. @Tobias
    Deine Vorliebe für McCain kann ich verstehen und was Du sagst, macht Sinn. Er ist ein sehr guter Kandidat. BTW: Interessantes Blog!

    @Paul
    „Live free or die“ passt irgendwie – der Wahlspruch von New Hampshire ;-)

  7. @Paul

    Das einzig Beruhigende ist, dass 2008 dank der katastrophalen Bilanz von G.W. Bush kein republikanischer Kandidat eine Chance hat – nicht einmal gegen Hillary.

    Leider war absehbar, dass der programmatisch beste demokratische Kandidat – Richardson – schon wegen seiner begrenzten Medienkompatibilität kaum eine Chance haben würde. Und die Kandidatur von Kucinich ist ja mehr der Versuch, für bestimmte politische Themen eine öffentliche Debatte zu ermöglichen, denn eine ernsthafte Bewerbung.

    Darüber hinaus ist die Frage, bei wem Mr. Edwards Vizepräsident werden wird, weniger spannend als der aktuelle Medienhype suggeriert. Nur auf das Gesicht des Ex-Präsidenten dubya bei der Inaugurationsfeier freue ich mich schon jetzt …

    Anton

  8. Nicht das ich das Thema nicht interessant finde, aber so langsam frage ich mich bei der Berichterstattung in den Medien (Bush-Countdown, permanente Berieselung etc.) ob Deutschland irgendwie, ohne das ich es mitbekommen habe der 51 Bundesstatt wurde. Zumindet aber den Status von Puerto Rico ereicht hat.

  9. @Auslaender
    Die Frage mit dem 51 Staat wird mir auch immer wieder in den USA gestellt :-)

    @Paul
    Was hatte ich Dir zu Richardson „prophezeit“? OP hat einen würdigen Nachfolger :-)

  10. @Ausländer
    Können wir (gemeint ist Deutschland) uns denn um eine Aufnahme bewerben? Zumindest eine privilegierte Partnerschaft wäre doch schön.

  11. @Schmock
    Hm, theoretisch. Aber erst einmal muessen da die Kirchlichen Feiertage fallen. Da dies aber nicht funktionieren wird, keine Chance ;-)

  12. @ Auslaender

    Das musst du verstehen. Deutschland wartet verzweifelt auf die Erlösung vom Bösen (Bush). Andere Probleme haben wir nicht. Da tritt für ein paar Tage sogar die globale Klimakatastrophe in den Hintergrund.

    Off topic: Gestern habe ich mich über Schlagzeile einer großen Boulevardzeitung weggeschmissen: „Neuer Knut geboren!“
    Knut = Heiland?

  13. @ Auslaender

    Da hast Du zwar im Prinzip schon recht, und ohne den Haß der Deutschen auf Bush würden die Medien daß auch sicher nicht so pushen, aber andererseits finde ich die Frage, wer nächster US-Präsident wird, für meine Interessen tatsächlich weit wichtiger, als ob hier Merkel oder Beck das sagen hat. Selbst die Bundestagswahl geht mir da vergleichsweise am A… vorbei, von den Landtagswahlen ganz zu schweigen.

  14. Er gehört auch zum Verein (und ist optimistisch!):
    http://mygreg.net/2008/01/11/my-boy-is-on-a-roll/

  15. Establishment-Idolatrie. Sowohl bei SPON als auch bei Dir! :-(

  16. Daß US-Wahlen ein Thema im Rest der Welt, nicht nur in Deutschland,sind, ist nichts Neues (gab es schon vor Bush) und angesichts des weltpolitischen Gewichts der USA auch nicht wirklich verwunderlich…

  17. Apropos Kandidaten: Nachdem du dich schon vor einiger Zeit kritisch über Ron Paul geäüßert hattest, wird dich das hier vielleicht interessieren, Paul: http://www.tnr.com/politics/story.html?id=e2f15397-a3c7-4720-ac15-4532a7da84ca

  18. @ bruno

    Ja, Ron Paul ist schon übel. Dafür, daß er Rechtsradikale aller Couleur anzieht kann er vielleicht nichts; dafür, daß er sich von ihnen nicht distanziert, hingegen eine ganze Menge.

  19. @Paul13
    RP selbst ist nicht nur so – auch seine Anhänger distanzieren sich nicht. Da werden mit viel Aufwand diese Connections schöngeredet. Das triff hierzulande vor allem auf die Leute zu, die „Bush-Regime“ und „Faschismus in den USA“ zu ihrem Wortschatz zählen ;-) Das müssen die aber selber wissen.
    Das sich RP nicht so richtig distanziert, ist vielleicht nicht nur Einstellung oder „Programm“. Ich habe mehr und mehr den Eindruck, dass „Nutcase“ für den alten Mann zutrifft. Das zeigte er auch auf der Debatte in NC – da hatte er teilweise den Überblick vollkommen verloren. Das ganze erinnerte an dies hier….
    Am Ende beibt der Welt aber diese Kombination bestimmt ersparrt. ;-)

    P.S. Aber mann stelle sich vor, ein anderer Kandidat hätte solche Verbindungen und Geldgeber…

  20. Paul, du bist für McCain? Der hat doch Rumsfeld als schlechtesten Verteidigungsminieter aller Zeiten bezeichnet! Und wenn ich jetzt die Auswirkungen vom Surge sehe, bin ich geneigt, ihm zuzustimmen (zugegeben, habe keine Ahnung vom Militär).

    Habt ihr mal den Test auf http://www.vajoe.com/candidate_calculator.html gemacht?
    85% Giuliani bei mir. Bin wohl zu umweltfeindlich für McCain.

  21. @ Tyrion

    Daß ich McCain für den besten Kandidaten halte, heißt ja nicht, daß ich mit ihm in jedem Punkt einer Meinung bin. Auch die anderen Kandidaten dürften sich schon aus Popularitätsgründen kaum als Rummyfan outen.

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