Das wird ja immer schlimmer!


Selten hat der SPIEGEL in so wenigen prägnanten Worten dargelegt, was von der Objektivität der meistzitierten deutschen Nachrichtenquelle zu halten ist:

Das Jahr 2007 war das verlustreichste für die US-Armee seit ihrem Einmarsch in den Irak.

Und hier die genauen Zahlen der letzten acht Monate:

Mai: 126
Juni: 101
Juli: 78
August: 84
September: 65
Oktober: 38
November: 37
Dezember: 21

Zum Vergleich noch der Dezember der einzelnen Jahre:

2003: 40
2004: 72
2005: 68
2006: 112
2007: 21

Nur damit jeder mal sieht, wie Irakkriegsberichterstattung in deutschen Medien funktioniert.

~ von Paul13 - Montag, 31. Dezember 2007.

10 Antworten to “Das wird ja immer schlimmer!”

  1. hmm auf der webseite lese ich dann auch:

    U.S. Casualties By Calendar Year
    Year US Deaths US Wounded
    2003 486 2,412
    2004 849 8,001
    2005 846 5,949
    2006 822 6,399
    2007 899 5,900
    Total 3902 28661

    und das macht doch 2007 zum verlustreichsten!!???

  2. @ karsten

    Es ging mir hier nicht um die Frage, ob die Aussage als solche richtig ist, sondern darum, daß der SPIEGEL sie hervorhebt, obwohl die aktuelle Entwicklung in eine ganz andere Richtung zeigt. Man kann eben auch ohne direkt zu lügen die Realität durch eine geschickte Auswahl der Fakten komplett verdreht darstellen.

  3. @paul13

    natürlich liegt der spiegel falsch ;), aber der zitierte satz ist objektiv richtig!! Und das du dir aus den daten, die raussuchst die dir da argumentativ besser passen, ist nicht schön! den mal ehrlich, die todeszahlen könnten doppelt so hoch sein und es wäre kein beweis für eine tendenz in die eine oder andere richtung…

    besser wäre es gewesen du hättest den spiegel gleich richtig/vollständig zitiert:

    „““Vor einem Jahr wurde Saddam hingerichtet. Jetzt legten Anhänger Blumen auf sein Grab und priesen den ehemaligen irakischen Staatschef in Gesängen. Das Jahr 2007 war das verlustreichste für die US-Armee seit ihrem Einmarsch in den Irak.“““

    die art und weise einen artikel so zu beginnen und die assoziation die da geweckt werden soll, hätten den alten schnitzler richtig stolz gemacht…

  4. @Paul
    Nicht zu vergessen – 2007 waren im Vergleich zu den Vorjahren wesentlich mehr US-Truppen im Irak im Einsatz.

  5. Wobei der Hinweis auf den erheblichen Rückgang in der zweiten Jahreshälfte ja im SPON-Artikel selbst noch erfolgte…insofern fand ich den jetzt nicht soo irreführend. Für viel problematischer halte ich es, wenn in Artikeln, in denen es gar nicht primär um den Krieg geht, in einem Halbsatz ganz selbstverständlich vom „Scheitern der USA im Irak“ oder so ähnlich gesprochen wird – das ist es was durch ständige Wiederholung in vielen Köpfen hängebleibt.

  6. @alle
    Hä, zum Jahresende nochmal Streit anfangen? Paul, ja, Du hast Recht. Wobei die Dezember-Zahlen ganz sicher noch nicht komplett sind – nicht nur weil der Dezember noch einige Stunden hat.
    Und Rene, natürlich hast Du recht. Paul vergleicht Äpfel mit kleinen Apfeln denn sein Argument macht nur Sinn wenn er damit versucht in die Zukunft zu gucken. Was er freilich nicht kann sondern nur davon überzeugt ist, das zu können. Weil doch jetzt endlich die Wende im Irak da ist. Also eigentlich kein Grund zum Streiten, schon gar nicht an Sylvester. Frohes neues Jahr Euch allen. Und danke für das alte!

  7. Speigel kann schreiben, was dem Ressort-Chef gerade so passt. Das kann im Sinne einer schoen zusammengewuerfelten Bandbreite an politischen Meinungen gut sein, muss aber nicht. Unter anderem winken das einige Ressortleiter wirklich alles durch, solange es nur die richtige „Message“ transportiert.
    Die typischen Spiegel-Leser werden es trotzdem fuer bare Múnze nehmen, steht ja schliesslich im Spiegel.

  8. Auch das hat der Spiegel uebrigens bei Amerikanern abgeschrieben:

  9. @ Bruno

    Das ist es ja gerade! Der SPIEGEL kennt die Fakten durchaus, doch in Titelzeile und Zusammenfassung wird mitunter das direkte Gegenteil von dem suggeriert, was man aus dem eigentlichen Inhalt schließen könnte. Bei der BILD-Zeitung nennt man den Mißbrauch von Schlagzeilen Volksverdummung, beim SPIEGEL aber Qualitätsjournalismus.

  10. @Rene
    das finde ich nicht. ich denke er hat zuerst die tendenz innerhalb dieses jahres heruasgearbeitet, und dann die jahresesndmonate verglichen, und auch dort ist die tendenz sichtbar.

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