Das Heuchelei-Virus infiziert die Medienelite


Tolldreiste Vermögensvermehrung: Deutsche Topmanager handeln ihre Bezüge weitgehend unter sich aus. Kein Wunder, dass Leistung nicht die entscheidende Rolle spielt. Verantwortungsvolle Wirtschaftsgrößen, die zur Mäßigung mahnen, fehlen der Kaste seit langem.

Jaja, die bösen Manager. Verdienen einfach so Millionen. Wir regen uns alle darüber auf. Und dann gehen wir ins Kino um George Clooney zu sehen, staunen ob Ronaldinhos Ballzaubereien und jubeln Robbie Williams auf Konzerten zu, alles Leute, die für die Gehälter obengenannter Manager wahrscheinlich nicht mal aufstehen, geschweige denn ein Drehbuch, einen Ball oder ein Mikrofon anfassen würden. Aber das ist ja auch was ganz anderes…

~ von Paul13 - Dienstag, 11. Dezember 2007.

39 Antworten to “Das Heuchelei-Virus infiziert die Medienelite”

  1. Wenn Williams weniger Scheiben verkauft, gibt es weniger Knete. So einfach ist das. Wenn Schrempp den Wert Daimler-Chrysler um geschätzte 40 Milliarden heruterschraubt, kriegt er den goldenen Handschlag mit 50 Millionen Abfindung. Wo ist da die Logik?
    Manager orientieren angeblich ihr Bezahlung an der Entwicklung des Shareholder-Value und der hat sich bei Schrempp nicht allzu üppig entwickelt.

  2. @ lebowski

    Offenbar ging man aber davon aus, daß er sein Geld wert ist, sonst hätte man ihn kaum eingestellt. Ein anderer hätte vielleicht noch ein schlechteres Ergebnis, dann würde sich sein Gehalt schon durch die Verlustminimierung rechnen. Letztlich geht es hier um die Nachfrage nach und nicht um die objektive Bewertung einer Leistung. Sonst müssten die meisten Superstars auch weit weniger verdienen.

  3. @ Paul / lebowski

    Die eigentliche Frage ist doch: WARUM statten Aufsichtsrat/Shareholder Manager auch nach eher flauer Performance mit solchen Abfindungen aus? Das schmälert doch ihr eigenes Ergebnis. Oder steht das immer schon vorab im Vertrag, und sie hätten ihn sonst nicht bekommen?

  4. @ Chewey

    Ich denke mal, das wird schon vorher drin stehen. Solange es keine anderen Kandidaten gibt, denen die Eigentümer mehr vertrauen, können die Manager das dann auch durchsetzen. So viele Alternativen scheint es ja nicht zu geben, sonst wäre ihnen das kaum möglich.

  5. @Paul13
    Es gab da mal einen Stern-Artikel, der mich ein wenig nachdenklich gemacht hat.

    http://www.stern.de/wirtschaft/arbeit-karriere/index.html?id=510485&p=5&nv=ct_cb&eid=510508

    Auf Seite 4 findet sich der berufliche Werdegang von Springer-Chef Döpfner. Der Mann hat überall, wo er hinkam, versagt und ist trotzdem immer höher gestiegen. Das kann weder etwas mit Leistung noch mit Angebot und Nachfrage zu tun haben.

    „Der Versuch, Eliten zu verhindern, hat die Stellung der alten Eliten nur verstärkt. In anderen Ländern wird Elite – wohlgemerkt die Leistungselite – gezielt gefördert. Nicht wegen der Gerechtigkeit, sondern aus kaltem ökonomischem Kalkül.“

    Das ist der Unterschied zwischen uns und Amerika. Hier geht es in den Chefetagen und Aufsichtsräten zu wie in einer indischen Kaste.

  6. @ lebowski

    Es geht ja nicht um die objektive Leistung, sondern darum, wie die subjektiv gesehen wird. Daß darüber hinaus auch Faktoren wie Vitamin B eine Rolle spielen können, will ich nicht bestreiten. Aber das ist in der Film- und Musikbranche oder beim Sport nicht anders.

  7. @Paul
    Doch, ist es. Weil die Wertzeit viel kürzer ist und der Erfolg besser meßbar. Naja, das vielleicht nicht. Zumindest nicht im Fußball. Aber wenn Clooney zwei Flops dreht steht er in einem Jahr für „Im Dschungel verrecken die Verrecker 9“ vor der Kamera. Pischetsrieder hat BMW an die Wand gefahren und ist dann zu VW gewechselt. Vitamin B spielt da eine sehr große Rolle, das was jeder im Kleinen macht ist unter Führungskräften üblich.
    Der Vergleich hinkt auch deswegen weil die Leute für unterschiedliche Sachen bezahlt werden. Clooney und Co, auch Ronaldinho, machen so eine Art ‚Kunst‘. Der Manager managt und gut und schlecht lassen sich – anders als bei der Kunst – recht gut messen. (Nicht mit Erfolg von oben verwechseln).
    Der dritte Unterschied ist, dass der Markt und die Knappheit – also Angebot und Nachfrage – hier nicht wirklich regulierend wirken. Wenn wir wirklich von einem Kastensystem ausgehen dann liegt das auch daran, dass „Vorstandsvorsitzender“ und „Sitz im Aufsichtsrat“ sich in den meisten Vitae wiederfinden. Das legt den Verdacht nahe, dass hier oft nach Bekanntschaft entschieden wird wer auf einen der hoch dotierten Posten gesetzt wird.
    Auf der anderen Seite: Über wie viele „Topmanager“ mit Millionengehältern reden wir? Ein Dutzend? Zwei Dutzend? Selbst wenn es hundert sind, sind die eine statistisch zu vernachlässigende Größe und der Empörungswert über deren – zugegeben miserable – Außendarstellung liegt kaum über dem von sich die Taschen vollstopfenden Politikern. Und kann damit getrost unter dem üblichen Diedaoben vs. Kleinermann abgetan werden.

  8. In unseren (und wohl auch in den meisten anderen) Breitengraden kann man sich mit viel Glück in den oberen Rängen postieren. Oder man „baut so viel schei*e“, dass der/die über einem seinen/ihren Job nichtmehr ordentlich erledigen kann und man rutscht (mit wehniger Glück oder besser noch Verbindungen) nach.
    Einen Managerposten zu ergattern ist dagegen schon ein Kunststück für sich. Und ich glaube so ganz legal hat da wohl keiner (oder nur ein sehr geringer Bruchteil) seine Stelle/Stellung erreicht.
    „Erreichen“ ist ja bekanntlich relativ.

    Solange es die Menschen nicht stört so hintergangen zu werden, wird sich auch keiner groß darüber äussern. Und die die das Wissen und die Macht haben Informationen zu sammeln und einer großen Masse zugänglich zu machen sitzen bequem in ihrer Echtlederchouch. Hin und wieder wird mal eine für den Durchschnittsbürger große Summe gespendet die man aber allein an Zinsen in kürzester zeit wieder rein hat:
    Wenn man das gesamtvermögen aller deutschen zu 100% setzt, haben (von 100% der Einwohner) 10% 80% des Gesamtvermögens
    (15.000.000€ werfen einen TAGESZINS von ca 2000€ ab … )
    Die letzte „Spendenaktion“ auf RTL warf lächerliche 1.000.000€ ab.
    Da hat keiner unserer geliebten Politiker etwas dazu gegeben oder der verehrte Promi mal in die Kaffeekasse gegriffen. Warum?
    Die Augenwischerrei die hier zur Zeit einregel(un)rechter „Volkssport“ ist taucht aber in keinem wirklich bekanntem Medium auf (ich denke hier z. B. an die FAZ)
    Sowas nennt man „negativieren“ und ist seit Jahren gang und gebe in Arbeitszeugnissen. Aber kommt mal so ein Thema auf schiebt man einfach alles auf die bösen bösen Medien und ihre Mehme. Kleine Keime in die Gedankenwelt gepflanzt und schon denkt ein jeder
    „Mit meinem Geld kann ich machen was ich will.“.
    Macht macht Verantwortung!
    Da fragt man sich schon:
    Was machen die mit dem ganzen Geld
    und warum haben die das überhaupt
    und für was haben diese Leute das bekommen?
    Ausgaben senken, sich gegenseitig behindern um den eigenen Vorteil zu erringen aber „Diätenerhöhung einstimmig angenommen.“
    Wer nicht nach dem Takt tanzt der fliegt ebend. Ein mancher auch auf „Staatskosten“ in den sonnigen Süden.

    Ein langer Text aber das Thema ist schon sehr weitläufig.

  9. 60 Mio. DM für Esser als Abschiedsgeld von Mannesmann. War schon ganz schön happig. Könnte sein, dass da noch mehr Absprachen unter dem Tisch getätigt wurden als später rauskam.

  10. @ daniel

    „Pischetsrieder hat BMW an die Wand gefahren und ist dann zu VW gewechselt.“

    Offenbar besitzt also auch ein Manager Qualitäten, die durch einen Mißerfolg nicht gleich irrelevant werden.

    „[…] Der Vergleich hinkt auch deswegen weil die Leute für unterschiedliche Sachen bezahlt werden. Clooney und Co, auch Ronaldinho, machen so eine Art ‘Kunst’.“

    Was wäre daran besser? Vor allem wieso? Und wie mißt man das überhaupt?

    „Der Manager managt und gut und schlecht lassen sich – anders als bei der Kunst – recht gut messen. (Nicht mit Erfolg von oben verwechseln).“

    Clooney kriegt das Geld nicht für irgendwelche „Kunst“, sondern weil das Einspielergebnis es voraussichtlich hergibt. Mit dem Geld kann er dann die Kunstflops finanzieren.

    „Auf der anderen Seite: Über wie viele “Topmanager” mit Millionengehältern reden wir? Ein Dutzend? Zwei Dutzend?“

    Ganz genau!

    „Selbst wenn es hundert sind, sind die eine statistisch zu vernachlässigende Größe und der Empörungswert über deren – zugegeben miserable – Außendarstellung liegt kaum über dem von sich die Taschen vollstopfenden Politikern. Und kann damit getrost unter dem üblichen Diedaoben vs. Kleinermann abgetan werden.“

    Erstaunlicherweise liegt er auch über dem Empörungswert bei Schauspielern, Popstars und Spitzensportlern. Und die werden gerade von jenen kleinen Leuten geschätzt, die sich über Manager und Politiker am meisten aufregen.

  11. @ caecuszilla

    „Was machen die mit dem ganzen Geld“

    Ausgeben und damit Arbeitsplätze sichern. Oder anlegen, und damit noch mehr Arbeitsplätze sichern.

    „und warum haben die das überhaupt“

    Weil wir, also Kunden wie Du und ich, es ihnen für ihre Produkte offenbar immer noch in ausreichender Menge geben.

    „und für was haben diese Leute das bekommen?“

    Für das, was wir ihnen abkaufen. Oder aber diejenigen, denen wir dann was abkaufen, wovon sie es dann diesen Leuten abkaufen können.

  12. @Paul
    Und da greift das Kunstargument halt sehr gut. Denn selbst die Kulturindustrielle Massenproduktion die Clooney bespielt ist – jenseits des wirtschaftlichen Erfolgs für jeden irgendwie bewertbar. Ein Film ist eben gut oder schlecht oder spannend und für den Zuschauer nicht „lukrativ“. Oder bis Du in Blair Witch Projekt gegangen weil der so lukrativ war? Oder in Star Wars oder in Master and Commander? Wohl eher nicht. Sondern weil es „gute“ oder gute oder GUTE!!!!! Filme sind. Da ist es Dir egal was der Russel Crowe abkassiert hat. Bei ihm stellst Du Werk und Wert nicht in Relation. Bei den Managern schon. Wer versucht die Welt in ein McKinsey-Rechenpapier zu quetschen der ist am Ende halt selbst eine Kostenstelle. Und dem halten – eben verschwindend wenige – nicht stand.
    Da hilft auch das umgekehrte Argument nicht. Denn warum ein gescheiterter Manager einen neuen Top-Posten bekommt erklärt – wie Du sagst – dass es wohl auf mehr als die Zahlen ankommt. Was das ist – Beziehungen? Penislänge (…ich meine, er ist zu VW gewechselt…) – das einzuschätzen hängt wohl von der Wertschätzung der Arbeit ab. Bei mir eher gering – deswegen interpretiere ich Dein „Qualitäten“ als Euphemismus für „ist Teil eines Netzwerks“ während Du damit eher handfeste Qualitäten meinst. Wobei ich schon fragen würde welche das sein sollen wenn nicht die, eine Firma eben nicht gegen die Wand zu fahren.

  13. @ daniel

    Wenn ich in einen Film gehen will, dann nicht weil er „gut“ ist, sondern weil ich ihn sehen will. Das eine muß mit dem anderen nichts zu tun haben. Bei Managern ist das ähnlich. Die wollen den oder den haben, aber eben nicht den oder den. Das heißt je weniger der Kandidat durch einen anderen ersetzbar ist, desto teurer wird er. Ob sich das dann am Ende rechnet steht auf einem ganz anderen Blatt.

  14. @Paul
    Aber was ist dann der Maßstab für einen guten Manager als der, dass es sich rechnet? Und warum gehst Du ins Kino?

  15. Ich kann gut verstehen, dass viele Leute Ronaldinho seine Millionen eher gönnen als deutschen Spitzenmanagern die ihren. Ronaldinhos Leistungen kann man nachvollziehen, man muß sich nur die Spiele des FC Barcelona und der brasilianischen Nationalmannschaft anschauen. Ronaldinho gehört wohl unbestritten zu den besten Fußballspielern der Welt, derer gibt es aber viele Millionen, also ist er etwas besonderes. Ronaldinho hat handfeste Erfolge wie Weltmeisterschaft, Champions-League Sieg und spanische Meisterschaft vorzuweisen. Für diese Wettbewerbe wollen und versuchen sich viele Millionen Menschen qualifizieren, seine Erfolge zeigen also seine Qualität. Auch Robbie Williams hat eine gänzlich andere Situation als ein Manager, denn er muss sich tagaus, tagein dem Publikum stellen, sein wirtschaftlicher Erfolg wird tatsächlich durch Angebot und Nachfrage bestimmt, denn nur wenn viele Leute seine Musik gut finden, wird er Erfolg haben, er steht also echt im Wettbewerb mit anderen Musikern. Bei Managern hingegen ist die Sache anders, sie werden Hauptsächlich durch den Aufsichtsrat kontrolliert, also von einer handvoll Leuten. Dass das problematisch ist kann man außer an der geringen Zahl der Kontrolleure auch an paar Fakten sehen. Klaus Zumwinkel ist Vorstandsvorsitzender der Deutschen Post und Aufsichtsratvorsitzender der Deutschen Telekom. Das Land Niedersachsen hat dem bunten Treiben bei VW zugeschaut oder keine Ahnung gehabt, sitzt Christian Wulff aber nicht im Aufsichtsrat? Wofür ist er da? Die Idee von „nationalen Champions“ aber auch persönliche Bekanntschaften führen dazu, dass Politiker Unternehmen Steuergelder geben (warum dürfen die das eigentlich, ist das kein Fall von Untreue?), so hat Bayern wegen Leo Kirch Milliarden versenkt. Manche Unternehmen sind auch so wichtig, dass sie Erfolg haben müssen, so wie Airbus oder die Deutsche Bahn, der Staat hilft im Zweifelsfall, weswegen es Spass machen muß Manager zu sein. Ein wichtige Gabe eines Managers besteht in der Beeinflußung von Politikern, einerseits um Fördergelder vom Staat zu bekommen, andererseits um eine genehme Politik zu erzielen siehe Mindestlöhne bei der Post oder Ministererlaubnis zur Übernahme. Vor allem wenn politischen Gefälligkeiten vergütet werden, wie z.B. bei Werner Müller, sind diese Handlungen ein Fall für den Staatsanwalt. Die Leistungen der deutschen Top-Manager sind also nicht nur schlecht kontrolliert, sondern zum Teil gar kriminell. Schließlich zum Kastenwesen: auch im Fußball gibt es das Phönomen, dass wenn ein Verein einen neuen Trainer sucht er lieber einen nimmt der dreimal abgestiegen ist und eine grottenschlechte Bilanz hat, als einen „unerfahrenen“. Gemessen an den finanziellen Möglichkeiten dürfte Thomas Schaaf, für den Werder Bremen die erste Profi-Station ist als Trainer, zu den erfolgreichsten zählen. Auch in der Wirtschaft mischen häufig Neulinge wie google die Szene auf.

  16. @ daniel

    Der Maßstab ist, daß man außerhalb der Kristallkugelindustrie davon ausgeht, daß er sich rechnen WIRD. Das muß aber nicht so sein. Entscheidend ist, daß der betreffende Maneger sonst zu jemandem geht, der mehr zahlt.

    Und ich gehe ins Kino, weil ich einen Film sehen möchte. Der übrigens auch eine Enttäuschung sein kann.

  17. Solange man die Vertraege nicht kennt in denen die Verguetungen und ihre Voraussetzungen festgehalten sind ist es muessig ueber Erfolg oder Nichterfolg zu diskutieren.
    Halte den Boersenwert gegenuber den Mitbewerbern, dann ist das schon ein erfolg selbst wenn er ein Minus macht.
    Steht da drinn steigere den Boersen Wert um X und es wird nicht defieniert wie er das machen soll, dann ist es ein Erfolg fuer den er laut Vertrag bezahlt werden muss selbst, wenn er dafuer die halbe Belegschaft entlaesst.
    Steht da drinn expandiere in den Markt X und er schreibt dabei ein Minus ist es trotzdem ein erfolg fuer den er bezahlt werden muss selbst wenn er dabei in Minus macht.
    Folglich solange die Vertraege nicht bekannt sind in denen der Erfolg genauer spezifiiert ist, fuer den er bezahlt wird, ist es muessig daruber zu reden.
    Zudem frage ich mich eh was das soll. Der Eigentuemer entscheidet folglich kann er auch entscheiden.
    Die Gewerkschaften und diverse Politiker sollten hier eh die Backen halten. Die Gewerkschaften sitzen nach deutschem Recht mit in Aufsichtsrat (was ich zum einen nie verstehen werde und auch kaum meinen Klienten aus anderen Laendern klar machen kann) Folglich entscheiden sie ueber die Vertraege und so mit ueber die Verguetung mit. Wenn die also keinen Einspruche erheben und den Vertrag bzw. die Antellung lautstark verhindern (oder zumindestens versuchen) haben sie auch kein Recht hier auf billige polemik zu machen.
    Voellig laecherliche Neiddiskussion die von anderen Problemen ablenken soll und Typisch fuer Deutschland dabei gleich auf eine ganze Berufsgruppe rumzuhacken. Nicht das es hier und da keine Misstaende gibt, aber in anderen Laendern greift man sich den einzelnen.
    Klarer Fall von Mittelmass Neid der „gefuehlten“ Verlierer.

  18. @ daniel,

    Pietschtsrieder hat BMW an die Wand gefahren? Nach welchen Kriterien beurteilst du das?

  19. @ Auslaender

    „Die Gewerkschaften sitzen nach deutschem Recht mit in Aufsichtsrat…“

    Nun ja, es soll ja Mittel und Wege geben, sich Betriebsratsmitglieder und -vorsitzende gefügig zu machen. Ich sage nur: Brasilianische Lustreisen.

  20. @Chewey
    Stimmt, aber dann soll man doch die Gewerkschafter schlachten.
    VW ist eh so ein spezialfall.

  21. @ Schmock

    Schauspieler und Sportler haben wohl eher einen Herkunftsbonus der es ermöglicht, dass sich Hinz und Kunz mit ihnen nach dem Motto, „das ist einer von uns“ identifizieren kann.

    Dass die sich selbst so nennenden „kleinen Leute“ durchaus nicht dem „großem Geld“ abgeneigt sind konnte man noch vor einigen Tagen sehen, als wegen des 45 Mio. jackpots kollektiver Rausch ausbreitete.

    Welche individuelle Leistung dahintersteckt einen Konzern mit 50-100 Tsd. Menschen auch nur am Laufen zu halten wird hierzulande weitgehend ignoriert. Von den vielen tausend Managern in kleineren Unternehmen ganz zu schweigen.

  22. @Paul
    Aber woran wenn nicht an vergangenen Leistungen macht man das „wird“ fest? Wenn das eben mehr als Kristallkugellesen ist dann wären doch die vergangenen Stationen und Erfolge ein Gradmesser. Und der scheint ab einem bestimmten Gehaltsniveau nicht mehr zu funktionieren.
    Und die andere Frage war falsch gestellt: Warum guckst Du einen Film im Kino?
    Aber die Antwort braucht es nicht mehr denn das N-Wort ist schon gefallen…

  23. Den Unmut von vielen einfachen Leuten über die Spitzen-Manager einfach als Neid abzutun, halte ich für falsch. Warum glauben viele Leute in Deutschland, dass sie das Recht haben sich in die Führung von privaten Unternehmen einzumischen? Weil es in Deutschland keine Trennung zwischen Wirtschaft und Politik gibt. Der Staat beteiligt sich an großen Unternehmen wie VW oder Airbus, er macht Politik für manche Unternehmen (nationale Champions) wie Deutsche Post, Autohersteller oder E.ON, er subventioniert Unternehmen (d.h. schenkt ihnen Geld) und wenn das Management richtig Mist gebaut hat, so hilft er ihnen mit Steuergeldern aus, siehe Holzmann, Leo Kirch oder IKB. Weil das Geld des deutschen Michels also genommen wird, um privaten Unternehmen zu nützen, ist es selbstverständlich, dass er ein Mitspracherecht einfordert. Erst wenn diese Verquickung gelöst ist, wenn Staatsanteile an Unternehmen verkauft, Subventionen abgeschafft und die Politik die Wirtschaft nicht mehr gestaltet, sondern nur noch moderiert, sind Privatunternehmen wirklich privat und die Bezüge der Manager eine Sache der Eigentümer.

  24. @ daniel

    Wenn ein Manager seinen Job halbwegs richtig macht, wirst Du das sicherlich nicht in der Zeitung lesen, obwohl das die Regel sein dürfte. Geht es hingegen schief, steht es auf der Titelseite.

    Das ist wie mit den Produkten, die sie herstellen lassen. Die können auch Flops werden, ohne daß man es vorher weiß. Und wenn die Kunden es nicht kaufen, ist der Manager derjenige, der dann den Fehler gemacht hat.

    Grundsätzlich gilt: Wenn es sich unterm Strich nicht rechnen würde, würden solche Gehälter nicht gezahlt. Und wenn man sie ihnen nicht zahlt, gehen sie eben dahin, wo sie sie kriegen. Denn anders als die Arbeitnehmer können die Manager auch ins Ausland gehen.

    Das mit dem Film verstehe ich übrigens nicht. Was ist an meiner Antwort falsch? Und Du hast immer noch nicht schlüssig erklärt, wieso Künstler und Sportler soviel Geld verdienen dürfen, Manager aber nicht.

  25. Es ist eher umgekehrt. Jedes Jahr wandern hunderttausend Hochqualifizierte aus und werden in Australien Kanada USA Norwegen Schweiz mit Kusshand genommen, dieses sind aber keine Top-Manager sondern die sogenannte technische Intelligenz, also Ingenieure der verschiedenen Sparten, Mediziner, Programmierer, Techniker und auch Handwerker. Alles Leute, die über „Fertigkeiten“ verfügen, die international gefragt sind.

    Top-Manager dagegen werden aus dem Ausland eher selten nachgefragt, so gut ist der Ruf der deutschen Nadelstreifenträger nämlich nicht.

  26. …was das Argument Pauls vom internationalen Markt(wert) der Topmanager dann schwächer erscheinen lässt.
    Und wenn ein Manager seinen Job richtig macht dann lese ich davon in der Zeitung, nämlich in der NZZ, der FAZ, der FTD, der IHT, der ZEIT, dem FOCUS. Wenn nicht dann eben in der BILD oder auf SPIEGEL ONLINE. Womit ich andeuten will dass derlei Diskussionen wie gesagt etwas populistisches haben. Aber da waren wir uns einig.
    Und an Deiner Antwort ist nichts falsch, meine Frage war falsch. Deine Antwort war – wie Sonja Zietlow sagen würde – korrrrrrrrrekt.
    Und Künstler und Sportler ‚dürfen‘ so viel Geld verdienen weil sie Kunst machen und deren monetärer Wert sich nicht bewerten lässt und völlig subjektiv ist. Der von Managern ist es wahrscheinlich nicht, ganz sicher aber rechtfertigen sie ihre Gehälter mit zählbaren Erfolgen. Damit unterwerfen sie sich selbst dem gleichen Kosten-Eträge-Rechnung-System und dem halten sie dann eben manchmal nicht stand.

  27. @ daniel

    „Und Künstler und Sportler ‘dürfen’ so viel Geld verdienen weil sie Kunst machen und deren monetärer Wert sich nicht bewerten lässt und völlig subjektiv ist.“

    Quatsch. Bei Filmen zählt das messbare Einspielergebnis und nur das. Kommerziell nicht erfolgreiche Filme kannst du dir als Künstler nur erlauben, wenn du genug auf der hohen Kante hast oder so bekannt bist, dass dir die Studios trotzdem noch weitere Projekte anvertrauen. Frag mal den genialen Peter Jackson nach „King Kong“…
    Und bei Sportlern ist es vor allem Werbung, Marketing und Rechteverwertung, die die Gagen finanzieren. Geh‘ mal davon aus, dass sich auch dieses Geschäft rechnet.

  28. @ daniel

    Also ich denke schon daß es gerade für Top-Manager einen internationalen Markt gibt. Aber falls tatsächlich nicht, dann können die Aktionärsversammlungen ja problemlos beschließen, daß die Managergehälter halbiert oder gar bei 100.000 Euro pro Jahr gedeckelt werden. Da sparen sie eine Menge Geld. Und offenbar kann ja jeder Supermarktfilialleiter einen Weltkonzern wie Siemens oder die Telekom führen.

  29. @ daniel

    Ach ja, noch was: Deine Künstler kriegen das viele Geld nicht, weil sie so tolle Künstler sind, sondern weil andere Leute bereit sind, ihnen dieses Geld für ihre „Kunst“ zu geben. Und damit ist sie genauso eine Ware wie ein Auto oder eine Konservendose.

  30. Ursache des Unmuts über hohe Managergehälter ist doch nicht das Gehalt allein, sondern die überproportionalen Gehaltserhöhungen, die sich unsere Vorstände gerne verpassen, gepaart mit der Forderung nach Lohnzurückhaltung für die Beschäftigten.

    Ein Manager ist eine Führungsperson und hat somit – ob er will oder nicht – auch eine Vorbildfunktion, Wenn er diese nicht ausreichend erfüllt, regt sich verständlicherweise Widerstand. Wobei ich da den Aufsichtsräten audrücklich eine Mitschuld gebe, schließlich segnen diese die Gehälter des Vorstandes ab.

  31. @ alex

    Ein Manager hat KEINE Vorbildfunktion. Wollte er die haben, hätte er Mutter Teresa werden sollen. Die Aufgabe des Managers ist es, dem Eigentümer Gewinne zu schaffen bzw. die Verluste zu verringern, und sonst nichts.

    Und die Gehaltssprünge, die unbekannte Schauspieler, Rockstars und Fußballspieler nach dem ersten oder zweiten Blockbuster, Megahit oder einer brillianten Weltmeisterschaft bekommen, sind damit mindestens konkurrenzfähig.

  32. Wieviel ein Vorstand verdient oder auch nicht entscheiden alleine die Eigentümer. Ob die Manager dabei das Geld verdienen ist den Eigentümern vorbehalten. Seine Aufgabe ist es denn Gewinn des Unternehmens zu steigern oder andere Vereinbarte Parameter zu erfuellen. Wenn er Vorbild im Sinne von Guter Mensch sein will, dann waere er Priester geworden oder er wuerde einem Non-Profit Unternehmen vorstehen das sich zum Ziel gesetzt hat die Welt zu verbessern. Vorbildfunktion kann er hoechstens fuer die Mitarbeiter sein, das aber auch nur was Leistungsfaehigkeit angeht. Ansonsten gilt das der Mann oder die Frau ihren Vertrag erfuellen muessen. Wie der aussieht entscheiden die Eigentuemer.
    Oder Entscheidet neuerdings das Kollektiv und nicht mehr der Besitzer?

  33. @ Schmock,

    Der VW-Konzern ist ja nun auf dem besten Weg vom halbstaatlichen Unternehmen zum Familienbetrieb. Auf diesen Weg den Konzern u.a. die IGM im Vertrauen auf ihr eigenes Machtinstrument, des VW-Gesetzes, das ja nun weitgehend von der EU kassiert wurde. Damit ist auch das System VW, von der CDU einst dolle kritisiert so gurt wie hinfällig, obwohl der derzeitige Niedersächsische Ministerpräsident gerne daran festhalten würde. Die anderen Konzerne in der Bundesrepublik unterliegen dem Mitbestimmungsgesetz von 1972, mit mehr oder weniger Beteiligung der Gewerkschaften und somit auch der politischen Parteien, speziell der SPD, in den Aufsichtsräten.

    Was dabei heraus kommt, kann man hier nachlesen:
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,522766,00.html

    Wenn jetzt speziell die SPD fordert, dass Managergehälter gekappt werden sollen, ist dies nicht nur reine Heuchelei. Ich kann mir gut vorstellen, dass die wahrscheinlich bislang freiwillig gezahlten Spenden an „gemeinnützige Einrichtungen“ oder Parteien im entsprechenden SPD-Gesetzentwurf dann verpflichtend wären. Bei gewerkschaftlich organisierten Aufsichtsratsmitgliedern ist das heute schon halbwegs so.

    Und da auch die CDU etwas davon hätte, wäre ein solcher Gesetzentwurf schon fast zustimmungsfähig.

  34. @alibaba
    Mir geht es um den Ärger des gewöhnlichen deutschen Michels, bei Politikern und Gewerkschaften ist die Kritik an Managergehältern tatsächlich Heuchelei, nicht aber bei der Bild-Zeitung oder anderen Medien. Insbesondere die Bild-Zeitung versteht sich als Sprachrohr und Kommunikationskanal der kleinen Leute, ihre Aufgabe ist es zu schreiben, was Leute gerne lesen, schließlich will und muss die Bild-Zeitung ja Geld verdienen. Bei anderen Medien ist die Lage ähnlich. Ich weiß nicht ob Manager zu viel verdienen, nur glaube ich, dass hinter der Kritik von normalen Leuten an Managergehältern mehr steckt als nur Neid, ich sehe auch vernünftige Gründe für diese Kritik.

  35. @Auslaender
    „Wieviel ein Vorstand verdient oder auch nicht entscheiden alleine die Eigentümer.“
    D’accord. Dann muss man aber zustimmen, dass bei Unternehmen, wie VW oder Airbus, an denen der Staat Anteile hält, das Gehalt der Manager ein Politikum ist. Aber auch bei Unternehmen, von denen keine Aktien in staatlicher Hand sind, verstehe ich, dass Leute sich für das Gehalt der Manager interessieren (in Deutschland zumindest), denn häufig landen die Steuern des deutschen Michel bei diesen privaten Unternehmen, sei es als Subvention, sei es als Bürgschaft, sei es als Rettung vor dem bankrott. Und wer des Michels Geld nimmt, sollte auch auf Michels Stimme hören.
    N’est-ce pas?

  36. @schmock
    Mit einer der Gruende warum ich nichts von Staatsunternehmen die so tun als seien sie Private Unternehmen halte. Das gleiche gilt uebrigens auch fuer Subventionen oder Buergschaften durch den Staat. Aender aber nichts an der Tatsache das ich den Erfolgsanteil der Bezahlung nur beurteilen kann wenn ich die Vertraege kenne. Das da aber oft Aepfel mit Birnen verglichen werden,US Manager vs Deutsche Manager ist dabei aber auch unbestritten, vergleiche hier die Vertragsdauer. Fuenf Ganze Jahre auch einen Streich. Wow so einen will ich auch ;-). Mein letzter Vertrag der so lange war der mit der Regierung, habe aber das Kleingedruckte ueberlesen als es zum Thema Widereinstellung ohne Freiwilligkeitsklausel ging ;-(

  37. @Auslaender
    „Mit einer der Gruende warum ich nichts von Staatsunternehmen die so tun als seien sie Private Unternehmen halte. Das gleiche gilt uebrigens auch fuer Subventionen oder Buergschaften durch den Staat.“
    Da sind wir offenbar einer Meinung.
    Mir geht es darum, dass es Gründe für die Kritik an Managergehältern gibt, die im deutschen Wirtschaftssystem liegen. Viele Leute in Deutschland sehen die Wirtschaft als ein Gemeinschaftsprojekt und nicht als einen Wettbewerb an, weswegen sie von allen Teilnehmern ein gemeinschaftsdienliches Verhalten erwarten. Den Spruch: „Die Wirtschaft ist für die Menschen da.“ wirst Du auch schon oft gehört haben…

  38. @ Paul13

    Wenn ein (Top)Manager „seine“ Firma in die roten Zahlen treibt oder zumindest massiven Finanz/Kapitalschaden verursacht, dann kann man davon ausgehen, dass dieser Mensch wohl eher Arbeitsplätze gefährdet als sichert oder schafft. Ich denke, dass das Problem darin liegt, das man einer kleinen Gruppe zu viel Macht gibt. Zudem schaut diesen auch keiner auf die Finger, nur hinterher regt man sich auf aber scheinbar ist Robby Williams (hoff mal das ist richtig) gescheitertes Comeback wichtiger.
    Doch ich bezweifle stark, dass sich auch mit der Überprüfung der Tätigkeiten von Managern oder allgemein „Wirtschaftsriesen“ irgendetwas ändern wird, zumal man ja nur schwer an solch brisante Informationen kommt (Firmengeheimniss, gefährdung der Wirtschaftsfähigkeit, etc. gibts dann als Erklärung). Ich weis das sich das alles ein wehnig Paranoid anhört aber andererseits soll solch eine Plattform ja auch zum Nachdenken anregen und nicht nur sagen: „GDL streikt, alles steht still, Bahn schuld! … GDL schuld! usw.“, sondern auch darauf drängen zu fragen wer z. B. denn einen Vorteil aus solch einem Streik ziehen könnte, wer wo im Vorstand sitzt, Kontakte zu wem hat …
    Im nachhinein lässt sich gut vermuten wer denn am wahrscheinlichsten davon Profitiert.
    Thema wiedereinmal leicht verfehlt. sry

  39. @ caecuszilla

    Egal wie gut die Kontrolle ist, einen Fehler kann der Manager immer machen. Und selbst wenn er seinen Job gut macht, kann es immer noch schief gehen, weil sich beispielsweise die Rahmenbedingungen ändern. Kein Manager wird dieses Risiko eingehen wollen, also einen Vertrag unterschreiben, der ihm, falls seine Ideen in die Hose gehen, all die schönen Millionen vorenthält, die er bei der Konkurrenz auch dann bekäme.

    So lange also niemand weltweit Managergehälter deckelt, läuft das nicht. Und so lange die Eigentümer bereit sind, auf höhere Dividenden zu verzichten, um solche irrwitzigen Gehälter zu ermöglichen, scheint es unter dem Strich ja nicht so schlecht zu funktionieren.

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