Warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht?


Nach dem qualvollen Hungertod der fünfjährigen Lea-Sophie aus Schwerin ist eine Debatte darüber entbrannt, wie der Staat Kinder wirkungsvoll vor Vernachlässigung schützen kann. Politiker rufen nach staatlicher Reglementierung und mehr Geld für die Jugendämter.

Statt nach irgendwas zu rufen, sollten sie lieber erst mal zuhören. Zum Beispiel Frau von der Leyen, deren Forderung nach einer Kindergartenpflicht nicht nur für die Integration von Ausländern und die Förderung der Kinder aus „bildungsfernen Schichten“ nützlich wäre, sondern wie in diesem konkreten Fall auch das Leben von Kindern hätte retten können. Denn wenn die Kinder regelmäßig im Kindergarten auflaufen müßten, würden auch in den Jugendämtern Resourcen frei, die sich dann wiederum verstärkt um die schwarzen Schafe kümmern könnten. Aber warum das naheliegende Gute weitsichtiger Ursachenbekämpfung sehen, wenn man auch in die Ferne des Herumdokterns an den Symptomen schweifen kann.

~ von Paul13 - Freitag, 23. November 2007.

37 Antworten to “Warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht?”

  1. Hm, und was wenn die Kinder vermehrt verhungern wennn sie 1,5 Jahre alt sind? Dann den Idealstaat bauen: Frauen gebären und geben dann gleich die Kinder ab. Gibt ne Menge SF Filme mit solchen Storys.

  2. Jau Pio!
    Kinder müssen auch regelmäßig in der Schule auflaufen, ich möchte aber nicht wissen, wieviele Schulstunden am Tag blau gemacht werden. Je weniger Kinder in der Klasse, desto weniger Ärger für den Lehrer.
    Es ist eine etwas naive Vorstellung, dass Lehrer, Kindergärtner oder das Jugendamt sich freiwillig mit irgendwelchen Psychopatheneltern abgeben. Die sind alle froh, wenn die ihre Ruhe haben.

  3. @ Pio

    Sie müssen sie ja nicht komplett abgeben, aber erstens sollte man ihnen diesbezüglich Hilfe anbieten, und zweitens sollte man schon von Zeit zu Zeit mal draufschauen, ob da gewisse Grundbedingungen erfüllt werden. Und da es den Kindern nicht schadet, wäre das weit sinnvoller, als den Eltern eine Prämie dafür zu zahlen, daß sie die Kinder verwahrlosen lassen.

  4. @ lebowski

    Daß das derzeit so gesehen wird, ist ja gerade das Problem. Also sollte man sich dafür einsetzen, daß sich das ändert, aber nicht daraus schließen, daß es eh keinen Zweck hat.

  5. @ Paul_13

    Auch wenn es Sie erschrecken sollte: ich stimme Ihnen zu.

    Anton

  6. klar paul! Das „mein“ Staat der Meinung war ich müsste Jungpionier, Thälmannpionier und FDJler werden hat mir auch nicht geschadet wa? Und 4 Wochen Wehrlager in der 9. Klasse hat mir auch nicht geschadet, sollten wir auch wieder einführen! Ja und GST-Lager alle halbe Jahre für 14 Tage während der Ausbildungs- und Studienzeit ist doch auch besser als wenn die Kids auf der Strasse rumhängen!?

    Ist mir irgendwie entgangen das im letzten jahr zehntausende Kinder verhungert und verdurstet sind? Oder wieso muss ein solches Einzelschicksal dazu führen das mir Vater Staat meine Kinder erzieht?? Wieso sollte das ein solche Einschränkung meiner Freiheit begründen?

    Ahja und wer das dann überproportional zahlen darf ist doch auch klar! Muss ich ja nun nicht mit viel Weitsicht gesegnet sein. Die „bildungsfernen“ Schichten werden sich ja wohl den 100%-sorglos-Service nicht leisten wollen und können.

    Und noch was… das Integrationsproblem löst sich dann (zumindest teilweise?) durch die Kindergartenpflicht? Ne klar, ist ja nicht so das dann der („beliebige-Nationalität)“ Kulturverein einen eigenen Kindergarten startet, wahlweise ohne Turnen und Schwimmen.

    Das ANTON Dir zustimmt sollte Dich wirklich erschrecken…

    gruss karsten

  7. mehr Staat !

    auch ist ja die Zuhausbleibprämie, obwohl vLeyen diese gar nicht wollte, nun doch eingeplant.
    Ein Grund mehr, nur müßte man das besser rüberbringen, auf seine „Kinder“ besser zu achten, zumindest soviel, daß diese nicht vorzeitig versterben.

    Im konkreten Fall war nicht mal das Jugendamt überfordert, wie deren Vorgesetzte mitteilten, auch war das nachbarschaftliche Umfeld wirklich bemüht und hat nicht weggeschaut.

    Ich wäre für die Abordnung persönlicher Fürsorgeassistenten mit 24-Stunden-Rundumbetreuung, wie z. Bsp. in Niedersachsen

  8. @karsten
    „Wieso sollte das ein solche Einschränkung meiner Freiheit begründen?“
    DAS ist die entscheidende Frage. Denn natürlich wäre Pauls Vorschlag eine Einschränkung der Freiheit seine Kinder halt auch scheiße zu behandeln. Nur will ich das nicht zulassen WEIL ES KINDER SIND. Und weil Freiheit immer auch scheitern können bedeuten muss und ich dieses Scheitern nicht mit Kinderleichen, verkorksten 14 Jährigen und 16 Jahre alten Schulabbrechern bezahlen, die mir den letzten Nerv rauben werden weil sie irgendwann – ohne auch nur eine Zeitung gelesen zu haben – wählen dürfen. Deswegen heißen solche Betreuungsangebote auch „Angebote“ und deswegen muss man sein Kind nicht in den Kindergarten schicken. Die Erfahrung lehr nur dass es für die, bei denen aus pädagogischen Gründen Sinnvoll ist das auch tun. Teils aus ökonomischen Überlegungen, teils weil sie von ihren eigenen Kindern genervt sind. (Was ein gutes Zeichen für „ist überfordert mit einem Kind“ ist)
    @Pio
    Freiich nicht. Aber die Standartantwort auf „Warum, wir können nicht allen helfen“ ist „Darum, dav wir nur, weil wir nicht allen helfen können nicht aufhören dürfen, überhaupt jemandem zu helfen.“

  9. @ karsten

    Das Argument mit der staatlichen Wehrsportgruppe ist ungefähr so sinnvoll wie die Ablehnung von Küchenmessern, weil schon Leute erstochen worden sein sollen. Wer einer Demokratie dieselben Teufeleien unterstellt wie einer Diktatur, sollte aufhören Steuern zu zahlen und in den Untergrund gehen.

    Niemand hindert Dich auch bei der ganzen Sache, Dich weiterhin um die Erziehung Deiner Kinder zu kümmern. Nur falls Du sie mißhandeln solltest, würde Dir das erschwert. Ansonsten ist Deine pädagogisch wertvolle Mitarbeit selbstverständlich jederzeit willkommen. Dann wird’s sogar billiger.

    Was die Kosten angeht, so muß das gar nicht mal so teuer werden, wenn man es richtig macht. In Kombination mit der Umstellung der Sozialsysteme auf flächendeckende Lohnsubventionenen und dem von Dir gepriesenen vorbildlichen erzieherischen Engagement fast aller Eltern sollte das problemlos machbar sein.

    Was die Kulturvereine angeht, da gilt dasselbe wie bei allen Privatschulen: Wenn sie die staatlichen Anforderungen erfüllen – also unter anderem auch Unterrichtssprache deutsch, Turnen und Schwimmen inkl. und von Zeit zu Zeit Besuch vom FDGO-geprüften Schulamt – sollte dem nichts entgegenstehen. Erfüllen sie diese Auflagen nicht, können sie es als Sonntagsschule probieren und zusehen, wo sie das Geld her bekommen.

  10. @Paul
    Bin ich froh dass es nicht das FDGO-geprüfte Schulamt ist. Sonst müsst ich meine Kinder in den Untergrund schicken. ;-)

  11. @ daniel

    Ich dachte schon daran, die Eltern zu verpflichten, die Kinder auf jeden Fall in den Kindergarten zu schicken. ich würde sogar noch weiter als Frau von der Leyen gehen und das auf Kinderkrippen ausdehnen. Muß ja nicht gleich täglich und ganztags sein, solange keine bedenklichen Auffälligkeiten das erfordern. Aber die Option muß es schon geben, das zu erzwingen, und zwar sowohl um überforderten Eltern als auch um gefährdeten Kindern zu helfen.

  12. @daniel
    Wie doof ist eigentlich ein Kommentar der ein Witz sein will und den dann so gründlich verbaselt.
    @Paul
    Bin ich froh dass es nicht das FDOG-geprüfte Schulamt ist. Sonst müsst ich meine Kinder in den Untergrund schicken. ;-)

  13. @Paul
    Wenn es „erforderlich“ ist dann ja, klar. Aber da sollte einmal nachgucken im Monat beim Hausarzt mit Entwicklungspädagogischer Vorbildung reichen um das hinzukriegen. Wenn da Mängel auffallen dann geht’s ab zu den ausgebildeten Pädagogen. Denn – wie gesagt – niemand hat ein Recht darauf sein Kind zum Trottel zu erziehen. Nur gleich der volle Zwang? So ein bißchen Freiheit muss ja auch sein und Vielfalt eh. Wenn es dem Kind nicht schadet dann kann es auch den ganzen Tag daheim bei Mami sein und nur zum Spielen rausgehen.

  14. @ daniel

    Was das Schulamt ist, so meine ich damit, daß sich die Gesellschaft auf bestimmte Grundlagen einigt, die jedes Kind beherrschen sollte, und daß das ja irgendwie kontrolliert werden muß. Ob wir das nur Schulamt oder Elternrat oder wie auch immer nennen, ist dabei völlig wurst. Wenn wir uns auf diese Grundlagen jedoch schon nicht verständigen können, dann haben wir ein Problem.

  15. @Paul
    Klar verstanden. War wie gesagt (k)ein Witz. Ich schäm mich schon, bitte schäm‘ Dich jetzt nicht auch noch fremd. Das würde ich nicht ertragen…

  16. @ daniel

    Es schadet keinem Kind, wenn es früh lernt, sich mit Gleichaltrigen auseinanderzusetzen. Es schadet ihm hingegen definitiv, wenn es das nicht lernt. Das alleine sollte Argument genug sein.

  17. @Paul
    Aber das auseinandersetzen muss nicht alle Breiche des Lebens betreffen. Ich kann mir vorstellen dass zuhause zu sein und den Tag bei Mami zu verbringen auch klappen kann. Und für die Fälle wo es versucht wird und daneben geht haben wir in unserem Beispiel ja die regelmäßige Kontrolle eingeführt (an der wir noch feilen könnten).

  18. @ daniel

    Das zuhause mit Mami wird noch viel besser klappen, wenn sie in Ruhe ihre Arbeit machen konnte und dann ungestreßt Zeit für ihr Kind hat, das zudem schon mit den Spielkameraden ausgiebig getobt hat. Und da beide sich dann ganz besonders aufeinander freuen, ohne vom anderen genervt zu sein, wird’s doppelt schön.

  19. @Paul
    Nö, richtig blöd wird das. Weil die arme Mutter den ganzen Tag in Angst um ihr Fleisch und Blut Pfädchen in der Küche läuft und das ganze Geschirr und die Bügelwäsche vernachlässigt. Mami ist nämlich Eva Herman und kann das alles. Oh, der müsste man die Kinder doch wegnehmen und *** ****** *******. Im Ernst: Es gibt Menschen die beides schaffen und das auch wollen. Denen sollte man es nicht verbieten. Der kleine kann ja etwa Geschwister haben oder Mami ist einfach so organisiert dass sie sich um das Kind kümmert und es zum Spielen schickt wenn es dann mit den anderen Sachen anfängt. Solange wir ein Auge auf die Kinder haben ist so viel Freiheit schon zumutbar und in jedem Fall wünschenswert – wie Freiheit es immer ist. (Pah, gegen den Gemeinplatz kann man doch nix mehr sagen… ;-) )

  20. @ daniel

    Du hast gerade ein ganz hervorragendes Pladoyer gegen die allgemeine Schulpflicht gehalten, denn Mutti kann auch die Grundrechenarten oder das Alphabet.

    Wie gesagt, man kann gerne drüber reden, wie oft und wie lang das bei kleineren Kindern sein sollte, aber wenn Du die Entscheidung komplett freigibst, dann mußt Du sie immer auch für die Problemgruppen freigeben, denn nur weil jemand die falsche Muttersprache spricht oder schon nachmittags RTL schaut, kannst Du für seine Kinder keine Sondergesetzgebung schaffen.

  21. a) wenn eine Demokratie sich ähnlicher Teufeleien bedient wie die Diktaturen, dann ist sie vielleicht keine saubere Demokratie mehr!? Ich gebe mich jedenfalls nicht der Illusion hin, ich müsste die Kollektivierung einer weiteren Bevölkerungsschicht auf meine Kosten mal eben so hinnehmen, weil die fordernden Protagonisten achso reine Demokraten sind, es nur gut meinen und sowieso besser wissen was gut für mich ist

    b) „pädagogisch wertvolle Mitarbeit selbstverständlich jederzeit willkommen“ — sehr schön, ich darf mich dann am elternbeirat beteiligen und beim wandertag ?? aber vielleicht will ich meine kinder nur einfach selbst erziehen? oder mache ich mich in zukunft der misshandlung schutzbefohlener verdächtig wenn ich meine kids nicht jeden tag bis 8:30uhr in der kindertagesstätte abgeliefert habe?

    c) und was die kosten angeht, so sind die beispiele in denen hier mal finanzpolitisch was „richtig“ gemacht wurde sehr dünn gesät!!! während die finanzpolitischen fehler, fehlgriffe und lügen legion sind! gib der politik 1000 euro mehr, und sie werden einen einsatzzweck finden, so schwachsinnig er auch sein mag – das liegt einfach in der natur der sache, also entschuldige wenn mein vertrauen in jede politische aktion die sich finanzell auf die bürger auswirkt sehr begrenzt ist.

    d) Worte habe eine genaue Bedeutung und „Kindergartenpflicht“ meint ganz klar: Bürger sollen mit ihrem Geld, fremder Leute Kinder betreuen. Ob Sie das wollen, das die jeweiligen Eltern wollen und auch die Kinder wollen … spielt dabei garkeine Rolle! Und jeder Euro den ich für die Erziehung fremder Kinder aufbringen muss, fehlt in meiner Geldbörse und kann ich nicht für meine Kinder ausgeben!

    Mit welchem Recht schränkt die Politik meine Freiheiten ein? Weil irgendwelche verpissten Leute ihre Kinder sterben lassen! Was hat das mit mir zu tun? Wieso sollte das das Recht begründen das sich Fremde in die Erziehung und Betreuung meiner Kinder einmischen dürfen? Wieso sollten das das Recht begründen, das man mir Lebenszeit mit meinen Kindern stehlen darf??

    Wir zahlen jeden Tag ein heiden Geld für Polizei, Sozialämter und Jugendämter (und was weiss ich noch wer da alles mitspielen darf). Hat alles nix geholfen! Aber es wird nicht analysiert, keine Organisation (Jugendamt) auf den Prüfstand gestellt. Die die Du kritisierst wollen gleich mein Bares und Frau von der Leyen machst das über die Kindergartenpflicht. Alles zu meinem Besten. Die wissen schon was Sie tun. ohh ich wiederhole mich, also zeit zum aufhören

  22. @Paul
    Ein Plädoyer gegen die allgemeine Schulpflicht war das keineswegs. Denn in dem käme der Absatz mit der Kontrolle nicht vor. Ich denke nicht, dass es nur einen Weg gibt das Ziel zu erreichen. Aber wir wissen, was Kinder in einem bestimmten Alter können sollten. Und wer das nicht schafft, der kommt eben unter Daueraufsicht. Wie eben die Kinder die von RTL2 erzogen werden. Nur gibt es eben auch die Kinder deren Eltern das mit der Erziehung hinbekommen und deren Kinder in ihrer Entwicklung nicht gebremst werden. Und denen vorzuschreiben dass sie ihre Kinder für wie lange auch immer in Betreuung geben müssen, das halte ich für falsch.
    Auch weil man in der Schule eben nicht nur die Grundrechenarten lernt. Und im Kindergarten nicht nur spielen. Aber mindestens letzterer, vielleicht sogar ersterer lässt sich daheim „simulieren“ ohne das das Kind Schaden davonträgt.
    @karsten
    Jede Demokratie bedient sich aller möglicher Teufeleien der Diktaturen. Einer Armee, einer Polizei, dem Gewaltmonopol und noch vielen mehr. Das ist keine Eigenart von Demokratie und Diktatur sondern von Staaten. Demokratische Staaten unterscheiden sich dadurch, dass sie nicht sich selbst sondern die Menschen in ihm damit schützen, verteidigen und ihnen Freiheit geben wollen. Wenn Paul (und ich) also unsere Erziehungsphantasie spielen lassen dann nicht, weil wir alle Kinder dieser Welt gleichschalten wollen. Sondern nur deswegen, weil es Familien gibt die es nicht schaffen ihre Kinder großzuziehen. Und dann muss der Staat halt eingreifen – gerade weil „unerzogene“ Kinder mit mangelnder Sprachkentniss und bedenklichem Sozialempfinden in einer Demokratie schwer zu verdauen sind.
    Bei b bin ich voll auf Deiner Seite. Bei c wieder nicht. Denn die Kosten sind mit schnurzegal. Und solange wir Politiker auf die Schulter klopfen die von „kostenneutraler Senkung der Mineralösteuer“ reden weil Benzin bezahlbar sein muss mach ich mir darum, dass man das Geld auftreiben kann, keine Gedanken.Und auch bei d bin ich wieder aud Deiner Seite.
    Und das Recht mit dem Deine Freiheit eingeschränkt wird ist das Recht jedes anderen, seine Freiheit genießen zu dürfen. Oder die Pflicht der Verwaltung von Euch allen es den Idioten nicht zu leicht zu machen. Mit welchen Recht etwa – und Du hast Deine Argumentation ja sehr allgemein gehalten – nimmt Dir der Staat das Recht eine Haubitze zu besitzen oder einen 90-Tonnen-LKW durch die Darmstädter Innenstadt zu gondeln?

  23. @daniel

    ich verstehe schon welches Problem Ihr gerne lösen würdet. Paul will gleich die „Pflicht“ einführen, aber auch Du benötigst die Kontrollinstanz! Das ist so, als wenn man alle Männer zur obligatorischen DNA-Probe verpflichtet, weil es schon mal Mord und Vergewaltigung gegeben hat. Bei Paul würden die Daten gleich vorgehalten, bei Dir müsste Sie in dem jeweiligen Gebiet oder auf Verdacht erhoben werden. Oder auf die Kindergartenpflicht übertragem: Ich muss mein Kind dort abliefern, um meine Unschuld zu beweisen!

    Das Du mir bei c) nicht zustimmst, ist nicht gut aber auch nicht weiter schlimm, solange Deutschland wahrlich Mrd. von Euro für Schwachsinn ausgibt braucht man sich um Geld für das Kindeswohl nicht streiten.

    „Und das Recht mit dem Deine Freiheit eingeschränkt wird ist das Recht jedes anderen, seine Freiheit genießen zu dürfen.“ Das ist natürlich schön formuliert, aber einfach mal seitenverkehrt!!!
    Das muss nämlich lauten: „Ich darf alles, bis ich anfange anderer Leute Rechte einzuschränken!“ So hat niemand das Recht mich einzuschränken, nicht Herr A oder Frau B und auch nicht der Staat. Und mein Satz macht viel klarer das ich frei bin und nicht ein „garantierte“ Freiheit geniessen darf.

    Und genau daran krankt hier in Deutschland das ganze System. Ich werde permanent in meinen Rechten eingeschränkt, mit fadenscheinigsten Begründungen. Ich darf mich „nicht selbst“ oder „überhaupt nicht“ um meine Rente/Krankenversicherung/IHK-Mitgliedschaft/usw. kümmern. Ich brauche garnicht von deiner Haubitze oder deinem 90-Tonner reden. Nee! Banalste Dinge werden mir täglich bis ins Detail vorgeschrieben, und vielen davon wohnt keine mögliche Verletzung der Rechte Dritter inne!

    Mal so 3 Beispiele:

    Ich könnte Hochschulprofessor und meine Frau Grundschullehrerin sein, ich dürfte meine Kinder nicht zu Hause unterrichten und das „Ergebniss“ meinetwegen durch eine Prüfungskommission ermitteln lassen.

    Ich könnte ein Testatment schreiben, das der Paul meine vielen Milliarden ;) erbt. Nix da! Es gibt einfach per Gesetzt Leute die entgegen meinem erklärten Willen nicht leer ausgehen. Das ist eine deutliche Einschränkung meines Privateigentums.

    Ich kann kein Gewerbe betreiben ohne Zwangsmitgliedschaft z.B. in der IHK. Ob die mich interessieren, ich sie kenne, mit ihren Zielen übereinstimme… interessiert keine Sau! Mithin gibt es in Deutschland also keine Vertragsfreiheit.

  24. @ karsten

    Zu a) Wenn alles, was auch Diktaturen machen, dadurch für Demokratien verboten wird, dann solltest Du Anarchist werden, denn dann kannst Du den Staat als solchen abschaffen. Mit Justiz, Polizei und Armee haben Diktaturen bisher jedenfalls mehr Unheil angerichtet als mit Kinderkrippen.

    Zu b) Muß ja nicht jeden Tag sein, so lange Deine Kinder deutsch sprechen lernen und nicht versuchen, ihre Freunde mit einer Kettensäge zu filetieren.

    Zu c) Im Rahmen einer pro-Kopf-Grundsicherung ließe sich das problemlos finanzieren und ich wage mal die Behauptung, daß das den Staat unterm Strich sogar deutlich billiger kommt als der bisherige Bürokratieformularsubenventionsdschungel. Wäre aber eine Extra-Diskussion.

    Zu d) Was die Eltern wollen, kann nur für sie selbst alleiniges Kriterium sein. Angesichts der Kinderarmut und zunehmenden Verwahrlosung der Kinder kann dies aber definitiv nicht für ihre Schutzbefohlenen gelten. Da hat die Gesellschaft noch ein Wörtchen mitzureden. Hier fällt mir auf, daß von Dir noch eine Lösung für verhungernde Kinder, ausländische Parallelgesellschaften und „white trash“-Erziehung fehlt.

    Was die Einschränkung Deiner Freiheiten angeht, mit welchem Recht macht der Staat überhaupt etwas? Die Kritik ist sicher berechtigt, wenn es um die unverschämten Eingriffe in das Leben selbstverantwortlicher Individuen geht. Aber bei Kindern geht es darum, sie überhaupt erst mal an diesen Punkt zu bekommen. Was Dein bares betrifft, Steuern muß man eh zahlen, also warum zur Abwechslung nicht mal für was sinnvolles?

    Das mit der gemeinsamen Lebenszeit mit Deinen Kindern ist sicher ein Argument. Dann gibt’s aber eben doch die bürokratische Variante. Also zusätzliche Überwachung der Eltern durch das Jugendamt und einen verpflichtenden Elternführerschein, denn an einem Kind kann man mehr kaupttmachen als an einem Auto.

  25. @ daniel

    Wie auch bei Karsten gilt auch bei Deiner Argumentation: Ohne Kindergartenpflicht mußt Du die bürokratischen Kontrollen der Eltern verstärken. Und wieso sollten gebildete Eltern ihre Kinder dann nicht komplett selbst unterrichten? Und falls sie das sollen dürften, wie ist das mit weniger gebildeten Eltern? Haben die wneiger Rechte?

  26. @ karsten

    Bei der Kindergartenpflicht geht es nicht darum Unschuld zu bewsien, sondern Schuld von vorneherein zu verhidnern. Und nebenbei ist es auch noch ganz allgemein gut für die Kinder.

    Du bringst meiner Meinung nach Dein Recht auf freie Entfaltung mit der Schutzfunktion des Staates durcheinander. Du kannst mir gerne ein paar Millionen vererben (brauchst Du meine Kontonummer? ;-) ) aber es gibt ein paar Minimalaufgaben des Staates, die dessen einzige Existenzberechtigung ist, und das ist unter anderem der Schutz von jenen, die nicht selber für ihn sorgen können. Und Kinder gehören da nun mal dazu.

  27. @paul13

    „Schuld von vorneherein zu verhidnern“ – Klar und wo hört das auf? 1984?? Mautdaten, VDS, Onlinedurchsuchung kann man bestimmt auch prima für den Kinderschutz nutzen.

    „Minimalaufgaben des Staates … Schutz von jenen, die nicht selber für ihn sorgen können“ – Und wenn Sie nicht geschützt werden müssen? Wir stecken ja auch nicht alle Männer in Therapiegruppe, weil andere schon mal vergewaltigt haben.

    „Hier fällt mir auf, daß von Dir noch eine Lösung für verhungernde Kinder, ausländische Parallelgesellschaften und “white trash”-Erziehung fehlt.“ – Tja paul, ich leide einfach nicht unter dem DO-SOMETHING-Syndrom wiel leider ein Kind gestorben ist. Der Staat hat völlig richtig reagiert. Das Kind war gestorben. Die Eltern wurden verhaftet, werden durch ein ordentliches Gericht nach Maßgabe der Dinge veruteilt. Ende der Geschichte

  28. @ karsten

    Männer sind Erwachsene, und solange sie nichts angestellt haben, brauchen sie auch keine Therapie. Das gilt allerdings nur dann, wenn man in ihrer Kindheit nicht allzuviel verbockt hat. Aber ich fürchte, beim Umgang mit Schutzbedürftigen werden wir uns wohl tatsächlich nicht einigen können.

  29. @Paul
    Genau. Die Kontrollen verstärken. Aber nicht die der Eltern sondern die der Kinder. Misshandlung, Vernachlässigung, Fehlernährung sind recht offensichtliche Dinge die man bei einmal im Monat zu Kinderarzt-gehen schon checken kann. Und natürlich gebe ich den weniger gebildeten das gleiche Recht wie den gebildeten. Jeder darf sein Kind daheim zu Abi pauken wenn er Differentialrechnung und Werkinterpretation von Hesse perfekt beherrscht. Zudem muss kontrolliert werden ob das Kind nicht verhaltensauffällig ist. Das würde kontrolliert – Wer’s nicht kann darf halt nicht.

  30. @karsten
    Ich stimme dir absolut zu! Dahinter steckt die absolute Unfähigkeit, statistische Signifikanz als Entscheidungskriterium zu verstehen bzw. anzuerkennen. Die Argumentation beschränkt sich dann bei Paul immer auf: Also meine Stiefschwester mag ganz toll die Mickey Mouse in der Disney World, obwohl die Muslima ist! Also kann’s da gar keine Probleme geben! Übrigens ist Paul ja auch für die Freigabe von Drogen für Erwachsene. Wobei ja bekanntermaßen der Drogenmißbarauch der Eltern überhaupt keine Rolle bei der Verwahrlosung von Kindern spielt. Natürlich sollte man auch die Verkäufer von Alkohol mittels versteckter Kameras überwachen. Was wirklich besonders intelligent ist ,wenn man auf der anderen Seite die Freigabe von Drogen vertritt. Aber wer wie Paul, damals im Ghetto den Ghettoblaster mit Afterglow von Genesis munitioniert hatte, dem geht die Realität sowas am Arsch vorbei, das kann man kaum beschreiben.

    Wenn man so die Kommentare in diesen Blog der letzten Wochen vergleicht, dann scheint Paul ja die Dumpfbacken wie Scheiße die Fliegen anzuziehen. Da sind die Kommentare bei der ach so bösen Gegenstimme deutlich intelligenter. Was anscheinend auch Paul mittlerweile begriffen hat!

    Gruß
    Mikado

  31. @ Mikado

    „Wobei ja bekanntermaßen der Drogenmißbarauch der Eltern überhaupt keine Rolle bei der Verwahrlosung von Kindern spielt.“

    Ein weiterer Grund für die Kindergartenpflicht. Danke! ;-)

    Was die Gegenstimme angeht, man soll auch die verlorenen Schäfchen nie aufgeben.

  32. @Paul
    Das ist dann aber auch unter Deiner Überschrift zu fassen und klingt ja fast so als wolltest Du den Erwachsenen jede erdenkliche Freiheit zugestehen und ihnen ihre Kinder entziehen weil die Freiheit der Eltern für sie nicht gut ist. Auch irgendwie unlogisch.
    @Mikado
    Ton ändern, bitte. Und das mit der statistischen Siknifikanz zählt hier meiner Ansicht nach nicht als Argument. Nehmen wir an das Kind ist wirklich tot, reicht das nicht, um das Problem zu beschreiben? Fängt das Problem überhaupt erst bei einem toten Kind an? Ich bin ein großer Feind davon sich die Welt mit Lebenerfahrung zu erklären. Aber Hier wird ja nur am Beispiel argumentiert und nicht das verhungernde Kind zur Regel erklärt.

  33. @ daniel

    Mitunter komt es vor, daß die Freiheit des einen mit der des anderen kollidiert. Und da muß eben manchmal der Staat eingreifen und den Schutz der Betroffenen sicherstellen.

    Im übrigen sag mir doch mal jemand, wieso es eine Schulpflicht für Grundschüler geben soll, aber keine Kindergartenpflicht.

  34. @Paul
    Weil es in der Schule auf Bildung ankommt, das pädagogische nur ein Teil der Ausbildung ist die Lehrer absolvieren um Lehrer zu werden. Im Kindergarten werden hauptsächlich pädagogische Inhalte vermittelt – Sozialverhalten, Gehorsam (sic!), quasi „soft skills“. Über die kann man streiten, über Lesen, Schreiben, Rechnen aber nicht. Und erstere kann man sicher auch daheim vermitteln. Muss man sogar und deswegen bin ich zwar gegen eine „kindergartenpflicht“ aber dafür, dass Kinder regelmäßig zur „Inspektion“ müssen.
    Und wenn die Freiheit der einen mit der Freiheit der anderen kollidiert dann ist der richtige Weg doch der, die Freiheit von beiden einzuschränken. Also etwa den Eltern eben zu verbieten lustig Drogen zu nehmen oder es ihnen nur unter Auflagen zu gestatten ihre Kinder nach eigenem Empfinden großzuziehen. Ihnen einfach alles zu erlauben und gleichzeitig die Kinder wegnehmen weil die ja offensichtlich kein Gutes Vorbild sind wenn sie alles dürfen, das halte ich für falsch.

  35. @ karsten,

    „Das Kind war gestorben. Die Eltern wurden verhaftet, werden durch ein ordentliches Gericht nach Maßgabe der Dinge veruteilt. Ende der Geschichte“

    Ich würde dir ja gerne recht geben, bis auf den winzigen Unterschied, dass das Kind nicht einfach gestorben isz, sondern durch verhungern lassen ermordet wurde. Die Eltern gehören also nicht nur so einfach vor Gericht gestellt, sondern wegen vorsätzlichen Mordes angeklagt. Nicht nur wegen der zu erwartenden Strafe, (ich persönlich würde für Höchstmaß plädieren), sondern um die Verantwortlichkeiten deutlich zu machen.

  36. @mikado
    Ich kann die statistische Signifikanz hier erkennen. Auch wenn wir am Extrembeispiel diskutieren ist es wohl Tatsache dass es immer mehr Kinder gibt die bei ihren Eltern irgendwann nicht mehr gut genug aufgehoben sind. Und das ist noch nicht einmal ein Vorwurf an die Eltern – die können einfach nichts dafür dass sie arbeiten MÜSSEN; auch wegen der Kinder.

  37. @ daniel

    „Und das ist noch nicht einmal ein Vorwurf an die Eltern – die können einfach nichts dafür dass sie arbeiten MÜSSEN; auch wegen der Kinder.“

    Dein Verständnis kann ich leider nicht aufbringen. Ich kenne genug Eltern und zähle mich selbst dazu, wo beide Elternteile arbeiten und es schaffen, ihre Kinder nicht nur nicht verhungern zu lassen, sondern hoffentlich auch emotional und geistig fördern zu können.
    Bei den anderen scheint mir mehr die eigene geistige Leere das Problem zu sein. Pauls Kindergartenpflicht-Vorschlag scheint mir durchaus bedenkenswert, ansonsten könnten vielleicht den Eltern Kurse helfen, bei denen ihr Blick weg vom umfangreichen Freizeitangebot und wieder hin zum Wesentlichen gelenkt wird. M.W. ist darüber noch gar nicht nachgedacht worden.

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