Alles Müller oder Hass?


Über das WADIblog bin ich auf einen Artikel im Tagesspiegel gestoßen, bei dem mir echt der Hut hochgeht. Deswegen hat das jetzt mal Vorrang vor den wirklich wichtigen Ereignissen und sogar vor der historisch weit bedeutsameren, aber leider immer noch überfälligen Fortsetzung der Politischen Nautik (die ist aber in der Mache, ehrlich!). Der Autor, ein gewisser Kai Müller, verstieg sich zu folgenden unglaublichen Zeilen, die ein zartbesaitetes Gemüt wie ich nicht unwidersprochen stehen lassen kann, ohne zu platzen:

Doch wenn der Fall Muhabbet überhaupt etwas bestätigt, dann die explosive Stimmungslage, die Diskussionen mit arabisch- und türkischstämmigen „Power Boys“ oft prägt.

Ich bin auch hitzköpfig. Ich kann in Diskussionen sogar richtig laut werden. Auch in Diskussionen mit Frauen. Aber auch dann spreche ich die nicht mit „Fotze“ oder „Schlampe“ an. Eine gewisse Hitzköpfigkeit und menschlicher Anstand lassen sich also durchaus miteinander vereinbaren, ohne daß man sich dabei einen abbricht.

Deren Erregungskultur ist mit deutschen Empfindlichkeiten selten vereinbar.

Das sollte sie aber sein. Denn anders als die islamo- und xenophobe Mehrheit meiner Landsleute heiße ich die „Power Kids“ als meine zukünftigen Rentenzahler herzlich willkommen. Damit nehme ich mir aber auch das Recht heraus zu verlangen, daß sie ihre Erregungskultur an meine Empfindlichkeiten anpassen und nicht umgekehrt. Überflüssige Brutalos gibt’s auch in blond und blauäugig schon genug. Also Einwanderung ja bitte, aber der Kompromiß zwischen gewaltgeiler Erregungskultur und zivilisiertem Umgang miteinander muß darin bestehen, daß sich die Erregten hundertprozentig an die Zivilisierten anpassen, ohne daß ihnen die in dieser Angelegenheit auch nur mit der Andeutung einer Bewegung entgegenkommen. Ende der Diskussion. Da versteh ich keinen Spaß. Und zwar „keinen“ im Sinne von „überhaupt keinen“. Got it, Kai?

Oder heißt das, mit zweierlei Maß zu messen?

Aber hallo, und ob es das heißt! Und deswegen sollten wir es auch ganz schnell wieder bleiben lassen.

Lassen wir Migranten durchgehen, wofür Neonazis verurteilt werden?

Nein, wir lassen Migranten durchgehen, wofür auch Neonazis nur unzureichend verurteilt werden. Vielleicht könnte man ja beides mal abstellen. Nur mal so als Vorschlag. Wie wär’s? Die Teufelsinsel ist jedenfalls groß genug für alle Beteiligten.

Nach dem Motto: Ist den Macho-Kids ja nicht anzukreiden, dass sie mal die Nerven verlieren.

Dann wäre aber der Gesellschaft und damit auch den diese Gesellschaft beschwichtigenden Journalisten anzukreiden, daß man die Macho-Kids und ihre Väter, wegen deren vorheriger Kindesmißhandlungen sie oft erst zum Nerven verlieren neigen, nicht so lange zu einer Anti-Gewalt-Therapie auflaufen läßt, bis sie’s begriffen haben. Sonst verliere nämlich irgendwann ich die Nerven.

Tatsächlich denken viele so und ärgern sich. Eine Tonstörung.

Tonstörung ist das richtige Wort. Denn genau sowas hören die eingeborenen Power Kids, bevor zu sich ihrer Erregungskultur hingeben und mit ihren durch ihre dunklere Hautfarbe provozierenden Opfern das machen, was Muhabbet so treffend besingt.

Vieles von dem, was als ethnisch-religiöser Hass vonseiten der Migranten artikuliert wird, ist Begleiterscheinung eines Ringens um soziale und kulturelle Anerkennung.

Das habe ich doch irgendwo schon mal gehört. Ach ja, das war immer dann, wenn ein paar arme, marginalisierte Faschoschläger nach der Tat von ihrem Anwalt mit dem Verweis auf soziales Umfeld, Perspektiv- und Arbeitslosigkeit oder ihre schwere Kindheit rausgehauen wurden.

Da geht es hart zur Sache, denn Respekt hat hierzulande einen schlechten Wechselkurs.

Hart zur Sache? Also so eine gewaltverherrlichende Scheiße hab ich ja schon sehr lange nicht mehr gehört. Ich könnte mich da als alter Hitzkopf jetzt auch mal meiner Erregungskultur hingeben und vom Autor dieses Drecks das einfordern, was er Respekt nennt, aber um ihm zu demonstrieren, daß es auch bei wirklich üblen Frechheiten anders geht, will ich mich damit begnügen ihn aufzufordern, daß er mir mal erklärt, was das Foltern oder Ermorden eines Menschen (und um nichts anderes handelt es sich, wenn man ein unschuldiges Opfer zusammenschlägt bzw. absticht) mit dem Erwerb von Respekt zu tun hat.

Wer wollte Muhabbet da Scheinheiligkeit vorwerfen, wenn er, der sich ansonsten vorbildlich gegen Gewalt einsetzt, diese plötzlich predigt?

Ich zum Beispiel. Wenn irgendwas käme wie „ich hab da früher Mist gebaut, aber das war falsch, und es tut mir leid und wird nicht wieder vorkommen“ und er die entsprechenden CDs vom Markt nähme, könnten wir ja drüber reden, denn Fehler macht jeder mal. Aber so lange er den Saubermann gibt und sich nicht ganz klar und unzweideutig von seinen früheren Machwerken sowie bei der Gelegenheit auch vom Mord an van Gogh oder den Drohungen gegen Ayaan Hirsi Ali distanziert, und zwar so laut und deutlich, daß es auch die Power Kids in den Vorstädten noch hören können, dann muß er mit noch ganz anderen Vorwürfen als nur Scheinheiligkeit leben.

Keine Widersprüche zu haben, das ist was für Leute, die sich moralisch nie bewähren mussten.

Und solche Sätze von sich zu geben ist üblicherweise was für Leute, die die Filbingers dieser Welt verteidigen.

Was Muhabbet wirklich zu sagen hat, das tut er als Musiker.

Und das kommt noch erschwerend hinzu! Denn verglichen mit dem, was er in seinen zudem noch grottenschlechten Songtexten aussagt, die selbst von der – als Mischung aus zwei jeweils für sich schon unangenehmen Musikstilen mutmaßlich grauenhaften – Musik kaum noch unterboten werden dürften, fällt sein besoffenes Partygesabbel nicht mal sonderlich negativ auf. Wobei der intellektuelle Gehalt dieser „Lyrics“ (was für ein Euphemismus!) eher nicht auf einen koranfesten Muslim oder gar einen waschechten Islamisten hindeutet (denen wäre er vermutlich nur peinlich). Wer so aggressiv und menschenverachtend von „Fotzen“, „Schwuchteln“, „Spastis“ und „Schlampen“ redet, ist definitiv nicht Osama Bin Ladens kleiner Bruder. Sondern einfach nur ein Ar… – äh, UNICEF-Botschafter.

~ von Paul13 - Freitag, 16. November 2007.

80 Antworten to “Alles Müller oder Hass?”

  1. Wenn Du Dich daran störst, unterscheidet Dich wenig bis nichts von der absoluten Mehrheit der von Dir so verachteten und herbeischwadronierten „islamo- und xenophoben Mehrheit“ deiner Landsleute. Denn genau an dieser Art von Ausländern stört sich der Ottonormaldeutsche. Glaub es oder lass es…

  2. @ Sir Winston

    Siehst Du, genau das meine ich. Die Mehrheit stört sich an dieser Art von Ausländern. Ich hingegen störe mich an dieser Art von Menschen. Und es ist mir sch…egal, wo die jetzt im einzelnen herkommen. Weil eben das zählt, was sie tun, und nicht das, was sie sind.

  3. Was aber das deutsche Arschloch vom ausländischen Arschloch trennt, ist, daß wir das deutsche Arschloch nicht abschieben können, wenn es straffällig wird. Außerdem ist das deutsche Arschloch oftmals ein Produkt unserer Gesellschaft und Kultur mit dem wir fertig werden müssen, wohingegen das ausländische Arschloch oftmals das Produkt einer anderen Gesellschaft und Kultur ist. Will sagen, daß deutsche Arschloch ist die Last die wir zu tragen haben, das ausländische Arschloch ist eine selbstgewählte Zusatzbelastung. Und es ist, auch wenn Du es nicht hören magst, Tatsache, daß Ausländer in Deutschland relativ betrachtet mehr Straftaten begehen als Deutsche. Die notwendigen Daten um diese Aussage nachzuvollziehen, findest Du beim faschistischen Bundesamt für Statistik und beim rassistischen Bundeskriminalamt. Das hat allerdings kulturelle und keine genetischen Grundlagen, bevor Du wieder böse wirst und mir Dinge vorwirfst, die ich nicht sage. Du kannst eben leider nicht immer trennen, was jemand ist und wo jemand herkommt. Das bedeutet aber explizit nicht, daß man Menschen über ihre Herkunft definieren soll, sondern daß Herkunft leider oft den Menschen definiert.

  4. @ Sir Winston

    „Was aber das deutsche Arschloch vom ausländischen Arschloch trennt, ist, daß wir das deutsche Arschloch nicht abschieben können, wenn es straffällig wird.“

    Das Argument liebe ich ja. Wer straffällig wird, darf ins Ausland gehen und da weiter sein Unwesen treiben. Toller Plan!

    „Außerdem ist das deutsche Arschloch oftmals ein Produkt unserer Gesellschaft und Kultur mit dem wir fertig werden müssen, wohingegen das ausländische Arschloch oftmals das Produkt einer anderen Gesellschaft und Kultur ist.“

    In dem Moment, wo jemand hier einwandert, ist er Teil unserer Gesellschaft. Und damit auch unser Problem.

    „Will sagen, daß deutsche Arschloch ist die Last die wir zu tragen haben, das ausländische Arschloch ist eine selbstgewählte Zusatzbelastung.“

    Wenn wir ihm aber das arschlöchige austreiben, dann kann er ein genauso liebenswerter Bürger werden, wie sein baseballschlägerschwingender deutscher Kollege, nachdem wir dem das ebenfalls ausgetrieben haben.

    „Und es ist, auch wenn Du es nicht hören magst, Tatsache, daß Ausländer in Deutschland relativ betrachtet mehr Straftaten begehen als Deutsche.“

    Mich würde mal eine Statistik interessieren, wie groß der Unterschied ist, wenn die Betreffenden aus derselben sozialen Schicht kommen, denselben Bildungsstand haben, genauso in Lohn und Brot sind uswusf. Ich wage mal zu behaupten, daß die Unterschiede da um einiges geringer sind als die aufgrund der im letzten Satz genannten sozialen Unterschiede. Zumindest habe ich noch nicht davon gehört, daß ein gutverdienender türkischer Aktienbroker mit dem Klappmesser in der Hand das Frankfurter Bahnhofsviertel unsicher macht.

    „Die notwendigen Daten um diese Aussage nachzuvollziehen, findest Du beim faschistischen Bundesamt für Statistik und beim rassistischen Bundeskriminalamt.“

    Wie? Die sagen, daß der türkische Aktienbroker das Klappmesser der Computertastatur vorzieht?

    „Das hat allerdings kulturelle und keine genetischen Grundlagen, bevor Du wieder böse wirst und mir Dinge vorwirfst, die ich nicht sage.“

    Kulturell finde ich schlimm genug. Ich ziehe es vor, die Leute individuell zu beurteilen. Ich finde die Deutschen in der Tendenz auch nicht sooo sympathisch, aber auch aufgrund früherer Erfahrungen würde ich jetzt nicht jedem einzelnen von ihnen eine persönliche Neigung zum Anzetteln von Weltkriegen unterstellen wollen.

    „Du kannst eben leider nicht immer trennen, was jemand ist und wo jemand herkommt.“

    Niemand bestreitet, daß es unterschiedliche kulturelle Prägungen gibt. Aber die kann man erstens beeinflussen, wenn die Leute aus ihrem Kulturkreis zu uns kommen, und sie sind zweitens m.E. weit weniger entscheidend als soziale Faktoren. Wobei das mit dem Beeinflussen dadurch, daß die Konservativen sich beispielsweise so erbittert gegen verpflichtende Krinderkrippen wehren, nicht gerade einfacher wird.

    „Das bedeutet aber explizit nicht, daß man Menschen über ihre Herkunft definieren soll, sondern daß Herkunft leider oft den Menschen definiert.“

    Dann liegt es an uns, das zu ändern. Ist schließlich auch Deine Rente.

  5. @ Sir Winston

    Hier

    http://ex-blond.com/?p=139#comment-674

    gibt es übrigens eine ähnliche Diskussion, wo noch ein paar weitere Punkte genannt werden, an die ich nicht mal gedacht habe, wie z.B. die Probleme alleinerziehender Mütter. D.h. wenn man diese ganzen sozialen Faktoren ausschließen könnte, die zu Kriminalität führen, dann wäre im Zusammenhang mit Kriminalität das Thema Ausländer vermutlich gar keins.

  6. @Sir Winston
    Der Name Kai Müller klingt ziemlich deutsch, wie im übrigen auch
    Frank-Walter Steinmeier
    http://www.sueddeutsche.de/deutschland/artikel/32/142717/
    Edmund Stoiber
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,422291,00.html
    Fritz Kuhn, Norbert Lammert
    http://www.dradio.de/aktuell/466449/
    Auch Axel Ayyub Köhler ist ein richtiger Deutscher, aber eben auch Muslim

    Was haben diese Leute mit Muhabbet gemeinsam? Sie mögen keine Religionskritik und haben etwas gegen freie Meinungsäußerung und damit gegen ein freiheitliches Deutschland. Die Liste soll natürlich nur ein Paar Beispiele liefern für eine politische Einstellung in Deutschland, man könnte auch unzählige Beispiele aus den führenden Medien angeben.
    Ganz anders übrigens denkt da ein Henryk Broder. Ich glaube Henryk ist kein deutscher Vorname.
    Die Fronten im Kampf um die Meinungsfreiheit in Deutschland haben fast nichts mit einem Migrationshintergrund zu tun.

  7. In dem Artikel im Tagesspiegel sind noch ganz andere Köstlichkeiten:
    „Denn er hätte ihn nicht „so schnell“ umgebracht, sondern erst noch „in den Keller gesperrt und gefoltert“. Das geht ja nun nicht mehr, da van Gogh schon tot ist und die Islamkritikerin Ayaan Hirsi Ali, der Muhabbet abseits des „Prix Europe“ dasselbe wünscht, für ihn vermutlich genauso unerreichbar bleibt. Sie lebt unter Polizeischutz. Doch der Skandal ist in der Welt.“
    Was mein Kai Müller mit diesen Sätzen? Was meint er mit dem Wort „doch“? Ja Herr Müller, sicher wird Muhabbet Theo van Gogh nicht töten und höchstwahrscheinlich wird er das auch bei Ayaan Hirsli Ali nicht tun, aber es ist ein Skandal wenn jemand anderen den Tod wünscht weil er ihren Film nicht mag.

  8. @Sir Winston
    „Außerdem ist das deutsche Arschloch oftmals ein Produkt unserer Gesellschaft und Kultur…“
    „…wohingegen das ausländische Arschloch oftmals das Produkt einer anderen Gesellschaft und Kultur ist.“
    „Das hat allerdings kulturelle und keine genetischen Grundlagen…“
    „…sondern daß Herkunft leider oft den Menschen definiert.“
    Das klingt für mich nach linkem voraufklärerischem Gedankengut. Ein Arschloch ist vor allem ein Arschloch, weil es sich so entscheidet und ein Mensch kann sich von seiner Herkunft definieren lassen, muß er aber nicht. Irgendwie scheint mir bei Dir die Idee von Eigenverantwortung abhanden gekommen zu sein?

  9. @Paul
    „Wer straffällig wird, darf ins Ausland gehen und da weiter sein Unwesen treiben. Toller Plan!“
    Es mag egoistisch sein, aber warum soll sich Deutschland mit einem Straftäter herumärgern, wenn man ihn auch loswerden kann?
    Im übrigen schlage ich vor Hassprediger unbürokratisch auszuweisen und dafür fleißige Illegale zu legalisieren oder ein paar Leute aus einem Flüchtlingslager aus Darfur.

    „Wenn wir ihm aber das arschlöchige austreiben, dann kann er ein genauso liebenswerter Bürger werden, wie sein baseballschlägerschwingender deutscher Kollege, nachdem wir dem das ebenfalls ausgetrieben haben.“
    Glaubst Du? Günter Grass ist zwar kein Nazi mehr, das wurde ihm ausgetrieben, aber liebenswürdig ist er auch nicht.

    „Wobei das mit dem Beeinflussen dadurch, daß die Konservativen sich beispielsweise so erbittert gegen verpflichtende Krinderkrippen wehren, nicht gerade einfacher wird.“
    Da verkennst Du, glaube ich, das Problem. Die Schulen, die führenden Medien und andere Meinungsmacher erziehen zum Verständnis für manche Gewalt und zur Ablehnung von manchen Werten und Lebensweisen. Es wird für Verständnis für palästinensische Terroristen, irakische Massenmörder, Frauen und Schwulen mordendende Islamisten und belidigte Muslime, die anderen mit dem Tod drohen. Andererseits wird man zur „freundschaftlichen Kritik“ gegenüber USA und Israel erzogen und zur Relativierung des Wertes Freiheit.
    Das Problem mit dem Verhältnis zur Gewalt und Freiheit ist ein Problem der deutschen (auch französischen etc) Gesellschaft und nicht von Randgruppen.

  10. Paul13

    „….dann wäre im Zusammenhang mit Kriminalität das Thema Ausländer vermutlich gar keins.“

    Reines Wunschdenken, fürchte ich.

  11. @ Paul
    Nun hatte ich schon eine Antwort geschrieben, habe sie dann aber als zu polemische verworfen. Ich will mich bemühen, die Debatte zu versachlichen. Das andere veröffentlich ich dann beizeiten auf der Gegenstimme. Widersprechen möchte ich aber trotzdem.

    Es mag sein, daß Dir das Argument der Abschiebung krimineller Ausländer übel aufstößt und es mag auch sein, daß ich diese Auffassung mit auch aus meiner Sicht eher unappetitlichen Zeitgenossen gemein habe, aber ich bleibe dabei. Der Plan ist insofern toll, da er auf das Verursacherprinzip und Verantwortlichkeitsprinzip zurückgreift. Wenn jemand einwandert, ist er nicht automatisch Teil unserer Gesellschaft. Insbesondere wenn er es von sich aus ablehnt, was viele tun. Du kannst ihn gerne in Deine Arme schließen, ich möchte das nicht. Wohlgemerkt als Reaktion nicht als Aktion!

    Mir ist vollkommen bewußt, daß wir von einer Minderheit der Zuwanderer sprechen, allerdings von einer signifikanten. Wenn ein Mensch als Teil seines eigenen Selbstverständnisses beispielsweise Ungläubige als Untermenschen ablehnt, sollte er in das Land gehen, daß diesen Ansatz zelebriert und in sein Hirn oder das seiner Eltern gepflanzt hat. Ihm das arschlöchige auszutreiben, ist ein hervorragender Ansatz, der bestimmt auch den unzähligen Opfern dieser Figuren gefällt. Die dürfen Deine Barmherzigkeit und Deinen pädagogisch wertvollen Ansatz nämlich jeden Tag ausbaden.

    Mich würde wiederum die Statistik interessieren, die eben die von Dir genannten Phänomene in Zusammenhang mit dem kulturellen Hintergrund darstellt. Aber vermutlich ist das alles unsere Schuld.

    Der gutverdienende türkische Aktienbroker hat hier nichts zu suchen, da ich an keiner Stelle ausgeschlossen habe, dass solch ein Erfolg möglich ist. Ich halte diesen Erfolg nicht mal für besonders unwahrscheinlich. Es müsste schon der fundamentalislamistische (der mit Mohammed und dem Koran) Aktienbroker sein, um mich zu widerlegen. Interessant wäre auch mal zu gucken, wer verwestlichter ist, die ausländische Ober- oder Unterschicht. Ein Ausländer kann im Übrigen auch ein besserer „Westler“ sein, als ein Deutscher.

    Ich ziehe es auch vor Leute individuell zu beurteilen, … und? Wann habe ich etwas Konträres geschrieben?

    Du findest die Deutschen in der Tendenz auch nicht so sympathisch? Was konkret ist Dein Problem mit einer seit Jahrzehnten stabilen Demokratie? Das Deutschland von heute ist in etwa das totale Gegenmodell zum Nazideutschland. Wenn ich also das Deutschland von heute als Beispiel anführe, ist der ewige Nazivergleich völlig verfehlt. Außerdem beziehe ich mich nicht auf explizit „deutsche“ sondern vielmehr westliche Kultur.

    Die sozialen Faktoren sind also entscheidender als kulturelle Faktoren? Was soll unser Sozialstaat denn noch alles so anbieten?

    Und zu guter letzt. Meine Rente kann ich mir hoffentlich selber verdienen. Desweiteren habe ich nicht vor in Deutschland zu verbleiben.

  12. @ Schmock
    Mag ja sein, daß die von Dir angeführten Personen einiges gemeinsam haben und eine Gemeinsamkeit ist, daß sie alle eine einigermaßen beachtenswerte Karriere hingelegt und sicherlich nicht ihr Kiez terrorisiert haben. Insbesondere Edmund Stoiber hat bestimmt eine beachtliche Strafakte…

    Nun zu Broder. Ich weiß nicht, ob ich tatsächlich mißverstanden werde oder mißverstanden werden will. Ich habe an keiner Stelle der Deutschtümelei das Wort geredet. Worin genau liegen Henryks kulturelle Überzeugungen und Prägungen, die dezidiert nicht westlich sind? Der Kampf um die Meinungsfreiheit in Deutschland hat aber sehr viel mit kulturellen Überzeugungen zu tun. Meinungsfreiheit an sich ist ein Teil unser Kultur! Das viele Menschen mit Migrationshintergrund sich in diesem Kampf auf unsere Seite schlagen, ist doch sehr begrüßenswert! In welchen Teil der kulturellen Sphäre ist Meinungsfreiheit noch am höchsten angesehen? Beginnt mit „W“ endet mit „estlich“. Vielleicht kommst Du drauf.

    Linkes voraufklärerisches Gedankengut wurde mich bisher selten vorgeworfen, aber man lernt ja nie aus. Vielleicht hast Du auch recht. Ich habe meine Orientierung im politischen Spektrum verloren. Scher mich aber auch nicht allzu sehr darum. Aber ich bleibe dabei, daß Menschen die von klein auf indoktriniert werden, nicht völlig allein für ihr Schicksal verantwortlich zu machen sind. Da spielen m.E. schon andere Faktoren mit rein. Eigenverantwortlichkeit kann nur in einer freien Gesellschaft mit aufgeklärten Menschen funktionieren. Die von mir angesprochenen Subgesellschaften negieren diese freie Gesellschaft aber völlig. Von einem beispielsweise vierzehnjährigen islamisch (Der Islam mit dem Koran und Mohammed. Ich muß das schreiben, denn Paul kennt noch einen anderen Islam) geprägtem Ghettokid totale Eigenverantwortlichkeit zu verlangen finde ich gewagt, da bin ich dann gerne auch mal links voraufklärerisch. Hochachtung im Übrigen für jene Menschen, die es trotzdem schaffen. Ich lehne es aber wiederum auch ab, die Verantwortung für diese Fehlentwicklungen zu übernehmen, insbesondere weil die Anfälligkeit in diesem Kulturkreis relativ gesehen sehr hoch ist. Wir haben genug eigene Fehlentwicklungen zu korrigieren.

  13. @ Silver Surfer
    Das denke ich auch.

  14. Ist mir ein Rätsel wie man sich über die Lyrics von Muhabbet so aufregen kann. Rap und Hip-Hop ist so! Auch Eminem äußert sich abwertend über Schwule und Frauen. Auch Tupac wurde mit 5 Schüssen angeschossen und bekam 4 Jahre Knast für Vergewaltigung. Ist doch völlig normal, die Jungs sind halt noch wirkliche Männer und was genau ist eigentlich der Unterschied zwischen Bitch und Fotze? Ok, die Amis ballern lieber und bei uns arbeitet man momentan noch mit dem Messer. Ist aber sicherlich nur eine Frage der Zeit.

    Ein paar Beispiele:

    G-Unit: Eye for Eye
    Nigga you shit on me , i’ll shit on you
    You put a hit on me, i’ll put a hit on you
    A eye for an eye nigga
    Survive the shots or die nigga

    G-Unit: Salute You
    General, I salute you
    I’ll put a hole in any nigga tryna shoot you
    It ain’t nothing ‚cause loyalty is what I’m used to
    And what I won’t do, I’ll have one of my troops do
    Nigga we’ll kill you

    Sido: Arschficksong
    ich bin der arschfickmann
    es fing an mit 13 und ner tube gleitcreme
    dann brauch man nich erst lockern
    sonder kann ihn gleich reinschieben
    katrin hat geschrien vor schmerz
    mir hats gefallen
    ich hab gelernt man kann ne hand reinschieben
    und dann ballen
    ich hab experimentiert
    katrin war schockiert
    sie hat nich gewusst dass der negerdildo auch vibriert
    ihr arsch hat geblutet
    und ich bin gekommen
    seit diesem tag sing ich den arschficksong

    Gruß
    Mikado

  15. Hej! Das sieht man doch hübsch wie nah der braune Mob und die Broder/PI-Anhängerschaft bei einander schlafen. Macht alle weiter, das wird noch lustig.
    @Paul
    Die kleinen Power-Boys sollen also Deine Rente zahlen UND sich Deiner Erregungskultur anpassen? Die werden sich denken: Ne, Paul, wenn wir Dich schon im Alter durchfüttern dann wollen wir aber… Das Argument ist etwas unlogisch. Es sei denn Du siehst die Migranten als billige Arbeitskräfte die sich sonst hier tunlichst still zu verhalten haben. DAS allerdings halte ich für bedingt menschenverachtend und es ist genau die konservative Haltung die solche Muhabeets erst möglich gemacht hat.
    @Schmock
    Wow. „Hassprediger unbürokratisch ausweisen“; ist schon hart. Aber mit „die führenden Medien und andere Meinungsmacher“ haben Sie noch einen rückenmarkansprechendes Populistengaul im Stall der die Sporen noch lange nicht satt hat. Was mich weiter nicht stört, ich kann Sie ja quasi ‚abschalten‘. Aber da fängt es an im Diskurs problematisch zu werden weil Sie uns hier ‚den Broder machen‘ (Oh, darf ich das sagen?) und man jetzt erst merkt, dass er zur Lösung des Problems nichts beizutragen hat. Noch nicht einmal ausmachen kann der das Problem. Selbst wenn es weiß auf schwarz darüber steht.
    Paul hat es angedeutet: Der Zusammenhang zwischen – allgemein formuliert – Ablehnung der freiheitlichen Grundordnung und Religion: Islam ist nur schwer Vorstellbar. Dazu gibt es zu viele Glatzen, CDU-Wähler, Mixas, NPD-Wähler und handelsübliche Vollidioten. Eine soziale Erklärung kommt da deutlich besser weil sie Falsches aus- und Richtiges einklammert. Und man kann sich das anhand der bisherigen Beiträge auch super vorstellen:
    Papi kommt als Gastarbeiter nach Deutschland. Er lernt von diesem Land kaum mehr als seine Arbeitsanweisung (Sprache), dass er um sechs am Band zu stehen hat (Mentalität) und dass er sich ansonsten ruhig zu verhalten hat, er ist nämlich Gast (Kultur). Und was genau soll er dann seinem Kind beibringen? Und was genau lernen die Kinder von 50000 Gastarbeitern in einem Problemviertel dann?
    Und Sir Winston: Ja, genau DAS soll der Sozialstaat anbieten. Er soll dort ausgleichen wo wirtschaftliche Unterschiede die persönliche Existenz und/oder den sozialen Frieden gefährden. Das ist seine originäre Aufgabe!

  16. Sehr erfrischend diese Art Bericht zu erstatten, die Art der Auseinandersetzung, die Vernunft in Ihren Zeilen – Bravo! Mehr davon.

    Gruß

  17. @Paul13
    „..heiße ich die “Power Kids” als meine zukünftigen Rentenzahler herzlich willkommen.“

    Ist das nicht ein bisschen sehr optimistisch? Ich kann mir einiges vorstellen, aber blöderweise nicht, dass die mir später meine Rente bezahlen.

  18. @ daniel
    „Ja, genau DAS soll der Sozialstaat anbieten. Er soll dort ausgleichen wo wirtschaftliche Unterschiede die persönliche Existenz und/oder den sozialen Frieden gefährden. Das ist seine originäre Aufgabe!“

    Mal ganz abgesehen, dass ich in einem solchen Staat nicht leben möchte, wo ist das diskurstheoretisch festgelegt bzw. welchen Schmarren haben Sie denn da gelesen?

    @ Paul

    Das mit den zukünftigen Rentenzahlern kann wohl nicht so ganz klappen. Hat schon mit der ersten Generation nicht so ganz hin gehauen. Oder sollte Nobbi doch recht behalten mit der ssischeren Rente?

  19. @Mikado
    Muß man sich also mit Gewalt verherrlichenden und frauen- und schwulenfeindlichen Texten im Rap abfinden? Sollte die Aufregung nicht eher noch größer sein, wenn nicht nur eine Person, sondern viele Grund zum Aufregen bieten?

  20. @daniel
    Wie kommen Sie darauf, dass brauner Mob und Broder-Anhänger bei einander schlafen? Können Sie das begründen?
    Wollen Sie meine Worte „Hassprediger unbürokratisch auszuweisen“ kritisieren, oder sind diese so offensichtlich menschenverachtend, dass sich weitere Worte erübrigen?
    Im übrigen gebe ich ihnen mal Beispiele dafür, was ich mit Hassprediger meine:
    Leute die öffentlich zum Mord an Karikaturisten, Literaten, Filmemachern, Feministinnen, Islamkritikern, Juden, Frauen aufrufen. Wie soll man diese ganzen Risikogruppen denn schützen?
    Zu:
    “die führenden Medien und andere Meinungsmacher”
    Halten Sie meine Aussage für unrichtig oder stören Sie nur die Wörter, die ich benutze?
    Hier einige Beispiele die mich auf die Idee gebracht, dass einiges falsch läuft in der deutschen Öffentlichkeit
    Die Bundeszentrale für politische Bildung brachte ein Begleitheft zum Film „Paradise now“ heraus, das nicht nur die Lage zwischen Israel und Palästina völlig verfälschend dargestellt, sondern auch für Verständnis mit einem Selbstmordattentäter geworben hat.
    Überhaupt ist die Berichterstattung über Israel in den bedeutenden deutschen Medien häufig absurd schlecht und das Bild was von Israel gemalt wird zeugt von starken Ressentiments. Ein Beispiel für das erste war der Fall des Massakers von Dschenin, warum haben so viele deutsche Medien in diesem Fall gelogen? Darüber, dass sie die Wahrheit hätten sehen müssen, gibt es doch wohl keine Zweifel, oder?
    Eine Offenbarung waren auch die Reaktionen zum Karikaturen-„Streit“. Viele Medienleute waren lieber auf der Seite der Islamisten, als ihrer Kollegen und laberten herum, anstatt sich zur Meinungsfreiheit zu bekennen oder sie aber offen abzulehnen.
    Auch unser lieber Waffen-GG bekannte Farbe:
    http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~EC5816691793D4046882B75C3BD98A8C8~ATpl~Ecommon~Scontent.html
    Auffällig oft werden Massenmörder im Irak als Widerstandskämpfer bezeichnet, wahrlich ein Hohn für die Opfer.
    2003 gab es viele Anti-Irakkriegs-Demonstrationen, manchmal sind sogar Lehrer mit ihren Klassen hingegangen, so was passierte auch in Grundschulen. War das kein Mißbrauch der Kinder für die eigenen politischen Zwecke? Was sollte die Schule oder die Gemeinde mit so einem Lehrer machen?

  21. @Sir Winston
    Zumindest Edmund wollte mit staatlicher Gewalt Religionskritik bestrafen und wenn möglich verhindern. Wurde er daraufhin eigentlich vom Verfassundsschutz beobachtet?
    Ich wollte Dir eigentlich keine Deutschtümelei vorwerfen, meinetwegen könnten wir auch Frankreich als Beispiel nehmen, aber wir leben nun mal in Deutschland und kennen uns hier besser aus, sondern, dass Du Muhabbets Verständnis und Unterstützung für Mörder mit seiner Herkunft erklärst und nicht mit seinem Charakter und seinen Ansichten. Hans-Christian Ströbele ist da auch immer sehr mitfühlend. Alle möglichen Friedensinitiativen sind auch immer wieder gut zu Mördern und erklären uns die „verständlichen“ Motive der aufgebrachten. Friedensforschung Uni-Kassel ist dafür ein Beispiel. Es gibt auch Antiimperialisten in Europa, die für den irakischen Widerstand sammeln, und Politiker, die die Hamas und die Hisbollah zu unterstützen versuchen. Dieses Problem ist kein Problem der Migranten, sondern der gesamten Gesellschaft.
    OK Henryk ist ein polnischer Vorname und Polen gehört kulturell zu Europa, wenngleich es immer noch kein richtig westliches Land ist. Aber Henryk Broder ist eine Reizfigur in Deutschland, er ist sogar eine Randfigur. Seine Betonung des Wertes Freiheit ist in Deutschland nicht Mehrheitsfähig, in Polen wäre es vielleicht eher der Fall. Natürlich ist die Freiheit des Individuums ein vor allem westlicher Wert, der aber in Deutschland nicht so sehr geschätzt wird. Die Meinungsfreiheit wird zum Beispiel in den USA deutlich höher angesehen als in Deutschland.
    „Das viele Menschen mit Migrationshintergrund sich in diesem Kampf auf unsere Seite schlagen, ist doch sehr begrüßenswert!“
    Vielleicht schlagen aber auch wir uns manchmal auf ihre Seite. Zum Beispiel ist Ayaan Hirsli Ali deutlich liberaler als die meisten Niederländer. Warum? Vielleicht weil sie eine Frau ist, aus Afrika kommt, eine geborene Muslimin ist und Unfreiheit erlebt hat, so dass sie den Wert der Freiheit zu schätzen weiß? 1968 hingen viele Studenten im Westen Europas linken Ideen an, die Studenten im Osten hingegen wollten Freiheit. Viele westeuropäische Intelektuelle mußten sich von Solzenizyn die Unmenschlichkeit der Sowjetunion erklären lassen, manche haben ihm nicht geglaubt. Ein Redakteur in Jordanien reagierte viel vernünftiger auf den Streit um die Mohammed-Karikaturen als viele westliche Kollegen
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,398885,00.html
    obwohl ihm daraufhin Gefahr drohte und ihnen nicht.
    Schließlich ist es schwer zu wissen was viele Muslime denken, da viele Äußerungen für sie mehr Probleme und Gefahr mit sich bringen als für den deutschen Michel.

  22. @alibaba
    Wenn das nicht seine Aufgabe ist, was denn dann? Und warum will man in einem Staat nicht leben der versucht das auszugleichen, was der einzelne in seinem Leben vielleicht nicht schafft: Nämlich unter der Grenze zu vegitieren die ihm eine vernünftige Auskunft und eine berechtigte Teilhabe am politischen Leben ermöglicht?
    @Schmock
    Broders Islam-ist-nicht-mein-Freund-Gewäsch lässt sich ganz vorzüglich an jedem MeckPom-Stammtisch nachsprechen und mit breitem Grunzen quittieren. Jaja, keine Moschee in Köln solange keine Kirche in Mekka steht. Tolles Argument. Im Kern eigentlich das, dass HMB entweder gerne in einem Gottestaat nach saudischem Vorbild leben will. Oder einfach nicht ernst genommen werden möchte. Ich unterstelle ihm Letzteres und tue ihm den Gefallen. (Obwohl er auf meine Aufmerksamkeit freilich keinen Wert legt…)
    Ihre Worte „Hassprediger unbürokratisch ausweisen“ haben schon was populistisches. Wie werden die denn jetzt ausgewiesen. Garnicht? Warum dann die Forderung nach dem „unbürokratisch“? Und was soll das „unbürokratisch“ denn bedeuten. Soll Judge Dredd per Schnellverfahren die Leute gleich aufm Motorrad zurück nach Woderpfefferwächstistan zurückbringen? Und zu unrecht ausgewiesene Hassprediger? Nimmt der die dann auf dem Heiweg wieder mit? Wer glaubt das Problem in einer drei-Wort-Formnel gelöst zu haben hat seinen Beitra entweder nicht ernst gemeint (wieder meine Auslegung) oder geht auf Rückenmarkfang…
    Und wer hat eigentlich mit Israel angefangen. Ist das jetzt der eigentliche Grund oder nur ein schönes Beispiel oder doch – wie hier ja eigentlich widerlegt – die „Mutter aller Konflikte“? Wenn es nur um ein dankbares Feld geht, das einfach zu bestellen ist, dann möchte ich als Beispiel bitte die von Geschichtsinterpretation als Argumentationsmuster im außenpolitischen Diskurs in Deutschland anführen. Das hat mit unserem Thema etwa genauso viel zu tun aber ich kenne miuch recht gut damit aus.
    Und der Grass. Gut, ich bin ja weithin bekannt als Jünger des Literaturnobelpreisträgers, ich bin ja Linker und meine Pulsadern pochen noch immer im Verlangen nach einer Rasierklinge weil mein personifiziertes Denken bei der SS war. Weswegen ich auch ein bißchen bei der SS war. Oder was hatte das hier gerade mit dem Thema zu tun? Ach so, der Grass spricht auch von Meinungsmacht der Massenmedien. Meint der damit das Gleicht wie Du oder doch das Gegenteil und hat deswegen unrecht. Soory, aber der Bezug zu meinem Post fehlt mir bei Dir ein bißchen.

  23. @daniel

    „DAS allerdings halte ich für bedingt menschenverachtend und es ist genau die konservative Haltung die solche Muhabeets erst möglich gemacht hat.“

    Menschen zu Objekten eines „Sozialstaates“ zu erklären ist sehr konservativ! Ihre an Paul gerichtete Anmache fällt also massiv auf Sie selbsat zurück.

    Wenn Sie nicht wissen wozu ein Staat überhaupt da ist, sollten Sie nicht versuchen in das GG irgendwelche Staatszielbestimmungen hineinzuinterpretieren.

  24. @Schmok
    „Muß man sich also mit Gewalt verherrlichenden und frauen- und schwulenfeindlichen Texten im Rap abfinden? Sollte die Aufregung nicht eher noch größer sein, wenn nicht nur eine Person, sondern viele Grund zum Aufregen bieten?“

    Nein, aber man muß auch nicht so tun wie wenn man aus allen Wolken fällt wegen dem Text. Wer es wissen wollte, der weiß es schon lange, dass das Frauenbild im Rap nicht stimmt. Also ist das ganze nur eine scheinheiliges, dummes Getue. Ausserdem, wieviele Mädels singen im Eminemkonzert die Lines über die Bitches mit? Fast alle! Es ist einfach cool ein Gangsta zu sein!

    Gruß
    Mikado

  25. @ daniel

    „Hej! Das sieht man doch hübsch wie nah der braune Mob und die Broder/PI-Anhängerschaft bei einander schlafen. Macht alle weiter, das wird noch lustig.“

    Nur mal so interessehalber: Wen genau meinst Du in dieser NBFS-Diskussion mit braunem Mob und wen mit Broder/PI-Anhängerschaft?

    „Die kleinen Power-Boys sollen also Deine Rente zahlen UND sich Deiner Erregungskultur anpassen? Die werden sich denken: Ne, Paul, wenn wir Dich schon im Alter durchfüttern dann wollen wir aber… Das Argument ist etwas unlogisch. Es sei denn Du siehst die Migranten als billige Arbeitskräfte die sich sonst hier tunlichst still zu verhalten haben. DAS allerdings halte ich für bedingt menschenverachtend und es ist genau die konservative Haltung die solche Muhabeets erst möglich gemacht hat.“

    Daran ist im Gegensatz zu Deiner grotesken Antwort nichts unlogisch.

    1. sollen sie ihre Erregungskultur selbstverständlich auch dann anpassen, wenn sie keine Rentenbeiträge zahlen. Dabei spielt es auch keine Rolle, was sie im einzeln darüber denken. Sie haben es einfach zu machen, weil es sich hier um nicht verhandelbare Grundregeln menschlichen Miteinanders handelt.

    2. war das mit den Rentenbeiträgen nicht im Sinne von „meine Sklaven sollen für ihren Massa schuften“ gedacht, sondern in der Richtung von „ich widerspreche der Propaganda, die behauptet, Einwanderung wäre wirtschaftlich gesehen ein Fehler“, hatte also eine exakt gegenteilige Absicht.

    3. bin ich fest davon überzeugt, daß Du Dir meiner Absicht durchaus bewußt gewesen bist, weswegen ich, auch wenn ich die Diskussionen mit Dir ansonsten durchaus schätze, mir aufgrund der ziemlich unverschämten Unterstellung Deinerseits herausnehme, temporär ebenfalls auf unnötige Höflichkeit zu verzichten.

    4. in unserem derzeitigen Rentensystem wäre es meiner Rente sogar zuträglicher, wenn die Einwanderer besserqualifizierte Jobs hätten und somit mehr in die Rentenkasse einzahlen. Der türkische Aktienbroker war im übrigen meine Idee, nicht Deine, wenn ich mich nicht irre.

    5. bin ich ein Anhänger einer steuerfinanzierten Grundrente und damit ist Punkt 4 im Prinzip sogar egal.

    6. bin ich nicht der Ansicht, daß Einwanderer sich stiller zu verhalten haben als Einheimische, sondern nur genauso still. Und bei Gewaltanwendung bedeutet das für beide ABSOLUT still. Ich deutete ja bereits an, daß ich da keinen Spaß verstehe. Und wenn das für Kai Müller gilt, dann auch für Dich.

    7. ich hielt es bisher nicht für eine konservative, sondern für eine progressive Haltung, daß man weder über Frauen noch Schwule noch Behinderte herzieht und daß man das Verprügeln Schwächerer nur so zum Spaß grundsätzlich ablehnt, aber ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen. Also laß mal hören!

    8. bin ich als toleranter Mensch gerne bereit, bei Punkt 7 Ausnahmen zuzulassen, sofern das Opfer vorher ausdrücklich zustimmt. Ein ausgebeuteter Billigarbeiter darf Dir also gerne ein Messer in den Bauch rammen oder Deine Schwester, so Du eine hast, als Nutte beschimpfen und sie dann mit eben dieser Begründung verprügeln, sofern Ihr das wirklich so toll findet und das vorher notariell beglaubigt mit drei Durchschlägen bestätigt. Das ist letztlich Eure Sache und der Liberale in mir hält sich da gerne raus. Natürlich nur, wenn meine Krankenkasse nicht dafür zahlen muß, Euch wieder zusammenzuflicken.

    Mein Vorschlag wäre daher, mietet Euch doch zusammen mit den übrigen Hools, Faschos und sonstigen gewaltgeilen Spinnern, die es für unbotmäßig halten, ihre Erregungskultur an die meine anzupassen, ein Fußballstadion, und vermietet die Zuschauerränge an das entsprechende Publikum. Die zahlen sicher gerne dafür, Euch zuzuschauen, wie Ihr Euch in Eurem Brutalodrom ganz selbstbestimmt den Schädel einschlagt. Wenn Ihr genügend Eintritt verlangt, könnt Ihr davon locker eine private Zusatzkrankenversicherung zahlen. Und falls Ihr auch die Fernsehrechte geschickt verkauft, werdet Ihr vielleicht sogar richtig reich.

    Nur verschont mich bitte in Zukunft mit diesem Unsinn, der dem heißblütigen Südländer als solchem die Veranlagung zuschreibt, bei einem schlecht bezahlten Job sozusagen genetisch bedingt zum Klappmesser greifen zu müssen. Das interessiert mich weder in der fortschrittlichen Variante, die ihm das Recht dazu mit eben dieser Begründung zubilligt, noch in der reaktionären, die es ihm genau deswegen abspricht. Das ist in beiden Fällen ein ekelerregender und gewaltverherrlichender Kulturrelativmismus und damit auf diesem Blog nicht erwünscht. Ich hoffe, meinen Unmut deutlich gemacht zu haben.

  26. @ Mikado

    Daß Eminem das auch tut, macht das ganze keinen Deut besser. Das ist menschenverachtender Dreck, und der wird nicht dadurch sauberer, daß sich noch mehr Leute schmutzig machen.

  27. @ alibaba

    Ging mir wie schon Daniel gegenüber erklärt, nicht um die Rentenfrage, sondern um den wirtschaftlichen Sinn von Einwanderung. Die Rente ist, so wie wir sie organisieren, natürlich nicht sicher, und Nobbi hat schlicht und einfach keine Ahnung, wovon er spricht.

  28. @Paul
    „Daß Eminem das auch tut, macht das ganze keinen Deut besser. Das ist menschenverachtender Dreck, und der wird nicht dadurch sauberer, daß sich noch mehr Leute schmutzig machen.“

    Zugegeben, ist schon hart für so alte Genesishörer. Verbieten! Verbieten! Alles Verbieten! ;-)

    Gruß
    Mikado

  29. @ Mikado

    Wo habe ich gesagt, daß ich da was verbieten will? Das müßte ich dann ja auch mit so manchem grausamen 22:15-Film tun. Ich will nur nicht, daß solche Brutalos noch vom Staat als Vorbilder präsentiert werden und Gewalt als normales Konfliktlösungsmittel der Bürger untereinander akzeptiert wird.

    Wozu das führt, kannst Du sehr gut bei Daniel sehen, der schon aufgrund schlechter Jobs Verständnis für derartige „Erregungskulturen“ zu haben scheint. Der arbeitslose Fascho darf dann die Obdachlosen zusammentreten, der arbeitslose Türke jeden, der ihm nicht genügend „Respekt“ erweist, und irgendwann gibt’s dann auch noch für Schwulenhaß Posten wie den des UNICEF-Botschafters. Obwohl, vergiß „irgendwann“…

  30. @Paul
    Sorry, wollte Dich nicht auf die Palme bringen. Aber Dein Argument wird mal wieder so klar dass man eine Haken dranmachen kann. Wie gesagt: Der das-Maul-haltende Rentenzahler ist nicht in unserem Sinne. Der das Maul halter der – wie jeder andere hier auch – Rente zahlt dann schon. Wobei mir gerade auffällt, das Norbert Blüm schon irgendwie Recht hatte den die Grundrente wird er noch in hundert Jahren zahlen lassen können. Für die bin ich auch und langsam zweifele ich an unserer Selbteinschätzung… (Eigentlich an Deiner…)
    Wobei ich mir mit den leicht erregbaren Südländern nicht ganz so sicher bin. Deine Linie ist da richtig: Seid doch was Ihr wollt aber hier ist die Grenze und die wird nicht übertreten. Weder weil man leicht reizbar noch weil man sozial benachteiligt noch weil man dummdreisder Naziproll ist der Didaoben (<-Niggemeier-Wort) nicht mag. Die Frage die der Kommentar zu beantworten sucht ist auch nicht di, warum es entschuldbar sei den dass Muhabet den Theo gerne noch gefoltert hätte. Die Frage die er beantwortet ist ob wir es uns nicht zu einfach machen ihn einfach unter Islam=Demokratiefeindlich abzustempeln. Und das Du das – wie ich – nicht tust, das brauch ich Dir noch nicht einmal zu unterstellen.

  31. @Paul
    Und nein, ich will niemanden prügeln, stechen und sonst was machen lassen. Das könntest Du aber wissen. Ich will nur wissen WARUM die Leute das machen und dann vielleicht für die Zukunft etwas ändern können. Das ist keine moralische Frage mehr sondern eine sehr pragmatische. Das Gemeinwesen ist verpflichtet schlagende Power Boys zu verhindern. Und das fängt damit an dass man es – wie Du ja sagst – eben nicht darauf schiebt dass es erregbare Südländer sind. (Auf einer anderen Ebene dann schon denn der nicht-Südländer zieht wahrscheinlich nicht mit seinen Hip Hop-Kumpels um den Block und hat ein Messer dabei sondern mit seinen Nazi-Kumpels und hat einen Baseballschläger in der Hand.)
    Aber es hat etwas damit zu tun dass er glaubt sich nur so durchsetzen zu können und wenn wir beide glauben dass der Aktienbroker (Deine Idee) nicht messerstichtt, dann sind wir uns doch einig, dass wir das Problem erkannt haben. Es muss etwas mit dem Unterschied zwischen Broker und Arbeitlosem zu tun haben. Und wenn ich da durch den „Sozialstaat“ was machen kann ist das doch super. Der Preis wäre mir keineswegs zu hoch, die Gefahr, dass es plötzlich zu viele Muhabets und NeoAdolfs gibt dann aber schon.
    PS.: Wollte Dir wirklich nicht…aber das weißt Du hoffentlich.

  32. @ daniel

    Ok, damit will ich zufrieden sein. Ich meine es ja auch nicht persönlich.

    Nach allem was ich von und über Muhabbet gelesen habe, glaube ich ja wie gesagt nicht, daß Muhabbet sich groß über Islam oder Demokratie Gedanken macht. Selbst sein Nationalismus ist möglicherweise nur aufgesetzt. Aber er ist eben mit solchen Texten auch ohne das Zitat über van Gogh genau die Sorte Brutalo, mit der ich schon immer meine Probleme hatte.

    Und eine der wenigen Aufgaben die ich dem Staat zubillige (neben der äußeren Sicherheit und einem gewissen sozialen Ausgleich), ist es mich vor solchen Leuten zu schützen, ganz gleich ob sie mich jetzt massakrieren wollen, weil sie rechts, links, inländisch, ausländisch, kriminell oder einfach nur gelangweilt sind.

  33. @ daniel,
    sag mal, bist du Mitglied in einer Sekte die den Kuckuck als Gottheit verehrt, weil er (faule) Eier in fremde Nester legt? (Das wäre dem Christentum ja nicht mal so ganz fremd).

    Unter den vielen Beispielen hier nur das letzte:
    „Das Gemeinwesen ist verpflichtet schlagende Power Boys zu verhindern.“ (WOW)!

    Vielleicht solltest dich mal mit Joschka Fischer über einen unvergesslichen Teil seiner Biografie und Karriere unterhalten der darin bestand, dass ihn das Gemeinwesen am Straßenkampf hindern wollte.

  34. @Paul
    „…genau die Sorte Brutalo, mit der ich schon immer meine Probleme hatte.“

    NEIN!!!! Genau du hast eben keine Probleme damit! Du wohnst nämlich, genau wie die übrigen Freunde der offenen Gesellschaft, in einem migrantenfreien Wohnbezirk. Mache ich genauso, aber ich gebe es wenigstens zu. Je weiter Weg je besser.

    Und die Geschichte mit den blauäugigen Blonden zieht auch nicht so richtig oder warum gibt’s in der Schweiz genau dieselben Probleme?

    Ist ja schön welche Aufgaben du dem Staat zubilligst, da wird sich der Staat aber ganz doll drüber freuen. Leider hat der Staat in manchen Gebieten von Großstädten kein Gewaltmonopol mehr. Und ich kann auch keine Anstrenungen beobachten, die das ändern wollen.

    Die Gesellschaft wird endlich wieder männlicher. Und da passt der Rap genauso dazu wie der Islam. Traumhafte Synergie-Effekte. Endlich geht’s wieder um Muskeln, Schwanzlänge, Ehre und Respekt. Endlich kann man wieder über die weibliche Sexualität verfügen, endlich kann man Problemem wieder mit dem Messer regeln. Wurde aber auch Zeit!

    Gruß
    Mikado

    Gruß
    Mikado

  35. @alibaba
    Hä? Ich bin praktizierender Anhänger einer Sekte die sich vom Judentum abspaltete. Dazu stehe ich, quasi fast schon mit meinem Namen.
    Und der Joseph. Ja, dann frag ich ihn das mal. Wollen Sie seine Antwort wissen oder war das wieder eine Hintergründige Frage deren Sinn mir fern bleibt weil ich den Bezug zu Fischer so ad hoc nocht herstellen kann.
    @Paul
    Danke! Und klar, Schutz ist das erste was ich hier verlange. Aber wenn es sich vermeiden lässt indem man Fehler der Vergangenheit korrigiert ändert das meiner Ansicht nach nichts an der Rechtfertigung der Tat – die gibt es nicht – aber vielleicht an der Häufigkeit in der Zukunft.

  36. @ daniel

    http://www.spiegel.de/img/0,1020,519930,00.jpg

    Es gibt noch bessere Fotos von Joschka z.B. auf Polizisten einprügelnd. Oder meint „power boy“ etwas anderes wie „street fighting man“ mit „sympathie for the devil“?

    Du scheinst überhaupt Schwierigkeiten mit Ironie zu haben. Mit dem Kuckuck habe ich gemeint, dass ständig auf einem fremden Blog versuchst dem Blogbetreiber deinen „Sozialstaat“, deine „Diskursethik“ bzw. deine Sicht der Dinge unterzujubeln.

  37. @alibaba
    Dann stelle ich das mit den Kommentaren mal ein. Oh, halt. Sind ja Kommentare. Da ist ja fast alles erlaubt – sogar Ironie. Die versteht halt nicht jeder…
    Und unterschätzen Sie den Paul nicht den der lässt sich bestimmt nichts „unterjubeln“!
    Und „power boy“ meint tatsächlich etwas anderes als „street fighting man“. Doch wirklich! Jetzt im Ernst! Kein Witz! Glaub‘ es! Wenn ich’s Dir doch sage… Grob zusammengefasst will der erste mit dem Staat nix zu tun haben weil er anderen Gesetzen folgt. Der andere will den Staat nicht. Quasi ein NeoLiberaler mit langen Haaren…

  38. @ daniel,
    ich denke hier ist dein „power boy“ besser beschrieben:

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/steinmeier_rappt_mit_dem_freund_eines_judenhassers/

  39. @ Mikado

    Woher willst Du das alles über mich wissen? Ich habe auch schon in derartigen Gegenden gewohnt, wo Mädchen, nur weil sie mit dem falschen geschäkert haben, am hellichten Tag von einer johlenden Meute krankenhausreif geschlagen werden, aber auch in ganz anderen, wo man nicht von Migranten oder Neonazis aufs Maul bekam, sondern von ganz normalen Nachbarschaftskindern, die von ihren Vätern so lange verprügelt wurden, daß sie schon in der Grundschule mit der Zaunlatte auf ihre Mitschüler los sind. Und auf solche Psychopathen reagiere ich allergisch.

    Aber selbst wenn Du recht gehabt hättest mit Deiner Vermutung, ich war auch noch nicht im Irak oder Afghanistan, habe weder im GULag noch in Auschwitz egsessen, den Völkermord in Ruanda oder im Sudan kenne ich nur vorm Hörensagen, und auch die Bombenangriffe auf Hitlerdeutschland kenne ich nur aus Erzählungen der damaligen Generation. Und trotzdem maße ich mir an, zu all diesen dingen nicht nur ein Urteil zu haben, sondern es auch noch zu verbreiten. Wo ist da bitte schön das Problem?

    Daß der Staat sein Gewaltmonopol aufgibt und nicht energisch genug gegen Kriminelle vorgeht, beklage ich auch immer wieder, wie Du als Leser dieses Blogs eigentlich wissen solltest. Aber er soll Kriminalität eben deswegen bekämpfen, weil Kriminalität Kriminalität ist, und nicht, weil der Täter möglicherweise im Koran liest. Das ist mir scheißegal. Und ob der Staat sich darüber freut, ist mir schnurz, denn es ist sein Job, und solange ich ihn dafür bezahle, hat er den gefälligst zu erledigen.

  40. @Daniel
    Dass wir deutliche Meinungsdifferenzen haben ist offensichtlich, trotzdem reden wir anscheinend aneinander vorbei. Hast Du nun irgendwie begründet, warum Broder-anhänger nahe bei dem braunen Mob liegen?
    Ich selbst stimme Henryk Broder nicht immer zu und habe auch nichts dagegen wenn in Deutschland Moscheen gebaut werden, gerne auch mit anderen kulturellen Treffpunkten und Geschäften. Henryk Broder formuliert gerne provokativ und manchmal auch halb ernst und ich glaube ihm gefällt es in Amsterdam wo sich neben der Oude Kerk das Rotlichtviertel ausbreitet. Ich glaube Henryk Broder hat auch kein Problem mit Moscheen, hier was er so dazu sagt:
    http://www.ksta.de/html/artikel/1179819869555.shtml

    „Ihre Worte “Hassprediger unbürokratisch ausweisen” haben schon was populistisches.“
    Tatsächlich ist meine Formulierung flapsig und wenig präzise, ich wollte mich kurz fassen.

    „Wie werden die denn jetzt ausgewiesen. Garnicht?“
    Sicher nicht gar nicht, aber nicht ausreichend, behaupte ich.
    Als bei der Frankfurter Buchmesse 2005 auf dem iranischen Stand die „Protokolle der Weisen von Zion“ ausgestellt wurden schritt die Polizei nicht ein obwohl es sich nach deutschem Recht um Volksverhetzung, also eine Straftat, handelt. Die Polizei hätte die Volksverhetzer Medienwirksam festnehmen sollen, sie sofort zum Flughafen bringen und ihnen erklären, dass sie in Deutschland nicht mehr willkommen sind.Das wäre unbürokratisch. Warum ist aber nichts dergleichen geschehen? Eine Überraschung sollte antisemitische Hetze aus dem Iran doch nicht sein. Auch meinte Gerhard Schäuble man könne Ahmadinedschad nicht daran hindern nach Deutschland zu kommen. Warum nicht? Aber auch andere Hetzer lassen wir in unser Land ein- und ausreisen so zum Beispiel hier:
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,416695,00.html

    Ich selbst finde es auch fragwürdig Yusif Islam (früher Cat Stevens) einfach so ins Land zu lassen, ist er denn kein Islamist mehr?
    Darüber kann man sicher streiten, aber man mußte ihn nun wirklich nicht bei Wetten Dass auftreten lassen.

    Manchmal gibt es einheimische, ohne deutsche Staatsangehörigkeit, die man zwar loswerden will sich aber anscheinend nicht traut. Der häufigste Grund ist, dass man befürchtet, dem ausgewiesenen drohe im „Heimatland“ (dem Land dessen Staatsbürger er ist) ein nicht rechtsstaatlicher Prozeß und Folter, wenn nicht sogar der Tod. Warum ist das eigentlich ein Argument? Das Los der meisten Menschen außerhalb der westlichen Welt interessiert uns ansonsten herzlich wenig. Es ist doch so, dass wir (die Deutschen Bürger) nicht allen verfolgten und bedrohten, die eigentlichen ein Recht auf Asyl hätten, dieses zu gewähren bereit sind, wir nicht einmal in der Lage dazu. Wir müssen also auswählen, warum also nicht einen gefährlichen Islamisten ausweisen und ihn damit unbestrittenen Gefahren aussetzen und eine Flüchtlingsfamilie aus Darfur ins Land holen. Natürlich sollte, bevor jemand ausgewiesen wird, er eine hinreichend schwere Straftat begangen haben, zum Beispiel Aufruf zu einem Mord.
    Natürlich gibt es Länder, wo diesbezüglich viel mehr im argen liegt als in Deutschland, zum Beispiel Frankreich, das Mörder aus Ruanda und Italien (!) Asyl gewährt.

    „Und wer hat eigentlich mit Israel angefangen.“
    Ich, da Israel nun mal häufig Opfer ist hat es sich angeboten. Dabei ist die Dämonisierung Israels und seiner Taten ein Teil der Legitimierung der Gewalt gegen Israel, Menschen in Israel und manchmal auch einfach Juden.
    Hier hast Du vielleicht etwas nicht mitbekommen:
    Paul sagte:
    „Wobei das mit dem Beeinflussen dadurch, daß die Konservativen sich beispielsweise so erbittert gegen verpflichtende Krinderkrippen wehren, nicht gerade einfacher wird.“
    Darauf habe ich versucht zu erklären warum ich die deutsche Öffentlichkeit nicht für geeignet halte irregeleitete Menschen zurück auf den rechten Weg zu führen. Bedeutende und große Teile der deutschen Öffentlichkeit haben nämlich ein problematisches Verhältnis zu Gewalt und Freiheit. Das kann man sehen an dem großen Verständnis für Gewalttäter (siehe z.B. Attentäter im Irak oder in Israel), dem Laden von Schuld auf die Opfer (siehe z.B. Mohammed-Karikaturen, Israel, USA), fehlender Empathie für Opfer, Isolierung und scharfe Kritik mancher Gesellschaftlicher Kritiker (siehe zum Beispiel Ayaan Hirsli Ali) oder freiwilliger Einschränkung von Freiheiten (siehe z.B. Mohammed-Karikaturen, Mangel an Satire zum Islam).

    „Und der Grass.“
    Wie Du zu Grass stehst ist mir gleich, literarisch gesehen mögen ihn doch viele, ist ein guter Schriftsteller. Du solltest nur anerkennen, dass Grass eine bedeutende Persönlichkeit in Deutschland ist und sein Wort Gewicht und Einfluß hat. Deswegen taugt er als Beispiel.
    Du scheinst zu glauben ich wollte Dich persönlich angreifen, dem ist nicht so. Warum eigentlich? Weil Du mich angreifst oder Du „ein Linker“ sein sollst?

  41. @Schmock
    Liest man die Kommentarspalten von „PI“ – und das ist im Moment ein sehr guter Maßstab für „rechter Mob“ findet man den „so wie Broder“-Hinweis recht oft. Und die Seite selbst verlinkt ja auch gleich mehrfach zu Broder oder seinen Netzwerken. Das ist die Schnittmenge zwischen Broder und dem rechten Mob. Und ich unterstelle Broder dass er – um seine „provokante querdenkende“ Art zu pflegen das billigend in Kauf nimmt. Er heimst eben auch den Applaus von ganz rechts ein. Und dabei wird ihm noch nicht einmal schlecht.
    Das lässt sich auch durch das „Myspace-Argument“ seiner Achsengefährtin nicht entkräften. Denn wir reden nicht davon, dass Broder sich mit den Rechten gut versteht. Er spricht nur ihre Sprache und ihr Publikum an. Das finde ich mindestens unschön.
    Das Argument von den Hasspredigern: Ich hoffe Du verzeihst mir da etwas weiter auszuholen. Ich kann kaum mehr als mich mit Sprache auseinanderzusetzen. Weil ich das für so wichtig halte, dass es den Großteil meiner Zeit frisst. Und Ihre Formel ist eben genau die, die oftmals als Lösung des Problems verkauft wird obwohl sie es nicht ist. Aber da sind wir uns ja einig. Wie übrigens auch damit, dass solch ein Buchverkauf in Frankfurt mir übelst aufstößt. Das interpretiere ich aber nicht als ein Problem des Staates oder einer allzu toleranten Öffentlichkeit. Das schiebe ich eindeutig dem Massenverständnis von (Populär-)Wissenschaft in die Schuhe. Unter das auch die Polizei fällt. Ich behaupte, drei von vier Polizisten können die Protokolle weder historisch ein- noch einer politischen Richtung zuordnen.
    Was das Ausweisen angeht: Auch damit ist das Problem nicht aus der Welt. Dann hasspredigen sie eben woanders (wenn ihnen nicht der Tod droht) weiter. Das will ich auch nicht und die meisten anderen Beispiele – der Aufenthalt der Buchmessseniranern war ja nur begrenzt angelegt – funktionieren für mich dann eben nach der Logik wie Paul sie auch anführt. Lieber hier im schalldichten Raum einsperren als woanders weiterreden zu lassen.
    Und wenn ihnen „dort“ der Tod droht? Dann bleiben sie erst Recht hier. Das moralische Problem diesen Menschen zu „helfen“ und andere dafür im Stich zu lassen ist sicher vorhanden. Aber können wir, nur weil wir nicht alle Probleme der Welt lösen können denn aufhören überhaupt welche zu lösen? Ich denke nein. Im übrigen ist das die gleiche Logik nach der man nach 9/11 auf das Leid in Afrika verwiesen hat. Anderen geht es noch schlechter. Aber andere sind uns eben manchmal egal oder nicht in unserem Bewußtsein. Das macht das Handeln in diesem Fall nicht unmoralisch. Denke ich.
    Und ich halte die Deutsche Öffentlichkeit durchaus für geeignet, irregelgeleitete Menschen wieder „auf Kurs“ zu bringen. Ein schönes Beispiel: Einige Wochen nach den Mohamed-Karikaturen – die ich auch für eine bewußte Provokation halte ohne damit auch nur einen Funken Verständnis für nur einen fliegenden Stein zu haben – druckte die FAZ ein dutzend Jesus-Karrikaturen ab. Mit bescheidenem Echo. Einige Abo-Kündigungen, einige böse Leserbriefe. Aber an der Hellerhofstraße war es ruhig. Ich werte das als Zeichen dass man hierzulande durchaus mit Provokation, Intolleranz und Propaganda umgehen kann. Warum wir in Israel dann so bigott sind? (Wir lesen Bild aber echauffieren uns nicht am Wort „Freiheitskämpfer“?) Ich neige Dir zuzustimmen, habe aber – Sprache und so – dennoch das Gefühl, dass man eine „neutrale“ Sicht in diesem Fall auf beiden Seiten nicht entwickelt hat. Was wäre denn der objektive Begriff für „Terrorist“ oder ist das der objektive Begriff. Das führt jetzt sehr weit und ich will es nur anschneiden aber ich denke dass das Thema bislang nur zwei Seiten kennt. Eine „gute“ und eine „böse“. Die Scheidelinie zwischen beiden ist sehr klar und wird je nach der eigenen Seite gezogen.
    Am Ende noch der Grass. War tatsächlich ein unhöflicher Reflex. Aber wie Du muss ich mich ständig mit Positionen von Leuten identifizieren die vermeintlich in meinem Lager stehen. Der Grass, der Fischer, ich hatte einfach nur das Gefühl mich mal wieder für jemanden rechtfertigen zu müssen für den ich mich oft genug fremdschäme.
    Was der Grass zum K-Streit zu sagen hat ist so dumm aber nicht. Das macht ihn aber nicht zum Wortführer in diesem Streit.

  42. @ daniel

    Dafür, daß irgendwelche Trottel Broder gut finden, kann er zunächst ja nichts. Und diese Trottel finden ihn ja nicht wegen seinem Gesamtwerk gut, sondern weil sie in einem Punkt glauben mit ihm einer Meinung zu sein, und dieser Punkt der einzige ist, der sie derzeit interessiert.

    Als Broder in Sachen Mügeln PI den Kopf gewaschen hat, haben die dortigen Kommentatoren aber prompt über Broder geschimpft, weil der ja auch nur ein Gutmensch sei, dessen altlinke Vergangenheit immer wieder durchbreche.

    Der braune Mob hat in der Regel eh ganz andere Verbündete. Schau Dich nur mal bei Politblog.net & (Volks)genossen um. Da tummeln sich antisemitische, antikapitalistische, antiwestliche Theorien vom allerfeinsten. Und da distanziert sich interessanterweise auch auf der Linken keiner von, obwohl deren Ideale durch so Typen ja gerade in den Schmutz gezogen werden.

  43. @daniel
    „Was der Grass zum K-Streit zu sagen hat ist so dumm aber nicht.“
    Stimmt, die Mohammed-Karikaturisten sind rechtsradikal und überhaupt ist es fundamentalistisch Karikaturen zu zeichnen.

  44. @Paul
    Ich stimem Dir zu – ist Broder Schuld, dass Leute auf ihn verlinken, sich auf ihn beziehen oder ihm gut finden? Natürlich nicht!

  45. @S1IG&Paul
    Am Anfang stand die Aussage dass Broder-Leser und brauner Mob bei einander schlafen also eine große Schnittmenge haben. Das sehe ich noch immer so und es ist auch andernorts sicher zu finden. Nur werfe ich – wie Paul dem Politblog – vor, dass er diese Leserschaft kennt und dennoch bedient. Wenn alle klatschen dann hört man halt nicht raus wer sich warum freut.
    @schmock
    Das waren sie bestimmt. Ich habe keine Ahnung wie es ist, gläubiger Muslim zu sein. Deswegen kann ich auch keine Aussage darüber treffen wie schlimm es ist wenn irgendein Bilderverbot gebrochen wird. Das ist das, was Grass sagt. Die Karrikaturen sind eine Provokation und vielleicht sogar eine Beleidigung.
    Was mich von Grass dann unterscheidet ist, dass ich mir denke: Ja, und? Dann verbennt doch Fahnen, poltert, demonstriert, kreischt und jault und macht was Ihr wollt. Damit müsst Ihr leben wie wir mit Eurer Reaktion. Ich will weder das eine noch das andere verboten wissen.

  46. @Daniel
    Du hast doch sicher einen Beleg für die Behauptung mit der Schnittmenge? Und nur so als Hinweis: „Am Anfang“ hast Du von einer Schnittmenge von Broder und dem braunen Mob gesprochen. Bloss weil „Braune“ gern Harry Potter lesen, hat die Autorin noch keine Schnittmenge mit denen. Denk mal drüber nach (vor allem bevor Du kommentierst).

  47. @S1IG
    „An Anfang“ habe ich das gesagt:
    „Da sieht man doch hübsch wie nah der braune Mob und die Broder/PI-Anhängerschaft bei einander schlafen.“
    Also habe ich von einer Schnittmenge von Broder- und PI-Anhängerschaft gesprochen. Und einer Schnittmenge von dieser Schnittmenge und dem braunen Mob. Das denke ich noch immer. Dem Broder unterstelle ich nur dass er sich dessen bewußt ist (er ist ja kein Idiot und weiß, wer ihm so alles auf die Schulter klopft…) und es trotzdem in Kauf nimmt. Das finde ich kritikwürdig.

  48. @Daniel
    Schnittmenge war das Stichwort! Und wenn Du jetzt noch „Broder/PI-Anhängerschaft“ erneut sagst, dann ist jeder „Broder-Anhänger“ auch „PI-Anhänger“? Du würfelst Sachen zusammen wie es Dir passt! Unterlasse das! Es gibt keine „Broder/PI-Anhängerschaft“.

  49. @S1IG
    Es gibt eine Broder/PI-Anhängerschaft. Alle Leute, die PI und Broder mögen. Nicht alle Leute die PI mögen mögen Broder. Und umgekehrt auch nicht. Aber ich gebe gerne zu dass ich mich hier unklar verstehen lassen kann – wenn man will. Und da mache ich es mir ganz schön schwer. Ich könnte ja auch einfach sagen: „Ich wolle provozieren!“
    Wenn Du meinen Punkt verstehst: Wie hätte ich das sprachlich klarer machen können?

  50. @daniel
    Und Du lenkst ab – Du hast „Am Anfang“ von der Schnittmenge zwischen Broder und dem braunen Mob gesprochen.

    *** Wenn Du meinen Punkt verstehst: Wie hätte ich das sprachlich klarer machen können? ***
    Der Potter-Vergleich sagt alles.

    Man kann Broder gut finden – deswegen ist man kein „Anhänger“ – er ist doch keine Partei. Letzlich ist es Unsinn, wenn Du nur die Verlinkung oder den Zuspruch zu einer „Anhängerschaft“ machst.
    Sind die Leute, die Paul lesen, verlinken und hier kommentieren Anhänger von Paul?

  51. @S1IG
    Es tut mir leid aber Deine Anführungszeichen-Logik scheint unserem verständnis im Wege zu stehen. „Am Anfang“ lese ich als am Anfang und damit dort wo ich mich das erste mal geäußert habe. Da sprach ich von einer Schnittmenge zwischen Broder-Mögern und PI-Mögern und wiederum denen und dem braunen Mob. Meine Sprachlogik verbietet es mir eine Schnittmenge zwischen einem Menschen und einer Gruppe zu sehen. Wäre ja absurd.
    Und af den Paul vergleich. Wenn die Verlinkung etwa so aussieht „NBFS hat hier mal wieder ganz recht“ dann ja. Und genau das findet sich bei PI!

  52. @ daniel

    Volltreffer! Einmal kulturrelativistische Scheiße vom Allerfeinsten!

    „Ich habe keine Ahnung wie es ist, gläubiger Muslim zu sein. Deswegen kann ich auch keine Aussage darüber treffen wie schlimm es ist wenn irgendein Bilderverbot gebrochen wird. Das ist das, was Grass sagt. Die Karrikaturen sind eine Provokation und vielleicht sogar eine Beleidigung.“

    Hallo!? Es geht um eine westliche (dänische) Zeitung mit einem westlichen Leserkreis. Der wollte islamistischer Mob verbieten, Karikaturen zu drucken und UNSERE Pressefreiheit einzuschränken. Arabische Väter mögen auch nicht, wenn du ihre unverheirateten Töchter anfasst. Wirst du aufgrund dieser Abneigung in Zukunft auch keine deutsche Frau mehr berühren, um nicht zu „provozieren“? Ich fasse es nicht.

    Im übrigen brauchst du kein Moslem zu sein, um dich über das sog. Bilderverbot zu informieren. Du wirst schnell feststellen, dass es da, wie fast immer, große Uneinheitlichkeit gibt, außerdem keinen Hinweis darauf im Koran. Fang am besten einfach mal mit Wikipedia an:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Bilderverbot_im_Islam

    „Was mich von Grass dann unterscheidet ist, dass ich mir denke: Ja, und? Dann verbennt doch Fahnen, poltert, demonstriert, kreischt und jault und macht was Ihr wollt. Damit müsst Ihr leben wie wir mit Eurer Reaktion. Ich will weder das eine noch das andere verboten wissen.“

    Ist das wirklich dein Ernst? Vom ostentativen Verbrennen bspw. einer deutschen Fahne würdest du dich nicht beleidigt fühlen, überlegst dir aber, ob Bilderverbot in einem WESTLICHEN Medium eine Beleidigung darstellen könnte? Na, dann nichts wie weg mit Beate Uhse, da fühlen sich auch eine Menge Muslime beleidigt. Einige gehören allerdings auch zu ihren Kunden, ist alles nicht so einfach.
    Aber wenn du das Verbrennen von Fahnen nicht mal als Straftatbestand gewertet sehen möchtest, dann wirst du sicher nichts dagegen haben, wenn dein vielzitierter „brauner Mob“ mal eben auf dem Frankfurter Römer ostentativ eine türkische Fahne verbrennt, oder? Ist doch nur Folklore, sollen doch alle machen, was sie wollen.
    Daniel, Daniel, du solltest wirklich mal deine Maßstäbe überprüfen.

  53. @daniel
    Nein – Du kannst nicht lesen – das erste Mal Schnittmenge gebrauchst Du so:
    *** Das ist die Schnittmenge zwischen Broder und dem rechten Mob. ***
    Und nicht anders! Darauf beziehe ich mich!Du solltest Deine eigenen Worte lesen!
    Du hast Durch Deine Formulierung:
    *** […] braune Mob und die Broder/PI-Anhängerschaft bei einander schlafen […]***
    sogar den Eindruck erweckt, dass Leute die Broder mögen was mit dem braunen Mob zu tun zu haben. Der Schrägstrich (aka Slash) bedeutet „wahlweise“!

    Und wenn jemand sagt Paul hat recht, dann ist er automatisch kein Anhänger, Freund oder Verehrer. Auch kann Paul (oder wie in Deinem Fall Broder) nichts dafür, wenn ihm jemand zustimmt, zu ihm verlinkt oder ihn zitiert. Darauf haben beide keinen Einfluss.

  54. @Paul

    Gut gebrüllt Löwe. Allein es fehlt der Glaube! Also kann ich mal zusammenfassen:

    §1. Abschaffung sämtlicher Kriminalstatistik! Die Täter sind laut Paul nur individuell zu erfassen.

    §2. Der 16-jährige, der vor kurzem in Stuttgart durch einen Messerstich direkt in Herz getötet wurde, hat auf keine Fall etwas mit der albanischen Herkunft des Täters zu tun!

    Gruß
    Mikado

    P.S.: Kleiner Einkaufstip für Weihnachten. Obwohl, Weihnachten geht gar nicht. http://www.zeuch24.de/data/img/TSP1_max.jpg

  55. @ alibaba

    Ich hab einen besseren Vorschlag:

    §1 Die Kriminalstatistik umfaßt alle Daten, also auch Bildungsstand, Beschäftigung, Familienverhältnisse etc.

    §2 Diejenigen, die dafür verantwortlich sind, daß die unter §1 erfaßten Täter draußen auf der Straße rumlaufen und dort Unsinn anstellen konnten, statt Schulbank, Ausbildungsplatz oder Therapiestelle zu drücken, gehen mit halben Bezügen in Pension.

  56. @Paul
    Die Mitglieder der RAF sowie die meisten ihrer Sympathisanten waren nicht arm, gut gebildet und kamen häufig aus normalen Familien. Die Anführer von Al-Qaida sind reich und gebildet, ebenso die iranischen Mullahs. Die meisten islamistischen Attentäter im Westen waren gebildet und kamen aus guten Verhältnissen. Wenn es um islamistischen und kommunistischen Terror geht scheinen Bildung und ein guter sozialer Status keine Gründe zu sein nicht mitzumachen. Sollte man sich nicht die Täter und ihren Hintergrund anschauen und nach besseren Kriterien suchen?

  57. @S1iG
    Ich bin Anhänger von Paul und Henryk Broder, allerdings nicht von PI. Natürlich hoffe ich trotzdem, nicht nahe bei dem braunen Mob zu liegen, denn er wird mich nicht mögen und bei ihm könnte es ungemütlich für mich werden.

  58. @Chewey
    Fahnenverbrennen ist doch noch eine ganz sympathische Handlung, viel schlimmer waren die Drohungen und Mordaufrufe wegen der Mohammed-Karikaturen.

  59. @ Schmock

    „Fahnenverbrennen ist doch noch eine ganz sympathische Handlung“

    Kann ich beim besten Willen nicht finden. Oder meinst du „symbolisch“?

    „viel schlimmer waren die Drohungen und Mordaufrufe wegen der Mohammed-Karikaturen.“

    Das stimmt schon, aber daniel hat ja auch nicht behauptet, dass er das in Ordnung finden würde. Ich finde aber das Verbrennen von dänischen oder ersatzweise Schweizer Fahnen übel genug.

  60. @ Paul,

    du hast mich wohl mit Mikado verwechselt?

    Trotzdem, obwohl du die Schuhgröße ausgelassen hast, prima Vorschlag.

  61. @ Schmock

    Für einen echten Islamisten wäre eine gewisse Halbbildung sicherlich von Vorteil. Aber bei der ganzen Diskussion um die Gefahr der Einwanderung aus muslimischen Staaten werden die Islamisten ja mit zwei anderen Tätergruppen in einen Topf geworfen, mit denen sie nicht all zu viel gemein haben.

    Die eine Gruppe sind die Traditionalisten, die zwar Verbrechen wie Ehrenmorde begehen oder ihre Kinder mißhandeln, aber sich keinen Sprengstoffgürtel umschnallen, um uns in Luft zu jagen. Die zweite sind die ganz ordinären Kriminellen, die zwar tatsächlich auch für andere ethnische Gruppen gefährlich sind, aber die gibt’s überall ganz unabhängig von ihrer Religion.

    Und bei beiden Gruppen, die ja weit zahlreicher sind, als die paar hundert Mohammed Attas, sind der Mangel an Bildung, Beschäftigung, Sprachkenntnissen und daraus resultierend ganz allgemein an Aufstiegschancen definitiv weit wichtigere Faktoren als alle noch so fragwürdigen Koransuren zusammengenommen.

    Wozu das führt, wenn man diesen Unterschied nicht begreift, sieht man sehr gut bei PI, wo jeder türkische Messerstecher in der Dorfdisco kurz davor ist das Abendland zu überrennen, und wo man Bedauern über Ehrenmorde an Leuten heuchelt, die man eh aus Deutschland rausschmeißen würde, weil sie den falschen Gott anbeten.

  62. @Chewey
    Ich finde Fahnenverbrennen wirklich nicht so schlimm. In diesem Fall der Proteste gegen die Mohammed-Karikaturen bedeutet das Verbrennen der dänischen Fahnen, dass man den Staat Dänemark für die Beleidigung verantwortlich macht. Was hat aber Dänemark getan? Den Karikaturisten das Recht auf freie Meinungsäußerung zugestanden. Also sind die Demonstranten gegen dieses Recht. Da das ein islamistischer Angriff auf meine Freiheit ist finde ich in diesem Fall das Verbrennen der Fahnen verabscheuungswürdig.

  63. @Paul
    Deine Einteilung erscheint mir durchaus nützlich.
    Da die Gruppen der gewöhnlichen und traditionellen Kriminellen bedrohen unsere Gesellschaft nur am Rande, die Terroristen hingegen können trotz ihrer geringen Zahl nicht nur Angst und Schrecken verbreiten, sondern auch die Politik beeinflußen. Deswegen habe ich mein Augenmerk vor allem auf dieser Gruppe.

  64. @PAul
    „§1 Die Kriminalstatistik umfaßt alle Daten, also auch Bildungsstand, Beschäftigung, Familienverhältnisse etc.“

    Ach, und das tut sie nicht? Was wäre denn passiert, wenn der 16-jährige in Stuttgart von einem NeoNazi gekillt worden wäre? Da wäre brutalsmöglichst dein §1 zum Tragen gekommen! (Oder doch nicht?);-) Aber die Frage, ob zuerst das Huhn oder das Ei da war, die kann nur der Paul beantworten. So, und damit reicht’s nun auch. Trotzdem lasse ich mir von niemand erklären, dass ich ein Psychopat bin der irgendwelchen Hirngespinsten nachhängt. Ich beobachte Dinge sehr gründlich und mit der mir verfügbaren Präzision.

    Gruß
    Mikado

    P.S.: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/365042?inPopup=true

  65. @Schmock
    Das meine ich auch – deswegen auch mein Einwand.

  66. @ Mikado

    Womit wir bei Paragraph 2 wären. Wie kann es sein, wenn wir all diese Daten haben, daß Jugendliche mit 16 ohne einen Abschluß von der Schule gehen dürfen? Daß sie und ihre Eltern nicht solange Deutsch pauken müssen, bis sie es so perfekt können, um am Arbeitsmarkt eine Chance zu haben? Wieso sind nicht für alle ausbildungswilligen Jugendlichen Lehrstellen vorhanden? Wieso hängt eine Clique nachmittags im Stadtzentrum rum und pöbelt Passanten an, statt in der Schule zu sitzen und was zu lernen? Wieso kann ein Schläger oder Messerstecher bereits mehrfach wegen derartiger Delikte vorbestraft sein? Undundund…

    Das alles müßte nicht sein, und dafür, daß es trotzdem so ist, ist eine Volks-/Querfront der Idiotie aus linken wie rechten Politikern verantwortlich, vor allem aber jene Bürger, die zwar laut über solche Mißstände meckern, aber besagten Politikern sofort die Hölle heiß machen, wenn diese es wagen sollten, an den Ursachen was zu ändern.

  67. @ Schmock

    Da sind wir uns ja einig. Aber es ist ja nicht diese kleine, aber gefährliche Gruppe der Islamisten, die die öffentliche Diskussion beherrscht. PI & Co. werden ja nicht dafür kritisiert, daß sie was gegen die Islamisten haben – das hat jeder, der noch alle Sinne beisammen hat -, sondern daß sie sich inzwischen fast ausschließlich an den Gruppen 2 und 3 abarbeiten, und die dann irgendwie in einen Zusammenhang mit dem Koran zu pressen versuchen.

    Und es gibt noch eine vierte Gruppe: Die jener Muslime, die anständige Bürger sind und niemandem was zuleide tun, und denen man höchstens eine mangelndes Engagement im Kampf gegen die ersten drei Gruppen vorwerfen kann (was ihnen dadurch, daß man sie mit denen über einen Kamm schert, psychologisch aber auch nicht gerade leichter gemacht wird). Aber daß es diese vierte Gruppe gibt, zeigt, daß nicht der Islam das Hauptproblem ist, sondern die von mir genannten anderen Faktoren.

  68. @Paul
    Wobei PI das „sich distanzieren“ und – wenn vorhanden – Engagement ja auch noch als Islamismus auslegt. Was ja noch darüber hinausgeht dass sie nur der Religion wegen zu Islamisten erklärt werden.
    @chewey
    Das würde ich unterschreiben und sehe den Widerspruch nicht. Natürlich „beleidigt“ jeder Schwulenporno vielleicht irgendwie die muslimische Seele. Das muss man halt abkönnen. Das man das nicht hinbekommen hat ist meine Kritik an den Reaktionen auf den Karikaturenstreit. Ich geh ja auch nicht auf die Straße nur weil der Sohn Gottes in der halben Welt maximal als Randfigur auftritt. Beleidigend ist das für einen Gläubigen schon irgendwie. Aber damit muss man halt leben.
    Und es mag schon sein dass ich mich durch die Fahnenverbrennerei beleidigt fühle. Kommt auf die Fahne an freilich. Aber mal angenommen die Flagge der Freiheit wird auf dem Alex in einer Kundgebung verbrannt – da würd ich aber heftigst protestieren und kreischen und heulen. Aber deswegen noch lange keine Botschaft anzünden oder Steine nach Menschen werfen. Um es klarer zu machen.: Alles was die dänische Zeitung gemacht hat ist durch Presse- und meinungsfreiheit gedeckt. Wer es verbieten will, will die einschränken und das würde ich NIE zulassen. Das bedeutet aber nicht, dass man das, was die Zeitung gemacht hat, nicht Scheiße finden darf und verbale Entschuldigungen en masse fordert.
    @S1IG
    Ist tatsächlich mißverständlich, wird aber dadurch klarer:
    „Denn wir reden nicht davon, dass Broder sich mit den Rechten gut versteht. Er spricht nur ihre Sprache und ihr Publikum an.“
    Aber in dem anderen Punkt hast Du Recht. Da hätte ich klarer sein sollen und nachher nicht so auf die Kacke hauen dürfen.
    Und das Broder nicht dafür kann wenn man ihm zustimmt das stimmt nicht ganz. Die Zustimmung ist offen genug und sollte ihm bekannt sein. Er ist nicht für alles verantwortlich was die Leute machen, die ihm gerne zuhören. Aber wenn er nicht nur spricht sondern auch zuhört, dann ist ihm nicht netgangen wer so alles klatscht wenn er spricht.

  69. @Daniel
    *** “Denn wir reden nicht davon, dass Broder sich mit den Rechten gut versteht. Er spricht nur ihre Sprache und ihr Publikum an.” ***
    Da hätte ich gern mal ein Beispiel – wer sind die „Rechten“? Wieder der braune Mob? Ist jetzt Broder ein „Goebbels light“, der deren Sprache spricht?

    *** Und das Broder nicht dafür kann wenn man ihm zustimmt das stimmt nicht ganz. Die Zustimmung ist offen genug und sollte ihm bekannt sein. Er ist nicht für alles verantwortlich was die Leute machen, die ihm gerne zuhören. A***
    Ja klar – er redet dem braunen Mob nach dem Mund? Nicht für alles verantworlich? Wenn jemand, der gern Harry Potter liest auch Nazis ist, dann ist die Autorin zwar nicht für alles was die Glatze macht verantworlich, ABER (sie hat ihm ja nach dem Mund geschrieebn) ….

    Überlege wirklich mal was Du da schreibst!

  70. @ Schmock

    „Ich finde Fahnenverbrennen wirklich nicht so schlimm. […] Da das ein islamistischer Angriff auf meine Freiheit ist finde ich in diesem Fall das Verbrennen der Fahnen verabscheuungswürdig.“

    Diesen Widerspruch kann ich jetzt nicht so ganz aufdröseln. Möchtest du das noch etwas erläutern?

  71. @ daniel

    Freut mich, dass dir mein Beitrag zu denken gegeben hat. Ich sehe da schon ein deutlichen Unterschied zu deinem ersten Statement. Denn wenn du jetzt schreibst, dass Muslime manches eben auch mal abkönnen müssen, dann hättest du ja vorher nicht darauf hinweisen müssen, dass du nicht wissen kannst, wie schwer der Bruch des Bilderverbots im Islam wiegt (im übrigen: da sind sie sich selbst nicht einig).

    Aber schwerer noch wiegt das hier, weil es eben genau die Mainstream-Haltung ist, die einem überall begegnet.
    „Ja, und? Dann verbennt doch Fahnen, poltert, demonstriert, kreischt und jault und macht was Ihr wollt.“
    Das schon ganz was anderes als:
    „Alles was die dänische Zeitung gemacht hat ist durch Presse- und meinungsfreiheit gedeckt. Wer es verbieten will, will die einschränken und das würde ich NIE zulassen.“
    Zumal es ja nicht mal nur um Einschränkung der Pressefreiheit ging, sondern auch wieder die obligaten Morddrohungen gegen die Redakteure laut wurden. Auf diesen überdeutlichen Angriff auf die westliche Autonomie und Souveränität hätte es nur eine Antwort geben dürfen: Bedingungslose Solidarität. Bestenfalls noch mit dem Hinweis an die Muslime, den Rechtsweg zu beschreiten, wenn sie sich beleidigt fühlen.
    Genau das ist aber nicht geschehen. Nicht nur dass die dänische Regierung kritisiert wurde, Firmen wie Nestlé haben sich in ganzseitigen Anzeigen von ALLEN dänischen Produkten distanziert. Ein unglaublicher, original rassistischer Vorfall, der wiederum einen Nestlé-Boykott erfordert hätte, den es aber genauso wenig gegeben hat.
    Übrigens waren auch die damaligen Äußerungen der US-Regierung ein sehr unrühmliches Beispiel. Der gesamte Westen hat seine eigene Feigheit mehr als deutlich vorgeführt.

  72. @Chewey
    Es gibt Gründe, die mir ein Verbrennen von Fahnen erträglich erscheinen lassen, der Protest gegen Meinungsfreiheit gehört nicht dazu. Manche können sich zum Beispiel über die deutsche (oder französische) Asylpolitik ärgern und sie für ein Hohn der Menschenrechte halten. Man kann die Unterstützung für Terrorregime kritisieren, zum Beispiel das Wirken Frankreichs in Ruanda. Manche können den Vietnam-Krieg und die Vietnam_kriegführung der USA für inakzeptabel halten. Man konnte die Fahne von Besatzern, zum Beispiel der Sowjetunion, als Protest gegen die Besatzung Verbrennen. Auch die Fahne Saudi-Arabiens könnte auf Grund der katastrophalen Menschenrechtslage in dem Land den Flammen übergeben werden.
    Die Täter können Bürger des Landes oder Ausländer sein, die sich so sehr über das Land ärgern und auf diese Weise ihrer Wut Ausdruck verleihen. Keineswegs muß der Protest weise sein, um von mir ertäglich genannt zu werden, aber er muß gegen ein Unrecht und nicht gegen ein Recht gerichtet sein.

  73. @ Schmock

    Jetzt verstehe ich etwas besser. Tatsächlich würde ich es für unerträglich halten, eine deutsche oder französische Fahne zu verbrennen, weil man sich über die Asylpolitik eines dieser Länder ärgert. Und zwar deshalb, weil dieser Vorgang für mich die symbolische Zerstörung bzw. Vernichtung des Landes bedeutet. Aber das mag meine altmodische Einstellung sein. Möglicherweise bedeutet es heute nur noch „Ich habe an dem Land etwas auszusetzen“?

  74. @ Schmock

    „Keineswegs muß der Protest weise sein, um von mir ertäglich genannt zu werden, aber er muß gegen ein Unrecht und nicht gegen ein Recht gerichtet sein.“

    In diesem Sinne wäre der Protest der Muslime gerechtfertigt, weil er sich gegen das vermeintliche Unrecht der Religionsherabsetzung gerichtet hat.

  75. @Chewey
    Nicht der Staat Dänemark hat den Propheten beleidigt, Muslime müssten also Jyllands-Posten Fahnen verbrennen. Die Schukd Dänemarks besteht in dem Fall nur in dem gewährten Recht auf freie Meinungsäußerung.

    „Und zwar deshalb, weil dieser Vorgang für mich die symbolische Zerstörung bzw. Vernichtung des Landes bedeutet.“
    Wenn es das bedeutet, dann hast Du natürlich recht, aber daran zweifle ich, häufig bedeutet es nur eine Wut und einen Wunsch nach bedeutenden Veränderungen. Vielleicht bin ich da auch zu verständnisvoll.

  76. @Chewey
    Nachtrag:
    Was das Fahnen verbrennen konkret bedeutet, kann man manchmal nur im Kontext schließen. Wenn zum Beispiel ein Schwarzer um 1900 eine amerikanische Fahne verbrennt, da er diese USA ablehnt, so kann es doch sein, dass er andere USA durchaus begrüßt. Wenn hingegen Deutsche die polnische oder die tschechische Fahne verbrennen, wird sich vielen die Frage stellen, was diese Deutschen gegen die polnische Unabhängigkeit haben. Der historische Kontext spielt für die Bedeutung schon eine große Rolle.

  77. @ Schmock

    „Nicht der Staat Dänemark hat den Propheten beleidigt, Muslime müssten also Jyllands-Posten Fahnen verbrennen.“
    „Die Schukd Dänemarks besteht in dem Fall nur in dem gewährten Recht auf freie Meinungsäußerung.“
    „Der historische Kontext spielt für die Bedeutung schon eine große Rolle.“

    Das ist alles richtig, genau deshalb haben diese Muslime gegen Dänemark „protestiert“: Eben weil es Jylland Posten dieses Recht auf freie Meinungsäußerung zugestanden hat. Und weil nach ihrer Ansicht dieses Recht sehr viel geringer wiegt als die vermeintliche Herabwürdigung Mohammeds.
    Und das ist der Punkt, den ich auch daniel versucht habe deutlich zu machen: Nicht SIE sollten entscheiden, welche Rechte bei UNS zu gelten haben, sondern WIR sollten deutlich machen, nach welchen Regeln BEI UNS gespielt wird. Und genau das hat gefehlt. Was für sie nur den Schluss zulassen kann, dass unsere Regeln eben doch verhandelbar sind.

  78. @Chewey
    „Nicht SIE sollten entscheiden, welche Rechte bei UNS zu gelten haben, sondern WIR sollten deutlich machen, nach welchen Regeln BEI UNS gespielt wird.“
    Das ist richtig, aber das Recht auf freie Meinungsäußerung sollte doch ein universelles sein. Wir sollten und haben auch das Recht dazu, uns also in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten einzumischen, wenn wir etwas für die Freiheit des Wortes tun können. Natürlich ist es viel leichter dieses Recht bei uns durchzusetzen.
    Das Hauptargument für Meinungsfreiheit in Deutschland sollte doch sein, dass es ein elementares universelles Menschen- und Bürgerrecht ist und nicht, dass in Deutschland die Deutschen entscheiden, wie es zu laufen hat. Das zweite Argument ist zwar richtig, aber es gibt Gesetze auf die sich ein Volk einigt, die von Außen zu beanstanden nicht nur legitim, sondern sogar geboten ist, wie manche Elemente der Scharia zum Beispiel.

  79. @ Schmock

    „“Nicht SIE sollten entscheiden, welche Rechte bei UNS zu gelten haben, sondern WIR sollten deutlich machen, nach welchen Regeln BEI UNS gespielt wird.”
    Das ist richtig, aber das Recht auf freie Meinungsäußerung sollte doch ein universelles sein.“

    Das ist eben kein Argument von mir gegen die freie Meinungsäußerung, sondern im Gegenteil dafür. Aber Randalieren, Botschaften bedrohen, Fahnen verbrennen und Morddrohungen ausstoßen hat mit freier Meinungsäußerung nichts zu tun, sondern mit anderen seinen Willen aufzwängen. Diese Grenze ist überschritten worden und hätte mit aller Deutlichkeit zurückgewiesen werden müssen.

    „Das Hauptargument für Meinungsfreiheit in Deutschland sollte doch sein, dass es ein elementares universelles Menschen- und Bürgerrecht ist und nicht, dass in Deutschland die Deutschen entscheiden, wie es zu laufen hat.“

    Doch, in Deutschland entscheidet sich (noch) eine Mehrheit der wahlberechtigten Bürger dafür, wie Meinungsfreiheit konkret auszusehen hat. Zumindest hoffe ich das, weil es nämlich ein elementares universelles Menschen- und Bürgerrecht ist. So sollte Demokratie funktionieren.

  80. @Schmock
    Da merkt man wie nahe man bei solchen Themen doch bei einander liegen kann ohne es zu merken ;-)
    Ich würde nämlich von den anderen Äußerungen nicht abrücken. Und wahrscheinlich liegt der Unterschied zwischen uns nicht in der Grenze dessen, was wir für tollerabel halten. (Einschränkung der Meinungsfreiheit, Morddroheungen gehören nicht dazu) sondern nur darin, was wir auf welches Seite der Grenze sehen. Ich denke „Fahnenverbrennen“ ist noch drin, Sie nicht. Aber sich darüber zu streiten wenn man sonst eigentlich unisono spricht ist kleinlich. Gebe meine Position deswegen aber nicht auf.
    Da stimmt es auch dass wir die Regeln verhandelt haben wie Chewey es sagt. Der dänische Ministerpräsident ist da ja erst damit hervorgetreten dass er sagte, das ginge ihn nichts an, man solle sich doch bitte an die freie Presse wenden.
    Was Nestle angeht ist das keine Frage von falsch verstandener Toleranz. Eher eine Frage von wirtschaftlicher Gier denn die Schweizer Schokis hatte nur Angst weniger Lebensmittel an Muslime zu verkaufen wenn die das nicht tun.
    @chewey
    So idealistisch es klingen mag, Schmock hat da schon richtig geschrieben dass Meinungsfreiheit kein Abstimmungsergebnis sondern eine universales Recht ist. Wenn es nur Ergebnis des Demokratischen Prozesses ist, dann könnte man es ja „wegwählen“. 70% sind dagegen, damit wird sie per Gesetz verboten. Aber: Meinungsfreiheit ist eine von den Grundlagen der Demokratie und kein Ergebnis von ihr. Deswegen ist sie nicht verhandelbar.
    Aber auch hier liegen Sie und Schmock und ich nur einen hauch breit von einander entfernt.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: