Eine Apfelsine für Putin


Orange – in kremltreuen Kreisen ist dies ein anderes Wort für Vaterlandsverrat. Seit der Revolution in der Ukraine haben Politiker und Behörden fast panikartige Angst vor einem Umsturz in Russland.

Na, da wissen wir ja, was wir St. Wladimir zu Weihnachten schenken. Wenn also irgendjemand, der sich noch unschlüssig ist, welche der zahllosen Hilfsaktionen er in diesem Winter unterstützen soll, in den nächsten Wochen eine Orange übrig hat, die des LupDaZ würdig wäre (also nur eine wirklich prachtvolle, wo die Farbe so richtig schön leuchtet), einfach einpacken und mit dem Vermerk „Eine Apfelsine für Putin“ an folgende Adresse schicken:

Botschaft der Russischen Föderation,
Unter den Linden 63-65
10117 Berlin

Wer eine Jaffa-Orange angesichts der russischen Unterstützung für das iranische Programm zur Vernichtung der dazugehörigen Plantagen irgendwie unangemessen findet oder gerade keine Südfrucht zur Hand hat, weil er sich nach der letzten Gasrechnung keine mehr leisten kann, der darf natürlich statt dessen auch gerne das nachfolgende – passenderweise aus Litauen stammende – Bild (oder eine beliebige andere hübsche Darstellung einer Orange, aber bitte nicht größer als ein paar kB, denn die Mailserver können ja nichts dafür!) mit dem entsprechenden Betreff an „info@russische-botschaft.de“ senden.

orange-fruit.jpg

Nicht daß der letzte aktive Vertreter der „Achse der Friedshofsruhe“ am Ende noch denkt, wir hätten ihn nicht lieb.

~ von Paul13 - Donnerstag, 1. November 2007.

8 Antworten to “Eine Apfelsine für Putin”

  1. Man sollte sich nicht wegen Glucksmann streiten, sondern das hier lesen, auch um Ivans neue Freunde besser kennen zu lernen:

    http://debatte.welt.de/kommentare/46777/michail+chodorkowski+sibirien+im+vierten+jahr

  2. Die Mail ist raus :)

  3. @ Dominique Omakowski

    Sehr gut! Da bin ich nicht so allein.

  4. Alter Thread, ich wärme ihn aus aktuellem Anlass mal auf.
    Eine Frage: wenn die Antiraketenstellungen in Polen iranische Atomraketen aufhalten sollen, wären sie in der Türkei dann nicht besser aufgehoben? Putins Gefasel von Kubakrise (Abfangraketen=Atomraketen?)ist lächerlich, dennoch frage ich mich, ob diese Abfangraketen doch gegen Russland gerichtet sind. Natürlich wird trotz Putins Ankündigungen von der grandiosen Aufrüstung kein neuer Kalter Krieg ausbrechen, aber sind diese ABM Stellungen wirklich eine gute Idee?

    Die NATO Osterweiterung ist auch so eine Sache. Putins Sowjethuldigungen sind besorgniserregend, aber Russland wurde versichert, die NATO werde nicht weiter nach Osten vorrücken. Grundsätzlich habe ich nichts gegen Georgie oder die Ukraine in der NATO, da Russland dann erst recht keine Expansion wagen wird, wenn es weiß, dass es im Fall des Falles es mit dem ganzen Westen zu tun haben wird. In Deutschland argumentiert man meistens anders herum: „bloß nicht Russland reizen, Putin ist ja viel friedlicher als Bush.“

  5. @ Tyrion

    Soweit ich das bisher verstanden habe, kann man die iranischen Raeten von Osteuropa aus leichter abfangen. Von der Türkei aus dürfte das nicht so leicht möglich sein. Und wenn sie gegen Rußland gerichtet wären, worin sollte die Wirkung von einen Dutzend Abfangraketen gegenüber hunderten Atomraketen mit Mehrfachsprengköpfen bestehen? Und wie sollen sie russische ICBMs abschießen, die die Polroute fliegen?

    Was die Osterweiterung geht, so bedroht die NATO die Sowjetunion selbst dann nicht, wenn sie Truppen in die Ukraine verlegt, was sie nicht mal vorhat. Zu glauben, die NATO würde einen Krieg gegen die Atommacht Rußland anfangen ist absurd. Es würde nur halt verhindert, daß Rußland sich umgekehrt ungebührlich in der Ukraine oder Georgien einmischt. Und genau darauf möchte Putin nicht verzichten. Nur sehe ich nicht, wieso wir ihm dieses Recht zubilligen sollten.

  6. @Paul: hast du im Eifer des Gefechts statt Russland Sowjetunion geschrieben? ;)

    Ansonsten stimme ich dir zu bis auf die Sache, dass Abwehrsysteme in Polen günstiger sind als in der Türkei. Gibt es da irgendwo einen Kommentar eins Kenners, der beurteilen kann, ob es günstiger ist, die Abwehrstellungen in Osteuropa als in Anatolien zu stationieren?

  7. @ Tyrion

    Stimmt! Hab ich gar nicht gemerkt. Da ist wohl das „Cold War Kid“ in mir durchgebrochen. ;-) Könnte aber auch sein, weil ich die letzten Tage an einem Artikel zum Thema II. Weltkrieg schreibe, und da muß ich dauernd aufpassen, daß mir nicht der gegenteilige Fehler passiert. Da werde ich am Ende wohl doppelt korrekturlesen müssen…

  8. Die Tuerkei ist fuer Abfangraketen zu nah drann, die waeren durch bevor man es in der Tuerkei bemerkt haette, und fuer Russische Raketen ist die Abfangbahn falsch die wuerden ueber den Nordpol fliegen um die USA zu treffen. Zudem ist die Anzahl der Abwehrraketen fuer einen Massiven Schlag, wie ihn nur Russland und die USA darstellen koennen, unterdimensioniert.
    Die Argumentation Russlands ist also unsinn.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: