Trau, schau, wem


Erinnert sich noch jemand daran, wie vor Jahr und Tag die EU mit ihren Beobachtern die Grenze zwischen Gaza und Ägypten sichern wollte, um so die israelischen Sicherheitsbedenken nach dem Rückzug aus dem Gazastreifen zu entkräften? Falls nicht, macht nichts. Das tut sie nämlich gar nicht mehr. Und die Begründung hat es in sich, weil sie die gesamte EU-Mission nach dem Motto „Wir schützen Euch vor der Gefahr, außer es wird gefährlich!“ aufs peinlichste ad absurdum führt:

European monitors will not return to the Rafah crossing between Gaza and Sinai while Hamas is in control there, but only if Palestinian Authority Chairman Mahmoud Abbas’s Force 17 „Presidential Guard“ regains authority over the crossing, the deputy head of the monitoring force said on Wednesday.

Damit nicht genug, fehlt auch den Ägyptern mittlerweile irgendwie der letzte Biß, um die Terroristen an der Überquerung der Grenze zu hindern. Inzwischen werden sie sogar schon mit offizieller Erlaubnis des für den „Friedensprozeß“ im Nahen Osten angeblich so unabdingbaren Mubarak-Regimes rübergeschickt:

Egypt abruptly allowed about 100 Palestinians who had been stranded in Egypt since Hamas seized the Gaza Strip in mid-June to return home before dawn on Sunday, witnesses said. Most were supporters of Hamas or gunmen from other factions wanted by Israel, they said.

Das hindert die EU aber nicht daran, die von Gaza aus beschossenen Israelis für die katastrophale Lage vor Ort verantwortlich zu machen und nicht die arabischen Brüder im Süden, die die Grenze zwar für Waffen offenhalten können, aber mit der Lieferung von humanitären Gütern offenbar überfordert sind:

During the hour-long, heated debate in advance of a Thursday vote on a resolution, parliamentarians, as well as EU officials, called on Israel to open the Gaza borders to alleviate the growing humanitarian crisis in the impoverished area where 1.1 million of the 1.4 m. population are dependant on the international donations for basic food supplies.

Wer sich also tatsächlich nicht mehr daran erinnern sollte, bekommt auf dieser Seite einen sehr guten und weit ausführlicheren Überblick über den aktuellen Stand des Unheils, welches von unseren Steuergeldern bezahlte europäische Volksvertreter dort in unserem Namen anrichten. Man kann Israel nur raten, in Zukunft nicht mehr auf europäische Soft Power zu vertrauen, sondern sich lieber auf die eigene Armee zu verlassen. Denn am Ende erweisen sich amerikanische „smart bombs“ meist doch als intelligenter als europäische Nahost-Diplomaten.

~ von Paul13 - Donnerstag, 11. Oktober 2007.

2 Antworten to “Trau, schau, wem”

  1. Bisher galt: Will dich die UNO schützen, renne was das Zeug hält. Jetzt kann man das, wie erwattet, getrost auch auf die EU ausdehnen.

  2. @ Spruance

    Hab dem wohl nichts hinzuzufügen. ;)

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