Selbstmord aus Angst vor dem Tod


Momentan muß es richtig scheiße sein als Terrorist im Irak. Vor kurzem noch von den Amerikahassern auf der Siegerstraße gesehen, geht es jetzt zunehmend ans sterben. Zumindest legen die aktuellen Ereignisse nahe, daß al-Qaida dort inzwischen in jene Phase eingetreten ist, die schon bei vergleichbaren Terrorbewegungen wie dem „Leuchtenden Pfad“ der Anfang vom wohlverdienten Ende waren. Diese ist zwar nicht zwingend weniger blutig als die vorherigen Abschnitte, aber dafür in der Regel der letzte Schritt zur – aus Märtyrersicht allerdings nur konsequenten – Selbstzerstörung.

For probably a year al-Qaeda was trying to build their so called Islamic State in Iraq and several times they declared parts of Baghdad or other provinces as the capital of that state.
But now that they have been losing one base after another their objective changed from adding more towns and villages to the „state“ to destroying the very same towns and villages! Obviously it’s all about making headlines regardless of the means to do that!

Mit der Erkenntnis, daß das Wasser für die Fische zu kalt wird, versuchen diese nur noch, es möglichst schnell auszuschütten, in der Hoffnung, daß die Medien weiterhin ausreichend warmes nachgießen. Dabei hätte schon ein flüchtiger Vergleich der Opferzahlen von Ebola und Grippe gezeigt, daß das aggressivere Virus nicht automatisch auch das gefährlichere ist. Beruhigend jedenfalls zu wissen, daß die Intelligenz der Terroristen nicht signifikant über der ihrer westlichen Apologeten zu liegen scheint, die sie beharrlich als ehrenhafte Widerstandskämpfer verherrlicht haben.

Damit stehen die Irakkriegsgegner jetzt noch dümmer da als bisher schon. Denn wer nach der ekelhaften Verharmlosung des Saddam-Regimes auch noch jahrelang Kriegsverbrechen wie die brutalen und sinnlosen Qaida-Massaker an wehrlosen Dorfbewohnern als legitimen Aufstand gegen die Besatzung beschönigt und den Abzug der US-Truppen sowie den Abbruch des Demokratisierungsexperiments im Irak gefordert hat, wird jetzt von den eigenen Helden des internationalen Befreiungskampfs im Stich gelassen, die sich ganz egoistisch zum großen Rudelbums ins Jenseits verabschieden.

Aber nicht weinen, liebe Antiimperialisten: Burma steht noch wie ein Mann. Auch ohne Jungfrauen.

~ von Paul13 - Dienstag, 2. Oktober 2007.

4 Antworten to “Selbstmord aus Angst vor dem Tod”

  1. Ich glaube, du unterschätzt die wunderbare Symbiose von Medien und Terror. Das eine nährt das andere. Und das meine ich wörtlich. Darob werden die schön weiterkillen, solange es irgendwie im Westen von Belang ist, also antimerikanisch/antiisraelisch. Hast du dich schon mal gefragt, warum es keine Sau juckt, wenn in Tschetschenien irgendein Massaker zelebriert wird oder im Sudan einige tausend Leute wie Vieh abgeschlachtet werden oder in Saudi-Arabien von Wächtern des Islam einige hundert Schülerinnen bei lebendigem Leib geröstet werden: Weil es keine antiamerikanische Brisanz, also „revolutionäre“/“progressive“ Botschaft transportiert. Weltbilder und Selbstverständnisse müssen bedient werden. Behaupte ich mal.

  2. @ Humpenflug

    Da hast Du sicher recht. Aber das ist ja gerade das schöne, daß die Medien derzeit gar nicht mehr mit ihren antiamerikanischen Ressentiments nachkommen, um die „facts on the ground“ auszugleichen.

  3. Fakt ist jedenfalls, wenn man das Saddämchen nicht gestürzt hätte, hätte auch Al-Qaide nicht Fuss fassen können. Ob der Sturz jetzt nun der richtige Schritt war oder nicht, überlasse ich euch.
    Ich habe jedoch gelesen, dass sich immer mehr Stämme im Irak gegen die Qaida wenden, da diese scheinbar respektlos mit ihnen umgehe.

  4. @ Tank

    Da Saddam um ein vielfaches mehr Menschen umgebracht hat als das der al-Qaida-Zweigstelle Irak je gelingen wird, sofern sie nicht die Atombombe kriegen, ist der Fuß von AQI eigentlich ziemlich egal. Vor allem wo sie sich gerade wie von Sinnen selber reinschießen.

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