(Un)freiheit oder (Tyrannen)tod


Was passiert, wenn Leute, die sich schwerpunktmäßig mit dem Zusammenleben selbstbestimmter Individuen und dem Aufbau freier Gesellschaften beschäftigen, versuchen, diesen – ansonsten ja durchaus lobenwerten! – Ansatz auch auf den internationalen Umgang mit Tyrannen anzuwenden, deren bloße Existenz davon abhängt, genau das zu verhindern, kann man hier sehen:

Wenn Sauerkraut&Co. bereit wären, die Ermordung von hunderten, tausenden und mehr unschuldiger Menschen in dem Fall als kollateral vertretbar zu bezeichnen,

Naja, an den juristischen Feinheiten müssen wir wohl noch ein bißchen arbeiten. Zumindest der Unterschied zwischen „ermorden“ und „töten“ scheint sich noch nicht bis in alle Ecken der Republik herumgesprochen zu haben. Dabei handelt es sich bei den Opfern des Irakkriegs ja tatsächlich überwiegend um Mordopfer. Diese sind allerdings nicht wie hier angedeutet den Angriffen der Koalitionsstreitkräfte zum Opfer gefallen, sondern Kriegsverbrechen der von ihnen bekämpften Terroristen. Und das finden nicht Sauerkraut & Co. vertretbar, sondern jene moralbefreiten Volltrottel, die so was als „Widerstand“ verherrlichen.

dass z.B. der Iran Israel oder wen auch immer (nuklear) angreift, dann frage ich mich, warum dann nicht einer dieser so toll microinvasiven Scharfschützen auf den gar nicht so tollen Scharfmacher angelegt hat – hell beleuchtet auf dem Präsentierteller war er ja lange genug.

Wer sagt denn, daß das nicht gemacht wurde? CIA und Mossad, aber auch der innerirakische Widerstand haben es ja immer wieder versucht. Die Folgen sind bekannt. Einer der Attentatsversuche führte beispielsweise zum Massaker von Dudschail, dessen Opfer anders als jene von Kollateralschäden tatsächlich ermordet wurden (wofür Saddam Hussein übrigens dann auch zum Tode verurteilt wurde). Es wäre daher glaubwürdiger, wenn bei der Forderung des Tyrannenmords nicht so getan würde, als ob das ganze zwingend ohne unschuldige Opfer abgeht.

Wenn Hitler 1938 auf einer wasweissich-Vollversammlung in Amerika/Frankreich/England gesprochen hätte (hat er vielleicht sogar, ich weiss es nicht) – was wäre durch diesen einen Mord den Menschen dieser Erde alles erspart geblieben (was ich allerdings genauso wenig weiss, aber einfach vermute) …

Meine Rede! Allerdings sollte man dann auch militärisch darauf vorbereitet sein, daß der Staat, dessen Oberhäuptling man da eben ins Jenseits befördert hat, das möglicherweise nicht ganz so locker nimmt und sich am Ende vielleicht nicht darauf beschränkt, den Botschafter einzubestellen. Genau daran – oder besser an dem Willen dazu – und dem daraus resultierenden Fehlen der einen oder anderen Panzerdivision hätte es nach dem segensreichen Wirken der damaligen Friedensbewegung aber spätestens gehapert.

Die ganzen politiX sehen sich doch laufend in irgendwelchen Zusammenhängen – warum dann nicht die erwiesenen Arschlöcher in eigener Verantwortung liquidieren? Na klar, die Antwort kenne ich: weil dann das politische System zusammenbräche: die diplomatische Immunität hat schon immer für die Schonung der politischen Verbrecher gesorgt.

Unsinn, der Grund ist viel banaler: Nach dem Fehlschlag diverser Attentats- und Putschpläne gegen Saddam Hussein und der anschließenden Ermordung (hier stimmt der Begriff wieder, lieber Andreas, also gut merken!) der Beteiligten ließen sich irgendwann schlicht und einfach keine Freiwillligen mehr für weitere Versuche finden. Was man ihnen angesichts der variationsreichen Methoden Saddam Husseins, seine Gegner und auch gleich deren Angehörige vom Leben zum Tode zu befördern, nicht verdenken kann.

Diese systemerhaltende Schonung wurde dann immer auf dem Rücken der eh geschundenen Bevölkerung massivst relativiert: Hitler / Ahmadinedschad umbringen trotz Immunität? Mein Gott, nein! Was für ein perverser Gedanke! Dann lieber Millionen Menschen im Nachhinein in’s undiplomatische Grass beissen lassen.

Aber, aber! Wo hätte gerade ich je was gegen einen Enthauptungsschlag zum Zwecke der Beseitigung eines Terrorregimes gesagt? Ich laß mir ja eine Menge unterstellen, aber ganz gewiß keine völkerrechtlichen Bedenken beim Sturz von Diktaturen. Alleine schon um unnötiges Blutvergießen zu vermeiden, sollte man es auf jeden Fall wenigstens versucht haben, auch wenn sich das bei etwas komplexeren Herrschaftsstrukturen wie beispielsweise denen im Iran sicherlich ein wenig aufwendiger gestalten dürfte, als man sich bei der Freiheitsfabrik Präsentierteller offenbar vorstellt.

Einfach mal das durch den Kopf gehen lassen. Und bitte nicht das öde Argument, dass ein geplanter + gezielter Mord an einem brutalen Machthaber moralisch bedenklicher sei als das bombische Herumgefuchtel z.B. in Afghanistan oder dem Irak.

Einfach mal durch den Kopf gehen lassen, ob uns die Erinnerung da nicht einen Streich gespielt hat. Denn zumindest im Falle des Irak haben die Amis genau das versucht. Wenn sie Saddam gleich am Anfang erwischt hätten, wäre der Krieg vielleicht beendet gewesen, bevor er richtig angefangen hatte. Hat aber leider nicht geklappt. Und für diesen Fall sollte man schon einen Plan B haben. Die Amis hatten glücklicherweise einen und ließen die Panzer rollen. Der Alternativplan der Freiheitsfabrik zum fehlgeschlagenen Angriff auf den Führer steht hingegen noch aus.

~ von Paul13 - Montag, 2. Juli 2007.

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