Islamhasser auf Abwegen


Wie nicht anders zu erwarten, wird der Kampf gegen die geplante Moschee in Köln-Ehrenfeld auch von diversen rechtskonservativen Bloggern unterstützt. Diese wehren sich jedoch vehement gegen derartige Etiketten, mit denen sie ihrer Meinung nach zu Unrecht in die rechte Ecke gedrückt werden sollen.

Nun sollte man sicher Verständnis für ihren Wunsch haben, als Moscheegegner nicht gleich als rechtsradikal abgestempelt zu werden, zumindest in dem Maße, wie sie selber darauf verzichten, Moscheebefürworter als linke Spinner, naive Gutmenschen, rot-grüne Multikultiträumer oder Dhimmis zu beschimpfen. Was aber nicht nachzuvollziehen ist, ist, wieso sie, wenn sie doch so viel Wert drauf legen, nicht mit den bösen Rechten in einen Topf geworfen zu werden, offenbar alle Hebel in Bewegung setzen, um eben jene, mit denen man angeblich nichts zu tun haben möchte, zu verharmlosen oder gar ausdrücklich zu loben.

Denn um nichts anderes handelt es sich, wenn man beispielsweise „Pro-Köln“ und deren Obermotz Manfred Rouhs vor dem Vorwurf des Rechtsradikalismus in Schutz nimmt, so als ob alles nur am propagandistischen Mißbrauch jener ominösen Fotos liegt, auf dem dieser mit dem Neonazi Axel Reitz zu sehen ist. Zugegeben, selbiger taucht öfter mal auf Fotos anderer Leute auf, ohne daß die Betreffenden immer wissen, wer der adrett gekeidete junge Mann da neben ihnen ist, aber in diesem speziellen Fall hat Reitz selbst die Sache doch ein wenig anders in Erinnerung als der von Erinnerungslücken geplagte Rouhs. Wobei die ganze Zielrichtung dieser Argumentation schon fehl geht, denn es ist noch lange nicht raus, welcher von den beiden Kameraden sich da für wen schämen sollte. Reitz war damals gerade 16 und trat später sogar als (An)führer einer ganz „speziellen“ Variante der Antiirakkriegsbewegung in Erscheinung.

Rouhs hingegen ist nicht das unschuldige Opfer, bei dem immer nur gerade dummerweise die falschen Leute durchs Bild laufen. Und damit sind jetzt gar nicht mal die guten Beziehungen von „Pro Köln“ zu den einschlägig Bekannten wie der österreichischen FPÖ oder dem belgischen „Vlaams Belang“ gemeint. Denn Rouhs politischer Werdegang ist nicht der eines harmlosen konservativen Biedermann(i)s, der in der Jugend vielleicht mal ein paar Dummheiten gemacht hat, für die er sich heute schämt, sondern sozusagen ein Best Of Rechtsradikal, welches wohl nur die wenigsten Größen der Szene vorweisen können. Vor „Pro Köln“ führte ihn sein gesellschaftliches Engament nämlich nicht, wie man nach der Lektüre von Kewils Text annehmen möchte, über Pfadfinder, Heilsarmee und Arbeiterwohlfahrt, sondern über NPD, „Republikaner“ und die „Deutsche Liga für Volk und Heimat“. Wenn das nicht rechts ist, was dann?

Nicht viel besser ist der rührende Versuch, Marylin Anderegg, die Sprecherin der örtlichen Bürgerinitiative, in einer oberschrägen Lobhudelei zur Jeanne d’Arc der entrechteten Ehrenfelder hochzustilisieren. Denn auch unsere Populistin der Herzen ist als ehemalige Kandidatin der „Republikaner“ kein unbeschriebenes Blatt. Was die selbst für PI-Verhältnisse auffällig zahlreichen Kommentatoren aber nicht hindert, derlei politische Nebensächlichkeiten auszublenden und – offenbar von Frau Andereggs schönen Augen geblendet – so begeistert daherzusäfteln, daß es selbst Franz Schönhuber vermutlich ziemlich peinlich wäre.

Also, liebe Bloggerkollegen, wenn Ihr nur halb so konservativ seid, wie Ihr tut, und möchtet, daß Euch die CDU wieder lieb hat, dann distanziert Euch endlich klar und deutlich von diesem Rechtsaußen-Konglomerat im Pro-Köln-Dunstkreis. Ansonsten dürft ihr auch nicht weinen, daß man Euch nicht gerade links nennt.

~ von Paul13 - Mittwoch, 20. Juni 2007.

Eine Antwort to “Islamhasser auf Abwegen”

  1. […] christlich-konservative Merkel-Fan-Blog “Politically Incorrect” auf seiner unbeirrbaren Reise nach rechtsaußen zurückgelegt hat, sollte sich den Spaß machen und mal anschauen, was für finstere […]

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