Biedermänner und Brandstifter: Wie politische Naivität den Gewalttätern hilft


Hey, hab ich je was gegen den SPIEGEL gesagt? Echt? Ich? Kann ich mir gar nicht vorstellen. ;-) Aber gut, tut mir leid. Zumindest für heute, denn Reinhard Mohrs Kommentar zur etwas arg bunt geratenen Ausgestaltung der G8-Feierlichkeiten gehört zweifellos zum besten, was bisher zum Thema Demonstrationsbutterfahrten gesagt wurde:

Die Autonomen, die als einzige, gut organisierte Gruppe genau wissen, was sie wollen, werden als militanter Flügel der weltweiten Protestbewegung akzeptiert, egal, welchen politischen Unsinn sie von sich geben. Dann marschieren sie zunächst brav mit, neuerdings – womöglich klimabedingt – mit uniformen Sonnenbrillen, und gegen Ende oder kurz nach Abschluss der Demonstration beginnt dann zuverlässig die Randale. Einen Tag später wird aufgeräumt, man distanziert sich eilig von den Gewalttätern und beklagt zugleich, dass die Medien nur die Bilder vom Straßenkampf zeigen statt der phantasievollen Transparente mit der Aufschrift „Eine andere Welt ist möglich“.

[…] Das Problem der Gewalt einer verbohrt fanatischen Minderheit lässt sich aber nicht durch eine noch so glaubwürdige Distanzierung lösen. Denn der „schwarze Block“, der mit voller Absicht ganze Straßenzüge von Rostock verwüstet und regelrecht Jagd auf einzelne Polizeibeamte gemacht hat, war nicht nur ausdrücklich und offiziell Teil der Demonstration, er war und ist auch Teil des insgesamt hoch emotionalisierten Diskurses, der seit Monaten die Anti-G-8-Aktionen vorbereitet.

[…] Vielleicht bietet das gestrige Desaster in Rostock doch noch die Gelegenheit, ein paar klare Gedanken zu fassen. Und zu entscheiden, was man will und was nicht. Vor allem aber: Mit wem nicht.

Unbedingt den kompletten Text lesen! Selten sprach der SPIEGEL wahrere Worte. Das sollte man ausnutzen. So häufig ist’s ja nicht, und wer weiß, wann’s wiederkommt.

~ von Paul13 - Montag, 4. Juni 2007.

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