„Afrikas Problem ist doch nicht der Mangel an Geld“


Auf dem G8-Gipfel in Heiligendam gab es viel zu sehen und zu hören. Viele hohle Worte, die die III. Welt wohl nur wenig weiterbringen werden, noch mehr mindestens genauso hohle Gegenargumente, die ihnen sogar ernstlich schaden könnten, und unzählige nicht mehr ganz so hohle Pflastersteine, die leider nicht die vorteilhafte Form eines Bumerangs hatten.

Allen war gemeinsam, daß sie nicht von den tatsächlich Betroffenen aus Afrika kamen, sondern von den satten Vertretern der ehemaligen Kolonialmächte. Hätten sich Politiker wie Demonstranten hingegen vorher mal angehört, was man dort über ihre Rituale denkt, hätten sie sich vielleicht ein bißchen geschämt und am Ende nicht ganz so danebenbenommen:

Mehr Geld, mehr Entwicklungshilfe für Afrika fordern Popstars und Schauspieler von den G-8-Staaten. Der afrikanische Intellektuelle Lubega widersetzt sich: Durch diesen Blödsinn werde die Krise in den Hungerstaaten nur verschärft.

[…] Würde die Finanzhilfe der korrupten afrikanischen Regierungen gestrichen, müssten sich die Führer nach anderen Einkommensquellen umsehen: Steuern. „Erstens würde das die Vetternwirtschaft einschränken, denn Geld müsste dann auch von afrikanischen Wirtschaftsbonzen abgeführt werden, und die zahlen im Moment fast gar nichts. Und zweitens müsste die Regierung die Wirtschaft fördern, denn nur wenn die Wirtschaft brummt, nimmt auch der Staat Geld ein.“

Lubegas Theorie klingt simpel und ist einleuchtend. Warum der Westen nicht verstehen will, dass er Afrika langfristig „zu Tode hilft“ ist ihm ein Rätsel. Es habe wohl mit Psychologie zu tun, meint er achselzuckend: „Eure Minister und Schlagersänger fühlen sich besser, wenn sie sich auf diese Art produzieren können.“ Und Afrika? „Ist ihnen wohl herzlich egal.“

[…] „Die wahre Arroganz, der wahre Kolonialismus wird nicht von euren Unternehmern, diesen vermeintlichen Ausbeutern, an den Tag gelegt, sondern von euren Philanthropen. Sie sollten tun, worauf sie spezialisiert sind: Popmusik machen oder Parteipolitik. Afrika ginge es ohne ihre ständigen Nachstellungen jedenfalls besser.“

~ von Paul13 - Montag, 4. Juni 2007.

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