Bill Richardson’s 7 Point New Realism Plan for Iraq


Einer der Hauptvorwürfe gegenüber Bushs Irakpolitik ist deren angebliche Konzeptionslosigkeit. Die demokratischen Präsidentschaftskandidaten wollen das alles besser machen. Ihre Pläne sind aber leider so geheim, daß niemand weiß, wie sie genau aussehen. Einer von ihnen, Bill Richardson, hat sich aber immerhin die Mühe gemacht und wenigstens seine heiße Luft in einzelne Punkte unterteilt. Der SPIEGEL räumt ihm jedoch nur geringe Außenseiterchancen ein. Jetzt wissen wir auch warum:

1. Troops Out in 2007: We should get our troops out of Iraq this year. Our continued presence there only enables the Iraqi factions to delay making the hard political choices they need to make to end the civil war.

Soll heißen: „Dann bringt’s Euch halt um, wenn’s Euch so viel Spaß macht!“, auch wenn das „Euch“ der Täter mit dem „Euch“ der Opfer nicht zwingend identisch sein muß. Das wird die USA bei den Irakern sicherlich ganz doll beliebt machen. So wie 1991, als Kurden und Schiiten die harten politischen Entscheidungen der herrschenden sunnitischen Ba’ath-Fraktion zu spüren bekamen, wofür sie der amerikanischen Realpolitik bekanntlich noch heute unheimlich dankbar sind.

2. No Residual Forces Left Behind: We must remove ALL of our troops. There should be no residual US forces left in Iraq. Most Iraqis, and most others in the region, believe that we are there for their oil, and this perception is exploited by both Al Qaeda, other insurgents, and anti-American Shia groups. By announcing that we intend to remove all troops, we would deprive them of this propaganda tool.

Ach so, wenn die USA ihre Truppen abziehen, glauben die Araber nicht mehr, daß die bösen Amis ihnen das schöne Öl klauen wollen. Respekt, da wären sie ja sogar weiter als die meisten Europäer. Und dann hören automatisch auch die Terroranschläge auf, denn die Iraker werden ja nur deswegen auf ihren Marktplätzen in die Luft gesprengt, weil amerikanische Truppen im Land sind. Klingt logisch. Zumindest so logisch, wie man das von Richardson erwarten muß.

3. Congressional De-Authorization of War: President Bush has demonstrated neither competence nor honesty nor a sense of reality in his conduct of this war. I support the Feingold-Reid bill to force the President to end the war.

Congress must continue to use the power of the purse without cutting funds for troops on the ground, but we should also go one step further. Congress should assert its constitutional authority and pass a resolution de-authorizing the war under the War Powers Act. Congress can then set a military pull-out date and appropriate funds accordingly for the re-deployment of troops.

Und wenn das Abzugsdatum bekannt ist, beschließen die Terroristen angesichts dieser netten Geste sicherlich, nach diesem Tag ebenfalls keine weiteren Anschläge mehr durchzuführen. Mann, oh Mann, wenn man ernsthaft befürchten müßte, daß diese Pappnase jemals die Geschicke der größten Weltmacht bestimmen könnte, wird einem vor den nächsten Präsidentschaftswahlen in den USA richtig angst und bange. Da müßte man für Hillary ja fast schon dankbar sein.

4. Promote Iraqi Reconciliation: We should promote an Iraqi Reconciliation Conference to bring the factions together to seek compromises and to begin confidence-building measures, including the end of militia violence. Our redeployment will give us more leverage than we have now, caught in the crossfire, to get the Iraqis to reconcile.

Nein, was für ein brilliantes Gehirn hinter diesen klugen Augen arbeitet! Eine Versöhnungskonferenz – das isses! Hätte man auch früher draufkommen können. Hat ja bisher noch keiner versucht, mit den diversen Widerstandsgruppen ins Gespräch zu kommen. Oder allen Seiten die Beteiligung an den Wahlen nahezulegen. Oder miteinander über die Verteilung der Macht und des Ölreichtums zu reden. Zum Glück gibt es Bill Richardson, der hat so innovative Ideen. Das klappt bestimmt!

5. Work With All Neighbors and Allies: We should convene a regional conference to secure the cooperation of all of Iraq’s neighbors — including Syria and Iran — in promoting peace and stability. Among the key objectives of such a conference should be guarantees of non-interference, as well as the creation of a multilateral force of UN peacekeepers, should the Iraqis request one. The US should support such a force, but it should be composed of non-US, primarily Muslim troops.

Logisch, Syrien und der Iran wünschen sich nichts so sehr wie eine funktionierende Demokratie an ihren Grenzen, die ihre eigene Herrschaft für jeden sichtbar delegitimiert. Da werden sie sich bestimmt freuen, daß sie die Terroristen nicht länger unterstützen müssen, alleine konnten sie sich zu diesem Schritt nur irgendwie nie durchringen. Und die internationalen Freiwilligen für die UN-Friedenstruppe stehen ja auch schon Schlange, nur hat sich der blöde Bush bisher geweigert sie ins Land zu lassen.

6. Global Cooperation in Reconstruction: We should convene a donor conference to fund Iraq’s reconstruction. The United States needs to show the world that we intend to return to our tradition of being a trusted leader, not a unilateralist loner. The process of disengagement is an opportunity for us to show that we have turned the corner, and that we intend to rebuild our alliances, respect international law, and work with the international community.

Eine Geberkonferenz! Und wieder ein Geistesblitz, der die Geschichte des Irakkriegs definitiv komplett neu schreiben wird. Jetzt ist Schluß damit, hunderttausende von Entwicklungshelfern, THW-Mitarbeitern und NGO-Gutmenschen mit Gewalt daran zu hindern, ins Land zu strömen, um die Terroristen zu überreden, die Messer wegzulegen, mit denen sie ihren Geiseln die Köpfe abzuschneiden pflegen. Und endlich können die Europäer ihr Füllhorn ausschütten, ohne daß ihr Geld länger von diesen arroganten NeoCons zurückgewiesen wird.

7. Redeploy to Address Real Threats: We must redeploy some of our troops to stop the resurgence of the Taliban and to fight the real terrorists who attacked this country on 9-11. While all American troops in Iraq must be removed, we need to maintain a military presence in the region, including in Kuwait and in the Persian Gulf. We must have the regional capacity to use air power, special forces and other means to strike Al Queda anywhere. We do not need American troops in Iraq to perform this essential task.

We also must bring our National Guard home where they are needed for homeland security, and we must focus our energy and resources on real threats, such as nuclear proliferation, Al Qaeda, public health, and global warming.

Genau! Und im Rahmen der PR-Kampagne zur Verbesserung des amerikanischen Images in der arabischen Welt werden unsere Hurensöhne, falls sie je aufzumucken wagen, mit den erwähnten Luftstreitkräften, Spezialeinheiten und anderen Mitteln auf bewährte Weise zur Räson gebracht, um zu zeigen, was auch demokratische Irakkriegsgegner in ihrem tiefsten Innern doch für harte Kerle sind. Aber gut, immerhin wissen wir jetzt, was Richardson und seine Fans so alles als Realismus bezeichnen…

~ von Paul13 - Freitag, 27. April 2007.

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