Alte Karawane, neuer Sultan


Irgendwie scheint die Deutsch-Arabische Gesellschaft Fallschirmjäger magisch anzuziehen. Nachdem einst Jürgen W. Möllemann (wie man heute weiß, erfolglos) mit der hakeligen Reißleine des liberalen Reservefallschirms kämpfte, der ihn vor dem Sturz in den Sumpf des Antisemitismus bewahren sollte, tritt jetzt ein ehemaliger Waffenbruder von der anderen Feldpostnummer die schwere Aufgabe an, unter den gerunzelten Augenbrauen nahöstlicher Despoten die richtige Balance zwischen dem Einknicken vor Wirtschaftsinteressen und dem Ausverkauf der Menschenrechte zu treffen.

Der Fensehpublizist, Buchautor und Arabien-Experte Prof. Dr. Peter Scholl-Latour ist neuer Präsident der Deutsch-Arabischen-Gesellschaft. Er wurde gestern einstimmig von der Versammlung im Berliner Adlon per Akklamation gebeten, diese Aufgabe zu übernehmen.

Damit hat die Deutsch-Arabische Gesellschaft endlich den Vorsitzenden, den sie verdient. Man fragt sich, wieso da noch keiner vorher drauf gekommen ist. Der Mann ist zweifellos die ultimative Idealbesetzung für eine Truppe, deren internationale Zusammensetzung, auch wenn das kaum möglich scheint, einen größeren Anteil an Vertretern diktatorischer Regime aufweist als selbst die meisten UNO-Gremien. Denn wer, wenn nicht der Wüstensohn h.c. Scholl-Latour, wäre besser geeignet, mit autokratischen Scheichs, islamistischen Fanatikern und faschistoiden Tyrannen gleichermaßen vertraut zu parlieren?

Er folgt damit interimistisch dem Deutsche-Bahn-Vorstand Dr. Otto Wiesheu, der die DAG drei Jahre lang als Präsident geführt hatte. Wiesheu trat auf der gestrigen Jahresmitgliederversammlung der DAG von seinem Amt zurück.

Das haben sie schön gesagt. Wer wissen will, wie es wirklich war, sollte mal im aktuellen SPIEGEL auf Seite 42 nachschlagen. Da muß es wohl kleinere Differenzen gegeben haben. Aber die kann der Deutschen liebster „Welterklärer“ (SPIEGEL) jetzt ja bei einer Wasserpfeife und einem Fäßchen Öl ausräumen. Und wer weiß, vielleicht kann PSL sogar erreichen, daß Deutschland die Entwicklung von Nuklearwaffen in der arabischen Welt nicht nur fördert, sondern auch gleich selbst von deren Ergebnissen profitiert. Dann wird sein Traum von der deutschen Atombombe vielleicht doch noch wahr.

~ von Paul13 - Mittwoch, 18. April 2007.

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