The Time May Have Come


Als vor einigen Tagen ein paar iranische „Diplomaten“ im Irak hops genommen wurden, war – auch von irakischer Seite – die Empörung groß, wie man denn „Gäste“ so behandeln könne. Nun, wie sich herauszukristallisieren beginnt, hatten besagte Gäste ein recht eigenwilliges Verständnis von Gastfreundschaft, wie Michael Ledeen in einem sehr interessanten Artikel auf seinem Blog enthüllt:

We did not know exactly who they were. […] One of them told us he was the #3 official of the al Quds unit of the Iranian Revolutionary Guards Corps, a particularly vicious group. He was carrying documents, one of which was in essence a wiring diagram of Iranian operations in Iraq. That wiring diagram included both Shi’ite and Sunni terrorist groups, and was of such magnitude that American officials were flabbergasted.

Wohlgemerkt, es sind die „sunni groups“, die Schiiten zu dutzenden, ja zu hunderten in die Luft sprengen, nur um einen Bürgerkrieg im Irak herbeizuführen. Und es sind die Schiiten, die es den weitverbreiteten Kassandrarufen zufolge gleichzeitig angeblich kaum erwarten können, sich iranischer Herrschaft zu unterwerfen. Vor allem aber ist es der Iran, der ungestört in seinem Nachbarland Terrorismus organisiert, finanziert und ausrüstet. Doch Michael Ledeen sieht erste Hoffnungszeichen für einen Kurswechsel:

I am told that this information has reached the president, and that it is part of the body of information he is digesting in order to formulate his strategy for Iraq. If he sees clearly what is going on, he must realize that there can be no winning strategy for Iraq alone, since a lot of ‘Iraqi’ activity-not just lethal materiel such as the latest generation of explosive devices, now powerful enough to penetrate the armor of most of our vehicles-is actually Iranian in origin. We cannot ‘solve’ the Iraqi problem without regime change in Iran.

Es sind jedenfalls schon Kriegserklärungen aus weitaus geringeren Anlässen ausgesprochen worden. Aber eine solche gegenüber dem Iran wäre nicht mal notwendig, weil es schon deswegen zu keinem neuen Krieg mit dem Mullahregime kommen kann, weil dieser bereits längst im Gang ist. Nur wird er bisher ausschließlich von einer Seite geführt, während die andere Seite versucht, so zu tun als hätte sie das nicht bemerkt. Laut Ledeen ist es ist höchste Zeit, das sich das ändert:

[…] I have little sympathy for those who have avoided the obvious necessity of confronting Iran, however I do understand the concerns of military leaders, such as General Abizaid, who are doing everything in their considerable power to avoid a two-front war. But I do not think we need massive military power to bring down the mullahs, and in any event we now have a three-front war: within Iraq, and with both Iran and Syria. So General Abizaid’s objection is beside the point. We are in a big war, and we cannot fight it by playing defense in Iraq. That is a sucker’s game. And I hope the president realizes this at last, and that he finds himself some generals who also realize it, and finally demands a strategy for victory.

Der Irakkrieg ist eben kein solcher, sondern ein ausgewachsener regionaler Krieg um den gesamten Nahen und Mittleren Osten. Dies zu erkennen sowie angemessen darauf zu reagieren, nicht aber Details wie die Zahl der eingesetzten Truppen oder die Sitzordnung bei den internationalen Konferenzen sind hier das entscheidende:

In passing, it follows from this that the entire debate over more or less troops in Iraq, surge or no surge, Baghdad or Anbar Province, all of it begs the central question. As long as Iran and their appendage in Damascus have a free shot at us, all these stratagems are doomed.

Das verlangt aber, daß die Truppen, die bereits vor Ort sind, auch in die Lage versetzt werden, das notwendige zu tun, und dabei keine falschen Rücksichten nehmen müssen. Das bedeutet nicht, daß es auch tatsächlich zu einem militärischen Vorgehen gegen den Iran und Syrien kommen muß, aber die Option zumindest sollte glaubwürdig genug auf dem Tisch liegen, gerade damit man nicht am Ende von ihr Gebrauch machen muß. Laut Debka wird an besagter Glaubwürdigkeit aber jetzt endlich gearbeitet:

The USS John C. Stennis strike group will this month join the USS Dwight Eisenhower aircraft carrier group and USS Boxer strike force in the Persian Gulf “as a warning to Syria and Iran” in face of acts seen as provocative, and to give commanders more flexibility in the region. Continuation of Iran’s banned nuclear activities would come under the heading of “provocative.”

This is the second buildup of US naval, air and marine strength in the strategic waterway in four months. Deployment of the Stennis group puts a total of 16,000 US sailors in the region as well as another nuclear carrier and 7 escort warships, 10 air squadrons, 2 submarines and helicopters to support amphibious landings on enemy soil.

Womit sich die Hoffnungen der Appeasementfraktion auf ein Entgegenkriechen (Entgegenkommen wäre hier ein Euphemismus) gegenüber den Kriegstreibern in Teheran und Damaskus im Sinne der von Bakers ISG vorgelegten Kapitulationsvorschläge wohl erledigt haben dürften:

DEBKAfile’s military experts see in the new deployment evidence that President George W. Bush has rejected the key Baker-Hamilton Iraq Study Group’s recommendation to engage Iran and Syria for an exit strategy on Iraq. He has instead come down finally behind his own fundamental conviction that the Iraq war is winnable and Iran can be simultaneously confronted.

Denn nur wenn die Herrscher der Region sich dessen bewußt werden, daß sie für die weitere Destabilisierung des Irak möglicherweise einen hohen Preis zahlen müssen (dessen Bezahlung, wie wir seit der Hinrichtung Saddams wissen, durchaus auch persönlich sehr schnell sehr unangenehm werden kann), werden zumindest die realistischeren unter ihnen es sich zweimal überlegen, ob sie so weitermachen wollen wie bisher. Und das wäre doch schade.

~ von Paul13 - Freitag, 5. Januar 2007.

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