RPG-5


Diese verfluchte Hitze! Hier in Baghdad ist es ja kaum auszuhalten. Ich denke, ich muß mal dringend einen Staatsbesuch bei Jacques oder noch besser bei Wladimir anleiern, die haben’s schön kühl. Hab sowieso einiges mit denen zu besprechen, denn allmählich wird es höchste Zeit, sich wieder Gedanken um das Atomprogramm zu machen. Und zwar zur Abwechslung mal nicht in erster Linie um meins, sondern um das dieser persischen Hunde. Die Pappnase von al-Baradei hat nämlich endlich gemerkt, daß er von diesen Mistkerlen die ganze Zeit an der Nase rumgeführt worden ist.

Hätte ich ihm auch gleich sagen können, daß diese Turbanträger mit gezinkten Karten spielen, und ich bin ja nun wirklich ein anerkannter Fachmann auf diesem Gebiet. Aber mich fragt ja keiner. Weil wenn der böse Saddam ein bißchen rumforschen läßt, regen sich alle maßlos auf, aber wenn diese irren Mullahs an der Bombe schrauben, gucken alle plötzlich in die andere Richtung. Wenn aber Chameini erst mal die Bombe hat, kann ich hier einpacken. Dann steh ich da mit runtergelassenen Hosen und muß abwarten, was dem mit seinem nukleargetriebenen Dildo alles für Ferkeleien einfallen.

Und da nicht wirklich damit zu rechnen ist, daß gerade Grosny für mich die Kohlen aus dem Feuer holen wird (der dürfte sich beim Iran ja wohl kaum cleverer anstellen als vor einem halben Jahr bei mir), muß ich mir letztlich wohl doch wieder selber helfen. Werde also gleich mal wie die anderen den Aufbau einer unabhängigen nuklearen „Stromversorgung“ angehen und den Genossen Kim wegen ein paar neuer Raketen anhauen. Vor allem muß ich aber schnell wieder an einsatzfähige Chemiewaffen kommen. Bei solchen Nachbarn darf man keine Schwäche zeigen, sonst gibt’s auf die zwölf.

Was mir auch ein bißchen Sorgen macht, ist daß diese hinterhältigen Juden damit ernst zu machen scheinen, diesen Schutzwall zu bauen, um die palästinensischen Widerstandskämpfer an der Ausübung ihres Jobs zu hindern. Noch bringen die zwar genug Zionisten um, aber wenn das mit der Sperranlage tatsächlich funzen sollt, kann ich die Abschußprämie für tote Israelis bald verzehnfachen und bleib trotzdem auf all dem schönen Ölgeld sitzen.

Sollte ich am Ende vielleicht doch besser in Kassams statt Selbstmordattentate investieren? Das sind ja strategische Fragen von enormer Tragweite. Muß ich wohl noch mal mit den diversen hier in Baghdad residierenden Befreiungsorganisationen klären. Das in Palästina muß jedenfalls unter allen Umständen am köcheln gehalten werden, sonst stellen meine werten Untertanen hier irgendwann dumme Fragen, was ich eigentlich den lieben langen Tag so mache. Und das wollen wir ja nicht.

~ von Paul13 - Sonntag, 17. Dezember 2006.

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