Kofi Annan: Scharfer Abschiedsgruß an George W. Bush


Annan forderte die USA auf, diplomatische Alleingänge zu unterlassen und die Menschenrechte auch im Kampf gegen den Terrorismus zu wahren.

Und? Die UNO ist auch aufgefordert, sich für die Wahrung der Menschenrechte einzusetzen, und herausgekommen ist trotzdem die peinliche Untätigkeit angesichts des Völkermords in Darfur.

„Mehr als je zuvor braucht Amerika, wie der Rest der Menschheit, ein funktionierendes globales System, in dem die Weltbevölkerung Herausforderungen gemeinsam meistern kann“, sagte Annan am Montag in Independence im US-Bundesstaat Missouri.

Nun mach mal halblang, Kofi, das globale System braucht die USA derzeit weit mehr als umgekehrt. Wie sehr, wird die werte Weltbevölkerung merken, wenn sich Amerika auf jene an europäischen Traditionen orientierte Realpolitik zurückgezogen hat, die die eigenen Interessen als Gegensatz zu denjenigen der anderen Länder definiert.

Die USA dürften im Kampf gegen den Terror nicht ihre demokratischen Ideale opfern.

Das sagt ja genau der richtige! Auch die UNO darf im Kampf gegen die USA und Israel nicht ihre demokratischen Ideale opfern und tut es trotzdem, wie wir spätestens an der Zusammensetzung des UN-Menschenrechtsrats sehen.

[…] Annan erwähnte in seiner letzten großen Rede als Uno-Generalsekretär nicht einmal den Namen des amerikanischen Präsidenten Bush, lobte aber mehrfach dessen Vorgänger Truman, der nach dem Zweiten Weltkrieg eine wichtige Rolle bei der Gründung der Vereinten Nationen spielte.

[…] Truman sei überzeugt gewesen, dass Sicherheit kollektiv und unteilbar sein müsse. Daher habe er sich angesichts der nordkoreanischen Aggression gegenüber Südkorea 1950 an die Vereinten Nationen gewandt.

Da kennt der werte Herr Generalsekretär die Geschichte seiner eigenen Organisation wohl nicht. Die Vereinten Nationen konnten sich damals nämlich nur einigen, weil die eine antiwestliche Vetomacht, Rotchina, damals zu Recht noch gar nicht in selbige aufgenommen worden war, und die andere, die Sowjetunion, ob dieser Tatsache so vergrätzt war, daß sie die UNO-Sitzungen damals gerade boykottierte und sich so um die Möglichkeit einer Blockade brachte. Aber danke, Kofi, ein besseres Plädoyer für eine nur aus westlich-demokratischen Staaten bestehende UNO könnte ich auch nicht halten.

[…] Die Veto-Mächte müssten die besondere Verantwortung akzeptieren, die mit ihrem Privileg verbunden sei. „Der Sicherheitsrat ist nicht einfach eine weitere Bühne, auf der nationale Interessen ausgelebt werden“, setzte der Generalsekretär eine weitere Spitze in Richtung der US-Regierung, mit deren UN-Botschafter John Bolton er angespannte Beziehungen unterhielt.

Genau, Ihr bösen Amis, nehmt Euch gefälligst ein Beispiel an Nationen wie China, Rußland und Frankreich, die ohne Rücksicht auf eigene Öl- und Geschäftsinteressen bekanntlich dem Krieg gegen Saddam Hussein, harten Sanktionen gegen den Iran und dem Regime Change im Sudan zustimmten. Dann gibt’s auch Applaus von Kofi Annan’s Sohn.

~ von Paul13 - Mittwoch, 13. Dezember 2006.

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