Berija & Dserschinski – jetzt auch mit Blog


 

Erinnert sich noch jemand an Nixxon? Das ist jener links-reaktionäre Pöbelblogger, der den Sinn seiner kläglichen Cyberexistenz im wesentlichen darin sah, andere Leute zu beleidigen (was er aber zugegeben in seinen besten Zeiten mitunter sogar durchaus originell und witzig zu tun verstand), und der immer kurz bevor ihn die empfindsameren Gemüter unter den Beschimpften vor den Kadi zerren konnten, sein Blog rechtzeitig löschte, um wenig später unter neuem Namen wieder aufzutauchen (was aber, da er nicht gerade Mr. Brain persönlich ist, natürlich nie wirklich lange geheim blieb).

Auf seiner aktuellen Blog-Mutation als intellektueller „low rider“ Artur, dessen Layout sich hinsichtlich der Subtilität der Farbwahl seit einiger Zeit offenbar am Augenkrebs-Design des auch im Gesamteindruck nicht unähnlichen CA-Blogs zu orientieren scheint, hielt Nixxon es jetzt offenbar für eine gute Idee sich zum Irakkrieg zu äußern. So kann man sich irren:

Wehleidiges Geseier

erklingt seit der Totalniederlage der Bushkrieger ja nun allenthalben aber am schönsten ist es bei diesem Loser, der sich „Napauleon“ nennt. Er entblödet sich nicht, diejenigen zu Schuldigen am amerikanischen Fiasko im Irak zu erklären, die daran gar nicht beteiligt sind.

Der heult nur noch rum… Geil.

Daß er den Hinweis auf die Verantwortlichen für die Verbrechen als rumheulen betrachtet und dann noch behauptet, daß die Terroristen an den von ihnen verübten Anschlägen gar nicht beteiligt wären, ist allerdings so überraschend nicht, wenn man sich in Erinnerung ruft, daß es sich hier um eben jenen Artur handelt, der im Sommer diesen Jahres noch von der stalinistischen Lösung träumte, als er statt europäischer UNIFIL-Weicheier lieber „50000 Russen und Chinesen […] mit durchgeladener AK 47“ als Ordnungsmacht im Libanon sehen wollte.

Angesichts eines derart entspannten Verhältnisses zu den doch etwas befremdlichen Befriedungsmethoden unserer östlichen Weltenretter hält sich dann auch das Erstaunen in Grenzen, daß ein auf brutalem Gegenterror basierender Konfliktlösungsansatz ratzfatz Gleichgesinnte anlockt. Denn der erste Kommentar zu Nixxons neuestem Erguß kommt von dem Eingeweihten nicht gänzlich unbekannten Che2001, der es tatsächlich schafft, auf den Irrwitz Nixxons noch einen draufzusetzen:

Der Witz ist doch der, dass die Bushkrieger genau das gemacht haben, was Sauerkrautpaule da beklagt: Polizei, Armee und Zivilverwaltung aufgelöst und alle Instanzen der Ordnung beseitigt und damit das Chaos geschaffen, von dem aus die Terroristen überhaupt operieren können.

Hier kriegen wir schwarz auf weiß – oder besser gesagt gelb auf rot -, was man sich in gewissen Kreisen, die sich fälschlicherweise auch noch für links halten, so alles unter „Instanzen der Ordnung“ vorstellt. Ein paar prophylaktische Massenhinrichtungen durch die schon im Dienst des Ba’ath-Faschismus gestählten Profis, dann wär das alles nicht passiert. Aber zugegeben, das hätte man sich eigentlich denken können bei jemandem, der sich als Logo für sein Blog das Antlitz eines Massenmörders aussucht, zu dessen fragwürdigen Hobbys es unter anderem gehörte, sich höchstpersönlich um das Erschießen hunderter, wenn nicht tausender Oppositioneller zu kümmern.

Trotzdem sollten wir dankbar sein: Wenn sich so Gestalten gegenseitig auf die Schulter klopfen, erspart einem das eine Menge Schreibarbeit.

~ von Paul13 - Donnerstag, 23. November 2006.

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