Eskalation im Libanon: Israelischer Scheinangriff auf Franzosen endet beinahe mit Blutbad


Es ging nur um zwei Sekunden: Französische Soldaten haben bei einem Zwischenfall Ende Oktober im Libanon fast das Feuer auf israelische Kampfflugzeuge eröffnet. Diese flogen Frankreich zufolge Scheinangriffe auf einen Uno-Posten.

Paris – Die Soldaten seien „nur zwei Sekunden“ davor gewesen, „auf die Flugzeuge zu feuern, die direkt unsere Truppen bedroht haben“, sagte Verteidigungsministerin Michèle Alliot-Marie in der Nacht in der Nationalversammlung. Ihr zufolge befanden sich israelische F-15-Maschinen „im Sturzflug“ auf eine französische Stellung, bevor sie plötzlich wieder hochzogen. Dies sei üblicherweise eine „Angriffshaltung, um Bomben abzuwerfen oder Schüsse mit der Bordkanone abzugeben“.

Tja, warum nur könnten die Israelis Angriffe auf UNO-Truppen üben wollen? Könnte das am Ende vielleicht damit zu tun haben, daß knapp 3 Wochen vorher der UNIFIL-Kommandeur Pellegrini damit gedroht hat, israelische Flugzeuge abzuschießen, die den libanesischen Luftraum überfliegen, um dort das zu machen, was eigentlich die Aufgabe von Pellegrinis-UNO-Kaspern sein sollte, nämlich aufzupassen, daß sich die Hisbollah nicht mehr bewaffnet? Wenn man das nur genau wüßte. Ist aber auch zugegeben wirklich eine sehr komplizierte Frage, die eine französische Verteidigungsministerin natürlich schnell an die Grenze ihrer intellektuellen Kapazität bringt.

Das „unverantwortliche“ Verhalten der israelischen Piloten könne nicht toleriert werden. Frankreich verlange von Israel, die Einheiten der internationalen Libanon-Schutztruppe Unifil zu respektieren.

Das setzt aber erst mal voraus, daß die Libanon-Schutztruppe UNIFIL die Interessen Israels respektiert. Wenn die UNO eine dermaßen aggressive Haltung gegenüber dem Staat an den Tag legt, zu dessen Schutz sie eigentlich vor Ort ist, dann darf sie sich nicht wundern, wenn dessen Streitkräfte auf diese Feindseligkeit irgendwann auch entsprechend reagieren.

Dem französischen Verteidigungsministerium zufolge ereignete sich der Vorfall am 31. Oktober. „Eine Katastrophe wurde gerade noch durch unsere Soldaten verhindert“, sagte Alliot-Marie bei der Beratung des Verteidigungsbudgets in der Abgeordnetenkammer des französischen Parlaments.

Katastrophe? Fragt sich nur für wen. Da freuen wir uns mal für die französischen Soldaten, daß sie nicht versucht haben es herauszufinden. Und hoffen, daß es dabei bleibt.

~ von Paul13 - Donnerstag, 9. November 2006.

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