Afghanistan: Kanadas Krieger in der Cannabis-Falle


Der kanadische General Rick Hillier gilt als erfahrener Haudegen in seinem Metier. Im Jahr 2004 befehligte er die Internationale Schutztruppe Isaf in Afghanistan und wurde daraufhin zum Stabschef der kanadischen Streitkräfte ernannt. Hillier trug neue Ideen vor und machte zum Beispiel den Vorschlag, dass sich kanadische Truppen auch auf die Kriegführung im Dschungel vorbereiten sollten – wegen der wachsenden Anzahl von Auslandseinsätzen sei das nicht schlecht.Nun sind kanadische Soldaten tatsächlich in eine Art von Dschungelkrieg verwickelt – und das ausgerechnet in den Wüsten des südlichen Afghanistan. Dort haben die Korankrieger der Taliban die Taktik geändert: Sie haben dichte Wälder mit Cannabispflanzen angelegt, die auf den lockeren Böden und im Sonnenklima der Provinzen Kandahar und Helmand wie wild wuchern und in denen sich die Taliban vor den Truppen der Isaf verstecken.

Weil hier der Hanf drei bis vier Meter und manchmal noch höher wächst, bilden die dicht an dicht stehenden Pflanzen regelrechte Staketenzäune, die mit Fahrzeugen nicht zu durchdringen sind.

[…] In Kandahar sind 2400 Kanadier stationiert, die im September zusammen mit amerikanischen Soldaten gegen die Taliban vorrückten. Eingeleitet wurde die sogenannte Operation Medusa mit schwerer Rockmusik der Gruppe AC/DC, die aus großen Lautsprechern gegen die Stellungen der Gotteskrieger im Bezirk Pashmul schallte.

[…] Wie potent die Pflanzen sind, erfuhren auch die kanadischen Truppen. Beim Verbrennen schon ausgedörrter, inzwischen braun gewordener Cannabis-Riesen atmeten Soldaten, die in Windrichtung standen, den Qualm ein. „Das war ganz offenkundig nicht die richtige Maßnahme,“ gibt nun sogar General Hillier zu.

Also wenn das mal nicht oberschräg ist! Wer weiß, vielleicht lösen sich dadurch ja jetzt die Personalprobleme der Koalitionsstreitkräfte im wahrsten Sinne des Wortes in Rauch auf. Denn auch wenn es inzwischen einen Mangel an Rambotypen geben mag, rennen den Rekrutierungsbüros demnächst möglicherweise Unmengen an langhaarigen, ungewaschenen Hippies mit Peace-Aufnähern und Schlaghosen die Bude ein.

Das muß ja auch der ultimative Traum für den richtigen Kiffer sein: Völlig bedröhnt und von Cannabis-Schwaden umgeben zu AC/DC-Rockmusik auf einem Panzer durch einen drei bis vier Meter hohen Hanf-Wald zu fahren. So eine irrwitzige Vorstellung hätte man selbst in den wilden 60ern wohl als illusorische Utopie abgetan, die nur auf den übermäßigen Einfluß bewußtseinsverändernder Substanzen zurückzuführen ist. Einfach nur grell!

~ von Paul13 - Donnerstag, 19. Oktober 2006.

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