Umfrage im Libanon: Hizbollah hat gewonnen, Frieden mit Israel in weiter Ferne


Wohl selten wurde in einerm Satz so gut zusammengefaßt, WARUM der Frieden der arabischen Welt mit Israel in weiter Ferne ist: Weil die Araber eben mehrheitlich offenbar nicht bereit sind, ihre Niederlagen auch als solche wahrzunehmen und sie sich immer wieder aufs neue als Siege zurechtlügen. Denn klar, wer glaubt einen Krieg gewonnen zu haben, wird natürlich weit weniger Neigung haben, es in Zukunft mal ohne Gewalt zu versuchen, als wenn er sich bewußt ist, daß er militärisch bisher noch jedes Mal den kürzeren gezogen hat. Das war schon bei Nasser so, und daran hat sich bis heute, so wie es aussieht, nichts wesentliches geändert.

Da konnte die israelische Luftwaffe die Stellungen der Hisbollah ungestört nach Belieben bombardieren, die israelischen Verluste auf dem Boden waren trotz der den Angreifer benachteiligenden Häuserkämpfe auch absolut gesehen um ein vielfaches geringer als die ihres Gegners, von relativen Zahlen ganz zu schweigen (während die Verluste der israelischen Streitkräfte im Promillebereich liegen, hat die weit kleinere Hisbollah wenigstens die Hälfte ihrer aktiven Kämpfer verloren), ein Großteil der schweren Waffen der Schiitenmiliz wurde zerstört, und außerdem ist es derzeit zumindest fraglich, ob sie den Südlibanon jemals wieder ungehindert als Aufmarschgebiet nutzen kann.

Nichts illustriert dies besser als die negative Bewertung durch ihren Auftraggeber, die iranische Führung, der jetzt ihre wichtigste und eigentlich für den Tag der großen Entscheidungsschlacht mit dem großen bzw. kleinen Satan noch benötigte militärische Option fehlt, weil sie vorzeitig und ohne irgendwelchen nennenswerten Nutzen wirkungslos verpufft ist (wenn man mal davon absieht, das Nasrallah jetzt bei „Libanon sucht den Superstar“ wahrscheinlich sogar Daniel Küblböck schlagen würde). Und dabei kam es ja noch nicht einmal zum eigentlichen Angriff der israelischen Armee, weil selbst die begrenzte Bodenoffensive, die zudem erst kurz vor Kriegsende begann, durch den Waffenstillstand gestoppt wurde.

Und doch braucht Nasrallah nur unter den Trümmern seines Bunkers hervorzukriechen und den Libanesen den doppelten Stinkefinger zu zeigen, und schon interpretieren diese das begeistert als Victory-Zeichen. Es scheint, der arabischen Welt fehlt einfach jener offenbar doch nützliche Erfahrungsvorsprung ihrer großdeutschen Kameraden, der unsere Vertriebenenverbände zu zwar immer noch unangenehm reaktionären, ansonsten aber im Grunde völlig harmlosen Zeitgenossen macht, die ihre verlorenen Ländereien lieber zurückkaufen oder zurückklagen als zurückerobern zu wollen.

Nun kann niemand, der halbwegs bei Verstand ist, sich ernsthaft wünschen, daß Beirut aus pädagogischen Erwägungen am Ende aussieht wie Dresden. Umso wichtiger wäre es dann aber, daß gerade die Freunde der Araber diesen endlich mal erklären, wann das Spiel vorbei ist und wann man verloren hat. Man erweist nämlich auch Freunden einen Bärendienst, wenn man sie jedesmal davor bewahrt, Niederlagen als solche wahrnehmen zu müssen. Das nächste Mal sollte deshalb gerade im arabischen Interesse der internationale Druck auf die israelische Regierung eigentlich besser darin bestehen, nicht auf halber Strecke haltzumachen, sondern die Sache konsequent zuendezuführen.

Aber dieser Wunsch ist zugegeben naiv. Denn das Interesse der Araber – und nicht nur das ihrer Herrscher – war den Vereinten Nationen schon immer egal, und zwar gerade dann, wenn es am lautesten propagiert wurde. So bleibt für die Libanesen wohl nur zu hoffen, daß ein Wunder geschieht, und die Hisbollah angesichts der mächtigen europäischen Besatzungstruppen ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmiedet. Denn wenn sie es doch noch auf eine zweite Runde ankommen läßt, dürfte der Sieger diesmal durch KO statt nach Punkten bestimmt werden.

~ von Paul13 - Montag, 28. August 2006.

19 Antworten to “Umfrage im Libanon: Hizbollah hat gewonnen, Frieden mit Israel in weiter Ferne”

  1. Was bist Du denn für ein Arschloch … ?
    Die Hisbollah hat max. 400 von ihren 10.000 Kämpfern
    verloren und sogar die israelische Außenministerin sagte wörtlich “ Keine Armee kann die Hisbollah militärisch besiegen „.
    Das ginge nur durch einen kompletten Holocaust im Libanon

  2. @ Paolo Lavia

    Eigentlich sollte man Arschlöchern, die einen mit Arschloch begrüßen, gar nicht antworten, aber weil ich so eine gute Kinderstube habe, kriegst Du Arschloch trotzdem eine:

    Die Hisbollah hat erstens weniger aktive Kämpfer (die 5-stelligen Zahlen sind inkl. der Teilzeitkrieger, aktiv haben sie weit weniger) und zweitens höhere Verluste als Du behauptest. In jedem Fall aber waren die Verluste gerade unter ihren besten erfahrensten Leuten groß genug, daß selbst Dein großer Führer, das Oberarschloch Nasrallah, seine Entführungsaktion im Nachhinein als Fehler bezeichnete.

    Im übrigen kann man keine Guerilla rein militärisch besiegen. Man kann sie aber militärisch daran hindern, eine ernsthafte Bedrohung zu werden. Selbstmordattentate kann man zwar nie sicher verhindern, aber den Aufbau kompletter Raketenbatterien durchaus. Und wenn die UNO und die libanesische Regierung wie vereinbart ihren Job machen würden, würden die auch nicht wieder aufgebaut.

    Im übrigen solltest Du daraus, daß die Israelis fast den gesamten Krieg im 1. Gang geführt haben und erst kurz vor Schluß in den 2. geschaltet haben, nicht schließen, daß sie keinen 5. haben. Die Hisbollah über den Litani entkommen zu lassen statt sie südlich davon auszuschalten, war eine politische Entscheidung, die nach den Erfahrungen seit Kriegsende heute so sicher nicht mehr getroffen würde.

  3. es gab wenige tote hizbollah kämpfer als israelische, glaubst du etwa den israelis, wenn sie dir sagen es sein 400 tote hizbollah kämpfer, dann sind es noch weniger, denn die israelis konnten vor lauter schiss net mal ihre eigenen toten soldaten bergen, die israelis haben nur zivilisten getroffen mit clusterbomben, und dann beschweren sie sich die libanesen schiessen mit raketen auf zivilisten,natürlich wollen die israelis ganz viele tote zivilisten, ist doch klar oder sonst hätten sie ja keine clusterbomben geschmissen, sie haben auch präzise bomben aber die wollten sie lieber net einsetzen, vor lauter frust haben sie in die die zivilbevölkerung geschossen. erinnert mich ein bissel an japan(hiroschima), wenn der feind zu überlegen ist dann versucht man halt die bevölkerung zu treffen.

  4. Hinter Screen-Namen wie

    — Analytiker

    — Observer

    — Thinker

    — der neutrale

    — unparteiisch

    findet man unweigerlich das genaue Gegenteil, das ist offenbar Naturgesetz…

  5. @ der neutrale

    „erinnert mich ein bissel an japan(hiroschima), wenn der feind zu überlegen ist dann versucht man halt die bevölkerung zu treffen.“

    Da spricht ja ein richtiger Fachmann! War ganz schön knapp für die Amis, ohne die Atombombe wäre San Francisco binnen weniger Tagen gefallen. Ist ja auch unfair, wie man die Helden von Nanking auf dem Höhepunkt ihrer Macht des ehrlich erkämpften Sieges beraubt hat.

  6. @ Silver Surfer

    „Hinter Screen-Namen wie Analytiker, Observer, Thinker, der neutrale, unparteiisch findet man unweigerlich das genaue Gegenteil, das ist offenbar Naturgesetz…“

    :-) Da hast du wohl eines der letzten großen Geheimnisse des Internets gelüftet :-)

  7. Und noch ein Traeumer aus dem letzten Loch.

  8. Hissbolah hat den krieq gewonnen das saqt jeder und das stimmt
    weil wenn israel gewonnen hätte müsste hisbollah jezz zerstört sein das währe der sieq von israel abar,hisbollah hat gewonnen den der sieq von hisbollah währe und der war auch das die israelis dich zurück ziehen und desweqen hat hisbollah den krieq gewonnen

  9. @ Der Stolze

    Also wenn die Hisbollah zerstört sein müßte, wenn Israel den Krieg gewonnen hätte, und die Hisbollah den Krieg gewonnen hat, dann müßte doch jetzt eigentlich Israel zerstört sein, oder etwa nicht?

  10. @ Paul

    Sprachlich nicht ungeschickt, aber leider Blödsinn. Warum hat die Hiszbollah die Raketenangriffe au israelisches Gebiet im Herbst 2006 verstärkt?

    Antwort: Nicht weil die Hizbollah Israel zerstören wollte – so größenwahnsinnig ist nicht einmal Nasrallah. Sondern weil er die Etablierung einer israelfreundlichen Regierung im Libanon und in der Konsequenz die schrittweise Entmachtung der Hizbollah verhindern wollte. Und die die Regierung Olmert hat ihm den Gefallen getan und mit Luftangriffen und einer Invasion dee Südlibanon reagiert.

    Resultat des Krieges:
    – die israelische Armee hat sich gegenüber einer leichtbewaffneten aber hochmobilen Guerillatruppe blamiert.
    – vielen Libanesen – auch Nichtschiiten – galt die Hizbollah als Verteidigerin der libanesischen Souveränität
    – nicht zuletzt wegen der Kriegsfolgen und der proisraelischen Haltung des Westens während des Krieges hat das prowestliche Lager im Libanon in der Folgezeit eine Schlappe nach der anderen erlitten und das Land bewegt sich seit Monaten am Rande eines neuen Bürgerkrieges.
    – und nicht zu vergessen: bei den anstehenden Friedensverhandlungen zwischen Israel und Syrien – syrische Zielsetzung: Rückgabe des Golan – hat Assad eine Trumpfkarte: er kann die Situation im Libanon je nach Bedarf stabilisieren / destabilisieren.

    Als ich würde sagen: Israel hat den Krieg verloren.

  11. Ja und Deutschland hat den Krieg auch gewonnen weil es ja nicht voellig vernichtet wurde und von der Landkarte getilgt.
    Unstrittig hat Israel seine Ziele Aufgrund schlechter Formulierung und falscher Ruecksichtnahme nicht alle erreicht, was zu einer intensiven innerisraelischen Diskussion fuehrte.
    Nur Israel hat seine Gegner in allen seinen Kriegen geschont da es eben im Gegenatz zu seinen Gegner diese nicht voellig vernichten will. Nur hat es diesmal, durch eine schwache Regierung gefuehrt, ein bischen zuviel Ruecksicht genommen.
    Haette der letzte Einsatz im Libanon besser laufen koennen? Ja.
    Wurde die Hisbollah nicht voellig vernichtet? Ja.
    Aber den Krieg verloren? Wohl kaum.
    Nun ja der naechste zeichnet sich bereits ab, mal sehen ob die Zivile Fuehrung dann wieder so lasche Ziele formuliert, ich wage das mal zu bezweifeln.

  12. Isser nich putzig – will unbedingt auf Seiten der hochmobilen und siegreichen „Guerillatruppen“ stehen, die sich feige in bewohnte versteckte und ihre Kampfmobile mit dem Roten Kreuz oder Halbmond schmückte. Aber Hezbullah ist ja auch eine soziala Einrichtung und betreibt Volxküchen….

  13. @ NMR

    Die Israelis wollten die Hisbollah nicht bis zum letzten Mann vernichten, sondern als Bedrohung ausschalten und aus dem Südlibanon vertreiben. Das ist ihnen zunächst auch mal trotz unnötiger Selbstbeschränkungen gelungen.

    Danach haben sie es der UNO überlassen, das erzielte Ergebnis zu sichern. Das ist erwartungsgemäß schief gegangen, da selbst die Armee der gesamten Weltgemeinschaft vor einem Hisbollah-Laster reißaus nimmt, statt ihn auftragsgemäß zu stoppen.

    Auf die UNO zu setzen war zugegeben ein Fehler, aber ein wohl notwendiger, um der internationale Öffentlichkeit zu zeigen, daß Israel erstens durchaus zu Zurückhaltung und Kooperation bereit ist, und zweitens wozu das dann am Ende führt.

    Nachdem das jetzt geklärt ist, wird Israel den nächsten Krieg gegen die Hisbollah nicht noch einmal mit angezogener Handbremse führen. Und so wie die UNO ihre Chance vergeigt hat, werden die Israelis sie vorher kaum um Erlaubnis fragen.

  14. @ Paul

    „Nachdem das jetzt geklärt ist, wird Israel den nächsten Krieg gegen die Hisbollah nicht noch einmal mit angezogener Handbremse führen.“

    Was aber die Israelkritiker nicht daran hindern wird, genau das lauthals zu fordern. Erfahrungsgemäß schließt sich die Weltgemeinschaft dann irgendwann an.

  15. Wie sagt man denn hier zu:
    http://www.haaretz.com/hasen/spages/978292.html

    Hat jetzt Israel den Waffenstillstand auch verloren oder hat die UNO samt deutscher Marine absolut versagt? Bleibt zu hoffen, dass die IDF Nasrallah, der UNO und den kriegstreibenden Friedenfreunden in Deutschland zeigt, wie man ein Waffenembargo richtig durchsetzt.

  16. Hi
    Ziel: Israel
    Israel wollte die Hizbollah kampf umfähig machen wenn nicht sogar vernischten, Israel wollte denn Litanei Fluss einähmen, und die befreiung der soldaten nartürlich.

    Ziel: Hizbollah
    Hizbollah wollte in dieser schlacht nicht Israel vernischten, dass ziel von der Partei war es denn angriff der Israelis stand halten und sie zurück schlagen, und die gefangennen erst mit einen austauch freilassen.

    jetzt muss man sich überlegen wer von denn beiden sein ziel ereicht hat, es geht nicht um mehr verluste sonder die ziel punkte erfüllen die mann sich vor gennomen hat.

    Hizbollah hattte soweit alles ereicht.
    Israel hatt gernichts ereicht keinen einzigen punkt, deswegen wollten die strategich vorgehen und Hizbollah im Libanon umbeliebt zu machen, die haben undchuldige zivillisten getöttet mit der hoffnung das da durch Hizbollah an ansehen verliert, ergebniss HIZBOLLAH wurde beliebter als je zuvohr ind der gesammten arabischen welt.

    SIEGER eindeutig die Hizbollah

    endschuldigt die schreib fehler :D

  17. @ Malik

    Wenn die UN wie versprochen ihren Job gemacht hätte und sich auch die libanesische Regierung an ihre Verpflichtungen gehalten hätte, dann wäre die Hisbollah heute entwaffnet und schlimmstenfalls eine Mischung zwischen politischer Partei und Suppenküche.

    Wenn hier also jemand versagt hat, dann vor allem die UNO und all die Vollidioten, die Israel zur Annahme eines Waffenstillstands gedrängt haben. Israel kann man höchstens die Gutgläubigkeit gegenüber internationalen Versprechungen vorwerfen.

    Wenn Du Dir den Kriegsverlauf mal anschaust, dann solltest Du auch ohne Militärfachmann zu sein erkennen, daß erst kurz vor Schluß – ein ebenfalls nur halbherziger – Versuch unternommen wurde, die Hisbollah ernsthaft zu bekämpfen.

    Aus der Luft anzugreifen mag ja eine schöne Strafaktion sein, und als solche war sie auch gut genug, daß Nasrallah später höchstpersönlich zugab, daß er das ganze lieber nicht angezettelt hätte, aber das war wie gesagt im 1. Gang und mit Handbremse.

    Oder glaubst Du im Ernst, die Hisbollah hätte auch nur die Spur einer Chance gehabt, wenn die Israelis gleich zu Beginn mit Bodentruppen den Litani dicht gemacht hätten und dann eine Invasion im großen Stil wie 1982 durchgezogen hätten?

    Was die Hisbollah angeht, so hat die durch ihre Kriegsverbechen die Zahlen der toten Zivilisten erst in die Höhe getrieben. Und beliebt ist sie nur bei ihrer eigenen Klientel. Selbst die Schiiten stehe nicht geschlossn hinter ihr.

  18. @ Paul

    Eine Zenzur findet doch statt?

  19. @ more republicans

    Wieso? Du solltest inzwischen wissen, daß ich nicht zensiere. Und das gilt selbstverständlich auch für offenkundig falsche Ansichten wie die Deinen. Ohne Widerspruch würde es mir ja selber keinen Spaß machen.

    Falls du aber was zu diesem Thread geschrieben hast, hast Du es hoffentlich vor dem Absenden gespeichert (was aus eigener Erfahrung gerade bei längeren Kommentaren immer sehr zu empfehlen ist). Denn diesmal hängt auch nix im Spamfilter fest, obwohl Du das „no“ in Deinem Namen vergessen hast.

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