Krieg in Nahost: Italien stellt Bedingungen für Libanon-Einsatz


Europa will unter Führung Italiens bis zu 9000 Soldaten in den Libanon schicken. Außenminister Massimo D’Alema stellte jedoch Bedingungen für die Mission. Israel solle keine Ziele mehr im Libanon angreifen, forderte er.

Wieso sollte Israel das denn tun? Wenn die Italiener und ihre Verbündeten ihren Job richtig machen und die Hisbollah brav entwaffnen, hat Israel keinen Grund, auch nur eine einzige Granate in Richtung Libanon abzufeuern (die Ausschaltung Nasrallahs mal ausgenommen, aber das ist eine andere Geschichte, da geht’s ums Prinzip, und davon versteht die UNO nun wirklich zu wenig, als daß man ihr das erklären könnte). Mit dem Libanon hat Israel jedenfalls keine offenen Rechnungen, und wenn alles korrekt nach Plan abläuft, müßte doch eigentlich Friede, Freude, Eierkuchen herrschen. Falls Israel aber doch noch zu einer zweiten Runde gezwungen werden sollte, dann sollte sich D’Alema mal fragen, wieso das nötig war, wenn doch seine Jungs da unten alles wie geplant im Griff haben.

Denn so lobenswert es ist, daß Italien das Leben seiner Soldaten für den Schutz der französischen Einflußsphäre riskiert, während sich die Möchtegern-Großmacht Frankreich selbst so weit wie irgendmöglich rauszuhalten versucht und die Deutschen, die in ihrem Hochmut immer so abfällig auf die militärischen Fähigkeiten der Italiener herabschauen, am liebsten nur risikolos mit ein paar Schnellbooten die libanesische Küste rauf- und runterschippern wollen, aber wenn die internationale Gemeinschaft von vorneherein davon ausgeht, daß sie die ihr gestellten Aufgaben nicht zur allgemeinen Zufriedenheit erfüllen kann, dann sollte sie vielleicht besser die Finger davon lassen und in Zukunft die Profis ihre Arbeit ungestört zuende bringen lassen statt ihnen dabei auch noch in den Arm zu fallen.

Vor allem aber sollten sich die reichen Europäer mal darüber bewußt werden, wie oberpeinlich dieses ärmliche derzeitige Gefeilsche wirkt, wer wieviele – möglichst ausdrücklich nicht als Kampfeinheiten deklarierte und am besten noch unbewaffnete – Soldaten schicken wird (diese UNO-Truppe könnte am Ende den verglichen mit den zu versorgenden Kampfeinheiten größten Troß der Kriegsgeschichte besitzen), während bitterarme Länder wie Bangla Desh sofort zu helfen bereit waren. Denn wenn unsere Besserwessies hier versagen, dann können sie sich, solange die Israelis halbwegs bei Verstand sind, jegliche „Friedenspläne“ bezüglich einer NATO-Truppe in Gaza und ähnliche Albernheiten ein für allemal abschminken. Andererseits wäre das vermutlich sogar besser so. In diesem Sinne: Frohes Scheitern!

~ von Paul13 - Dienstag, 22. August 2006.

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