Hunderttausend Zeilen Hass


„Die Israelis sollen da jetzt mal richtig aufräumen“, meint ein Kommentator. Ein anderer schimpft auf den „US-Imperialismus“ und das „zionistische Geschwür“. Die Diskussion auf der Internetseite namens „No Blood for Sauerkraut!“ ist alles andere als sachlich – und die beleidigenden Antworten beider Lager stets nur eine Mausumdrehung entfernt. „Du hast anscheinend den Propagandagrundkurs bei den Islamofaschisten bestanden“, „debiler Müll“, „Schreibtischopfer“, „einfach mal die Fresse halten“. So geht es hin und her.

Sieh da, der Tagesspiegel hat mein wundervolles Blog wahrgenommen. Allerdings nicht unbedingt positiv, wie es scheint. Offenbar ist man dort doch ein wenig zu zart besaitet, um eine zünftige Streiterei im Wirtshaus „Zum Cyberspace“ auszuhalten, so daß „No Blood For Sauerkraut“ in dem Bericht wie ein virtuelles Brutalodrom rüberkommt. Lustig auch, daß wenn ich mich recht erinnere, der Begriff „zionistisches Geschwür“ von mir selbst kam, und wie sich jeder NBFS-Veteran somit denken kann, natürlich ironisch gemeint war. Ganz anders als die Neuschöpfung „Schreibtischopfer“, die aber jetzt nun wirklich nicht so spektakulär ungehörig ist.

Auch wenn ich mit vielen, die hier kommentieren, nicht übereinstimme, aber selbst Ivan, bei dem „hunderttausend Zeilen“ gar nicht so unzutreffend wären, ;-) würde ich nie ernsthaft „Haß“ unterstellen. Es gab hier eigentlich nur ganz wenige Fälle, wo die zulässigen Grenzen geprüft wurden. Da kenne ich ganz andere Adressen. Das ist aber wohl der Unterschied zwischen den Mainstreammedien und der Bloggerszene. Hier weht eben ein etwas rauherer Wind, weil man unabhängig von Sachzwängen nicht alle Kanten abschleifen muß. Und immer noch besser eine saftige Diskussion, an der man sich reibt, als eine höfliche, die gerade deswegen erst gar nicht stattfindet.

Da ich mich aber ohnehin heute nacht auf den Weg nach Italien mache, wo ich mir für zwei Wochen die Sonne auf den Pelz brennen lasse, und Kommentare deshalb eh temporär in die Warteschleife stelle, um potentiellen Trollen die Lust am trollen zu verleiden, bekommt der Autor des Tagesspiegel-Artikels eine kurze Schonfrist. Das heißt, falls ich nicht irgendein supergünstiges und genial gelegenes Internetcafe in La Spezia auftreibe, ist hier für die kommenden beiden Wochen Sendepause. Wer Methadon sucht, klickt meine Blogroll durch, ansonsten bin ich voraussichtlich wieder ab dem 19./20. August zu neuen Schandtaten bereit.

Ciao und bis denne!

P.S.: Ach ja, Ivan, ich hoffe, daß Du meinem Hetzblog als Co-Autor trotz meiner vorübergehenden Abwesenheit treu beibst! Nichts gegen einen kleinen Seitensprung. Du darfst also ruhig auch mal woanders kommentieren, falls Du sonst auf Turkey kommst. Aber nur ein bißchen! Und daß Du mir ja brav wiederkommst! Ich erwarte Dich dann in zwei Wochen in alter Frische zum Dienstantritt. Und Kopf hoch, der Fidel wird schon wieder. Der ist ja bekanntlich unsterblich. Und falls nicht, besteht immer noch die Hoffnung, daß er wenigstens mit der Parole „Socialisme o Muerte!“ recht behalten hat. :-)))

~ von Paul13 - Freitag, 4. August 2006.

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