Rückkehrer aus Libanon: „Kinder haben Ohrenschmerzen von den Bomben“


Den Menschen, die in Düsseldorf ankommen, sind die körperlichen und seelischen Strapazen anzusehen: „Meine Kinder haben noch Ohrenschmerzen von den Bomben“, erzählt eine Mutter. Viele berichten von Einschlägen direkt neben ihren Häusern, von Nächten voller Angst und den Sorgen um die zurückgelassene Verwandtschaft. „Mein Land brennt, unsere Kinder sterben“, schreit eine junge Frau, „ihr müsst helfen.“ Eine Freundin kann sie beruhigen. „Mein Herz blutet, dass ich meine Familie dort lassen musste“, sagt eine Mutter mit ihrem Sohn auf dem Arm. „Ich bin froh hier zu sein, aber sie können nicht raus.“

Auch wenn die Mainstreammedien durch immer wieder neue Geschichten über fast ausschließlich palästinensische und libanesische Einzelschicksale diesen Eindruck erwecken, so handelt es sich doch bei den israelischen Opfern dieses Kriegs nicht nur um abstrakte Zahlen, sondern ebenfalls um Menschen wie beispielsweise jenen Familienvater, der vom Luftschutzbunker nach Hause zurücklief, um seiner 4-jährigen Tochter was zum Anziehen zu holen, und der die Sorge um sein Kind nach einem Katjuschatreffer der Hizbollah mit dem Leben bezahlt hat.

Diejenigen, die aus grundsätzlichen Erwägungen deswegen nicht gerne gleich israelische Soldaten mit Spenden an LIBI oder PizzaIDF unterstützen wollen, denen aber ein jüdisches Kind trotzdem genauso viel wert ist wie ein arabisches, können sich angesichts Dutzender Toter und Hunderter Verletzter auch auf israelischer Seite also vielleicht mal überlegen, ob sie statt dessen wenigstens dem Keren Hayesod helfen wollen, Kinder aus Nordisrael in Sommerlagern im Zentrum Israels in Sicherheit zu bringen. Denn auch jüdische Kinder haben Ohrenschmerzen.

~ von Paul13 - Mittwoch, 19. Juli 2006.

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