Bomben gegen Terror, nicht Bombenterror


In den letzten Tagen wird in der westlichen Öffentlichkeit immer wieder der Eindruck erweckt, als ob die israelische Luftwaffe völlig sinnfrei und willkürlich zivile Ziele im Libanon bombardiert, um der dortigen Bevölkerung aus purer Bosheit das Leben möglichst schwer zu machen. Dem ist natürlich nicht so, was sich auch dem mathematisch weniger bedarften Zeitgenossen aus den während des gestrigen IDF-Pressebriefings vorgelegten Zahlen erschließen sollte:

During the briefing, Maj.-Gen. Eisenkot said the IDF has hit over 1,000 targets, 180 of them Katyusha and rocket storage sites and 350 launch sites. Over 250 missile strikes were carried out with the aim of blocking traffic arteries, and 200 buildings used by Hizbullah were hit.

Das bedeutet, daß über die Hälfte der Angriffe allein den Raketenstellungen und -depots der Hizbollah galten und der Rest ihrer Kommandostruktur sowie ihren Nachschub- oder Fluchtwegen. Die Raketenangriffe der Hisbollah hingegen gelten ganz bewußt den Zivilisten in israelischen Städten, und ihnen geht deswegen anders als Angriffen der IDF auch keine Warnung an die Zivilbevölkerung voraus, sich von potentiellen militärischen Zielen fernzuhalten. Vor allem aber sind die israelischen Luftangriffe entgegen der antizionistischen Propaganda offenbar so erfolgreich, daß die Weigerung, einfach damit aufzuhören, nicht wirklich überraschend kommt:

„We are closer than ever to a new situation on the northern border,“ a senior military official told Ynet. „For 10 years Hizbullah has been building capabilities, and in a number of days a considerable part of them has been destroyed. Hizbullah leaders also know that what was won’t be anymore.“ […] The army officials were careful not to conclude the biggest military operation in the past few years, but said with satisfaction that „Hizbullah is shocked by the amount of information Israel had which led to a huge destruction of its capabilities.“ […] „It seems Hizbullah is in distress, if it is seeking aid,“ a senior officer at the General Staff told Ynet. […] „Suddenly we took off the gloves. We said, no more, and we are now creating a situation which can cause the diplomatic campaign to create a new situation, which is much better,“ the source said.

Wer statt dessen aber lieber eine internationale Truppe im Südlibanon will – ganz gleich ob UNO oder NATO -, muß mehr bieten als Blauhelme mit einem riesigen Schmetterlingsnetz zur Abwehr der über sie hinweg in Richtung Israel fliegenden Raketen; britische Schützenpanzer, bei denen wieder die Bordkanonen abmontiert werden, damit sich die Gotteskrieger nicht provoziert fühlen; und holländische Kollaborateure, die noch mithelfen, entführte Israelis nach Syrien oder in den Iran zu schaffen. Dann ist knallharter, langwieriger Anti-Terrorkampf in schiitischen Dörfern angesagt statt diplomatischer Äquidistanz. Aber ob Kofi das wirklich will?

~ von Paul13 - Mittwoch, 19. Juli 2006.

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