Spreu und Weizen


Statler & Waldorf

…nehmen mir die Worte aus dem Mund. Denn genau dasselbe Gefühl beschleicht auch meine Wenigkeit schon seit längerem bei der Lektüre von „Politically Incorrect“ und vor allem „Fakten & Fiktionen“. Konservativ waren diese Blogs zwar immer schon, aber das wie gesagt oft durchaus unterhaltsam und mitunter sogar recht informativ. Aber seit einiger Zeit ist die Bandbreite dieser Blogs vom einstmals gesamten politischen Spektrum auf im wesentlichen 5 Punkte zusammengeschnurrt:

  1. Die Untaten des Islam
  2. Die Untaten der Moslems
  3. Die Untaten der Muslime
  4. Die Untaten der Muselmanen
  5. Die Untaten der Mohammedaner

Bei allem Respekt, aber das ist zuwenig, um Leute außerhalb jenes – zugegeben aber offenbar erschreckend zahlreichen – Publikums auf Dauer zu fesseln, dessen Vertreter sich stolz mit Namen wie AntiMusel schmücken (und auch genauso schreiben). Das ist alles, aber ganz gewiß nicht mehr politisch unkorrekt, sondern allerpeinlichster Stammtischmainstream. Damit erreicht man zwar sicherlich mehr Leser als unsereiner je kriegen wird, aber dieser Preis erscheint mir dann doch ein wenig zu hoch.

Zusammen mit dem immer offeneren Beschönigen rechtsterroristischer Anschläge wird es dann richtig unappetitlich (und nebenbei gesagt sogar ziemlich unkonservativ, denn ein richtiger Konservativer würde rechtsfreie Räume wie „national befreite Zonen“ niemals hinnehmen, sondern ihnen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln den Garaus machen). Den Betreibern von PI und F&F wäre daher dringend anzuraten, die Notbremse zu ziehen, bevor der Zug entgleist und in einer braunen Schlammpfütze landet.

So traurig der Niedergang dieser beiden Blogs ist, so unvermeidlich ist aber wohl die Ausdifferenzierung der prowestlichen Bloggerszene. Wurde man anfangs noch durch seine exotische Außenseiterrolle zusammengeschweißt, so hat sich spätestens nach dem Bloggerstreit um die Deutungshoheit des Begriffs „Liberalismus“ und der wundersamen Wandlung von Olaf Petersen zum Bushbasher gezeigt, daß der Vorrat an Gemeinsamkeiten über kurz oder lang erschöpft sein würde. Daß sich jetzt auch die ressentimentgeladenen Paläocons endgültig ins reaktionäre Lager verabschiedet haben, war nur noch eine Frage der Zeit.

Aber was soll’s. Besser eine kleine, aber feine Truppe als die falschen Verbündeten.

~ von Paul13 - Sonntag, 28. Mai 2006.

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