Neues von den Synonymen Liberalkoholikern


Wo wir gerade beim heiteren Begrifferaten sind, wir müssen noch eine weitere Bezeichnung finden: Im Zusammenhang mit der aktuellen „PaläoLibs vs. NeoCons“-Debatte wurde von Seite der libertären Diktatorenversteher auch wiederholt der Vorwurf der Feigheit vor dem Feind erhoben, weil die neokonservativen Drückeberger doch tatsächlich die Dreistigkeit besitzen, die Beseitigung von Terrorregimen, die Beendigung von Völkermord oder die Verhinderung eines Atomkriegs notfalls auch durch den Einsatz militärischer Gewalt zu fordern, ohne höchstselbst eine wenigstens achtjährige Karriere bei der Fremdenlegion oder einer vergleichbaren Institution inkl. Einzelkämpferausbildung und Abschluß mindestens im Unteroffiziersrang hinter sich gebracht zu haben.Daher wird es höchste Zeit, analog zu dem Ausdruck „chickenhawk“ (zu deutsch „feiger Kriegstreiber“) einen passenden Kosenamen für all jene zu finden, die zwar eloquent systemtheoretisch begründen können, warum man vom libertären Standpunkt leider, leider nicht mehr eingreifen darf, wenn das Kind erst mal in den Graben gefallen ist, den seine Eltern ausheben mußten (hätt man halt vorher besser aufgepaßt) und warum ein Krater in Tel Aviv uns nichts angeht (is ja ganz weit weg, und die können ja auch einen in Teheran machen), die aber selber nicht, wie von der anderen Seite gefordert, bereit sind, die Konsequenzen ihres Handelns mal am eigenen Leib zu erfahren, indem sie sich beispielsweise bei der Soldateska des zu erhaltenden Despoten freiwillig als Zielscheibe melden oder ihre Freundin für eine zünftige Vergewaltigung mit anschließender Steinigung des Opfers zur Verfügung stellen.

Also, wer auch immer eine Idee hat, wie man solche heldenhaften Schreibtischopfer nennen könnte, hat hier Gelegenheit, sie der Öffentlichkeit kundzutun. Als Anfang würde ich angesichts der erschreckenden Indifferenz unserer libertären Freunde gegenüber den zur Schlachtbank geführten unschuldigen Zivilisten „chickenlamb“ vorschlagen. Falls der Schwerpunkt weniger auf der virtuellen Leidensfähigkeit liegen soll als auf der intellektuellen Kapazität, wäre auch „chickensheep“ eine denkbare Alternative. Ebenfalls nicht schlecht ist das schon von anderer Seite vorgeschlagene „Appeasenik“ (je nach Schreibweise auch „Appeacenik“). Es wäre schön, wenn sich genügend Vorschläge finden würden, in denen sich die Betroffenen wiedererkennen können. In diesem Sinne:

Go, go, go!

~ von Paul13 - Donnerstag, 26. Januar 2006.

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