Nahostkonflikt: Irans Präsident fordert Verlegung Israels nach Deutschland


Irans Präsident Ahmadinedschad hat ein weiteres Mal seinem Hass auf Israel freien Lauf gelassen: Nachdem er bereits kürzlich erklärte, der Judenstaat müsse ausgelöscht werden, leugnete er jetzt den Holocaust und schlug eine Verlegung Israels vor.

Aber wer wird sich denn gleich so künstlich aufregen? Das ist doch schon mal ein gehöriger Fortschritt! Jetzt fordert Ahmadinedschad immerhin nicht mehr gleich die Vernichtung der Juden, sondern nur noch ihre Deportation. Nach dem „Leitfaden für das erfolgreiche Appeasement“ sind derartige Nuancen doch bekanntlich der beste Beweis, daß man auch mit einem wahnsinnigen Massenmörder immer zu einem Kompromiß kommen kann, wenn man nur lange genug mit ihm redet. Und wer weiß, vielleicht wird er schon im Jahre 2008 bereit sein, unter Umständen eine jüdische Synagoge in der Jerusalemer Altstadt zu dulden, sofern sie nicht von außen als solche erkennbar ist und die Juden öffentlich um Verzeihung für ihre hinterhältige Verschwörung gegen den armen Haman vor zweieinhalbtausend Jahren bitten. Allein schon deswegen dürfen auf keinen Fall die Verhandlungen mit Ahmadinedschads Verbrecherbande abgebrochen werden.

Teheran – Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat sich erneut als eifernder Judenhasser profiliert: Dieses Mal verstieg er sich dazu, den Holocaust zu leugnen. Er akzeptiere die Behauptung nicht, dass Adolf Hitler Millionen von Juden getötet habe, sagte Ahmadinedschad der amtlichen iranischen Nachrichtenagentur Irna zufolge im saudiarabischen Mekka.

Und? Botschafter einbestellt? Kulturaustausch gestoppt? Wirtschaftskooperation abgebrochen? Nein? Nichts von alledem? Na, was wird unser exzentrischer Freund also daraus lernen? Stimmt, daß er sich augenscheinlich inzwischen alles erlauben kann, für eine Demokratie gibt es eben keine Schmerzgrenze. Und daß wir den Weg zu seinem Darmausgang auch weiterhin ohne Hinweisschild finden.

Deutschland und Österreich forderte er auf, zum Ausgleich für die Judenverfolgung im Dritten Reich einen jüdischen Staat auf ihrem Boden zu errichten. „Wenn ihr glaubt, dass die Juden unterdrückt wurden, warum sollten die palästinensischen Moslems den Preis dafür zahlen müssen?“, sagte Ahmadinedschad heute im iranischen Fernsehsender al-Alam. „Ihr habt sie unterdrückt, also gebt dem zionistischen Regime einen Teil Europas, damit sie dort die Regierung einsetzen, die sie wollen. Wir würden das unterstützen“, sagte der Präsident.

Eins muß man ihm lassen, Humor hat er ja. Wenn auch nur von der Sorte, wie man ihn auf den Hinterzimmertreffen der rechtsradikalen Szene zu schätzen wissen dürfte.

[…] Vor wenigen Wochen hatte Ahmadinedschad in einer Brandrede gefordert, Israel von der Landkarte zu tilgen, und damit weltweit Empörung ausgelöst. Inzwischen wird auch in konservativen Kreisen im Iran Kritik an ihm laut. Der Vorwurf lautet: politisch naiv.

Politisch naiv ist vor allem, wenn man hier wieder vom eigenen Wunschdenken ausgeht und zwischen dem Hampelmann und denjenigen, die ihn zum Hampeln eingesetzt haben, zu differenzieren versucht. Das hat schon die unfreiwillige Komik jener Kaffeesatzleser, die einst versucht haben unter Heß, Himmler, Goebbels und Göring die „Gemäßigten“ herauszufinden. Man kann sich in der freien Welt offenbar einfach nicht vorstellen, daß das vielleicht kein dummer Zufall ist, wenn Ahmadinedschads turbantragende Hintermänner sich am Vorabend der Atomwaffenproduktion plötzlich als nette Onkels aufspielen, denen man natürlich „entgegenkommen“ muß, wollen sie den „zivilisierenden“ Einfluß auf ihren Frühstücksdirektor behalten.

Ende November wurde ein Gespräch zwischen dem Präsidenten und einem iranischen Theologen bekannt. Diesem hatte Ahmadinedschad nach seinem Auftritt vor der Uno im Sommer von himmlischen Visionen berichtet. Bei seiner Rede habe ihn ein Licht umgeben. „Die Häupter dieser Welt waren wie erstarrt, kein einziger zuckte mit der Wimper,“ zitierte die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ aus dem Gespräch. Der Präsident ist ein Vertreter extremistischer Strömungen im Land, die Israel und die USA als Erzfeinde betrachten.

Und, zu welcher „Strömung“ gehört der Wächterrat? Im übrigen wollen wir mal nicht vergessen, daß auch der „Reformer“ Rafsandschanij Israel vor kurzem ebenfalls noch atomar auslöschen wollte. Und zwar ohne seine Bewohner vorher zu deportieren.

~ von Paul13 - Donnerstag, 8. Dezember 2005.

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