Sudan: Uno befürchtet Völkermord in Darfur


In der sudanesischen Krisenregion Darfur besteht Uno-Angaben zufolge die Gefahr eines Völkermords. Die Situation sei „viel gefährlicher“ als er erwartet habe, sagte der Sonderbeauftragte Mendez nach einem Besuch in der Region.

Nein, wirklich? So eine Überraschung aber auch! Jetzt nur nicht hektisch werden! Nicht daß irgendjemand dem Spuk noch Einhalt gebietet. Sowas ist schnell passiert…

New York – Die Gewalt gegen Zivilisten eskaliere, sagte der Uno-Sonderbeauftragte für die Verhinderung von Völkermord, Juan Mendez, gestern in New York. Davon habe er sich bei einem Besuch in den Flüchtlingslagern der Region überzeugt: „Die Situation ist viel gefährlicher, als ich erwartet hatte. Alle Konfliktparteien kämpfen wieder.“

Konfliktparteien? Woher kenne ich nur dieses (UN)Wort? Vielleicht aus dem Nahen Osten, wo die eine Konfliktpartei den Konflikt dadurch führt, daß sie gezielt die Restaurants und Schulbusse der anderen Konfliktpartei in die Luft sprengt? Oder war’s im Bosnienkrieg, als die Bevölkerung der einen Konfliktpartei von der Soldateska der anderen Konfliktpartei niedergemacht wurde? Möglicherweise im II. Weltkrieg, als die eine Konfliktpartei die andere in Gaskammern gesteckt hat? Oder am Ende gar im alten Rom, wo die eine Konfliktpartei die andere im Circus Maximus an die Löwen verfüttert hat?

Mendez wollte nicht dazu Stellung nehmen, ob die von der sudanesischen Regierung unterstützten Reiterbanden der sogenannten Dschandschawid-Milizen in der Vergangenheit bereits Völkermord verübt haben. „Doch was ich ganz sicher glaube, ist, dass die Gefahr noch nicht abgewendet ist – dass es also erstmals oder erneut, je nach Standpunkt, zu einem Völkermord kommen kann.“

Und da fragen sich die Menschen in Europa ganz ernsthaft, warum einigen Leuten in Washington in Sachen UNO von Zeit zu Zeit der Geduldsfaden reißt. Wenn man hört, wie sich der Sonderbeauftragte hier bezüglich seines eigenen Sonderauftrags hin- und herwindet, um nur ja jede klare Aussage zu vermeiden, das hat schon was von Realsatire.

Mendez warf der sudanesischen Regierung vor, die Verantwortlichen für die Morde der Milizen nicht zur Rechenschaft zu ziehen. Die Regierung erfülle in keiner Weise ihre Verpflichtung zur Zusammenarbeit mit dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag. „Wir sind sehr enttäuscht“, sagte er. Die Milizen haben nach Uno-Angaben schon wenigstens 180.000 Menschen getötet und zwei Millionen vertrieben.

Enttäuscht ist er, soso. Nach eigenen Angaben 180.000 Menschen getötet (was ein dreister Euphemismus ist, denn die weitaus meisten von ihnen dürften kaltblütig ermordet worden sein), 2.000.000 vertrieben, und man ist enttäuscht. Angesichts solcher Äußerungen kann man nur zu dem Schluß kommen, daß der amerikanische Botschafter bei den Vereinten Nationen, John Bolton, gewaltig irrt, wenn er die obersten 10 Stockwerke des UNO-Gebäudes abtragen will. 10 sind definitiv zu wenig. Und für jede Äußerung dieser Art eins mehr. Auch auf die Gefahr hin, daß wir dann am East River binnen weniger Wochen, wenn nicht Tage, ein Loch buddeln müssen.

~ von Paul13 - Dienstag, 11. Oktober 2005.

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