Streit um Nuklearprogramm: Iran droht mit Austritt aus Atomwaffensperrvertrag


Iran hat damit gedroht, aus dem Atomwaffensperrvertrag auszutreten. Sein Land könne zu diesem Schritt gezwungen sein, falls ihm gegenüber die „Sprache der Gewalt“ angewandt werde, sagte der iranische Atomunterhändler Ali Laridschani.

Es ist immer wieder lustig zu sehen, wenn Schurkenstaaten offen zugeben, daß Vereinbarungen mit ihnen völlig wertlos sind, weil sie sowohl willens als auch in der Lage sind, diese jederzeit kraft eigener Arroganz zu brechen. Wenige zeitgenössische Terrorregime haben diese Taktik jedoch zu einer derartigen Meisterschaft vervollkommnet wie die Mullahkratie im Iran. Wie man sich hier ganz offen irgendwelche willkürlichen Vorwände zusammenbastelt, um jeden Vertrag gleich mit einer für jeden erkennbaren Sollbruchstelle zu versehen, dürfte seit der Zerschlagung der Tschechoslowakei in den späten 30er-Jahren wohl beispiellos sein.

Aber auch die Art und Weise, wie hier eiskalt selbst die eigenen Verbündeten als Vollidioten vorgeführt und vor der ganzen Welt gedemütigt werden, dürfte nur schwer zu übertreffen sein. Man fragt sich, ob es sich hier nur um religiös motivierten Größenwahn im fortgeschrittenen Stadium handelt oder schlicht und einfach um die realistische Einschätzung eines Kontinents im Niedergang, den man angesichts seiner an Selbstverleugnung grenzenden Außenpolitik völlig zu recht nicht mehr ernst nehmen kann und der geradezu danach schreit, geprügelt zu werden.

Iran drohte auch mit einem Zudrehen des Öl-Hahns. Einige Länder, die mit Iran wirtschaftlichen Handel betrieben, „vor allem im Bereich Erdöl“, hätten die Regierung in Teheran im Atomstreit „bislang nicht verteidigt“, sagte Laridschani. Ohne Namen zu nennen, drohte er diesen Ländern damit, zwischen beiden Fragen einen Zusammenhang herzustellen. Wer die nationalen Rechte Irans verteidige, erleichtere auch die wirtschaftliche Zusammenarbeit, fügte Laridschani hinzu.

Das aber ist zweifellos die Krönung des ganzen! Wer auch immer noch an „Wandel durch Handel“ geglaubt hat, hier wird er aufs vortrefflichste widerlegt. Abhängigkeiten schafft diese Taktik eben nur auf Seiten der spätestens am nächsten Wahltag von wirtschaftlichen Erfolgen abhängigen Demokraten, nicht aber bei den skrupellosen und niemandem Rechenschaft schuldigen Diktatoren auf der anderen Seite des Verhandlungstischs. Wer noch nicht wußte, wer bei den Atomgesprächen mit dem Iran Hund und wer Schwanz ist, spätestens jetzt weiß er es.

Selbst das Sowjetregime auf der Höhe seiner Macht hat seine Verachtung für die oft schon bis ins groteske reichende Naivität westlicher Entspannungspolitiker bevorzugt intern kundgetan und versucht, die Verfechter der Detente nicht allzu direkt zu verhöhnen, damit sie nicht die Lust am Ausverkauf ihrer eigenen Interessen verlieren. Aber die Herren mit den schwarzen Turbanen haben derartige Rücksichtnahme ganz offensichtlich nicht mehr nötig. Und dabei haben sie die Bombe ja noch nicht mal! Das läßt für die Zukunft böses ahnen…

~ von Paul13 - Freitag, 23. September 2005.

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