Libanon: Opposition verkündet friedliche Intifada gegen die Besatzer


Nach dem Mord am früheren Ministerpräsidenten Rafik Hariri nehmen die Proteste gegen die libanesische Regierung und ihre syrischen Verbündeten zu. Die Opposition des Landes rief zum Aufstand gegen die Besatzung auf und verlangte den Rücktritt des Kabinetts von Omar Karami.

Eigentlich ist es zu schön um wahr zu sein: Ein arabischer Staat, in dem die Bevölkerung von ganz alleine für Unabhängigkeit, Freiheit und Demokratie auf die Straße geht und sich zusammen mit der erstmals geeinten Opposition gegen ein faschistisches Terrorregime erhebt. Besser können die Vorausetzungen eigentlich kaum sein. Denn solche Momente fallen wahrlich nicht jeden Tag vom Himmel.

Man kann jetzt nur hoffen, daß George W. Bush die Gelegenheit beim Schopf packt und diese Entwicklung unterstützt. Gelingt ihm hier ein friedlicher „regime change“ (der zudem noch relativ geringen Aufwand erfordert), dürfte das nicht nur manchem seiner Gegner die Augen öffnen, vor allem würde die Demokratisierung des Mittleren Ostens auch nach den Wahlen im Irak und in Palästina den nötigen Schwung beibehalten, den sie benötigt, damit auch ihre Gegner allmählich ihre hstorische Unausweichlichkeit erkennen.

Aber auch die Europäer sind aufgefordert, hier mit Amerika an einem Strang zu ziehen. Denn wenn auch mit Syrien ein wichtiger Verbündeter Frankreichs weiter isoliert und gedemütigt würde, so würde Paris mit dem Libanon doch dafür einen alten, längst verloren geglaubten Verbündeten zurückgewinnen. Da in einem freien Libanon zudem die Hisbollah-Terroristen plötzlich ihrer syrischen Protektoren beraubt wären, wären auch ihre Möglichkeiten, den Nahost-Friedensprozesses weiter zu stören, schlagartig stark eingeschränkt. Und das kann ja nur im Sinne Europas sein.

Für Chirac hingegen wäre das die einmalige Chance, doch noch rechtzeitig und sogar ohne allzu großen Gesichtsverlust auf die Seite der Sieger zu wechseln. In diesem Fall dürfte sogar Gerhard Schröder kaum länger alleine als der letzte Schutzherr der Schurkenstaaten übrig bleiben wollen, der dann am Ende das Licht ausmacht. Ohne Deutschland und Frankreich aber gäbe es keine Achse des Friedens mehr. Und damit wären die Dominosteine vom Nahen Osten bis ins alte Europa hinein gefallen.

~ von Paul13 - Sonntag, 20. Februar 2005.

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