Helikopter-Einsatz in Aceh: Letzte Rettung durch die Seahawks


Für die Amerikaner ist die Aktion nicht nur Hilfe für die verzweifelten Indonesier, sondern auch ein wichtiger PR-Feldzug. Können sie doch beweisen, dass sie nicht nur Krieg gegen Muslime führen, sondern ihnen in der Stunde der Not auch zur Seite stehen. Morgen wird Noch-Außenminister Colin Powell für zwei Stunden Banda Aceh inspizieren.

Klar, während die Europäer aus moralischen Erwägungen helfen (das intensive, bewußte Sich-Auseinandersetzen der tiefsinnigen teutonischen Denker mit der Tragödie ist vermutlich auch der Grund, warum sie bisher nicht mal am Einsatzort eingetroffen sind), tun das die infamen Bush-Krieger nur aus PR-Gründen, weil ihnen die Muslime als solche ja eigentlich verhaßt sind (Umfragen, die auch ohne einstürzende Wolkenkratzer in Europa eine größere Islamophobie feststellen als in den USA, sind natürlich gefälscht), und weil den Besatzungen der Flugzeugträger, wenn sie nicht gerade einen armen Diktator bombardieren können, so unerträglich langweilig ist.

Denn wer könnte vergessen, wie damals in Bosnien nach Jahren amerikanischer Untätigkeit den Europäern der Kragen geplatzt ist, und sie die Muslime aus Omarska und Srebrenica (hier bleibt vor allem der kühne Vorstoß holländischer Infanterie unter dem Kommando des legendären französischen Generals Morillon in Erinnerung) rausgehauen haben. Oder die humanitäre Intervention im Kosovo, wo die europäischen Luftflotten fast ohne amerikanische Unterstützung Milosevic an den Verhandlungstisch gebombt haben. Und auch in Somalia waren es ja deutsche Spezialeinheiten, die sich mit Rebellenführer Aidid anlegten (es wurde sogar ein Film darüber gedreht, „Bo-105 down“).

Selbst heute stehen die USA, wenn es um Muslime geht, regelmäßig auf der Bremse. Ob im Sudan, wo der Druck auf das Regime nur durch amerikanische Obstruktion gemildert wird, die anders als die Europäer versuchen, den Begriff Völkermord aus den UNO-Resolutionen rauszuhalten, oder im Irak, wo täglich französische und spanische Soldaten sterben, damit die Iraker zum ersten Mal in der Lage sind, selbst über ihr Schicksal zu bestimmen, aber auch bei Joschka „I’m neo convinced“ Fischer’s Plan einer Demokratisierung der arabischen Welt durch die Befreiung der Muslime von ihren Unterdrückern – die Amis stehen immer auf der falschen Seite. Schlimm, sowas.

~ von Paul13 - Dienstag, 4. Januar 2005.

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