“Eine liberale Regierung ist eine contradictio in adjecto. Regierungen müssen zum Liberalismus durch die Macht der einmütigen Volksüberzeugung gezwungen werden.”
- Ludwig von Mises 1927
„Und wie sagte nicht schon so richtig der große Ökonom Karl D. Marx: Es wird das Proletariat ohne Kohle rabiat.“
- Klaus Eberhartinger 1988
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Stefan Blankertz hat einen sehr ausführlichen Text zum Thema „Sicherheit“ aus libertärer Sicht geschrieben, der die Misesere recht deutlich macht, in die man gerät, wenn man eine Gesellschaft gänzlich ohne allgemeine verbindliche Normen und Institutionen, die deren Einhaltung überwachen sowie bei Bedarf auch durchsetzen, aufzubauen versucht. Auch sein Text folgt dabei dem inzwischen bekannten Muster libertären Denkens.
Da wo die Ideen brauchbar oder zumindest bedenkenswert sind, bestehen wie im wesentlichen aus Verbesserungsvorschlägen für Fehlentwicklungen staatlicher Strukturen. Da wo der Staat hingegen komplett abgeschafft werden soll, handelt es sich um die – zugegeben wohl effektivste Variante – die moderne Zivilisation direkt in die Katastrophe zu führen, sozusagen eine Art Somalia für Besserverdienende. Also Vorhang auf für ein Inferno ganz eigener Art:
[…] 2. In meiner Bekanntschaft hat sich folgender Fall ereignet: Der 15jährige Sohn der Familie K., Franz K., wird von einer Jugendbande mit Gewaltandrohung zu wöchendlicher Geldzahlung gezwungen. Nachdem Franz K. eine Zeitlang das erpreßte Geld abgeliefert hat, indem er seine Eltern bestahl, kommt die Sache heraus. Die Polizei nimmt zwei Mitglieder der Bande fest. Der Rest der Bande schwört dem Jungen und der ganzen Familie Rache. Die Polizei bringt Franz auf Anforderung von der Schule nach Hause. Dann überläßt sie die Familie K. ihrem Schicksal. Die K.s leben in Todesangst. Derweil “ermittelt” die Polizei.
Glaubt man den Standard-Lehrbüchern der politischen Philosophie, so ist die Gewährleistung von Sicherheit unter den Bürgern die zentrale Aufgabe und die ursprüngliche Legitimation des Staates. In dem geschilderten Fall der Familie K. kommt der Staat seiner Aufgabe nicht nach. Warum eigentlich? Es handelt sich nicht um eine komplizierte Angelegenheit, in der komplexe Fragen der Rechtsprechung und Wahrheitsfindung eine Rolle spielen. Die K.s wollen nicht, daß jemand bestraft wird. Sie verlangen nicht, daß ein unbekannter Täter gefunden werde. Sie erwarten nicht die Auffindung eines kostbaren gestohlenen Gegenstandes. Die K.s möchten nur dies: Schutz.
Die libertäre Welt ist schön. Wenn ein Bürger erpreßt wird, sind dort die Täter sofort geständig, um der Polizei die teure Wahrheitsfindung zu ersparen. Wenn die Täter dann doch wider Erwarten leugnen, wird sich schon irgendwer finden, der kraft eigener Arroganz Richter spielt. In diesem Fall akzeptiert der Täter das Urteil selbst dann klaglos, wenn besagter Richter zufällig der große Bruder des Opfers ist. Aber selbst falls es erst gar kein Urteil gibt, macht das nichts, denn Sanktionen braucht man nicht in einer Welt, in der jeder gut genug geschützt ist. Oder hat schon irgendjemand mal davon gehört, daß Waffen in den Händen von aggressiven und/oder paranoiden Zeitgenossen zu Bluvergießen geführt hätten? Na also.
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