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Arkansas Fried Squirrel

Zugegeben, als McCains Vize ist Huckabee eine grauenhafte Vorstellung (das soll eh lieber der Lieberman machen). Aber als Koch der Air Force One-Kantine, wenn’s zwischen zwei Staatsbesuchen mal wieder schnell gehen muß, ist der Mann zweifellos die Idealbesetzung. Kleiner Tip unter Genießern, Huck: Was auf einem Brezel schmeckt, kann auf einem Eichhörnchen nicht falsch sein. Sogar wenn sich’s um Honig-Senf-Zwiebel-Sauce handelt.

Ein Volk, ein Reich, eine Medienlandschaft

Oha, da ist mir die letzten Tage ja eine so interessante wie erschreckende Statistik entgangen. Ich wußte zwar, daß die Darstellung des US-Präsidentschaftswahlkampfes in den hiesigen Medien und die daraus resultierende öffentliche Wahrnehmung tendenziell verzerrt sind, aber daß es so ernst ist, hätte ich ehrlich gesagt nicht gedacht.

Knapp 90% derjenigen, die abgestimmt haben, wollen demnach einen Kandidaten der Demokraten im Weißen Haus sehen, nur gut 10% hingegen einen Republikaner. Und diese Prozentzahl bezieht sich wohlgemerkt nicht auf die deutsche Gesamtbevölkerung, sondern auf die Leser der konservativen Welt, was das Ergebnis sogar noch deutlich zugunsten der Republikaner verzerren dürfte.

Was waren das noch für Zeiten, als CDUler sich eher zu Reagan bekannten und SPDler zu Carter. Heute hingegen würden meine Landsleute die Demokraten mit nahezu 100% auf Volkskammerniveau heben und die Republikaner als kleine Splitterpartei möglicherweise an der 5%-Klausel scheitern. Ein Schelm, wer Böses über unsere Medien dabei denkt.

Hirnopfer mit geistigem Selbstmatt

Russia warned Iran that its development of rockets and continued uranium enrichment created the impression that Tehran was intentionally ignoring the concerns of the international community.

Created the impression?” Da hat Rußland so viele große Schachspieler hervorgebracht, und jetzt wird es von Leuten regiert, deren IQ offenkundig unter dem eines halben Doppelbauern liegt. Wie traurig…

Butter bei die Seeungeheuer!

Bei meinen Freunden von der offenen Gesellschaft hat sich eine kleine Diskussion zum Thema “Wie retten wir die Libertären vor ihren Feinden, wenn die das gar nicht wollen?” entwickelt. Nun bin ich libertären Ideen, so sie denn vernünftig umsetzbar sind, durchaus nicht grundsätzlich abgeneigt. Da mein persönliches Interesse daran aber über die Frage von Krieg & Frieden weit hinaus geht und ich den Thread dort nicht sprengen möchte, mache ich hier als Ergänzung mal einen eigenen, allgemeiner gefaßten auf.

Ich möchte nämlich gerne wissen, wie die staatlichen Kernaufgaben besser zu erledigen wären, als das bisher der Fall ist, und dazu bedarf es konkreter Vorschläge, was die Regierung besser machen könnte (und sei es, daß sie sich unter anderem selbst abschafft). Also, liebe Libertäre und alle, die sich dafür halten (Anarchisten sind selbstverständlich auch willkommen, Hauptsache, Ihr wollt den Staat loswerden), skizziert mir doch mal kurz, wie Ihr folgende Dinge organisieren bzw. unorganisiert in den Griff kriegen würdet:

1. Verteidigung

2. Kriminalitätsbekämpfung

3. Sozialsystem

4. Bildungssystem

5. Gesundheitssystem

Eine Bitte noch: Grundlage meiner Frage ist die realexistierende Welt, also bitte keine Vorschläge, die mit “Neulich, im Garten Eden” anfangen. Es gibt Gewalt, Krankheit, Armut, Egoismus und Dummheit und die meisten Menschen heißen mit Vornamen nicht Mahatma oder Teresa. Nur falls jemand meint, mit “Tötet den Leviathan, dann haben sich alle Menschen lieb” oder dem Verweis auf irgendein Genie, das diese Aussage auf ein paarhundert Seiten zusammengefaßt hat, meinen Wissensdurst gestillt zu haben. Dem ist definitiv nicht so.

Für Afghanistan denken?

In der ZEIT machen sich eine ganze Reihe mehr oder weniger großer Denker Gedanken zum Krieg in Afghanistan. Neben durchaus vernünftigen oder zumindest differenziert argumentierenden Zeitgenossen kommt dabei allerdings auch typisch deutsche Pseudogutmenschen mit einem latenten Hang zum Antiamerikanismus zu Wort:

Angelika Beer

“Es geht daher nicht um Abzug, sondern um den längst überfälligen Strategiewechsel hin zu einem ganzheitlichen Konzept. Die unter deutscher Führung im Norden praktizierte Mischung aus Kampfeinsatz, Schutz und Hilfe zum Wiederaufbau muss auf das gesamte Afghanistan ausgedehnt werden.”

Ganz genau! Jetzt geht es nur noch darum, wer den Taliban die Frohe Botschaft überbringt, wenn das die Amerikaner, Briten, Kanadier und Niederländer nicht mehr tun. Aber Frau Beer hat bestimmt eine tolle Idee, wie man ganzheitlich mit Steinzeitterroristen umgeht, die Schulen nicht angreifen, weil die NATO in Afghanistan ist, sondern weil es Schulen sind. Und der Brunnenbau macht auch den THW-Mitarbeitern mehr Spaß, wenn sie dabei nicht beschossen werden.

Feridun Zaimoglu

“Wir leben in einer Zeit der Besatzungsdemokraten. Wir – und ich bin von meinem Selbstverständnis her Deutscher – wir haben dort nichts zu suchen. Die Amerikaner vertreten mit ihrer Imperialpolitik eigene Interessen und man darf sich auf keinen Fall zum Werkzeug dieser Politik machen. Je eher wir die Truppen abziehen, desto besser.”

Soso, Alphabetisierung für kleine Mädchen und freie Wahlen für die Eltern sind also nur besonders infame Formen des US-Imperialismus. Womit die Behauptung islamophober Kreise, daß hier irgendwo eine große islamische Verschwörung am Werk wäre, die die armen Deutschen zum Wohle der Muslime auspreßt, wohl eindrucksvoll widerlegt wäre. Denn zumindest Herrn Zaimoglu sind die afghanischen Muslime nicht die Knochen eines preußischen Grenadiers wert.

12 Antworten an Helmut Schmidt

Helmut Schmidt hat ein paar Fragen zu den außenpolitischen Vorstellungen an die Kandidaten für das Amt des US-Präsidenten. Um die Zeit zu überbrücken, bis die sich die selbige nehmen ihm zu antworten, springt NBFS, das Fachblog für kluge Antworten auf dumme Fragen, gerne hilfreich ein:

1. Wie wollen Sie den Krieg im Irak beenden? Welche Mittel werden Sie einsetzen? Wie soll der Irak am Ende aussehen?

Mit einem Sieg gegen die finsteren Kräfte der Reaktion, wenn’s recht ist. Und zwar wie bisher durch eine Kombination aus Kampf gegen die Terroristen und Hilfe für die Bevölkerung. Also genau das, was Ihre Partei, verehrter Herr Schmidt, dem Irak bis heute verweigert. Und am Ende soll eine zivilisierte, friedliche Demokratie dabei rauskommen. Also genau das, was Ihr späterer Nachfolger im Kanzleramt, der Held von Goslar, zu verhindern suchte.

2. Was ist Ihr Ziel in Afghanistan? Ist es die Ausschaltung nur von al-Qaida oder auch der Taliban? Oder ist es die Errichtung einer Demokratie?

Analog zum Irak geht es auch hier um den Kampf gegen Tyrannen und Terroristen sowie den Aufbau einer funktionierenden Demokratie. Ich hoffe mal, Sie haben damit kein Problem. Denn möchten Sie es einer emanzipierten Frau wie der lieben Hillary wirklich ins Gesicht sagen, dass die Verweigerung von Schulbildung und ärztlicher Versorgung für kleine Mädchen, nur weil sie Mädchen sind, unter kulturelle Folklore fällt und damit unter entspannungspolitischem Schwund abgebucht wird? Na sehen Sie!

3. Für den Fall, dass al-Qaida endgültig nach Pakistan ausweicht und möglicherweise sich sogar Zugang zu pakistanischen Atomwaffen verschafft: Würden Sie auch in Pakistan militärisch eingreifen?

Keine Panik. Sofern es gelingt, den „Hoffnungsträger“ der Bushhasser, Barack Obama, vom Präsidentenamt fernzuhalten, besteht da keine akute Gefahr. Sondern eher die, dass der Verzicht auf einen derartigen Angriff nicht zuletzt von den Gegnern einer demokratischen Umgestaltung der arabisch-islamischen Welt (wie stehen Sie persönlich eigentlich zur Bush-Doktrin, Herr Schmidt?) immer wieder als Beweis für die doppelten Standards der USA herangezogen und ihnen damit sogar noch vorgeworfen wird.

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Und jetzt zum Sport…

Nach einem überraschenden Wendemanöver hat der 16er mit Steuermann des „National Intelligence Team“ unter dem Kommando von Mike McConnell eine neue Bestzeit für das Wiedererreichen der ursprünglichen Startlinie aufgestellt. Leider wurden die vorher noch begeistert applaudierenden Zuschauer des Appeasement-Fanclubs „Armageddon 09“ dabei durch die heftig platschenden Ruderschläge derart vollgespritzt, daß sie jetzt klatschnaß wie begossene Pudel auf der Zuschauertribüne vor sich hin zittern. Clubpräsident Machmud A. ist zur Stunde noch nicht zu einer Stellungnahme bereit.

It turns out that on Tuesday, as our Eli Lake reported on page one of yesterday’s Sun, the director of national intelligence, Mr. McConnell says he now regrets the phrasing of the unclassified estimate that so stirred America’s enthusiasts of diplomacy. In testimony before the Senate Select Committee on Intelligence, Mr. McConnell went further. He noted that Iran is developing both the long range ballistic missiles and the nuclear fuel for a potential weapon. What had halted, it turns out, was work to design the actual warhead and secret enrichment activity. The Iranians continued to enrich uranium in the open in Natanz in defiance of two Security Council resolutions.

As for the secret enrichment and weapons design, Mr. McConnell is not even sure as of mid-2007 whether the Iranians have restarted this work. “We assess with moderate confidence that Tehran had not restarted these activities as of mid-2007, but since they comprised an unannounced secret effort which Iran attempted to hide, we do not know if these activities have been restarted,” he told the assembled senators. So why then did the opening sentence of the December 3 assessment state with no equivocation, “We judge with high confidence that in fall 2003, Tehran halted its nuclear weapons program”? Mr. McConnell said that it was because he had to assemble quickly a declassified estimate in late November and that it did not occur to him that this kind of declarative statement would confuse the issue.

Neuer Mann im Mond?

Wednesday, Feb. 6, Moscow followed Washington in voicing concern that the launch of Iran’s Safir-1 space rocket Monday, Feb. 4, attested to the existence of a nuclear weapons program. This diametrically contradicts the US National Intelligence Estimate of last December, which concluded Iran had shelved its covert military nuclear program in 2003.

Moscow too has evidently abandoned its persistent denial of evidence that Tehran is developing a nuclear bomb.

[…] Wednesday, Feb. 6, Russian deputy foreign minister Alexander Losyukov followed suit. He commented that Monday’s test launch of Iran’s “Safir-1 (Explorer-1) raises suspicions over Tehran’s claims of peaceful nuclear intentions and suggested its possible desire to create a nuclear weapon.

It was “of course a cause for concern.” Long-range missiles are components of a nuclear weapons system, the Russian official said - the first time any senior Russian official had admitted to suspecting Iran of underhand nuclear weapons activity.

Aber warum denn plötzlich so nervös, lieber Wladimir? Eine Rakete zu entwickeln hat ja nun wirklich nicht das geringste mit einem Atomwaffenprogramm zu tun. Müßtest Du doch eigentlich wissen, sonst hättet Ihr das zu Sowjetzeiten wenigstens zu Testzwecken auch mal versucht. Und wie wir spätestens seit der Abschaffung des Begriffs “dual-use” durch den US-Geheimdienstbericht Ende letzten Jahres wissen, sind Dinge, die man theoretisch auch zu friedlichen Zwecken nutzen kann, militärisch völlig irrelevant.

Zudem solltest gerade Du als jemand, der wohl mehr als jeder andere Staatschef in derartigen Kategorien denkt, Verständnis dafür haben, daß man dem Iran, wenn man ihm mit dem Hinweis auf sein “nationales Prestige” sogar die Nutzung von Atomkraftwerken zubilligt, obwohl die als Werbeträger bekanntlich denkbar ungeeignet sind, schlecht das Recht verwehren kann, zu eben diesem Zweck auch mal einen Mann auf den Mond zu schießen. Und wer weiß, vielleicht haben wir ja Glück, und der heißt Achmadinedschad.

…und zur Entschädigung ein Zuckerle für meine antiamerikanischen Leser

Die US-Botschaft in London hat den Visumantrag der Britin Amy Winehouse abgelehnt. Die drogensüchtige Soulsängerin darf also nicht wie geplant am Sonntag bei der Grammy-Verleihung in Los Angeles auftreten. Gut, dass es Satelliten gibt.

Also jetzt übertreiben sie es aber! Nichts gegen ein gewisses Sicherheitsdenken, aber von irgend so einer dahergelaufenen Promischlampe geht ja wohl kaum eine Gefahr für die nationale Sicherheit aus.

Zugegeben, ich kenne ihre Musik nicht (spielt die wenigstens ein Instrument?), aber selbst wenn schon rein statistisch zu vermuten steht, dass die auch bloß den im dritten Jahrtausend üblichen Hupfdohlencastingmist verzapft, so wäre das immer noch nur halb so bedrohlich wie der landeseigene HipHop-Brutalodreck.

Falls man sie aber tatsächlich nur wegen ihres Drogenkonsums nicht in den Flieger läßt, hat sie vielleicht noch eine Chance: Sie soll einfach behaupten, sie hätte nicht inhaliert. Damit schafft man’s sogar in die Air Force One. ;-)

Es wird ein Heulen und Zähneknirschen sein…

Washington - Wenn am 20. Januar 2009 ein neuer Präsident das Weiße Haus betritt, wird Europa einen kollektiven Seufzer der Erleichterung ausstoßen. Immerhin wird das Schreckgespenst der vergangenen acht Jahre - George W. Bush - verschwunden sein. Es ist nicht so wichtig, wer einzieht; Hauptsache: Bush zieht aus.

Doch bevor die Europäer vor lauter Vorfreude völlig in Wallung geraten, sollten sie einen Blick auf die drei führenden Kandidaten für die Präsidentschaft werfen - Hillary Clinton, Barack Obama und John McCain.

Obwohl die drei aus zwei verschiedenen Parteien kommen und durchaus unterschiedliche Ansätze haben: Die Europäer könnten feststellen, dass ihre außenpolitischen Vorstellungen denen des scheidenden Präsidenten bestürzend ähnlich sind.

Ein sehr schöner Artikel, der fast schon Lust auf den nächsten Präsidenten macht. Auch wenn ich Dubya bereits jetzt nachtrauere, dürften mich die langen Gesichter seiner Gegner hier in Deutschland ein gutes Stück für den Verlust entschädigen.

Der Geist des Paul Wolfowitz

John McCain hat in der “Süddeutschen Zeitung” seine außenpolitischen Vorstellungen dargelegt, und auch wenn Ankündigungen während des Wahlkampfs erfahrungsgemäß noch lange nicht eins zu eins in der Praxis umgesetzt werden, so lassen sie doch aufhorchen. Denn anders als die Befürworter klassischer Realpolitik kann er offenbar auch etwas mit dem Begriff des “demokratischen Friedens” anfangen:

Wir brauchen eine gemeinsame Linie des Westens gegen ein revanchistisches Russland, dessen Führer offenbar eher einen alten Konfliktkurs einschlagen wollen, als sich dem demokratischen Frieden des Westens anzuschließen. Wir sollten dafür sorgen, dass die G 8 wieder ein Klub führender Marktdemokratien wird: Er sollte Indien und Brasilien aufnehmen, aber Russland ausschließen.

Rußland raus, Indien und Brasilien rein? Das hört man gern.

Westliche Länder sollten klarstellen, dass die Nato-Solidarität von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer unteilbar ist und dass die Tür des Bündnisses offen bleibt für alle Demokratien, die sich der Verteidigung der Freiheit verpflichtet fühlen. Eine echte Partnerschaft bleibt für Moskau möglich, aber nur, wenn es sich dazu entschließt, seine Verpflichtungen in der internationalen Gemeinschaft und seinen eigenen Bürgern gegenüber einzuhalten.

McCain, ein heimlicher NeoCon? Das hört man umso lieber.

Europa und die USA sollten auch Reichweite und Koordination unserer Programme verbessern, um Demokratie und die Herrschaft des Rechts in Ländern zu unterstützen, in denen es daran mangelt. Solche Programme sind etwa in Russland wichtig. Oder in Weißrussland, wo die Diktatur ihre Unterdrückung fortsetzt. Aber es ist auch wichtig, den Übergangs-Demokratien in Georgien, der Ukraine und den Balkan-Staaten eine helfende Hand zu reichen.

Globale Demokratisierung? Das wird ja immer besser! Und jetzt kommt’s:

Um die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu meistern, unterstütze ich die Gründung einer “Liga der Demokratien”. Diese würde die UN oder andere internationale Organisationen nicht verdrängen, sondern ergänzen.

Das isses! Der absolute Hammer! Ein Traum würde wahr.

Sie könnte einschreiten, wenn die UN versagen - etwa um Leid zu lindern wie in Darfur, um HIV/Aids in Ländern südlich der Sahara zu bekämpfen, um bessere Konzepte im Kampf gegen Umweltkrisen zu entwickeln, taumelnde Demokratien zu unterstützen, Druck auf repressive Regierungen wie in Birma auszuüben oder Übergangs-Demokratien ungehinderten Marktzugang zu sichern.

Freihandel gegen Demokratisierung? Und gleich noch einer.

So wie es aussieht, darf auch nach Bush’s Abgang doch weiter auf die Umsetzung der nach ihm benannten Doktrin gehofft werden. Da muß Hillary, obwohl eine demokratische Präsidentin SPD und Grüne zugegeben natürlich weit besser quälen könnte, als dies einem republikanischen Kandidaten je gelingen würde, dann doch noch ein bißchen nachlegen. Bis dahin gilt: “Mr. McCain, you’re my man!”

Mauer am Horizont

Ein Jahr lang hatten die Israelis Ruhe - bis vor zwei Tagen bei einem Selbstmordanschlag Dutzende Menschen verletzt wurden. Der Attentäter soll über die Grenze zu Ägypten gekommen sein - deshalb will Israel auch dort einen Sperrzaun bauen.

Auch dort“? Also so wie an der Grenze zur Westbank? Aber das ist doch kein Zaun, sondern bekanntlich eine Mauer! Das weiß doch jedes Kind, vor allem wenn es regelmäßig den SPIEGEL liest. Und mit so was wollen die Zionisten nach den Palästinensern jetzt auch noch die armen Ägypter einsperren? Na, da kann es sich ja nur noch um Tage handeln, bis der Termin für die nächste „Stop the wall!“-Konferenz steht. Unter den Pyramiden wird das bei Sonnenununtergang bestimmt recht malerisch.

Pyramidal! Weiterlachen!

Zugegeben, der deutsche Verteidigungsminister hat heute wahrscheinlich eher nichts zu lachen. Aber wir dafür um so mehr. In der Kantine des SPIEGEL gab’s heute nämlich Clowns zum Frühstück. Und zwar durchaus schmackhafte.

Rosenmontag am Aschermittwoch

Wenn es nicht so ernst wäre, wäre es fast so lustig, wie die Verrenkungen, mit denen die NIE-Gläubigen das jetzt wegzuerklären versuchen werden:

Der Direktor des Nationalen Geheimdienstes in den USA, John Michael McConnell, hat dem Geheimdienstausschuss des Senats einen jährlichen Bericht über die gegenwärtigen Bedrohungen für die Vereinigten Staaten vorgestellt. Dabei betonte er die bleibende Gefahr, die das iranische Atomprogramm nach wie vor darstelle, und warnte davor, dass der Iran Ende nächstens Jahres rein technisch in der Lage sein würde, ausreichend hoch angereichertes Uran für eine Bombe herzustellen.

Nachdem es in der Nationalen Geheimdiensteinschätzung (NIE) vom vergangenen Dezember hieß, der Iran habe sein Programm zur Entwicklung von Atomwaffen Ende 2003 eingestellt, sagt McConnell nun, dass es unklar sei, ob die Islamische Republik im Laufe der vergangenen sechs Monate wieder mit der Herstellung von Atomwaffen begonnen habe.

(Haaretz, 06.02.08)

Die bittere Boykottpille - jetzt auch als Placebo

Also das war jetzt schwach! So wird das ja nun nix mit dem Boykott. Unter glaubwürdigem Volkszorn gegenüber den finnischen Heuschrecken hätte ich mir schon was intelligenteres vorgestellt, als nur die Sondermüll-Entsorgungskosten für Uralt-Elektronikschrott zu sparen und sich dabei auch noch als Robin Hood im Kampf gegen die Globalisierung aufzuspielen.

Deshalb Hand auf’s Herz, Leute, und mal ganz ehrlich: Diese Handies habt Ihr doch nicht wirklich zu Eurem aktuellen Handyvertrag dazubekommen (falls doch, solltet Ihr dringend erwägen, den Provider zu wechseln). Zumindest Peter Strucks N95 hättet Ihr noch dazulegen können. Wobei das ja wahrscheinlich auch nicht sein Geld gekostet hat. Sondern unseres.

Minus x Minus = Plus

Streitfall Kampfeinsatz: Noch kann die Bundesregierung die drängenden Forderungen nach einem Engagement deutscher Soldaten in Südafghanistan abwehren. Nach einem Regierungswechsel in den USA dürfte das schwieriger werden - vor allem wenn ein US-Demokrat neuer Präsident wird.

Tja, da beginnt in Berlin jetzt das große Zittern. Aber noch ist nicht alles verloren. Vielleicht gelingt es der SPD ja, Franz-Josef “Nyet” Jung abzusägen und den Posten des Verteidungsministers zur Abwechslung mal selber zu besetzen. Den geeigneten Kandidaten, der auch nach einem Wahlsieg der US-Demokraten mit den amerikanischen Afghanistan-Plänen kompatibel wäre, hätten sie bereits.

Liberale Ornithologie: Der Falke

Auch seine liberalere Haltung zu den Themen illegale Einwanderung, Abtreibung und Irak-Krieg brachte dem 71-jährigen McCain Stimmen ein.

Na, endlich erkennt es auch der SPIEGEL: Das Befürworten des Sturzes Saddam Husseins und der Befreiung des Irak ist eine zutiefst liberale Haltung. Dagegen zu sein ist es nicht.

Wahre Worte von Abbas

“All soldiers say Mr. President George Bush is the hero man in the world,” Abbas told us in fractured English. “He’s fighting on behalf of all the world, not just Iraq. Mr. President Bush is fighting on behalf of humanity. … America was the only country in the world that decided to help the people of Iraq.”

Vielleicht etwas holprig ausgedrückt, aber aus dem Mund eines Irakers, den die Achse des Friedens eigentlich schon für ein vorzeitiges Ende in Saddam’s Kerkern vorgemerkt hatte, doppelt schön.

Über 70 Hubschrauber verloren - Hinweise an die CDU

In scharfer Form fordern die USA, dass Deutschland Kampftruppen nach Südafghanistan schicken soll. Die Regierung reagierte schnell: Am Mandat ändert sich nichts - die Truppe bleibt im Norden. Doch das Scharmützel ist nur der Auftakt zu einem heftigen Disput in der Nato.[...] In den Regierungsparteien wurde der Brief des US-Ministers mit Kopfschütteln aufgenommen. “Der Brief ist in Ton und Inhalt unangemessen und politisch unklug”, sagte der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Eckart von Klaeden.

[...] Auch über Details aus dem Brief machte sich von Klaeden her. Die geforderten Hubschrauber könne Deutschland gar nicht senden, “weil wir sie gar nicht haben”, sagte der CDU-Politiker.

Das mit den Details hätte Klaeden besser bleiben lassen. Denn entweder er weiß tatsächlich nicht wovon er redet, oder aber es handelt sich hier um eine vorsätzliche Lüge. Es geht neben Kampfhubschraubern nämlich vor allem um leistungsfähige Transporthubschrauber, und zwar nicht nur für logistische Zwecke, sondern auch für Luftlandeoperationen, um so die zahlenmäßig relativ geringe Stärke der Verbündeten in Afghanistan wettzumachen.

Die Bundeswehr unterhält aber nicht nur in der NATO, sondern in der gesamten westlichen Welt nach den USA die größte Flotte schwerer Transporthubschrauber, die zudem noch genau für derartige Operationen recht aufwendig nachgerüstet werden. Von deren Sollstärke, die in zwei Heeresflieger-Regimentern immerhin 72 Maschinen beträgt, waren 2007 nach Angaben der Bundeswehr aber nur 6 (in Worten sechs) in Afghanistan im Einsatz.

Sofern also der Zustand der Maschinen nicht völlig erbärmlich ist und die Nachtflugausrüstung, Flugabwehrwarnsysteme und Maschinengewehre nicht nur für am Tage stattfindende Flugschauen eingebaut werden, um den Bund der Steuerzahler zu ärgern, stellt sich entweder die Frage, wessen Koordinationsgeschick für den plötzlichen Hubschraubermangel verantwortlich ist oder aber wer Klaeden mit seinen Informationen versorgt.

Erschwerend kommt hinzu, daß die Bundeswehr analog einiger anderer europäischer Armeen - wenn auch gegenüber den Amerikanern mit ein paar Jahrzehnten Verspätung - ihre Struktur gerade für den jetzt in Afghanistan benötigten Zweck, nämlich die luftbewegliche Kriegsführung leichter Infanterieeinheiten, umgestellt hat (sonst würde der sperrige Name “Division Luftbewegliche Operationen” ja auch nicht wirklich Sinn machen).

Nachdem sich die Deutschen mit der Teilnahme am “good war” von der Befreiung des Irak freikaufen wollten, sollten sie wenigstens in Afghanistan ihren Verpflichtungen nachkommen. Und wenn sie dann schon nicht bereit sind, die “boots on the ground” zu stellen, dann sollten sie jenen, die da drin stecken, immerhin die Transportmittel geben, damit die nicht den ganzen Weg laufen müssen und so zu spät zur Schlacht kommen.

Den Amerikanern kann man hingegen nur raten, Ihr Anliegen den Deutschen gegenüber noch mal nachdrücklich deutlich zu machen. Vielleicht mit einem dezenten Hinweis darauf, daß die 7. US-Armee auch woanders Arbeitsplätze schaffen kann. Denn auch wenn den Deutschen das Schicksal der Afghanen am Allerwertesten vorbeigeht, ist der eigene Futtertrog ein Argument, daß sogar Provinzpolitiker sehr gut nachvollziehen können.

Rinderwahnsinn in Palästina?

“If Israel withdraws from the territories, acknowledges Jerusalem as the Palestinian capital and recognizes our people’s right of return, we will agree to a ceasefire of at least 10 years,” Hamas’ political leader Khaled Mashaal in an interview to Italian magazine Panorama, published Friday.

Mit anderen Worten, wenn Israel in allen Punkten ohne irgendeine Gegenleistung nachgibt und zustimmt, sich demographisch selbst zu töten, versprechen seine Todfeinde, im Falle eines Scheiterns dieses Suizids frühestens in 10 Jahren weitere Mordversuche zu unternehmen.

Unbestätigten Meldungen zufolge wurde Mashaal kurz nach dem Interview von den durch die besorgten Journalisten herbeigerufenen Ärzten mit einem großen Schmetterlingsnetz eingefangen und in einem weichen Jäckchen verpackt in die nächstgelegene Psychatrie gebracht.

Gates at the gates!

US-Verteidigungsminister Robert Gates hatte die anderen Nato-Staaten zur Aufstockung des Truppen-Kontingents im Süden um 3200 Soldaten aufgefordert. Damit sollen US-Marine-Infanteristen abgelöst werden. Ausdrücklich appellierte Gates an Berlin, ein neues Bundestags-Mandat in Erwägung zu ziehen.

Ach ja, das waren noch Zeiten, als die Amis mit Donald Rumsfeld einen Verteidigungsminister hatten, auf den man richtig schön schimpfen konnte, weil der nicht nur seinen deutschen Amtskollegen ähnlich nett behandelte, wie dessen Kanzler das mit seinen Präsidenten tat, sondern der gleich die ganze Bundeswehr mit Nichtachtung strafte, indem er sich mit deren Rolle als olivgrünes THW zufriedengab, das man für die wirklich harten Jobs in Afghanistan eh nicht benötigt. Und was haben die Deutschen gejubelt, als dieser NeoCon-Lakai endlich weg war und ein klassischer Realpolitiker wie Gates seinen Job übernahm.

Dumm gelaufen! Denn wenn es etwas gibt, das für Bush-Gegner noch schlimmer ist als dessen Außenpolitik, dann ist es, wenn die eigenen Wünsche in Erfüllung gehen. Die goldenen Jahre, in denen sich im Windschatten der imperialen Arroganz neokonservativer Weltverbesserer unauffällig mitsegeln ließ, sind mit deren Abgang nämlich auch vorbei. Und dabei handelt es sich bei Gates noch nicht mal um einen der so schön multilateral denkenden Demokraten. Wenn dereinst tatsächlich Hillary den Laden schmeißen sollte, wird der Tonfall der Briefe vielleicht wieder netter. Aber das, was sie damit sagen will, ganz sicher nicht.

Genial daneben oder einfach nur genial?

Er ist für seine kuriosen Ideen bekannt: Fernsehmoderator Hugo Egon Balder träumt zurzeit von einer Sauf-Talkshow mit Prominenten. Der Arbeitstitel der Sendung: “Der Klügere kippt nach”. Das bizarre Konzept hat nur einen Haken.

Hamburg - Der 57-Jährige scheitert nach eigenen Angaben an der Mutlosigkeit der Sender. “Ich kann keinen Senderchef dafür gewinnen. Die haben alle Angst”, sagte der “Genial daneben”-Moderator dem “Stern TV Magazin”. Teilnehmer für die Show mit dem Arbeitstitel “Der Klügere kippt nach” hätte er dagegen reichlich: “Ich hätte genug Prominente, die da kommen würden.” Namen nannte er jedoch keine.

Das zeigt mal wieder, daß die deutschen Programmverantwortlichen größtenteils hasenfüßige Ignoranten sind, die lieber öde Billigserien noch öder nachsynchronisieren als es endlich mal mit originellen Innovationen zu versuchen. Denn Balders Idee hat weit mehr Potential als es für hochkulturgeschädigte Mitbürger auf den ersten Blick den Anschein haben mag. Nicht nur dürfte der Unterhaltungsfaktor furios sein, wir würden auch einiges über unsere Prominenz erfahren, was diese lieber vor uns geheimhalten würde.

Wer’s nicht glaubt, möge sich nur mal spaßeshalber vorstellen, wie Oskar Lafontaine, Günter Grass und Peter Scholl-Latour nach ein paar Wodkas rauslassen, wie es in ihnen zu Themen wie dem III. Reich, Achmadinedschad oder Palästina wirklich denkt. Alleine für den daraus zwangsläufig resultierenden Skandal hätte sich Balder den Fernsehpreis 2008 schon vollauf verdient. Hoffen wir also, daß in absehbarer Zukunft unsere selbstdarstellungssüchtigen Promis die Fernsehkameras nicht mehr nur mit Worten vollkotzen.

John McClane for John McCain!

Prominente Rückendeckung für John McCain: Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger will den republikanischen Präsidentschaftsbewerber im Rennen ums Weiße Haus unterstützen. Zuvor hatte sich schon der ausgestiegene Mitbewerber Giuliani für McCain ausgesprochen.

Erst Stallone, jetzt Arnie - da fehlt eigentlich nur noch Bruce Willis (wer ist schon diese B(rutalo)-Movie-Pfeife Chuck Norris?). Bis dahin heißt es:

Hasta la vista, Romney!

Mac is back!

Das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner wird zum Zweikampf: John McCain triumphiert in Florida - er ist jetzt der Favorit. Rivale Romney gibt nicht auf, Rudy Giuliani steigt wohl aus. Jetzt kommt alles auf den “Super Tuesday” kommende Woche an.

Also das muß man den Amis lassen: Die verstehen selbst so eine trockene Angelegenheit wie die Kandidatennominierung zu inszenieren. Wo man sich in Deutschland im wesentlichen darauf beschränkt, die vorher von den Parteigranden ausgekasperten Politbürofavoriten ohne Gegenkandidaten per Akklamation und mit 90%+X-Wahlergebnissen zu bestimmen, läuft jenseits des Atlantik eine Mischung aus Krimi, Soap und Quizshow, die ihresgleichen sucht.

Nachdem bei den Demokraten bereits seit Wochen ein furioser Zweikampf zwischen Hillary Clinton und Barrack Obama tobt, der alleine bereits mehr Dampf im Kessel hat als hierzulande eine komplette Bundestagswahl, hat es bei den Republikanern zwar etwas länger gedauert, bis die überlebenden Kämpfer aus dem Pulverdampf hervorgestolpert kamen, dafür ist das Ergebnis aber umso überraschender.

Der anfängliche Favorit Rudy Giuliani hat es in seiner Hoffnung, das ganze sozusagen auf einer Backe absitzen zu können, tatsächlich geschafft, sich mit seiner erstaunlichen Indifferenz gegenüber den ersten Vorwahlen selbst aus dem Rennen zu kegeln, was mal wieder zeigt, daß man nicht automatisch was von Fragen der Wahlkampfdynamik verstehen muß, nur weil man es irgendwann mal zum Bürgermeister gebracht hat.

John McCain hingegen, der schon lange aufgrund finanzieller Engpässe totgesagt wurde, hat bewiesen, daß Wahlsiege entgegen anderslautenden Unterstellungen auch in den USA nicht gekauft werden können. Wenn er jetzt noch Giulianis Leiche fleddert und Norman Podhoretz an Bord holt, wäre es schon fast zu perfekt um wahr zu sein, denn McCain ist weder ein für aufgeklärte Demokraten unwählbarer Reaktionär wie Huckabee noch ein halbseidener Opportunist wie Romney.

Falls die Demokraten dann noch der Versuchung widerstehen, sich von Obamas Nebel- und Wunderkerzen blenden zu lassen, oder der für Hillary gar den Vizepräsidenten zu machen bereit ist, dann haben wir das beste noch gar nicht gesehen, denn in diesem Fall dürfte wir uns an einem wirklich spektakulären Wahlkampf erfreuen können. Zumindest sofern es uns gelingt zu verdrängen, welch triste Realität uns demnächst bei Merkel contra Beck erwartet…

…und tschüß, SPIEGEL!

“Wir sind bereit, zu sterben, das ist der Preis unserer Freiheit.” Es bliebe den Palästinensern keine andere Wahl, als den Kampf gegen Israel mit der Waffe zu führen. “Entweder wir gehen in den Widerstand, oder sie behandeln uns wie Sklaven.” Er mache sich schon Gedanken, wer von seinen Geschossen getroffen würde. “Wenn wir Soldaten töten, sind wir mehr als glücklich”, sagt er. “Wenn es ein Kind trifft, sind wir natürlich nicht froh.”

Da kommen einem ja die Tränen! Was sind das nur für sympathische Freiheitskämpfer, die sich hier so sehr um Wohl und Wehe getöteter Kinder sorgen, daß der SPIEGEL meint, ihre Behauptungen unwidersprochen im Raum stehen lassen zu müssen? Ach so, der Islamische Dschihad. Stimmt, die waren ja schon immer sehr darum besorgt, nur Affen und Schweine zu töten. Aber Affenbabies und Ferkelchen haben sie natürlich lieb. Aber nicht daß hinterher einer sagt, bei diesem Pack würde es sich um eine antisemitische Mörderbande handeln.

Es sei aber nun einmal so, dass man mit einer Kassam nicht zielen könne. “Und guck dir die Israelis an, die haben F-16 und Apache-Helikopter und könnten wunderbar genau schießen. Und trotzdem töten sie unsere Frauen und Kinder.” Abdul denkt kurz nach. “Kinder dürften in keinem Krieg dieser Welt getötet werden”, sagt er, der selbst noch keine hat.

Wenn man damit nicht zielen kann, wieso werden die Kassam’s dann überhaupt eingesetzt? Und wieso schlagen sie trotzdem immer wieder recht zuverlässig in zivilen Wohngebieten ein, wo man selbst dann kein militärisches Ziel treffen würde, wenn man die Abschußvorrichtung um 180° dreht? Und wieso tragen die Kämpfer des “Islamischen Dschihad” Kalaschnikows, wenn sie mit denen offenbar nicht mal auf ein, zwei Meter an Zivilisten vorbeischießen können? Anders läßt sich nach Abduls Logik jener Vorfall aus dem Jahre 2004 zumindest nicht erklären:

Zwei palästinensische Terroristen haben am Sonntagnachmittag auf der Kissufim-Straße in der Nähe des Gush Katif Siedlungsblocks im Gazastreifen das Feuer auf ein israelisches Fahrzeug eröffnet. Bei dem Überfall wurden eine schwangere Frau und ihre vier Kinder getötet. Der Wagen geriet nach den ersten Schüssen von der Fahrbahn. Danach näherten sich die Terroristen dem liegengebliebenen Wagen und erschossen die Insassen aus nächster Nähe. Die Opfer sind Tali Hatuel (34) und ihre vier Kinder Hila (11), Hadar (9), Roni (7) und Merav (2), alle aus Katif. Tali Hatuel arbeitete als Sozialarbeiterin und war im 8. Monat schwanger. Zwei israelische Soldaten wurden leicht verletzt. Beide Terroristen wurden getötet. Die Fatah Yasser Arafats und der Islamische Jihad bekannten sich gemeinsam zu dem Attentat.

Einer brutalen Terrororganisation, die sich mit den Killern des Friedensnobelpreisträgers auch noch drum streitet, wem die Ehre gebührt, diesen kleinen Kindern aus nächster Nähe je zwei Kugeln in den Kopf geschossen zu haben, ungerührt eine Bühne für ihre widerwärtigen Heucheleien zu bieten, ist eine peinliche Propagandaveranstaltung und zweifellos einer der absoluten Tiefpunkte des deutschen Investigativjournalismus. Und damit der perfekte Anlaß, nach 20 Jahren mein Abonnement zu kündigen. Wer braucht schon buntes Klopapier…

Einerseits…

…schießen die Antideutschen mit ihrer oft recht monokausalen Rückführung aller Probleme der Welt auf die Persönlichkeitsstruktur des homo teutonicus seit der Reichsgründung von 1871 dann doch ein wenig über das Ziel hinaus.

Andererseits…

…kann man sie angesichts solcher Exemplare irgendwie verstehen.

Dolchstoß durch eine Leiche

Washington - Fast sieben Monate lang hat George Piro, Agent der amerikanischen Bundespolizei FBI, den gestürzten und vor gut einem Jahr hingerichteten Diktator nach dessen Festnahme Ende 2003 befragt. Nun gab er dem amerikanischen Fernsehsender CBS Auskunft über das Verhör.

[...] Saddam sagte Piro, die irakischen Massenvernichtungswaffen seien von den Uno-Inspektoren in den neunziger Jahren größtenteils zerstört worden, den Rest hätte der Irak selbst unbrauchbar gemacht. Jedoch habe Saddam eingestanden, dass der Irak unter seiner Herrschaft zu einem späteren Zeitpunkt gern wieder ein eigenes Potenzial von Massenvernichtungswaffen aufgebaut hätte.

Oh, da hat der alte Saddam den Irakkriegsgegnern zum Dank für ihren engagierten Kampf gegen seinen Sturz durch die bösen Yankees aber ein ganz schön großes Loch in den Rücken gemacht. Da wollen wir mal hören, was den Amerikahassern nun noch einfällt, nachdem sich die Frage der angeblichen WMD-Lüge damit ja als irrelevant erwiesen hat.

Der lange zurückgehaltene Geheimplan, wie man Saddam zuverlässig für alle Zeiten am Erwerb von Massenvernichtungswaffen gehindert hätte, ohne ihm die Möglichkeit zu geben, unter dem Vorwand der dazu notwendigen UNO-Sanktionen noch ein paar hunderttausend irakische Geiseln zu ermorden, muß spätestens jetzt auf den Tisch.

Also her mit dem Popcorn, zurückgelehnt und Vorhang auf. Das dürfte ganz großes Kino werden. Sogar dann, wenn die Leinwand schwarz bleibt.

Wird’s wieder lustig in Kleinbloggersdorf?

NBFS ein Naziblog? Was soll dann daran so großartig sein, daß man dazu gratulieren muß? ;-)

Im Ernst, eigentlich hätte ich erwartet, daß die Tatsache, daß es einen Ort weniger gibt, an dem sich die Vorzeige-Nonkonformisten der “Jungen Freiheit” ausweinen können, weil Hohmann gehen mußte und Friedmann bleiben durfte, bei aufgeklärten Zeitgenossen auf ein wenig mehr Begeisterung stößt. So kann man sich täuschen.

Weitersagen: Die offizielle NBFS-Wahlempfehlung!

Wie bereits angedeutet, findet am Sonntag in zwei Bundesländern eine Schicksalswahl statt. Nicht, wie mancher meinen könnte, zwischen links und rechts, rot und schwarz oder gut und böse, sondern zwischen Nokia-Fans auf der einen Seite und Nokia-Hassern auf der anderen.

Da es die Anarchistische Pogo-Partei Deutschlands dann doch nicht geschafft hat, wenigstens für Niedersachsen rechtzeitig Landeswahlvorschläge einzureichen, bieten sich eigentlich nur zwei Parteien an, die ausreichend abgedreht sind, dass man sie ohne den Verdacht ernsthafter Sympathien guten Gewissens für den WahlDenkzettel empfehlen kann, und zwar sind das…

…in Hessen „Die Violetten“.

„Wir streben eine Gesellschaftsordnung an, in der Selbsterkenntnis durch die individuelle spirituelle Entwicklung, Mitgefühl, Hilfsbereitschaft, Kreativität, offene Kommunikation, ökologisches Denken, Gewaltfreiheit, Freiheit im Geistesleben, Menschlichkeit im Wirtschaftsleben, Gleichberechtigung und Gleichwertigkeit von Frau und Mann und Toleranz obenan stehen.

Da die Erde für alle Menschen die Stätte der Entwicklung zu höherem Bewusstsein ist, setzen wir uns ganz besonders für den Schutz der Natur auf allen Ebenen und den verantwortlichen Umgang mit der Erde ein.“

Da will man nicht widersprechen, denn gegen ein höheres Bewusstsein lässt sich auch ohne Konsum halluzinogener Substanzen schlecht was einwenden (schlapplach!).

…in Niedersachsen die „Partei bibeltreuer Christen

„Auf dem letzten ordentlichen Parteitag am 12./13. Oktober 2007 stand die Frage „Aufbruch 09“ (Satzungsänderung, Einführung der Doppelmitgliedschaft, Gründung einer neuen Partei mit anschließender Auflösung der PBC) im Vordergrund der Diskussionen. Diese Pläne wurden aber am 12. Oktober von den Delegierten mit eindeutiger Mehrheit verworfen. Der am anderen Tag, dem 13. Oktober 2007, neu gewählte Bundesvorstand unter Vorsitz von Dr. Walter Weiblen, versuchte „Aufbruch 09“ trotz des NEINS der Delegierten durchzusetzen und rief zum 15. Dezember 2007 einen Mitglieder-Sonderparteitag ein. Er erhoffte sich nun von den Mitgliedern eine Zustimmung für sein Vorhaben am 26. Januar 2008 in Berlin eine neue Partei zu gründen mit anschließender Auflösung der PBC.“

Einer Partei, die ernsthaft erwägt, sich aufzulösen und am Tag vor der Wahl neuzugründen, ist zumindest eine gewisse Todesverachtung nicht abzusprechen (aufdembodenwälz!).

Wer also sein Nokia-Handy für intelligenter hält als jene Politiker, die in den letzten Tagen mit beispielloser wirtschaftlicher Inkompetenz zum Nokia-Boykott aufgerufen habe (und das dürften spätestens ab dem N70 die meisten tun), sollte am Sonntag in Hessen und Niedersachsen durch die Wahl der hier für das betreffende Bundesland empfohlenen Partei demonstrieren, dass es immer noch um ein vielfaches mehr zufriedene Nokia-Besitzer gibt als die Parteien unserer Berufspopulisten zusammengenommen Mitglieder haben.

Weckt den Finnen in Euch! Und immer dran denken: Jeder nur ein Kreuz!

Wer zweimal lügt, dem glaubt man umso lieber

Daß die Palästinenser falsch spielen, ist ja nichts wirklich neues, aber daß sie die im Ärmel versteckten Asse jetzt so offen auf den Tisch legen, erweckt auf den ersten Blick den Eindruck, daß sie entweder extrem bescheuert oder unglaublich dreist sind. Möglicherweise wollen sie damit aber auch einfach nur ihre Verachtung des Westens demonstrieren, indem sie dessen Journalisten durch bewußt schlecht getarnte Lügen demütigen, im Wissen, daß die jede noch so offenkundige Falschbehauptung trotzdem weiterverbreiten:

Bei mindestens zwei Anlässen in dieser Woche inszenierte die Hamas Dunkelheitsszenen als Teil ihrer Kampagne, die politischen und wirtschaftlichen Sanktionen gegen den Gazastreifen zu beenden, so palästinensische Journalisten am Mittwoch.

Im ersten Fall waren Journalisten, die eingeladen wurden, über ein Treffen der Hamas-Regierung zu berichten, überrascht zu sehen, wie Premierminister Ismail Haniyeh und seine Minister um einen Tisch mit brennenden Kerzen saßen.

[...] „Sie hatten die Vorhänge in den Räumen zugezogen, um den Eindruck zu erwecken, dass auch die Hamas-Führer unter dem Stromausfall litten“, berichtete ein Journalist der Jerusalem Post. „Es war offensichtlich, dass die ganze Sache inszeniert wurde“.

Doch die Rezeption der plötzlich aufgetretenen, interessanterweise nur vom Gazastreifen aus zu beobachtenden Sonnenfinsternis war nicht das einzige, was einen am Verstand von Massenmedien, UNO-Kommissionen und Menschenrechtsorganisationen zweifeln läßt. Denn auch das Timing der gesamten “Hungermarschs” war so unglaublich schlecht, daß wenn man nicht auf die außerordentliche Dummheit der Palästina-Nostalgiker setzen könnte, die Hamas sich eigentlich für alle Zeiten lächerlich gemacht haben müßte:

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