Kalte Dusche für SPIEGEL-Leser
Kaum stellt man den richtigen Leuten die richtigen Fragen, kriegt man auch die richtigen Antworten. Und schon füllt sich das Lexikon der beliebtesten Afghanistankriegsirrtümer von ganz alleine:
Irrtum 2704: Die gesamte Ausrichtung des Afghanistaneinsatzes ist falsch
Ich glaube, dass wir die richtige Strategie verfolgen, aber die braucht Zeit. Ich glaube nicht, dass wir massiv umdenken müssen, wie viele jetzt vorschlagen.
Irrtum 2705: Soviele Soldaten, wie man bräuchte, kann die NATO eh nicht stellen
Mit mehr Soldaten kann man dort viel anfangen - aber die Situation ändert sich dadurch nicht wirklich.
Irrtum 2706: Die NATO verliert den Krieg in Afghanistan langfristig
Die Aufständischen gewinnen nicht in Afghanistan. Sie können die westlichen Truppen oder die afghanische Armee nicht wirklich herausfordern.
Irrtum 2707: Die Taliban und ihre Ideen sind bei der Bevölkerung populär
Ihre Ideologie ist am Ende, und sie sind im Land unbeliebt.
Irrtum 2708: Die militärische Lage ist für die NATO ziemlich hoffnungslos
Militärisch sieht es eigentlich ganz gut aus.
Irrtum 2709: Die NATO geht völlig falsch gegen die Aufständischen vor
Die aktuelle Strategie zur Aufstandsbekämpfung ist nicht schlecht. Es dauert, aber es gibt erstaunlich viele Fortschritte.
Irrtum 2710: Die afghanische Armee ist unfähig und nutzlos
Jeder, den ich bei meinem letzten Afghanistan-Besuch im März gesprochen habe, war begeistert von der Armee. Sie wächst um 4000 Soldaten pro Monat.
Irrtum 2711: Die Taliban sind der afghanischen Armee weit überlegen
Sie hat seit dem April vorigen Jahres keine Auseinandersetzung mit den Aufständischen verloren.



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