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Ex oriente lux

“Arabs’ or Iranians’ possession of nuclear weapons is like putting a live grenade in the hand of a six year old.”

“The world shall not permit Arab countries ruled by dictatorships to possess nuclear weapons or any other type of WMDs because these countries are often ruled by the impulses of one man such as the dictator Bashar Asad.”

“I think that only mature democracies have the right to have nuclear weapons…”

“Only democracies like Israel or India can have these weapons while Arab countries would threaten world peace and the future of life on the planet.”

Oder um es noch mal ganz deutlich zu sagen:

“No, no Arab country has the right to possess nuclear weapons. […] Imagine what someone who commits crimes against his own people do if he had nuclear weapons? Nuclear weapons should be in the hands of only civilized democratic regimes, not backward criminal regimes.
If Arab rulers get to acquire these weapons then, well, so much for planet earth!!!”

Wer sind diese Leute, die hier die Frage, ob nahöstliche Despoten das Recht haben, die Bombe zu lieben, so entschieden verneinen? Handelt es sich um überempfindliche Zionisten mit ihrer altmodischen Anti-Atomtod-Hysterie? Oder die üblichen neokonservativen Verdächtigen im Mutterland des US-Imperialismus? Am Ende gar um durchgeknallte militante Liberale im europäischen Meinungsuntergrund?

Weit gefehlt! Es handelt sich um Araber, und zwar im konkreten Fall solche aus dem Irak (zur Erklärung für Irakkriegsgegner: “Iraker” ist derzeit noch die einzige offizielle Bezeichnung für jene nicht zwangsindoktrinierten Araber, die anders als ihre Brüder in den anderen arabischen Staaten ihre Regierung selbst bestimmen können und daher selber denken und das Ergebnis auch äußern dürfen).

Und diese Araber strafen mit ihrer Weitsichtigkeit all jene westlichen Schlechterwisser Lügen, die so tun, als ob es sich bei Atomwaffen nur um eine nationale Prestigefrage handelt, bei der jeder dahergelaufene Feld-, Wald- und Wiesendiktator dieselben Rechte hätte wie eine zivilisierte Demokratie. Was mal wieder zeigt, daß die edlen Wilden oft klüger sind als jene, die sie erst zu solchen erklären.

~ von Paul13 am Mittwoch, 7. Mai 2008.

20 Antworten to “Ex oriente lux”

  1. @Paul
    Als DF-Freund müsstest Du doch auch von der nuklearen Friedfertigkeit von Atommächten überzeugt sein…

  2. @ Daniel

    Ich bin von der Friedfertigkeit von Demokratien überzeugt, Atommacht oder nicht. In den Händen von Diktaturen hingegen will ich nicht einmal eine ordinäre Kalaschnikow sehen.

    Und selbst jene Tyrannen, die rationalen Argumenten hinsichtlich des Machterhalts im Diesseits zugänglich sind (also keine paradiesgeilen Armageddonjünger wie Achmadinedschad und seine Mullahbande) sind nur nach außen hin friedfertig. Ein GULag läßt sich mit Atombombe jedenfalls wesentlich leichter betreiben als ohne.

  3. @Paul
    Das mit dem Gulag stimmt natürlich nicht. Und wie paradiesgeil Adolfimjihad ist, kann man vielleicht daran ablesen, wie viele seiner
    Nachbarn er schon überfallen hat. Der rationalisiert wie alle anderen auch. Nur eben auf höherem Niveau…

  4. @ Paule

    Interessant. Und wer vergibt dann den abschließenden Atombomben-TÜV? Sie, die Gemeinschaft neokonservativer Spinner (GNS), dubya oder der Vatikan? Früher nannte man so etwas imperialistischen Größenwahn und koloniale Überheblichkeit. Betrachten Sie es auch als “white man´s burden” den armen brauen Menschlein in diesen Ländern die Demokratie zu bringen? So eine wie im Irak, wo gerade die amtierende Regierung - finanziert und militärisch geschützt von der Besatzungsmacht - die eigene Hauptstadt in Schutt und Asche legt (massenhaft Tote in der Zivilbevölkerung eingeschlossen), um die genau Bürgerkriegsfraktion auszuschalten, die nicht bereit ist, mit dieser Besatzungsmacht zu kooperieren. In der Tat ein Erfolgsmodell, auf das die arabischen Masssen in den Nachbarländern echt gewartet haben.

    Btw. Ist die invasion und Besetzung eines Landes, das einen weder angegriffen noch bedroht hat ein Beleg für die “Friedfertigkeit von Demokratien”? Oder habe ich da was falsch verstanden?

    Wie gesagt: November 08 - NMR!

  5. @ Daniel

    Das mit dem Rationalisieren von Achmadinedschad glaubst Du doch selber nicht. Und was den Atomschirm angeht, so frag Dich mal, wieso sich niemand vorstellen kann, in Nordkorea einzumarschieren, obwohl das selbst im Irak gleich zweimal problemlos möglich war? Wegen der tollen Waffen aus den 50er-Jahren?

  6. @ NMR

    Daß ich den Atombomben-TÜV vergebe, wäre schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Langfristig bin ich mit dem Planen der Weltrevolution aber schon ausgelastet und hoffe, daß mir McCains “Liga der Demokratien” die nuklearen Formalitäten abnimmt.

    Im übrigen bist Du ja wohl derjenige, der das mit der Demokratisierung als “white man’s burden” ablehnt. Ich sehe bekanntlich etwas durchaus positives darin, die Demokratie zu verbreiten. Auch unter braunen Menschen, so wie gestern vor 63 Jahren. ;-)

    Mit der Friedfertigkeit ist natürlich die Friedfertigkeit der Demokratien untereinander gemeint. Kommt auf mindestens einer Seite hingegen eine Diktatur ins Spiel, kann es ganz schnell Krieg geben. Deswegen ist die Demokratisierung ja auch so wichtig.

  7. @ Paul

    Jetzt auch noch einen Demokratie-TÜV. Und wer legt die Kriterien dafür fest? Sie oder McBush? Was passiert, wenn die eine Demokratie von der anderen Demokratie behauptet, sie wäre gar keine - richtige Demokratie. Wer entscheidet dann? McCain / LdD? oder doch eher wer die meisten Flugzeugträger u.ä. hat?

    Wenn schon Kolonialismus, dann wenigstens ehrlich.

  8. @Paul
    Du treibst den armen Kerl noch in den Wahnsinn ;-)

  9. @Paul
    Wir glauben doch beide nicht, dass man in den Irak einmarschiert ist, weil er (noch) keine Atomwaffen hat. Da müsste man ja erklären, warum man in all die anderen schlimmen Staaten mit ohne Atomwaffen nicht auch einmarschiert. Der Schirm ist schon cool aber Gulag-Voraussetzung ist er nicht! Und sehr wohl ist der Theraner ein rationale denkender Mensch. Er mobilisiert seine Leute gegen einen Feind, er brüskiert die bösen Amis und das obwohl er daheim genug Probleme hätte. Und wenn es ihm um den Heiligen Krieg ginge, dann hätte er ihn ja schon anfangen können.

  10. @daniel
    Die iranischen Mullahs (und die sind das Problem und nicht Ahmadingens, der austauschbar ist) haben den heiligen Krieg schon längst angefangen, nur noch auf einer nicht sehr hohen Eskalationsstufe. Der Mordbefehl gegen Rushdie, der ja immerhin einen Übersetzer das Leben kostete, die Angriffe auf Israel (ausgeführt durch Hisbollah oder Hamas oder…, aber “der Iran” als großer Geldgeber wird durchaus viel zu sagen haben), die Angriffe auf Argentinien und sogar Deutschland. Die Liste ist mit Sicherheit nicht vollständig, die schlimmsten Folgen, aber hat das iranische Engagement im Irak, wo sie einige Mörderbanden unterstützen. Noch wähnt sich “der Iran” zu schwach für einen offenen Krieg mit Israel oder gar den USA, aber er hofft darauf aufzuholen, wie die Bemühungen um Atomwaffen zeigen.
    “der Iran” meint übrigens hier die herrschenden Mullahs.

  11. Und wenn es ihm um den Heiligen Krieg ginge, dann hätte er ihn ja schon anfangen können.

    Mit was denn? Deswegen strebt die Mullahs ja nach der ultimativen Waffe gegen die so verhassten Ungläubigen…

  12. @Schmock & S1IG
    Also doch rational? Erklärt das Paul, nicht mir…

  13. Warum hat ich eigentlich so einen Quadratschädel?

  14. Also doch rational?

    Religöser Hass auf die Ungläubigen und praktische Zwänge sind nicht rational.

  15. @daniel
    Deine Kommentare erwecken den Eindruck, jeder Mensch wäre entweder rational oder irrational, die Rationalen handeln immer rational und die Irrationalen immer irrational. So ist es aber nicht und so war es weder bei den Nazis noch bei den Kommunisten noch bei verschiedenen Religiösen Fanatikern.
    Die Politik der Mullahs im Iran erscheint eben nicht rational. Wozu die Feindschaft mit Israel oder den USA? Wozu strenge und unmenschliche Verhaltensregeln im Land, die die Mehrheit doch nicht will? Warum wurde der Krieg mit dem Irak künstlich verlängert?
    Außerdem, was sollen diese Provokationen um künftige Atomwaffen und die Auslöschung Israels oder den gewünschten Siegeszug des Islamismus?

  16. @Schmock & S1IG
    Freilich ist es so nicht. Das ist keine 0 oder 1-Lösung. (Wobei die profane Feststellung, der Iran ist kein Mensch durchaus eine Rolle spiuelt…) So erscheint die Feindschaft zu den USA und Israel sehr irrational. Für die unzufriedene Bevölkerung ist sie aber ein Spitzenargument, die unbeliebten Beschränkungen aufrechtzuerhalten. Und so wird sie wieder rational. Der Krieg mit dem Irak wurde nicht “künstlich” verlängert. Kriege werden IMMER so lange gefochten wie die Kosten die Nutzen des möglichen Siegs erreichen. Und der Irak-Krieg wurde vom Regime in Theran mit relativ geringen Kosten geführt. (Menschenleben kosten dort halt wenig…) Die Provokationenen kommen beim Wahlvolk im Iran einfach nur gut an.

    Was mir VIEL MEHR Sorgen machen würde ist, dass die “Islamische Bombe” im grünen Gürtel rumgereicht wird…

  17. @daniel
    Bitte antworte mir und nimm mich mit Schock nicht in “Sippenhaft”.
    Wenn Du sagst:

    Freilich ist es so nicht.

    dann bezieht sich das auf meinen letzten Kommentar?

  18. @S1IG
    Da DU mir nur widersprochen hast dachte ich, Du bist mit der “er ist sehr wohl rational”-Antwort zufrieden.
    Aber zu Vollständigkeit. Da ist weniger religiöser Hass im Spiel als man glaubt und das mit den “praktischen Zwängen” hast Du schon soooooooooooo allgemein formuliert, dass man nur mit “ja, aber…” antworten könnte…

  19. @daniel
    Dass dem iranischen Regime äussere Feinde nützlich sind bezweifle ich nicht, aber warum die USA und Israel und nicht die eh schon verhassten Araber und Afghanen? Strategisch gesehen wäre das klüger.
    “Die Provokationenen kommen beim Wahlvolk im Iran einfach nur gut an.”
    Woher weisst Du das? Noch besser käme aber sicher eine bessere wirtschaftliche Lage an.
    “Kriege werden IMMER so lange gefochten wie die Kosten die Nutzen des möglichen Siegs erreichen.”
    Das hängt davon ab was Du unter “möglich” verstehst, Fakt ist der Krieg mit dem Irak und seine Dauer haben dem Iran geschadet und nicht genützt und das hätte man auch wissen können. Auf die islamistischen Moralgesetze bist Du nicht eingegangen, vielleicht weil sie irrational sind?
    Hinter allen Punkten steht natürlich die islamistische Ideologie, die natürlich unvernünftig ist, denn sie schadet ihren Anhängern mehr als dass sie ihnen nutzt.
    Wie man als Tyrann rational handelt hat Franco gezeigt, deswegen war er auch so erfolgreich, ganz im Gegensatz zu dem ideologischen Pol Pot.

  20. @Schmock
    Auf die iranischen oder sonst-irgendwelche Moralgesetze bin ich nicht eingegangen, weil sie unwichtig sind. Was ja auch logisch ist. Wir können ja nicht jedem islamischen Regime gleichzeitig einen flexiblen Umgang mit dem Islam unterstellen (Töten ist ja auch dort bäbä…) und dennoch davon ausgehen, dass es felsenfest dran gebunden ist.
    Dass sich der Iran seine Feinde dort sucht, wo sie nicht in unmittelbarer Nähe sind, ist EXTREM rational und stimmt dennoch nicht ganz (Irakkrieg…) Die Gefahr von Israel überrannt zu werden ist sehr gering, die USA als Feind bescheren dem iran mehr Verbündete als er braucht.
    Freilich käme eine bessere wirtschaftliche Situation beim Wahlvolk besser an. Aber die müsste das Regime mit Machteinbußen bezahlen…

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