Das mußte mal gesagt werden
Der zweite Grund für den Umschwung ist die mangelnde Unterstützung, die Washington für seinen Demokratisierungskurs erhalten hat. Weder haben sich in den Ländern der sunnitischen Alliierten der USA starke liberale Bewegungen und Kräfte entwickelt, die als Opposition eine Alternative zu Despotie und Islamismus bieten würden. Noch haben die Europäer, als machtvolle Nachbarn, sich darum bemüht, ihrerseits den Demokratisierungskurs zu unterstützen.
Insofern ist die jetzt auch hierzulande laut werdende Kritik über Amerikas Rückkehr zur Realpolitik beckmesserisch. Hat man doch selbst gerne die Vorzüge der Realpolitik betont und die Demokratisierungspolitik als unrealistisch, naiv und verfehlt abgetan. Europa hätte durchaus eine Rolle spielen können bei den Bemühungen, liberale Staatlichkeit in der Region zu stärken, es hat aber darauf verzichtet – und sich insofern eher als hinderlich gezeigt, jedenfalls nicht als förderlich.
Dies nur, um angesichts der zunehmend orientierungslosen Reaktionen der Immerschonnochniejetztwiederrealisten noch einmal klar und deutlich Roß und Reiter zu nennen, bevor die Legendenbildung über die Ursachen der amerikanischen Rückkehr zur Realpolitik einsetzt.





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