Chrrr, de Zionisten!

Wie jeder weiß, wird die Welt von Verschwörungen aller Art bedroht. Da gibt es ganz banale Feld-, Wald- und Wiesenintrigen, aber auch richtig gefährliche bis hin zur ausgewachsenen Weltverschwörung. Die Drahtzieher sind meistens auf schweren Geldsäcken oder großen Ölfässern sitzende finstere Herren mit dicken Zigarren, wie z.B. Ostküstenbewohner, Freimaurer, Illuminaten und dergleichen. Mitunter haben sie auch auffällig große Nasen und besetzen palästinensische Heimaterde. In jedem Fall sind sie aber eine nicht zu unterschätzende Gefahr für das Leben, das Universum und alles überhaupt.

Nun haben Verschwörungen leider die unangenehme Eigenschaft, daß sie so geheim sind, weswegen der einfache Bürger normalerweise nie auch nur von ihrer Existenz erfahren würde. Doch zum Glück gibt es unerschrockene, in kriminalistischem Denken geschulte Bürger, die unbeeindruckt von der persönlichen Gefährdung durch die Mächte der Finsternis ihr Leben riskieren, um die Wahrheit ans Licht zu zerren. Um diese selbstlosen Helden zu ehren, wollen wir uns stellvertretend für sie in Erinnerung rufen, wie einer von ihnen, Jürgen Cain Külbel, es im Herbst letzten Jahres schaffte, in einem einzigen Interview neben den Fragen seiner Interviewpartner sechs weitere, die uns alle bewegen, abschließend zu klären:

Wer steckte 1986 hinter dem Anschlag auf die Diskothek “La Belle”?

Für den damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan stand gleich nach dem Attentat fest, dass der libysche Staatspräsident Muammar Al Ghaddafi den Anschlag inszeniert haben soll. Als Beweis musste ein angeblich vom US-Geheimdienst NSA abgefangener Funkspruch des Libyschen Volksbüros (Botschaft) in Berlin, Hauptstadt der DDR, herhalten; darin hieß es: „um 1.30 Uhr heute früh hat die durchführung einer der aktionen mit erfolg stattgefunden, ohne irgendeine eine spur zu hinterlassen. das volksbüro- in berlin.“ Im Lockerbie-Prozeß sagte der ehemalige Oberst im israelischen Geheimdienst, Victor Ostrovsky, unter Eid aus, Kommandogruppen des Mossad hätten damals einen Trojaner, also einen Sender in Tripolis installiert, der die falschen Signale über den „Erfolg“ der Berliner Bombe aussandte. Die abgefangenen Funksprüche waren vom Mossad erfunden worden, so Ostrovsky.

Warum wurde 2003 der Krieg gegen den Irak geführt?

Zogen die Imperatoren von jenseits des Atlantiks mit ihren angelsächsischen Paladinen noch 2003 gegen den Irak zu Felde, merkten die Kriegsverbrecher bald, dass sie sich in der Sache verhoben hatten: Die „Befriedung“ des Irak blieb aus, ebenso der Dominoeffekt, nämlich den Pan-Arabismus zu liquidieren, indem andere Autokratien und Diktaturen so nebenher kippen, und leichter Hand zur Balkanisierung Arabiens führen, das so leichter beherrschbar, ausbeutbar wird und Israel als Hegemonialmacht vor die Nase bekommt.

Wer verübte 2004 den Anschlag auf den libanesischen Ex-Minister Hamade?

Ob Hamadé schon einmal darüber nachgedacht haben könnte, so eine Art Testballon für den Hariri-Mord gewesen zu sein? Sicher war er nicht das geeignete Opfer, um allgemeinen Bürgerradau zu provozieren, den man dann in gewünschte Richtungen kanalisieren kann. Aber zumindest war er für Tel Aviv als lebendige Person entbehrlich. Als Minister für Einwanderung erklärte er seinerzeit, als Elie Hobeika einer Autobombe zum Opfer fiel: „Es ist klar, Israel möchte keine Zeugen gegen sich haben in dem historischen Prozess in Belgien, der sicherlich Ariel Sharon verurteilen wird für die Massaker in den palästinensischen Flüchtlingslagern in Sabra und Shatila. Wir haben bereits gelitten unter dem Verbrecher Sharon in Beirut, und Palästina macht heute dasselbe durch wegen ihm.“ Harte Worte Richtung Israel.

Wer ermordete 2005 den libanesischen Premierminister Hariri?

Aber lassen Sie mich noch eine Anmerkung zu Israel machen: Ibrahim Gambari, stellvertretender Generalsekretär der Vereinten Nationen für politische Angelegenheiten, sagte tatsächlich Ende August 2005, dass Herr Mehlis „eine gute Zusammenarbeit mit Israel und Jordanien“ hergestellt hatte, nicht aber mit Syrien. Ein Witz angesichts der in diesem Jahr ausgehebelten Mossad-Netzwerke im Libanon, die dort seit Jahren Autobombenanschläge, Mord und Terror verbreitet hatten. [...] Mehlis scheint ein notorischer Lügner zu sein. Sogar die israelische Presse schrieb, dass sich Geheimagenten des Staates Israels mit seinem Team in Europa getroffen hatten. Selbstverständlich verschwendet keiner der Herren einen Gedanken daran, zu untersuchen, ob der Mossad Drahtzieher des Mordes an Hariri sein könnte oder nicht. Das gehört nicht zu den Befehlen, die sie von ihren Auftraggebern erhalten haben. Sie haben nur eine Vorgabe zu erfüllen: Syrien an den Schandpfahl pflocken.

Warum wurden 2006 UNO-Blauhelme in den Libanon entsandt?

Israel nimmt vorderhand die Völkergemeinschaft als Geisel. Die „demokratischen“ Fürstenhöfe in Europa und von anderswo schicken 15000 ihrer jungen Landeskinder ins Heilige Land, die mit „robustem Mandat“ für die Sicherheit des Judenstaates zu sorgen haben. Das bezahlen natürlich die Steuerzahler der jeweiligen Länder. Also Null Risiko und finanzielle Last für die Entsendestaaten. Für die zurückgeführten Leichen gibt’s dann Trompetenklänge und Böllerschüsse. Gewöhnlich zeigt sich da die Hofkasse spendabel, denn das geht dann doch nicht so in die Vollen. Ob das „robuste Mandat“ aber gleichzeitig auch der Vorbereitung eines Schlages der Israelis oder der Amerikaner oder beider gemeinsam gegen den Iran dienlich sein könnte, weiß der Kuckuck aus Kentucky. Möglich ist schon, dass die Blauhelme genau dann in dem Teil des Arabischen Osten für Rückendeckung sorgen sollen, wenn die imperialen und israelischen Kampfflieger Teheran attackieren.

Wer plant vielleicht schon für 2007 den Angriff auf den Iran?

Zwischen dem 16. und 18. Juni 2006 fand in Beaver Creek (Colorado) das Weltforum des neokonservativen American Enterprise Institute (AEI) statt. Das soll ja bekanntermaßen das Planungstreffen für einen amerikanisch-israelischen Luftangriff auf den Iran gewesen sein. Zudem gab Cheney dem dort anwesenden israelischen Ex-Premier Benjamin Netanjahu grünes Licht für den jüngsten Angriffskrieg gegen Libanon.

Nun darf man aus der Tatsache, daß die hier gegebenen Antworten immer wieder in dieselbe Richtung weisen, aber nicht gleich schließen, daß es hier irgendwelche antisem… - äh, antizionistischen Untertöne gäbe. Und auch nicht daraus, daß das für seine antiwestlichen Tiraden berüchtigte VoltaireNet, dem Külbel so bereitwillig dieses Interview gab, in rechtsextremen Kreisen nicht ganz unbekannt ist (eine sehr informative Diskussion zu diesem Thema tobte kurz nach Weihnachten im Rahmen der Külbel-Diskussion auf dem Blog seines neuen Freundes Marcel Bartels). Man muß gewisse Wahrheiten ja noch aussprechen dürfen, ohne gleich die Antisemitismuskeule zu spüren!

Im Gegenteil, was zu Voltaires Zeiten recht war, kann heute nicht unrecht sein. Ganz besonders, da SIE offensichtlich mit noch weit höheren Mächten als dem Weißen Haus oder der Wall Street im Bunde sind. Dem neuen, mit erschreckenden Videobeweisen ausgestatteten multimedialen (CD liegt bei!) Enthüllungsbuch “Tausend Teufel! - Mit 666 Geheimwaffen zur Weltherrschaft” fiebern wir jedenfalls schon jetzt mit wohligem Grusel entgegen.

~ von Paul13 am Mittwoch, 3. Januar 2007.

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