„Balla-balla-Bonk“und SPIEGEL-Weichei mit Flaggen-Problem
Also irgendwie drehen unsere ehemals fälschlicherweise für bloß ein wenig konservativ gehaltenen Kollegen jetzt völlig ab. Fast macht man sich Vorwürfe, daß man sie aus der Blogroll genommen hat, weil ihre Verlinkung durch die liberalen und NeoCon-Blogs ganz offensichtlich der Anker war, der sie wenigstens noch manchmal um die Mitte kreisen ließ und ohne den sie von der Fliehkraft immer weiter und mit zunehmender Geschwindigkeit nach rechts außen abgedrängt werden.
Anders ist nicht zu erklären, was sich bei den christlich-national gesonnenen deutschen Paläocons derzeit tut. Fast sehnt man sich zurück nach der Zeit, als sie sich im wesentlichen auf ihr ödes Muselmanenbashing beschränkten, denn was da jetzt an die Oberfläche kommt, ist weit beunruhigender. Denn konnte man eine gewisse Übersensibilisierung gegenüber dem Islam vielleicht noch irgendwie mit “den Umständen” erklären, so geht das hier definitiv nicht mehr:
Da ich im Gegensatz zu Rest-Deutschland keineswegs daran glaube, daß wir Weltmeister werden, hier noch schnell vor dem Ausscheiden alle drei Strophen des Deutschlandliedes in der richtigen Reihenfolge. Bitte lesen Sie die mal in Ruhe durch und schreiben Sie gegebenenfalls in der Kommentarabteilung, warum über einen solch harmlosen, einhundertfünfundsechzigjährigen Pipifax ein jahrzehntelanges, politisch-korrektes Palaver veranstaltet werden mußte? Es ist Zeit, daß wieder alle drei Strophen zitiert werden:
Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt,
wenn es stets zu Schutz und Trutze brüderlich zusammen hält.
Von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt.
Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt.
Also, Kewil, Deine Frage nach dem Grund für die Bedenken gegenüber diesem “Pipifax”, wie Du es nennst, kann ich leicht beantworten. Erstens ist da die Zeile “Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt”. Angesichts des um sich greifenden Individualismus in der postmodernen Gesellschaft und einer ohnehin schon mühseligen europäischen Einigung erscheint mir eine derartige Überhöhung der Bedeutung der Nation günstigstensfalls obsolet.
Zweitens habe ich es auch nach mehrmaligen Versuchen nicht geschafft, eine Folie mit einem Deutschland “Von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt” so über eine Europakarte zu legen, daß sich dessen Grenzen mit den derzeitigen auch nur halbwegs decken und der Beifall unserer Nachbarstaaten sicher wäre. Sofern da also nicht ein paar Flüsse weiträumig umgeleitet werden, hast Du uns diesbezüglich einiges zu erklären.
Drittens und vielleicht wichtiger als alles andere ist aber, daß im Namen gerade dieser ersten Strophe die eine oder andere Unannehmlichkeit über den Rest der Welt gebracht wurde, die ein gesundes Mißtrauen gegenüber derartigen Parolen durchaus verständlich macht. Der Hinweis auf blutrünstige Nationalhymnen anderer Länder ist in diesem Zusammenhang übrigens nicht zielführend. Man muß ja schließlich nicht jede Dummheit nachmachen, oder?



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