Frankreich: Chirac droht Terror-Staaten mit Atomwaffen

Der französische Staatschef Jacques Chirac hat Terror-Staaten mit Atomwaffen gedroht: Frankreich behalte sich das Recht auf eine Vergeltung in “nicht konventioneller” Weise vor. Das bedeutet eine Abkehr von Frankreichs bisheriger Nukleardoktrin.

Aber Monsieur Le President! Sind wir ein wenig nervös geworden, was? Solch martialischen Töne gegenüber einem beliebten Gesprächs- und Handelspartner sind doch ziemlich hart, finden Sie nicht? Die Mullahs machen ja nichts anderes, als aus den von Ihnen während der Atomverhandlungen widerspruchslos hingenommenen Demütigungen die richtigen Schlüsse zu ziehen, nämlich daß man mit Ihnen und Ihren europäischen Freunden alles machen kann, ohne daß Sie sich auch nur beklagen, geschweige denn wehren.

Aber Sie haben Glück, verehrter Jacques. Die Anti-Atomkriegsbewegung ist jetzt, wo es wirklich mal ernst wäre, plötzlich wie vom Erdboden verschluckt, und dieselben Leute, die Sie vor wenigen Jahren noch zum Teufel gewünscht haben, weil sie in der Südsee ein kleineres atomares Feuerwerk veranstaltet haben, schauen seit Wochen offenbar keine Nachrichten mehr und halten sich die Ohren zu, damit sie keinen Grund haben, den Parka überzustreifen und sich auf den Weg zur nächsten Mahnwache zu machen.

Das wird sich auch erst ändern, wenn dieser texanische Cowboy androht, die unterirdischen Atomfrabiken im Iran nötigenfalls mit ein paar Mini-Nukes zu zerstören. Denn es ist natürlich viel schlimmer, wenn eine “böse” amerikanische Atombombe ein paar Maulwürfe verseucht, als wenn eine “gute” französische eine Millionenstadt dem Erdboden gleichmacht. Schließlich geht es hier ja um den verletzten Stolz der Grande Nation, und da hat auch der eingefleischteste Pazifist Verständnis für einen kleinen Atomkrieg.

~ von Paul13 am Donnerstag, 19. Januar 2006.

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