UNO: China torpediert Schröders Sicherheitsratspläne
Das Streben von Deutschland und drei anderen Staaten auf einen ständigen Sitz im Weltsicherheitsrat könnte am Widerstand Chinas scheitern. Die Volksrepublik hält eine Erweiterung des Gremiums für einen “gefährlichen Schritt”. Vor allem die Bewerbung Japans stößt den Chinesen auf.
Es ist nicht leicht dieser Tage, Gerhard Schröder zu sein. Das Wahldebakel in NRW, die katastrophale Haushaltssituation, die deprimierende Wirtschaftslage, die auf hohem Niveau stagnierenden Arbeitslosenzahlen, der zunehmend erkennbare Selbstzerstörungstrieb seiner Partei, die generelle Reformverweigerung der Deutschen - es lief schon mal runder für den Mann von der Leine, der auszog, nicht alles anders, aber doch vieles besser zu machen.
Nun hat ein Staatsmann von Weltformat in derartigen Krisenzeiten bekanntlich immer noch die Möglichkeit, die Flucht ins Ausland anzutreten, um durch den Erwerb von unvergänglichem Ruhm auf internationalem Parkett das klägliche Versagen an der Heimatfront vergessen zu machen. Doch Gerd dem Großen will selbst in der Außenpolitik nichts mehr so recht gelingen, und Visa-Joe ist in seiner aktuellen Tagesform derzeit auch keine große Hilfe.
Die irren Pläne des französischen Weltenlenkers Chirac, Europa als Gegenmacht zu Amerika aufzubauen, sind im “friendly fire” der von diesem selbst argumentativ aufmunitionierten Globalisierungsgegner und Liberalismushasser zerplatzt, Saunafreund Putin ist so kurz nach dem Schauprozeß gegen den Ölbaron Chodorkowski auch niemand, mit dem man unbedingt zusammen auf der Straße gesehen werden möchte, und selbst der sonst immer zündende Versuch, den Friedenskanzler zu geben, wird von der immer offener zutage tretenden Verachtung der Mullahs für die EU-3-Unterhändler zunehmend ad absurdum geführt.
Und jetzt droht auch noch das eine, letzte außenpolitische Großprojekt - den Deutschen endlich einen Platz an der Sonne des Sicherheitsrats zu verschaffen - zu scheitern, und das ironischerweise auch noch an den Genossen von der chinesischen KP. Da riskiert man gegen jeglichen gesunden Menschenverstand die Reste der Allianz mit den USA, um das Waffenembargo gegen China aufzuheben, opfert dafür nebenher skrupellos das kleine Taiwan, schickt mit Tom Koenig einen Hofnarren los, der die Menschenrechte in China schönredet, und dann sowas. Das muß bitter sein.
Was ist das nur für eine Welt, in der man sich nicht mal mehr auf den Dank einer Diktatur verlassen kann? Traurig, traurig…



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