Mal unter uns Moralaposteln

•Sonntag, 5. Juli 2009 • Kommentar schreiben

Ich bin ein erklärter Tierfreund. Ich gehe sogar so weit zu behaupten, daß im konkreten Einzelfall das Leben eines Hundes möglicherweise mehr wert sein kann als das seines Herrchens (man denke beispielsweise nur an Blondi). Und ich finde es durchaus sehr sympathisch, wenn jemand ein Tier, das zur “Familie” gehört, nicht im Stich läßt, wenn es mal ein wenig Geld kostet. Trotzdem gibt es Nachrichten, die mich da schwer ins Grübeln bringen. Wie z.B. diese hier:

Der graue Star kann jeden treffen – auch Tiere. Eine kleine Firma aus Brandenburg hilft den vierbeinigen Patienten: Das Unternehmen entwickelt Speziallinsen für Tiger, Pferde oder Schoßhunde. [...] eine Augenoperation, die mehr als 1000 Euro kostet.

Vor allem, wenn man sie mit dieser hier im Zusammenhang liest:

Wer auch ein “goldenes Herz” besitzt und einem Menschen in Bangladesch das Augenlicht wieder schenken will, muss dafür nur 20 Euro spenden – genau soviel kostet die einfache Star-Operation, die einen Mitmenschen aus der lebenslangen Blindheit befreit.

Bei aller (Tier)liebe, aber ist ein Hund wirklich 50 Menschenleben wert, nur weil man ihn anders als die anonymen Bewohner eines anderen Landes persönlich kennt? Vielleicht sollte man bei der nächsten größeren OP für einen langjährigen vierbeinigen Freund drüber nachdenken, ob nicht wenigstens zur Beruhigung des eigenen Gewissens auch eine kleine Spende die Andheri-Hilfe oder etwas vergleichbares abfällt. Nur mal so als Idee von Gutmensch zu Mitmensch.

Weißwurst jetzt auch ohne Hirn

•Freitag, 3. Juli 2009 • 9 Kommentare

Der CSU-Sicherheitsexperte Hans-Peter Uhl forderte ein baldiges Ende des Bundeswehreinsatzes. “Es ist an der Zeit, die Priorität des Afghanistan-Einsatzes vom Militär zur Polizei zu verlagern”, sagte er der “Neuen Osnabrücker Zeitung”.

Jetzt muß sich nur noch ein Freiwilliger finden, der dies den Taliban überzeugend erklärt, damit sie besagte Polizisten ebenfalls nicht länger mit Granatwerfern und Panzerfäusten beschießen, sondern nur noch mit Zwillen und Pflastersteinen, und sich brav die Rechte vorlesen lassen statt ihnen vorher die Kehlen durchzuschneiden.

Das klingt lächerlich, ja idiotisch? Stimmt. Aber der solche Illusionen offenkundig trotzdem für realistisch hält, ist wohlgemerkt nicht der Dorfdepp, sondern ein sogenannter “Sicherheitsexperte”, und zwar nicht irgendein eh irrelevanter grüner Friedensforscher, sondern ein rechter Stahlhelmer der einstmals eisenfressenden CSU.

Da sollten wir allmählich anfangen uns Sorgen zu machen, womit erst linke Amateure den Rückzug aus Afghanistan begründen werden. Wobei die Sicherheit Deutschlands nach dieser Einlassung zweifellos nicht mehr nur am Hindukusch gegen die Islamisten verteidigt werden sollte. Sondern bereits an den Alpen gegen die Dummschwätzer.

Don’t mess with naked Emperors!

•Freitag, 3. Juli 2009 • 2 Kommentare

Iran verschärft seinen Ton im Atomstreit mit dem Westen. Der Stabschef der Regierung Ahmadinedschad greift jetzt direkt die EU an: Europa sei “nicht berechtigt”, mit Teheran über sein nukleares Programm zu verhandeln.

Und wenn schon, ist doch alles kein Problem. Da haben die weitsichtigen Lenker das alten Kontinents bestimmt längst dran gedacht! Die Führer Europas ziehen einfach Plan B (das ist der mit der legendären Soft Power) aus ihren neuen Kleidern, und schon wissen die Mullahs, daß auch nackte EU-Politiker ernstzunehmende Gegner sind. Zumal man ja nie weiß, ob sich Bruce Solana am Ende nicht auch eine Beretta auf den Rücken geklebt hat.

The REAL Change

•Donnerstag, 2. Juli 2009 • 15 Kommentare

Damit mal jedem unzweideutig klar wird, warum die Obama-Jünger ihrem Erlöser so begeistert zujubeln:

Anders als Bush nannte er nicht den Aufbau von Demokratie, Zivilgesellschaft oder die Garantie, dass Mädchen Schulen besuchen dürfen, als Kriegsziel.

Mit anderen Worten: Krieg ist nicht falsch, so lange er nur nicht aus den richtigen Gründen geführt wird.

King of Brain

•Donnerstag, 2. Juli 2009 • Kommentar schreiben

Seine Einladung durch Gastgeber Gaddafi hatte für Unmut gesorgt – jetzt will Irans Präsident Ahmadinedschad doch nicht am Gipfel der Afrikanischen Union in Libyen teilnehmen. Ahmadinedschad sollte auf dem Treffen eine Rede halten.

Der arme Gaddafi! Da hätte selbst er nach all den Jahren, in denen er wegen seines – sagen wir – ganz speziellen Charakters immer wieder aufs neue verhöhnt wurde, endlich mal wie ein Ausbund an Rationalität und Berechenbarkeit gewirkt. Aber Achmadinedschad wird schon wissen, warum er diesem direkten Vergleich lieber aus dem Weg geht.

Volkstrauertag jetzt schon im Juli?

•Mittwoch, 1. Juli 2009 • 5 Kommentare

Bei einem Besuch im Geheimdienstministerium soll Ahmadinedschad laut der Nachrichtenagentur Irna zwar eine “Interaktion mit dem Rest der Welt” angekündigt haben. Doch in diesem Zusammenhang werde Iran alle “Kapazitäten nutzen, um die Dominanz der Weltmacht zu zerstören”, sagte er in Anspielung auf die USA und den Westen. Die Vorherrschaft der Großmächte im wissenschaftlichen und militärischen Bereich müsse ein Ende haben, so Ahmadinedschad.

Na, da werden heute aber eine ganze Reihe von Leuten bitter enttäuscht sein:

  • Erstens alle die meinen, Achmadinedschad wäre kein größenwahnsinniger Irrer und hätte noch alle Latten am Bretterzaun vorm Kopf.
  • Zweitens alle die finden, die “Islamische Republik” würde nur ganz defensiv irgendwelche legitimen nationalen Interessen verfolgen.
  • Drittens alle die glauben, der aggressive Konfliktkurs der iranischen Führung wäre nicht die seit langem größte Gefahr für den Weltfrieden.
  • Viertens alle die hoffen, immer neues westliches Entgegenkommen würde den Machthunger des Mullahregimes irgendwann mal stillen.
  • Fünftens alle die denken, der islamische Fundamentalismus hätte irgendwas mit einem fernen Fleckchen Erde namens Palästina zu tun.

Also eigentlich fast alle.

Liebe Deinen nächsten (Diktator)

•Montag, 29. Juni 2009 • 16 Kommentare

Eine Gruppe von Abgeordneten aus allen Fraktion hat die Bundesregierung aufgefordert, sich stärker für den Schutz von Christen in der Welt einzusetzen. Die Zahlung von Entwicklungshilfe müsse auch davon abhängig gemacht machen, ob in den Empfängerländern Christen verfolgt würden, heißt es in der Erklärung.

Was letztlich nichts anderes bedeutet, als daß Empfängerländer, die nur Muslime, Buddhisten, Demokraten oder Kaninchenzüchter verfolgen, bei der Entwicklungshilfe derzeit offensichtlich keine oder zumindest weniger Einbußen zu befürchten haben.

Aber wäre ja auch zuviel verlangt, sich stärker für den Schutz vor Verfolgung allgemein einzusetzen, weil daraus könnte ganz schnell die Forderung entstehen, Terrorregimen generell nicht mehr unter die Arme zu greifen. Und dann ist man schneller wieder bei der Demokratisierungsagenda als man “Wolfowitz” sagen kann.

Also, liebe Tyrannen, lasst bei Eurem nächsten Völkermord zur Abwechslung einfach mal die Christen außen vor, dann füllen Euch die Gutmenschen die Lücken im Budget auch weiterhin brav auf, damit Ihr Euch wieder die neueste S-Klasse leisten könnt.

Wo ist Herbert Wehner…

•Sonntag, 28. Juni 2009 • 10 Kommentare

…wenn man ihn mal braucht:

Der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Todenhöfer forderte hingegen, jeder Abgeordnete, der für den Krieg stimme, solle vier Wochen mit an die Front: “Die sollten einmal in einem Schützenpanzer die Gefahr spüren, die sie unseren Soldaten und den Afghanen zumuten. Die Zahl der Kriege würde dramatisch sinken.”

Kritiker des früheren CDU-Bundestagsabgeordneten Todenhöfer wiesen hingegen darauf hin, daß dann konsequenterweise auch jeder Abgeordnete, der gegen den Krieg stimmt, in Frauenkleider gesteckt und den Taliban vier Wochen lang zur Steinigung überlassen werden müßte: “Die sollten einmal bis zum Oberkörper in einem Loch eingegraben die Gefahr spüren, die sie den afghanischen Frauen zumuten. Die Zahl der Kriege würde dramatisch ansteigen.”

Todenhöfer kritisierte scharf den “Bombenterror der USA”: “Für ein muslimisches Kind macht es keinen Unterschied, ob es von einem al-Qaida-Selbstmordattentäter oder von einer amerikanischen Bombe zerfetzt wird.

Ach, daher weht der Wind, es geht um den “Bombenterror der USA”. So nach dem Motto, “was ist schon Oradour gegen Dresden”. Na, dann ist es vermutlich nur noch ein kleiner Schritt zur Feststellung, daß es für ein französisches Kind während der Invasion vor 65 Jahren auch keinen Unterschied gemacht hat, ob es von einer SS-Handgranate oder von einer amerikanischen Bombe zerfetzt wurde. Und schon sind nicht nur sämtliche moralischen Unterschiede dem Erdboden gleich gemacht, sondern auch die letzten Reste von Todenhöfers Verstand.

Die Bush-Regierung hat viel mehr muslimische Zivilisten getötet als al-Qaida westliche Zivilisten.”

Jemandem, der offenkundig noch nicht mal mitbekommen hat, daß der US-Präsident seit dem 20. Januar nicht mehr Bush, sondern Obama heißt, den Unterschied zwischen Kollateralschaden und Kriegsverbrechen zu erklären, dürfte vermutlich verlorene Liebesmüh sein. Aber auch unabhängig davon haben al-Qaida & Co. viel mehr muslimische Zivilisten getötet, als die Regierungen Bushs und Obamas zusammengenommen. Daß Bin Laden verglichen damit weniger Amerikaner töten konnte, heißt nur, daß ihm bisher die Mittel fehlten, nicht aber der Wille.

Wobei man aber an dieser Stelle bereits ahnt, zu welchen Schlüssen ein Jürgen Todenhöfer kommen wird, wenn ihm erst mal jemand das Zahlenverhältnis der während des II. Weltkriegs durch US-Bombenangriffe getöteten deutschen Zivilisten gegenüber den durch Nazi-Massaker ermordeten Amerikanern steckt. Dann muß die Geschichte des III. Reichs wohl mal wieder umgeschrieben werden. Falls das Manuskript nicht eh schon lange fertig ist.

UPDATE: Nachdem inzwischen das komplette Streitgespräch ins Netz gestellt wurde, hat das Weblog Sicherheitspolitik sich Todenhöfer vor- sowie mir die Arbeit abgenommen und seine argumentativen Überreste nach allen Regeln der Kunst fachmännisch zerlegt. Ein Genuß!

No-one left to talk to

•Samstag, 27. Juni 2009 • 3 Kommentare

[H]e’s [Ahmadinejad] demanding an apology from Barack Obama, and accusing Obama of behaving like George W. Bush.

Also das ist schon lustig. Da bietet The One die traurigste Darbietung zum Iran eines US-Präsidenten seit The Peanuty One, verriet die freiheitsfordernde Bevölkerung und doch ist The Crazy One höchst unzufrieden.

Und mit wem kannst Du jetzt reden, Barack? Und wie kann man nachts schlafen, mit dem Wissen eine Bevölkerung verkauft zu haben um mit ihrem Peiniger zu sprechen?

Was macht eigentlich…

•Samstag, 27. Juni 2009 • 10 Kommentare

…Marcel?

Nun, er entlarvt die altehrwürdige ZEIT als “neokonservative Geheimdienstpostille”, enthüllt den Aufstand im Iran als glücklicherweise “chancenlose Psywar-Operation der CIA”, macht ein wenig Reklame für das Menschenjagdblog der Mullahs, sieht die iranischen Demonstranten als “leicht zu manipulierende Jugendliche aus den Wohlstandsvierteln von Teheran”, findet “es nun an der Zeit, aufzuräumen”, erklärt Achmadinedschad zum Präsidenten der Herzen, bestätigt das offizielle Wahlergebnis des iranischen Staatsfernsehens, und freut sich über die Niederlage der CIA-Marionette Moussavi.

Aber sonst geht’s ihm gut.

Und wir nehmen die Erkenntnis mit, daß man unabhängig voneinander in einer deutschen Gummizelle offensichtlich zu denselben Schlüssen kommen kann wie in einem Teheraner Präsidentenpalast.

Theokratie oder nicht Theokratie, das ist hier die Frage

•Freitag, 26. Juni 2009 • 3 Kommentare

Na, die stellen wir doch einfach mal dem Fachmann. Und wer bietet sich da mehr an als Ayatollah Khomeini höchstpersönlich:

“Today, Iranian people again want democracy, they want freedom. Furthermore, they have experienced…theocracy in Iran and they have come to understand that religion and government cannot be one and the same…The best way is for the US to help the movement for democracy in Iran. They should look at this issue very seriously and not as dispassionately as they have been, waiting for something to happen and then get involved.”

OK, diese klugen Worte stammen jetzt nicht vom alten Ruhollah selbst, sondern von dessen Enkel Hossein, und sie sind mit fast 6 Jahren auch nicht mehr ganz frisch, aber gerade deswegen ist ihre Aktualität umso beeindruckender. Wobei Khomeini zu dieser Erkenntnis zugegeben keinerlei prophetische Gaben benötigte. Auf derart zeitlose Weisheiten sollte man auch mit dem gesunden Menschenverstand kommen. Nicht nur als Ayatollah, sondern erst recht als US-Präsident.

Wenn Biedermänner die Brandopfer bedauern

•Freitag, 26. Juni 2009 • 4 Kommentare

Sie demonstrieren für einen Regimewechsel, sie attackieren schwer bewaffnete Polizisten – und sie werden brutal geschlagen. Iranerinnen stehen bei den Unruhen an vorderster Front. Ihr Einsatz beweist, dass das westliche Bild der Frau im Gottesstaat längst überholt ist.

Falsch. Nicht das westliche Bild der Frau im Gottesstaat ist überholt, sondern nur das Bild, das die kulturrelativistischen Meinungsmacher in Politik und Medien – darunter nicht zuletzt der SPIEGEL! – uns vom Iran malen, wenn sie immer wieder so tun, als ob das dortige Terrorregime auch nur ein Fünkchen Legitimität hätte, und mit seiner ganzen Atomkriegsvorbereiterei, Diktatorenunterstützerei, Terroristenaufrüsterei, Palästinenseraufhetzerei, Holocaustleugnerei, Oppositionellenaufhängerei, Demonstrantenzusammenschießerei, Ehebrechersteinigerei, Schwulenauspeitscherei, Frauenentrechterei und all den sonstigen Schweinereien nur den legitimen Volkswillen von Ali und Jasmin Normaliraner ausführt.

Wer ist es denn, der immer neue Verhandlungen und ewige (un)kritische Dialoge mit den Unterdrückern eben dieser iranischen Frauen fordert; der den längst überfälligen Sturz dieser Mörderbande nicht nur ablehnt, sondern ihr im Gegenteil ganz offen die Zusicherung geben will, besagte Frauen auch weiterhin ungestört unter Kopftuch und Schleier zwingen zu dürfen; ja, der sogar Tag und Nacht die Überlegung wälzt, ob man den Mullahs die Atombombe am Ende nicht doch gewähren könne, da sie sie möglicherweise gar nicht zur Auslöschung Israels, sondern wenn wir Glück haben “nur” zur Stabilisierung der Herrschaft über die hier so demonstrativ bedauerten Frauen haben wollen? Und wer ist es, der so einen menschenverachtenden Schwachsinn dann als gaaanz tollen Megasuperhammerchange bejubelt?

Etwas weniger dick aufgetragene Heuchelei, vielleicht sogar kombiniert mit ein wenig Schamgefühl ob der eigenen Berichterstattung zum Thema “regime change”, wäre hier daher dringendst angebracht. Die gerade vom SPIEGEL so oft verlachten und gehaßten NeoCons wissen jedenfalls schon lange, daß die Iraner genau wie wir hier im Westen – und wohl auch wenigstens 95% der übrigen Menschen auf der Welt – nur ein friedliches, schönes Leben in möglichst großem Wohlstand und bei guter Gesundheit führen wollen, mit wildem Sex, rauschenden Partys, dicken Autos und lauter Musik. Vielleicht sollten die Appeaseniks und ihre Jünger in der Hamburger Brandstwiete einfach nur mal anfangen, ihnen zuzuhören.

Intelligenz schützt vor Dummheit nicht

•Freitag, 26. Juni 2009 • 2 Kommentare

Ungewöhnliche Protestaktion gegen Silvio Berlusconi: Vier italienische Professorinnen haben Medienberichten zufolge Michelle Obama und Co. dazu aufgerufen, das G8-Treffen im Juli zu boykottieren. Grund ist der jüngste Skandal des Ministerpräsidenten um angebliche Partys mit Prostituierten.

Richtig so! Wird Zeit, daß unsere First Ladies lernen, mal die richtigen Prioritäten zu setzen. So lange sich Ihre Männer auf dem G8-Gipfel nur mit dem Statthalter der brutalen Mörder iranischer Zivilisten treffen wollten, gab es schließlich keinen Grund, daß irgendwer irgendwas boykottiert. Aber wenn der alte Schwerenöter Berlusconi die 32168 wählt und nach Rosi fragt (oder es auch nur getan haben könnte), da hört der Spaß dann auf. Weil das wäre ja unmoralisch.

Sorry, Arschloch!

•Freitag, 26. Juni 2009 • 3 Kommentare

Mahmud Ahmadinedschad reizt den Westen, und nach Großbritannien sind jetzt wieder die USA sein Ziel: Er fordert Barack Obama auf, sich für “Interventionen” zu entschuldigen.

Schon doof, SPIEGEL, was? Jetzt muß man, da Obama den Mullahs bis zur letzten Minute (und auch noch danach) partout in den Allerwertesten zu kriechen versuchte, schon Achmedinedschad bemühen, um wenigstens den Anschein ernsthafter Differenzen zwischen Lichtgestalt und Bösewicht zu erwecken.

Dumm nur, daß der gute Machmud von Rockerkumpel Barack erst mal eine Entschuldigung hören möchte. Und jetzt darfst Du dreimal raten, welches brilliante Genie ihn da drauf gebracht hat…

Grüner wird’s nicht

•Donnerstag, 25. Juni 2009 • 16 Kommentare

Wohl nie gab es so eine gute Gelegenheit, die Lösung sämtlicher Streitpunkte mit dem Iran ohne den Einsatz militärischer Mittel zu erreichen wie jetzt. Und wohl nie hat die Soft-Power-Fraktion eine so einmalige Gelegenheit, ihre Existenzberechtigung nachzuweisen, so unnötig und tatenlos verstreichen lassen, und das, obwohl die Achse des Friedens diesmal von Moskau über Berlin und Paris bis nach London und sogar Washington reicht.

Anstatt sich klar zu einem friedlichen Regime Change zu bekennen und alles, aber wirklich auch alles zu tun, um das iranische Volk beim Aufstand gegen seine Unterdrücker zu unterstützen, debattiert man nur darüber, ob jetzt die falsche Marionette am unteren Ende der Fäden hängt, und setzt alle Hoffnung in einen Vertreter des Systems, der halt doch kein Jelzin ist, ja nicht mal ein Gorbatschow, sondern bestenfalls ein Andropow.

Es ist eben leichter in Kairo eine Rede an die werte Despotenschaft zu halten und in den europäischen Hauptstädten lautstark von den legitimen Interessen des iranischen Volkes zu schwadronieren, wenn man in Wahrheit nur die Interessen von dessen Henkern und die der eigenen Wirtschaft im Auge hat. Wenn Soft Power aber nicht mal greift, wenn die Menschen vor Ort mithelfen, dann sollten ihre Verfechter in Zukunft besser schweigen.

Die Ampel war diesmal wirklich grün. Sie springt allmählich schon wieder auf gelb. Und wenn sie rot wird, dann nicht nur vom Blut der Opfer des Aufstandes. Sondern erst recht von dem der Opfer jener Kriege in der Region, zu denen es noch kommen bzw. die es in die Länge ziehen wird, weil man die Machthaber in Teheran weiter ungehindert hat gewähren lassen. Die Führer des Westens sollten dringend lernen, wann man eine Straße überquert.

Eine Tasse ‘Shut up’

•Dienstag, 23. Juni 2009 • 6 Kommentare

Es entflieht mir immer wieder aufs Neue, weshalb Prominente sich nicht einfach auf die eine Sache beschränken, die sie so gut beherrschen: Prominent sein. Wenn sie ihren Mund öffnen, kommt meistens Unheil raus vom Schlage einer 13jährigen. Ein jüngstes Beispiel ist Ashton Kutcher, seines Zeichens das brilliante Gehirn hinter der Show, die praktische Scherze von Teenagern salonfähig machte.

Considering how well fighting 4 freedom in Iraq went, I dont know that we shloud B jumping in2 this Iran deal.

Ich bin mir durchaus bewusst, dass über Twitter keine intelektuellen Höchstleistungen zu produzieren sind, aber das hier… Meine Fresse. Über den Stil kann ich leider nicht viel sagen ohne gleichzeitig permanent mit dem Kopf auf den Tisch zu hämmern und dies möchte ich heute nicht tun. Auch fehlt mir leider die Energie um seine Aussage zum Irak zu kommentieren. Aber woher bezieht eigentlich Herr Kutcher die hochgeheime Information eines Einmarsches im Iran? Sein Präsident bringt nicht einmal den Mut auf, irgendetwas halbwegs freiheitsunterstützendes zusammen zu kriegen. Und seit wann ist es ein Deal?

Demis herdresser sez green is cool color. Freedom in Iran. Cool. L0Lz.

Was tun?

•Dienstag, 23. Juni 2009 • 3 Kommentare

Auf die Frage, wie der Westen auf die Repression im Iran reagieren könnte, gibt es sicherlich mehrere Antworten.

Das hier ist eine davon:

Actually, this regime is really dependent on importing gasoline. More than 85% of Iran’s gasoline is imported from foreign countries. I think international communities must sanction exporting gasoline to Iran and that might shut down the government.

Das hingegen definitiv nicht:

The United States said Monday its invitations were still standing for Iranian diplomats to attend July 4 celebrations at US embassies despite the crackdown on opposition supporters.

(Hat tip: Mr. Moe)

Geben wir ihnen etwas zum Fürchten

•Montag, 22. Juni 2009 • 7 Kommentare

— von Analytics

Ein Gespenst geht um in der Welt!

Libanesische Hizbollah und venezoelanische Söldner, russische Präsidenten und deutsche Volkstümmler, der Elsäßer und die taz, sie alle fürchten sich vor diesem einen Geiste, dem Geiste der Freiheit. Etwas unglaubliches, ja geradezu ungeheuerliches läuft vor unseren Augen ab. Ist das der Anfang vom Ende? Ist das die letzte große Schlacht des globalen und globalisierten Faschismus, all seiner Spielarten des 21. Jhd.? Man weiß es nicht und kann es nur hoffen. Doch egal wie dieser Titanenkampf auszugehen vermag, jedem kritischen Beobachter sollte klar sein um was es sich eigentlich handelt, um den Beginn einer neuen Ära. Change. Real Change.

Seit dem antisemitischen – und jedem sollte klar sein, dass es sich um Antisemitismus in Reinform gehandelt hat – Attacken der klerikalfaschistischen Al Quaida durchlebt die Welt etwas, was noch vor 10 Jahren als Relikt einer längst vergangenen Epoche angesehen wurde, nur noch vorhanden im neuesten Spielbergstreifen und den Erinnerungen von Altersheimbewohnern. Vor eben jenen 10 Jahren schien die Welt in ein neues Zeitalter des Friedens und des Wohlstandes einzutreten. Die Intifada? Ein trauriges Endspiel von religiösen Fanatikern Beidseits der Front, dass in wenigen Monaten abebben wird. Der Kosovokrieg? Eine Mop-up Operation um den letzten stalinistischen Diktator Europas zu stürzen. Afghanistan? Ein fernes, unbekanntes Land, welches sich seine wahre Kultur erhalten konnte und sich nichts dringlicheres sucht als in Frieden gelassen zu werden. Etwas was vielen im Westen aus der Seele spricht, etwas vorbildliches also.

weiterlesen ‘Geben wir ihnen etwas zum Fürchten’

Ein paar Kleinigkeiten

•Montag, 22. Juni 2009 • 1 Kommentar

Ihr werdet mich nicht los. Hier einige Kleinigkeiten der letzten paar Tage, Wochen und Monate.

Zuerst das Aktuelle: Im Iran wurde in 50 Städten eine Wahlbeteiligung von über 100% erreicht. Und nun der realsatirische Teil: Die Mullahs sind nicht der Meinung, dass dies relevant wäre. Das soll jemand bitte Al Gore erzählen. Wieso? Because we can.

Ist Lob von Hugo Chavez eigentlich nicht ein hinreichender Grund um Wahlergebnisse sofort zu anullieren?

Ägypten möchte ein Atomkraftwerk bauen. Gute Idee. Was kann schon schief gehen?

Da der Schuhwerfer von Bagdad, auch bekannt als der Vollhonk unter den Saddambots, ja eine solch grosse Beliebtheit hier bei uns geniesst, sollte es vielleicht erwähnt werden, dass sich die anwesenden irakischen Journalisten für sein Verhalten entschuldigt haben.

Dann möchte ich gerne darauf hinweisen, dass Antisemiten doch bitte zuerst richtig buchstabieren lernen und erst anschliessend die Juden hassen. Sonst wird unötigerweise unschuldiger Saft ins Spiel gebracht. In diesem Zusammenhang sollte auch die allerbeste letzte Ölung für Selbstmordattentäter erwähnt werden: Bacon Vodka. Fast ebenso schön ist die Tatsache, dass in Afghanistan mittlerweile mit Hilfe von Viagra Krieg geführt wird. Geil.

Und letztlich, wäre ich sehr froh wenn mir jemand einen Job in Peru zukommen lassen könnte. Besoffen zur Arbeit kommen ist dort nämlich kein Kündigungsgrund. Für einen Polen wie mich selbst eine sehr attraktive Vorstellung.

Obama spart Strom

•Montag, 22. Juni 2009 • Kommentar schreiben

Cox is back. Jetzt fehlt nur noch Forkum.